Mat am Mittwoch, 14. Juli 2010

Ich habe lange nicht von mir hören lassen. Nun gibt es aber doch mal nen kurzen Statusbericht abzugeben, denn das Ende naht.

Viele Klassenkameraden sind mittlerweile schon nach Hause zurückgekehrt und ich bin einer der wenigen die hiergeblieben sind. Sowohl Flo, Jolien, als auch mein Mitbewohner sind letzte Woche gegangen. Nun hab ich mich auch schon aufgerafft und meine Abreise geplant. Die Pläne nach Qingdao (青岛) zu fahren sind leider geplatzt, weil es bis zum 22. keine Plätze im Zug mehr gab. Heute habe ich dann ganz einfach ein Ticket nach Chengdu (成都) in Sichuan (四川) für den 19. gekauft. Ich werde dann am 20. in Chengdu ankommen und mir Pandas und Urwald und so anschauen, bevor ich dann um den 25. rum nach Nanning (南宁) fahre. In Nanning kann man ganz easy ein Visum für Vietnam am dortigen Konsulat beantragen und dann per Bus nach Hanoi (河内) fahren. Dort treff ich mich dann mit meinem Mitbewohner Chinh und er führt mich ein bisschen durch Vietnam. Am 13.8. fliege ich dann zurück nach Deutschland und komme um 22 : 55 in Frankfurt an.

Ich habe gestern auch schon Besorgungen gemacht und Geschenke gekauft, aber mein Koffer ist jetzt schon so voll. Ich komme, glaub ich mit mindestens doppelt sovielen T-Shirts zuhause an. Also wer noch etwas haben möchte, melde sich bei mir schnellstmöglich. Das dumme ist nur, dass ich jetzt mit nem riesen Koffer durch die Gegend reise und eine Wage hab ich auch nicht. Ich werde sicher die 20 Kilo überschreiten. Ich werde hier auch Abschied von meiner orangenen Jacke nehmen, die mich über Jahre stets begleitet hat. Heute oder Morgen möchte ich auch noch ein Paket mit Büchern nach Hause schicken. Da muss man zuschlagen, wenn das hier so billig ist.

Ich habe auch noch unendlich viele Bilder, die ich hier noch nicht online gestellt habe. Wann das passiert, weiß ich nicht. Vielleicht kommt auch nur ein Best Of. Mal sehn.

Ich habe das Lied von Madsen:“Schön, dass du wieder da bist!“ geschickt bekommen. Ganz soweit ist es ja noch nicht, aber dennoch: „Ich freu mich auf Zuhause!“

Bis dann Matrosen

Mat am Mittwoch, 19. Mai 2010

Am darauffolgenden Tag fuhr ich mit einer Reisegruppe nach Longji. Dort gibt es eine chinesische Minderheit und eine schöne Reisterrassenlandschaft. Zuerst besuchten wir das Minderheitendorf, in dem die Frauen extrem lange Haare tragen, die sie je nach Familienstand anders zusammenwickeln. Der Eintritt zu dem Dorf kostete 60元, der nicht bei der Fahrt mit inbegriffen war. Dafür gab es aber noch eine kleine Show mit Tänzen und Kostproben von ihren speziellen Gerichten, die eher 马马虎虎 (māmāhǔhǔ = [PferdPferdTigerTiger] solala) waren.

                               geräuchertes Allerlei
                                                                                                                            man achte auf die Haare
                                      

Zum Abschluss wurde man noch von Ihnen verabschiedet und man bekam als mann einen besonderen Brauch zu spüren, denn dort zwickt die Frau einem Mann in den Popo, wenn sie ihn attraktiv findet … und das tut ganz schön weh. Nach dem Spießrutenlauf ging es wieder zurück zum Bus, wo einen Andenkensverkäuferinnen den ganzen Weg verfolgten. Wenn ich jedem, der mich auf meiner Reise angesprochen hat, einen Fächer abgekauft hätte, könnte ich nun meinerseits nen Fächerladen aufmachen. Daraufhin stiegen wir nochmal in den Bus, der uns ein Stückchen weiter den Berg hinauf fuhr. Von dort mussten wir den Rest des Weges bis zur Spitze laufen, von wo man einen wundervollen Blick auf die Reisterrassen hatte.

Auf halbem Weg hinauf kam man an einer Siedlung vorbei, wo wir unser Mittagessen einnehmen konnten. Das Essen war leider nur teuer und hat nicht gut geschmeckt.

Die Fahrt war ganz schön, wenn man sie mit der nach Yangshuo vergleicht. Man hatte zeit für sich und wurde nicht die ganze Zeit umhergejagt und von Fächerverkäufern verfolgt. Leider lohnt sich der Anblick im Winter, bzw. 1 Tag vor Frühlingsanfang wirklich nicht.

