Um schneller von der Uni nach Hause zu kommen, trampe ich immer eine kleine Strecke. Dabei habe ich bis jetzt eingentlich nur gute Erfahrung gemacht. Vor einigen Wochen wurde ich spontan auf eine Party eingeladen (genauer gesagt zum Fußballschauen, vor riesigem Fernseher + Bier & Essen). Habe ich natürlich sofort angenommen. Man lernt hier wirklich super schnell neue Leute kennen. Es ist unglaublich wie aufgeschlossen die die Mexikaner sind
→Was mich ein bisschen nervt an Mexiko
Wenn in Deutschland eine öffentliche Toilette geputzt wird, ist sie in dieser Zeit weiterhin zugänglich. Hier wird erst mal die Außentür abgeschlossen. Geputzt wird rellativ häufig, so dass ich in meiner bisherigen Zeit schon mehrfach vor verschlossener Tür stand. Ist ein bisschen awkward in einem Kaufhaus vor der Tür zu stehen, es warten schon mehrere Leute, die Putzfrau kommt raus, ist aber noch nicht ganz fertig… (das Mexikaner langsam sein können, sei nur nebenbei erwähnt).
→was mich begeistert an Mexiko
Irgendwie haben Mexikaner etwas gegen Rucksäcke. Mit meinem Rucksack darf ich so ziemlich kein Geschäft betreten (Man kann ihn bei einem Security Menschen abgeben). Hört sich zunächst nach einer sinnvolle Maßnahme gegen Diebstahl an. Seltsam ist, das Umhängetaschen und Plastiktüten bei weitem nicht so streng eingesammelt werden. Manche Maßnahmen sind hier irgendwie inkonsequent …
In Sprachkursen lernt man irgendwie immer nur verbale Kommunikation. Im anderen Land angekommen fällt einem dann erst auf, wie viel nonverbal gesagt werden kann. Bsp: Wenn man in Mexiko seine Rechnung haben will, muss man einfach nur in der Luft unterschreiben. Dabei kam ich mir am Anfang schon ein bisschen affig vor, aber es funktioniert halt einfach in jedem Restaurant, quer durch den ganzen Raum, einfach immer. Wie macht man das in Deutschland? Mit dem Daumen an den Fingern reiben, funktioniert ja nur manchmal, ansonsten halt Bedienung herrufen und um die Rechnung bitten (oder bin ich schon zu lang im Ausland?) Was mich selbst ein bisschen beeindruckt hat ist, wie schnell man das Ganze übernimmt und für selbstverständlich betrachtet. In Mexiko wird beispielsweise mit dem Zeigefinger angefangen zu zählen (eins: Zeigefinger, zwei: Zeige‑ +Mittelfinger, drei: +Ringfinger …). Vor einer Woche habe ich mich dabei ertappt, wie ich für mich selbst auf mexikanisch gezählt habe, obwohl ich eigentlich in deutsch gedacht habe. Diese Gesten gehen halt echt super schnell in Fleisch und Blut über. Das mit dem Zählen ist übrigens echt wichtig: Zu Beginn kamen von drei bestellten Bier immer nur zwei an
Andere Gesten die mir spontan einfallen: Hand vor Gesicht: Danke. Ja, Nein: statt Nicken und Kopfschütteln kann die gleiche Bewegung auch mit dem Zeigefinger gemacht werden.
Meine Vorlesungen hier in Mexiko haben von ihrer Struktur hier mehr mit einer deutschen Oberstufe, als einer deutschen Universität gemeinsam. Man sitzt in kleiner Runde mit einem Dotzenten in einem Seminarraum, neuer Stoff und Übungsaufgaben wechseln sich ab, die Studenten werden eingebunden.
In Betriebssysteme gibt es am Anfang jeder Stunde eine Fragerunde. Die Frage sind zwar leicht (Darf ein Anwendungsprogramm auf die Hardware zugreifen? j/n), es wird aber erst nach der Frage mittels Skript bestimmt wer sie zu beantworten hat. Was zumindest mich dazu zwingt, jede einzelne Frage im Kopf schon mal vorzuformulieren.
Auch bekommt man hier mehr Unterstützung beim Lösen von Aufgaben. Die Assembler Entwicklungsumgebung wurde detailliert beschrieben, einfache Programme werden im Unterricht durchgegangen, inkl. Beteiligung der Studenten (Das Flussdiagramm vom memcopy habe ich hin bekommen)
Der Vorteil davon ist, dass ich hier mehr tue als während dem Semester für eine deutsche Vorlesung und dementsprechend auch schneller lerne. Auf der anderen Seite bekomme ich aber auch mit, das mexikanische Studenten schon ihre Probleme haben, mit Aufgaben die nicht explizit so im Unterricht dran kamen. In so fern habe ich den Riesen Vorteil, beides mal zu erleben
Wir sind wohl leider am Wochenende auf dem Campus gefangen, die Kombination Ausländer + unter 25 schließt uns bei bei einzigen Vermietung in der Nähe nämlich vom Mieten aus. Das fiese ist online kann man alles problos reservieren, aber wenn man dann anruft braucht man zusätzlich (!) zur dort abgeschlossenen Insurance eine „transferable car insurance“ die ich aus Deutschland dabei haben müsste. Leider existiert sowas in Deutschland nicht und deswegen ists unter 25 nichts mit dem mieten. Wir könnten zwar über Deutschland mieten aber da wären alle Autos in Hartford und das ist schon ein sehr gutes Stück weit weg.
Die einzige Möglichkeit sind die PeterPan Busse die aber weder schnell noch billig sind. Wir brauchen asap eine Lösung, die wohl eigenes Auto heißt. Sonst vergammeln wir alle im kleinen Freizeitpark namens Campus
Ich bin schon an den ersten Hausaufgaben und am WE steht (hoffentlich) Boston an. Leider ist das noch nicht ganz klar da die Mietwagenkombination unter 25 und Ausländer wohl nicht so problemlos ist (zumindest in Connecticut). Damit ihr trotzdem was zum lesen habt hier was mir so die Tage aufgefallen ist:
- Das Schwimmbad im Gym ist pisswarm, Amis können wohl nur in Babybecken-Temperatur schwimmen.
- Dafür muss sich niemand Sorgen um seine nasse Badehose machen, die kann man nämlich im Badehosentrockner trocknen!
- Ulm rockt, zumindest was Druckerquota angeht. Ich kann nur kostenlos drucken weil die Engineering Typen mir nen falschen Account gemacht haben
- In der Desserttheke ist das körnige weiße Zeug kein Milchreis sondern Hüttenkäse, sehr widerlich wenn man Früchte reinwirft.
- Kontinentaleuropäische Mädels in Bikinis werden im Uni-Pool komisch angeschaut, hier hat jede nen züchtigen Badeanzug an.
- Ausgehoutfits können hier durchaus Fussballtrikots sein. Und ja damit kommt man in die Campus‑“Clubs“
- Squirrels sind überall, und wenn ich sage überall dann meine ich überall!
„Only a dead squirrel is a good squirrel“ — unbekannter Autor - Nora hatte Geburtstag und ich habs dank Zeitverschiebung verbummel, dafür hat sie die Ehre hier erwähnt zu werden
- Pappige Bagels nerven mich langsam, ich will Brot!
- Eine Senseo ist geil
- Erdnussbutter ist die leckerste Erfindung seit Nutella und laut Aufschrift unglaublich gesund oO
- Der Fußgänger ist auf dem Campus ein kleiner Gott, an jedem Zebrastreifen ein zusätzliches Schild das darauf hinweist dass regarding to state law jeder unverzüglich zu halten hat
So nun noch kurz was zu meinen Kursen, ich hab nun heute die erste Aufgabe für Computer Networks gemacht, das war nur eine kleine C++ FIngerübung, nichts spannendes. Die Vorlesung dazu ist inzwischen auf dem akademischen Bodensatz angelangt, wir reden über DSL und Modem und was schnell is und was nicht. Time Division Multiplex und Frequence Division Multiplex wurde nur in einer Folie erwähnt, da hat Herr Kargl doch etwas mehr Tiefgang in Ubicomp gebracht. Bei Herrn Wei Wei ist alles wie gehabt straight forward, wie erwartet. Der Parallel Systems Mensch dreht sich mit O-Notation im Kreis, eig. auch noch chillig. Der liebe Laurent (ja er spricht lauter Wörter mit lustigem französischem Akzekt aus :D) hat nun angefangen mit ML, das ganze hat ein wenig den Touch von Haskell und ist bisher auch nicht so wild.
Soweit so gut, achja kauft nie in den USA Milch die „non-fat“ heißt. Hab die aus Versehen gekauft und musste sie wegschütten, so widerlich war die.