Die folgenden Bilder sind vom chinesichen Frühlingsfest, das hier wie Weihnachten und Neujahr zusammen ist. Es war für mich eine Ehre von Laoweis Familie dazu eingeladen worden zu sein. Ich hatte nur in dem ganzen Geldmangel und Reisestress total vergessen irgendetwas mitzubringen. Ich wusste auch gar nicht, was ich adäquates hätte mitbringen sollen und Laowei hatte mir dementsprechend auch nichts gesagt. Das ich wohl dementsprechend etwas unhöflich war, ließ mich Laoweis Cousine mit gezielten Fragen spüren: „Wie ist das in Deutschland? Wenn man irgendwo eingeladen wird, bringt man da eigentlich was mit? Also in China macht man das schon.“ Solche Fragen kamen immer wieder. Im Nachhinein bin ich einfach nur der Meinung, dass sie mich nicht leiden konnte, warum auch immer. Nichtsdestotrotz war ich mit fast der ganzen Familie am Abend vor dem Fest im Restaurant essen, wo mir Laoweis Tante, die Frau seines ältesten Onkels, immer wieder neue Sachen auf den Teller packte, sodass ich irgendwann einfach aufgab, das zu essen, was sie mir hinlegte.

                                      

Am Tag des Frühlingsfestes wird in der Regel im Familienkreis gesessen und Jiaozi gemacht. Ich habe da auch mitgeholfen und unter starker Beobachtung der anwesenden Jiaozi-Spezialisten habe ich auch ein paar Maultaschen gefüllt, die dann aich kontrolliert wurden, ob die Teigtaschen auch wirklich feste zu sind. Zumindest konnte man dann nach dem Kochen auch noch erkennen, welche von denen ich gefüllt hatte. Wenn man seine eigenen Jiaozi wiederfindet und isst, soll das besonders viel Glück bringen. Danach spielte ich noch mit der zickigen Cousine, ihrer Mutter und Laowei Mahjong und verlor natürlich. Dabei fragte mich auch die Cousine, ob ich am mich Tag vorher nach dem Restaurant noch erbrochen hätte, weil ich so viel gegessen hätte. In diesem Moment fragte ich mich, wer von uns beiden nicht höflich und unverschämt ist. Die Antwort war natürlich nicht, auch wenn ich an diesem Morgen kein Frühstück gebraucht habe, weil ich noch satt war.

Nach dem Jiaozi-Essen konnte ich der Tochter von Laoweis ältester Cousine doch noch beweisen, dass man vor Ausländern keine Angst haben muss. Sie hatte vor lauter Angst vor dem rothaarigen Fremden gar nicht mit uns gemeinsam essen wollen, sodass die kleine Familie als quasi Aussätzige in einem anderen Raum gegessen haben. Nun zumindest spielten wir eine sehr einfache Version von Monopoly, bei der wir uns gegenseitig die Geldscheine bündelweise in die Hand gaben. Aber ach jeder Spaß hat mal ein Ende und so ging ich dann zum Zug, der über Nacht nach Shenzhen fuhr, wo man hinfahren muss, wenn man nach Hongkong einreisen möchte.

Mat am Mittwoch, 19. Mai 2010

Man stelle sich vor es sei der 11. Februar, es sei mindestens 10 Grad kälter als am Vortag und man spürt es etwas im Hals kratzen. Zudem sei man immernoch in Guilin und habe an diesem Tag ausgemacht in ein altertümliches Dorf zu fahren.

So hat mich Laowei abgeholt und wir wollten mit nem Überlandbus nach Daxu fahren, ein kleines Dorf, das dafür bekannt ist noch mittelalterliche Häuser zu haben, in denen immernoch Leute wohnen. Und so fuhren wir zur Busstation und stiegen in den Bus. Es schien noch mehr Leute zu geben, die das Dorf sehen wollten, nur war ich der einzige Ausländer. Laowei erzählte mir, dass er dort vor ein paar Tagen selbst war um es ein bisschen auszuchecken, dass er mich nicht zu einem Ort führt, der möglicherweise nicht 好玩儿 (hǎowánr = spaßig) ist. So kannte er auch den Preis für die Busfahrt, die an diesem Tag auf einmal doppelt so teuer war. Wir bezahlten eifrig, doch in Laoweis Seele brodelte es. Auf dem Weg nach Daxu gab es immer mal wieder die Situation, dass der Bus keine weiteren Leute nach Daxu mitnehmen wollte, obwohl Platz genug war. Spätestens jetzt war klar, dass der Geldeinsammler uns alle belurt hatte. Als wir dann fast angekommen waren, revoltierte Laowei und begann mit dem Kassierer zu diskutieren, woraufhin der eine oder andere aus dem Bus auch miteinstimmte. Zu guter letzt sollte ich abgesprochenerweise so tun, als würde ich ein Video machen, bis dann der Mann klein bei gab und uns das zuviel abgeknöpfte Geld zurückgab. Also 5元 kostet der Bus von Guilin nach Daxu, und ich habe mal schnell auf die Persönlichkeitsrechte geschissen und auch wirklich ein Video davon gedreht, das gibts hier zu sehen:

In Daxu war es sehr kalt, aber nachdem man um ein paar Ecken und von den neuen Häusern weggegangen war, kam man zu den alten Häusern. Das war wirklich interessant. Noch interessanter war der ganze Müll, den man in den Vorgärten der neueren Häuser und im Fluss schwimmen sah. Vor allem das kleine stinkende gelbe milchige Bächlein, dass irgendwo zwischen den Häusern hervortrat und im Dorfbach mündete, wo man nicht weit weg jemanden die Wäsche waschen sah. Da fragt man sich immer wieder, wie ein Staat/eine Provinz es sich leisten kann eine Shoppingmall nach der anderen zu bauen, aber den Leuten in den Dörfern kein Abwassersystem und keine Abfallentsorgung zu stellen? Und selbst wenn es keine Abfallentsorgung gibt, wie kann man es schön finden seinen Müll in den eigenen Vorgarten zu werfen? Abgesehen von diesem Müll und Dreck Problem, was mir immer mehr auf den Geist geht, war das Dorf echt sehenswert. Man kann in den alten Häusern meist Sammlerwaren und Antiquitäten kaufen und ein paar chinesische Medizinläden gibt es auch:

lustige Flaschen getrocknete Schildkröte Medizinladen Angriff der Tigerpranke Tausendfüssler, hmm
                                                                                                

Auf dem Rückweg war es eine Frau, die das Geld im Bus eingesammelt hat. Die wollte von Anfang an nur 5元. Am Nachmittag plante Laowei in einen anderen Park zu gehen, doch ich hatte erst einmal genug Parks gesehen. Zudem war es kalt und ich fühlte mich nicht so wohl. Also spielten wir bei Laoweis Oma Karten und ich trank Erkältungstee. Frieren musste ich trotzdem, da es im Süden Chinas nicht üblich ist eine Heizung und isolierte Wände zu besitzen.

Mat am Mittwoch, 19. Mai 2010

Nun bin ich wieder da, nachdem ich mit meiner Mama und Carmen 2 Wochen quer durch China gereist bin. Die Fotos müssen noch ausgelotet werden und es gibt wieder viel zu erzählen. Ich weiß ja, dass ich noch vom letzten Trip, der über 3 Monate her ist, noch nicht alles berichtet habe und ich bin am Wochenende auch schon wieder unterwegs. Zudem muss ich die vermissten Stunden aufholen und unterrichte jetzt jeden Donnerstag und Freitag im Goethe-Institut. Das wird ganz schön spaßig.

Und weil ich weiß, dass keine Besserung in der Blogeintragsfrequenz bei mir zu verzeichnen sein wird, werde ich auch nichts versprechen. So einfach ist das! Dennoch mache ich mal schnell noch eine Aufstellung an geplanten Einträgen:

Guilin, Daxu und Longji
Hongkong, Macao, Disneyland
Putuoshan
Yangzhou
Beijing
Xi’an
Chongqing und die 3 Schluchtenfahrt
Wuhan und Nanjing
Ningbo
Expo in Shanghai

Mat am Freitag, 5. März 2010

Die Fähre nach Korea war interessant. Man hat sehr gemerkt, dass normalerweise keine Ausländer mitfahren. Es war das erste mal, dass ich bei der Ausreise aus China die Departure-Card nicht selbst ausfüllen musste, weil die Grenzbeamten sich um mich sorgten. Auf der Fähre angekommen hat mich auch eine Bedienstete zu meinem Schlafplatz geführt, dass ich mich nicht verlaufe. Das war auch gut so, denn ich hätte wahrscheinlich schon verlaufen. Wir sind durch einen großen Saal gelaufen, der mehrere 10m² Flächen hatte, auf denen Matratzen verteilt lagen. Ein großer Schlafsaal. Ich hatte aber zum Glück ein Bett in der nächst höheren Klasse. Mehrere Gänge mit 2-Stockbetten auf beiden Seiten und Vorhang für das bisschen Privatssphäre. Weiter hinten gab es anscheinend noch Kabinen. Da die Fähre selten Ausländer gesehen hat und auch von einer „Kleinstadt“ kommt, war das Verhalten der Mitpassagiere auch recht chinesisch, d.h. es wurde munter von jedem 2. Handy Musik gespielt, Nudelsuppe geschlürft, danach Sonnenblumensamen geknackt und nach chinesischer Tradition die Schale auf den Boden fallen gelassen und hin und wieder aus tiefstem Rachen auf den Boden gespuckt. Zum Glück konnte man seine Schuhe unter dem Bett unterstellen. Nachdem dann alle im Bett waren, wanderte ich nochmal auf dem Schiff umher und fand einen erstaunlicherweise sehr ansprechenden Duschraum, bzw Baderaum, der mich quasi einlud nochmal eine richtig schöne heiße Dusche zu nehmen. Das war einfach wunderbar, nachdem ich in Dandong in der Wohnung keine wirkliche Möglichkeit hatte zu duschen und daher auf ne öffentliche Dusche zurückgreifen musste.

Am nächsten Morgen wurde ich sanft von den Spuckgeräuschen der Menschen geweckt, die ihre morgentliche Wäsche durchführten. Leider war der Waschraum zum Zähneputzen viel zu nah an meinem Bett, sodass ich ein feuchtfröhliches Spuckkonzert von 7 bis 9 miterleben durfte. Dieses Badezimmer hatte vor allem noch die Besonderheit, dass die Waschbeckenabflüsse nach einem Schlauch direkt auf dem Boden münden, sodass man das, was man eben im Ausguss verschwinden sah, kurz danach an seinen Füßen vorbeischwimmen sehen konnte. Ich war schon etwas glücklich, als ich in Incheon ankam, und als ich dann nach Südkorea eingereist war, überkam mich der Gedanke: „Oh mein Gott, du bist hier noch ein viel größerer Analphabet, als in China! Wie komm ich denn nun von hier aus zu einer U-Bahnstation?“ Die Lösung war ganz einfach: Vor dem Ausgang des Terminals gabs nur einen Buslinie, deren Endstation „Dongincheon“ ist, welche dem Bahnhof von Incheon entspricht und an das U-Bahnnetz von Seoul angeschlossen ist. Leider haben ein paar Linien in Seoul mehrere Endhaltestellen in verschiedenen Stadtteilen, sodass man aufpassen muss, in welchen Zug man einsteigt. Und dann bin ich gefahren, eine ganze Weile, einmal planmäßig umgestiegen und habe trotz undeutlicher Anfahrtsbeschreibung des Hostels, dennoch das Hostel auf Anhieb gefunden. Ich bin ja so gut :-)

Untergekommen bin ich im Bebop-Guesthouse, in dem Jonathan auf mich gewartet hatte. Jonathan studiert auch an der SEU in Nanjing, wohnt auf meinem Gang im Wohnheim und hat eineinhalb Jahre in Seoul gelebt. Ich kann das Hostel wirklich empfehlen. Es ist recht neu und sauber, eine der billigsten Varianten in Seoul, relativ gut angeschlossen an die U-Bahn (10 Minuten zu Fuß) und im Studentenviertel der Hongik-Universität in Hongdae gelegen. Aber vor allem fühlt man sich dort verdammt wohl. So wohl, dass ich dort den ganzen restlichen Nachmittag verbracht habe und nichts getan habe. Am ersten Abend bin ich alleine auf Essensuche und habe zufällig ein chinesisches Restaurant erwischt. Da konnte ich die Speisekarte wenigstens lesen :-)

Nachdem ich ausgeschlafen hatte, machte ich mich auf zum Gyeongbokgung, einem der Paläste und traf auf dem Weg dorthin eine Japanerin aus dem Hostel, die dort auch hinwollte. Schon die U-Bahnstation war thematisiert. Am Eingang des Palastes stehen Wachen, die, als wir dort ankamen, ihre Wachablösung hatten. Hier bekommt man wenigstens ohne geld zu bezahlen schon was geboten. Nach der Show kauften wir uns die Eintrittskarten und schauten uns das Palastgelände an:

Haltestelle Gyeongbokgung Haltestelle Gyeongbokgung Gyeongbokgung Haupteingang Gyeongbokgung Palastwache
                                                                                                                            Palastwachenwechsel
                                                                                                                            dabei sind Japanerinnen doch schon so klein
                               Anna und Ich
                                      

Das Gelände des Palastes war wirklich riesig, aber irgendwie war es auch etwas langweilig. Die Restaurationen sind wirklich gut, aber irgendwie sah jedes Gebäude gleich aus. Im Sommer, wenn die Wiesen grün sind und die Landschaft und Gärten etwas prächtiger sind, macht es sicherlich mehr Spaß. Wir entschieden uns einen Kaffee zu trinken und dann wollte Anna, die Japanerin, sich mit jemandem treffen. Ich zog also allein weiter und ging zu einer der beliebtesten Einkaufszonen, namens Insadong. Auf dem Weg dorthin schaute ich mir noch ein Kloster, namens Jogyesa, an.

Ich schlenderte vor mich hin und kam an einem künstlichen Fluss vorbei, hab auch ne Kirche gesehn (Es gibt in Seoul wirklich viele Kirchen) und hab mich irgendwie verlaufen. Irgendwann kam ich dann an einem Markt an, in dem fast nur Essen verkauft wurde. Es tut mir im Nachhinein leid, dass ich nicht die Fleisch‑, Wurst‑ und Speckschwartenberge fotografiert habe, sondern nur eines der leckersten Gerichte Asiens Tteokbokki

Das aß ich auf einer beheizten Holzbank sitzend, während links von mir auf Augenhöhe ein paar gekochte Schweinefüße in den Fleischberg eingebettet waren. Nun neben dem eben Genannten, konnte man auch koreanische Pfannkuchen in verschieden Farben und Formen und diverse Sorten von Kimchi kaufen. Man konnte auch eine ganze frittierte und panierte Flunder am Spieß kaufen, also alles, was das Herz begehrt. Aber da die Reisknödel in Paprikasoße ziemlich satt gemacht haben, konnte ich mich gerade noch zurückhalten einen Schweinfuß auf einmal zu verschlingen und bin etwas weiterspaziert, bis ich mich verlaufen habe und dann irgendwie am Dongdaemon ankam, wo ich dann in die U-Bahn gestiegen bin.

Das Kloster Jogyesa bei Insadong                                Im Inneren wurde gerade eine veranstaltung gehalten
Insadong Insadong Wenns mal wieder brennt Seoul bei Nacht
offensichtlich Kirche Spezialitätenmarkt Tteokbokki Dongdaemun  

Am nächsten Tag aß ich mit Jonathan, einer Deutschen aus dem Hostel und ihrer Freundin koreanisches Barbecue (Bulgogi). 90 % der koreanischen Restaurants sind Barbecue-Restaurants, daher hat sich dort eine ganz eigene Kultur entwickelt. Man muss normalerweise mindestens für 2 Personen bestellen. Bei 4 Personen bekamen wir 4 große Fleischstücke unterschiedlich mariniert, die man auf einem Grill, der in den Tisch eingelassen ist, grillt. Die Kellnerin übernimmt das Grillen für gewöhnlich, wenn nicht so viele Gäste da sind. Dabei wird das Fleisch, nachdem es durch ist, mit einer Schere in kleine Stücke geschnitten. Wie in allen koreanischen Restaurants gibt es dazu eine Auswahl an Beilagen (Banchan), zu denen Kimchi, eingelegter Rettich, Kartoffelsalat, Fischmehlpfannkuchen, etc. zählen, wie auch speziell für das Barbecue diverse Dips, Soßen und Salatblätter, in die man die gedippten Fleischstücke einrollt und isst. Von den Beilagen darf man sich für gewöhnlich so oft nachholen, wie man möchte. Schade, dass es so wenig koreanische Restaurants in Deutschland gibt, denn die koreanische Küche hat echt leckere Sachen zu bieten. Was in China sehr berühmt ist als koreanisches Gericht ist Dolsot Bibimbap. Das ist Reis mit diversem Gemüse, einem Ei und einer Paprikapaste im heißen Steinpott. Das klingt jetzt ziemlich langweilig, schmeckt aber hervorragend und ist freilich mit Fleisch modifizierbar. Das ganze gibts auch kalt ohne Steinpott, doch dann ists ein bisschen langweiliger. Ein weiteres Standardgericht ist Gimbap, die koreanische Version von Maki-Sushi.

Nach dem Essen gingen wir (ohne Jonathan) in ein Freilandmuseum eines koreanischen altertümlichen Dorfes (Namsangol Hanok Village). Wir haben auch so hippe „Fotografier mich beim Springen“-Bilder gemacht.

koreanisches BBQ Bulgogi Jonathan                                Elisa das mittelalterliche Dorf
                                                                                             Hüpf mal! - *Klick* Auf die Plätze, Fertig, Los!
                                      

Samstags war ich dann auf dem Konzert, das der ursprüngliche Grund für meine Reise nach Seoul war: Final Fantasy Distant Worlds, in dem Musikstücke des Komponisten Nobuo Uematsu, der diese Stücke für die Videospielreihe Final Fantasy komponiert hatte, von Chor und Orchester unter der Leitung von Arnie Roth inszeniert werden. Es war einfach toll und hat sich gelohnt, auch wenn es mich ärgert, dass ich die Karte vorbestellt habe und die Standardüberweisungsgebühr von Deutschland nach Korea etwa genauso teuer war wie das Ticket an sich, da das Konzert logischerweise auch nicht ausverkauft war.

Abends hatte Jonathan das Gefühl, dass ich zu wenig von Seoul gesehen hätte und dass wir unbedingt nochmal überall hin müssten. So waren wir in einer anderen Einkaufsstraße in Insadong, auf dem Soul Tower, der sich wirklich lohnt, und an diversen anderen Plätzen der Stadt, wo man abends ausgehen kann. Im Seoul Tower hat man eine atemberaubende Aussicht auf Seoul, leider durch Glasscheiben und noch „leiderer“ abends durch Glasscheiben, die die zu starke Beleuchtung der Aussichtsplattform innen spiegeln.

Sonntags fuhr ich mit der Deutschen gemeinsam zum Flughafen. Der erste Shuttlebus, der uns zum Flughafen bringen sollte war leider schon voll besetzt. Ich dachte dann, wenn das noch ein paar mal so ist, dann kommen wir wohl nie zum Flughafen. Das wäre nunmal das Los, wenn vor der eigenen 7 andere Stationen liegen und an dieser Station soviele Leute warten, dass man damit einen halben Bus füllen könnte. Doch der zweite Shuttlebus war fast leer und so gings zum Flughafen. Im Flughafen gab es eine traditionelle koreanische Aufführung in einem Teeladen.

Distant Worlds Konzert Distant Worlds Konzert Distant Worlds Konzert Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower
Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower
Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower Blick vom Seoul-Tower Schland! Toilette mit Aussicht
                               Flughafen Seoul      

Mat am Freitag, 26. Februar 2010

Es folgen nun die Bilder von den diversen Eis‑ und Schneeparks, die Eintritt gekostet haben und die Bilder vom Tiger-Wildpark. Ich habe nicht alle selbst geschossen, daher danke auch an Steffi, Robert, Robert und Caroline für die Bilder. Viel Spaß:

Zuerst kommen die Bilder vom Heilongjiang-Tiger-Wildpark: 黑龙江东北虎林园 (Heilongjiang Dongbeihu Linyuan). Anwesend die 3 Deutschen (Robert ⅹ 2 und Steffi) und die Belgierin Caroline, sowie der Australier Jed und 2 Mädels aus Groß-Britannien und der Weg dorthin, sowie die Bilder vom Koreaner, wo es Hundefleisch-Eintopf gab.

     

Diese Bilder sind von der Sunny-Island und dem Schneeskulpturenpark, der direkt gegenüber der Hauptattraktion von Harbin, der „großen Eiswelt“ gelegen ist. Ich war dort mit den 3 Deutschen aus Jena, bzw. Wuhan, Caroline der Belgierin aus Lewen und Jed, dem Australier. Die Britinnen haben sich abgeseilt:

   

Nun die Bilder von der 冰雪大世界 (Bingxue Dashijie), der großen Eiswelt (gefroren Schnee groß Welt). Anwesend wieder Steffi, Caroline Robert x2, Ich und ein Kanadier. Anzumerken sei, dass die Gebäude wirklich riesig waren, wenn man den Maßstab auf den Bildern nicht sein kann. Als ich auf meiner Reise etwa 3 Wochen später in Guilin war, sagte mir jemand, dass sich hier wohl Steine gelöst hätten und jemand erschlagen haben, kurz nachdem ich dort war. Trotz des Unfalles kann ich den Park dennoch sehr empfehlen.

                                      

Zuletzt noch die gesammelten Werke, als ich mit Steffi & Co die Stadt unsicher gemacht hab.

                                      

Mat am Donnerstag, 25. Februar 2010

So nun bin ich wieder ins schöne Nanjing zurückgekehrt. Als ich etwas müde aus der U-bahn stieg, wehte mir der staubige Duft der Stadt in die Nase. Das ist Nanjing, hier riecht es nicht so wie in Harbin oder Guilin, dachte ich mir. In meinem Wohnheimszimmer angekommen sehnte ich mich nach einer Dusche und einem Gang zur Toilette. Dort wurde mir gewahr, dass ich die ganzen 4 Wochen das Badezimmerfenster offen gelassen habe. Und als ich dann die Klobrille putzte war das Toilettenpapier ganz schwarz. Beim duschen sah man, wie das Wasser einen Staub und Dreckfilm vor sich weg schob und sich mit diesem langsam vermischte. Nanjing hat ganz schön viel Dreck in der Luft. Man sagt ja, ein Tag Beijinger Luft ist wie eine Schachtel Zigaretten. Hier ist das wohl so ähnlich.

Edit: Die Harbin-Bilder sind nun bei den passenden Beiträgen

Mat am Mittwoch, 3. Februar 2010

Ich sitze gerade in Seoul in einem sehr gemuetlichen Hostel und dachte mir, ich schreibe mal wieder etwas.

3. Tag in Harbin: Es ist erstaunlich warm. Die beiden Australier haben sich entschlossen heute die Sachen anzuschauen, die ich am ersten Tag schon gesehen hatte, also bin ich alleine umher gezogen. Ich wollte die ominoeso Gogol-street finden. Ich bin mir nicht sicher ob ich sie gefunden habe, dafuer habe ich eine echt schoene Uferpromenade eines Kanals gefunden, der durch Harbin hindurchfliesst. Ich ging durch einen Park, der im Sommer wohl so etwas wie ein Freizeitpark fuer kleine Kinder ist. Obwohl im Winter alles zu hatte, musste ich dennoch Eintritt (2 Yuan) zahlen. Dieser lag an besagtem Kanal, der auch zugefroren war. Man konnte also einfach ueber den Kanal gehen und in den Park „einbrechen“.

Als ich den Kanal so entlang schritt, fand ich eine Eisplatte vor, auf der man Schlittschuhlaufen konnte. Beobachtet von vielen neugierigen Augen, was fuer ein Auslaender sich denn hierhin verlaeuft, schoss ich ein paar Fotos, als eine Horde neugieriger Kinder auf mich zukam. Sie fragten mich wo ich herkaeme und wie ich hiesse und fragten mich, ob ich denn schon einmal Schlittschuhgelaufen waere. Bejahend ueberredeten sie mich doch auch welche auszuleihen und ein bisschen zu laufen. Die Leihgebuehr betrug 10 Yuan, was ich fuer angemessen hielt und fing an zu laufen, zumindest versuchte ich es. Die meiste Zeit jedoch war ich damit beschaftigt mich mit den Kindern in chinesisch und englisch zu unterhalten: Was man in Deutschland und China so isst, was meine Lieblingsfarbe ist, usw. Das war sehr unterhaltsam und hat wirklich Spass gemacht.

Spaeter kamen noch ein paar andere Auslaender auf das Eis. Ich habe sie schonmal am Abend vorher gesehen, als ich mit den Jed und Nick den australischen Nationalfeiertag in einer USA-Bar gefeiert habe. Es stellte sich heraus, dass die Menschen in den russischen Winteranzuegen alles Englischlehrer aus Tianjin, Guangzhou oder Shanghai waren, die fuer das britische Konsulat arbeiten. Ich haengte mich an sie dran und wir spielten in meinem Hostel noch etwas Gitarre und sangen dazu. Spaet am Abend kam noch eine Belgierin (Caroline) dazu, die auf ihre deutschen Reisegefahrten aus Wuhan wartete. Wir fanden heraus, dass sie an der selben Universitaet studiert wie die anderen Belgierinnen aus Nanjing ist, die ich kenne (aber nicht sonderlich leiden kann).

                                                                 

Wir machten aus, dass wir am naechsten Tag zusammen den Tigerpark und den Eispark anschauen. Und so begann der 4. Tag in Harbin, nur mit dem Problem, dass ich meinen Geldbeutel nicht finden konnte. Ich liess sofort meine Kreditkarte sperren, weil man das halt so macht. Und so kam es wie es kommen sollte: Nach langem hin und her und erfolglosem Gelderfragen bei der Bank of China, fand ich meinen Geldbeutel dort, wo wir am Abend vorher sassen und Musik gespielt haben, unter nem Stuhl neben der Heizung. Da haette ich auch als allererstes schauen koennen! Mit der gesperrten Kreditkarte war auch meine Geldquelle mit einem Male futsch. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht, dass man Kreditkarten nicht entsperren kann und war bisher ganz gluecklich und unbeschwert.

So fuhren wir (das waren Jed, einer der Australier, der noch nicht abgereist war, Caroline, die Belgierin, die 3 deutschen Pharmazeuten aus Jena, Steffi, Robert und Robert, und 2 zufaellig zugestossene Maedels aus England) in den Tigerpark, der seine 65 Yuan echt Wert war. Man faehrt zuerst mit einem Kleinbus durch die Wildgehege, direkt an den Tigern vorbei, die sich von den Autos schon lang nicht mehr stoeren liessen. Diese pinkelten die Busse hoechstens an, so dass man obacht geben musste, dass m,an ja rechtzeitig das Fenster schliesst. Ein Ranger kam dann in den Bus und sammelte Geld ein um eine Live-Fuetterung vorzufuehren. Mit einem Haenchen auf dem Dach fuhr das Rangerauto in das Gehege und wurde mit einem Sprung sofort von einem Tiger erklommmen. Mit dem Tiger auf dem Dach, der das Haehnchen verzehrte, fuhr der Wagen eine Runde und kam zum stehen. Der Tierhueter oeffnete nur einen Spalt seine Tuer und warf immer wieder einen Fleischbrocken heraus, um de sich die anderen Tiger pruegelten.

Nach der Safari kann man noch etwas in einer Art Tierpark herumlaufen, und exotische Tiere wie den Liger oder weisse Tiger betrachten.

Nach dem Park besuchten wir die Sun Island auf der die Schneestatuen-austellung war. Der Eintritt kostet unermaessigt 150 Yuan, was schon recht happig ist. Ermaessigt als Student waeren das 75 Yuan. Man kann zur Not auch nen Fuehrerschein als Studentenausweis missbrauchen, so wie es die eine Englaenderin auf unser Anraten hin getan hat. Die Schneestatuen waren ziemlich beeindruckend, nur spuerte man auch hier, dass was Harbin schon die ganze Zeit umwehte. Vor allen Dingen als Auslaender wird man hier ausgenommen wie es geht. In einem Iglucafe wollte wir einen Kaffe geniessen, der 20 Yuan kosten sollte. Kein ungewoehnlicher Preis fuer Kaffee in China. Was wir aber bekamen waren waessrige Pulverkaffeemischungen, deren Einkaufswert wohl nicht 2 Yuan uebersteigen. Das war schon ganz schoen unverschaemt.

Als wir dann damit fertig waren fuhren wir zurueck in die Stadt, weil wir den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen haben. Wir fanden auch ein Restaurant mit angemessenem Preis und leckeren Gerichten, doch war es danach leider zu spaet um noch zum Eispark zu gehen, sodass wir das auf den naechstn Tag verschoben, was fuer mich etwas unpraktisch war, weil mein Zug nach Dandong auch an diesem Tag gehen sollte.

Mein letzter Tag in Harbin begann schleppend und lief den ganze Tag schleppend. Ich war wieder mit den Deutschen unterwegs und ein Kanadier begleitete uns noch. Zuerst fuhren wir zum Bahnhof, weil die anderen Zugtickets kaufen wollte, wobei sie zuerst die falschen kauften, die zurueckgeben mussten und sich fuer die anderen nicht sofort entschieden. Dann besuchten wir die Kirche, wobei ich draussen blieb, weil ich sie schon einmal gesehen habe und besuchten eine Synagoge. Dabei liessen sich alle soviel Zeit, wobei ich ja keine hatte. Unser Plan war es danach mit der Seilbahn zur Sun-Island zu fahren und von dort aus zum Eispark zu gehen. Wir kamen leider 10 Minuten zu spaet und die Seilbahn hat gerade geschlossen. Also versuchten wir zum Eisark zu kommen ohne ein Taxi zu verwenden, was von der Harbinner Innenstadt gar nicht so leicht is, weil nur ein Spezialbus dahin faehrt und der nur in grossen Zeitabstaenden. Schluss‑ und letztendlich kamen wir dann dort an, wobei ich mich von den anderen etwas abspaltete und alleine alles anschaute, bevor ich mich mit ihnen wieder traf und ein Abschiedsfoto schoss, um dann den Bus zum Hauptbahnhof zu nehmen.

Mat am Dienstag, 26. Januar 2010

Hallo zusammen.

Wer Reisen will in China muss frueh aufstehen! Der Umstand, dass ich das nicht gemacht habe, ist die Ursache, dass ich hier Zeit habe um zu schreiben. Ich sitze nun ziemlich im Nirgendwo im Harbiner Umland und warte darauf, dass die japanische Kriegsbasis in 2 Stunden wieder aufmacht. Ungluecklicherweise waren wir, das sind 2 Australier namens Nick und Jed und ich. Naja haette mir auch denken koennen, denn fuer Chinesen ist die Mittagspause heilig. Auch wenn der Job nur daraus besteht in einem Kabuff zu sitzen, Zeitung zu lesen und wichtig auszuschauen, gibt es haeufig eine Mittagspause, in der man Zeitung lesen, rumsitzen, wichtig ausschauen und obendrein essen und schlafen kann. Lange Rede kurzer Sinn: ich abe nun Zeit einen Blogeintrag zu machen, leider aber nicht die Utensilien dafuer Bilder hochzuladen. Diese werden sicherlich nachgereicht werden!

Fangen wir mal mit letztem Freitag an. Um mich gebuehrlich auf meine 28-stuendige Fahrt vorzubereiten wollte ich Freitag extra-lange aufbleiben und am Samstag so viel wie moeglich Unternehmen, dass ich von der Fahrt so wenig wie moeglich mitbekomme. Das hat dank Jolien und Flo auch ziemlich gut geklappt. Ich hatte Samstag sogar fast zu wenig Zeit, so dass ich ein paar Sachen gar nicht erledigen konnte. Wir waren All-you-can-eat-and-drink Hotpot essen mit kostenlosem Bier. Der Hotpot hat dank dem All-you-can-eat auch fast nur Fleisch gefuettert bekommen. Am Ende habe ich mit Jolien noch die PIXAR-Shortfilm-Sammlung angeschaut und bin dann gegen 1 Uhr nachts Richtung Bahnhof aufgebrochen.

Der Zug, der um 2 Uhr fahren sollte kam 20 Minuten zu spaet. In China gibt es im Grunde 4 Klassen von Plaetzen im Zug. Preislich aufsteigen sind das die Hartsitze (Hardseater), die Weichsitze (Softseater), die Hartbetten (Hardsleeper) und die Weichbetten (Softsleeper). Manchmal gibt es noch VIP, aber das weiss ich nicht genau, was das ist. Ich hatte einen Hardsleeper, welchen man bei so einer Reise mindestens haben sollte. Bei einem Hardsleeper gibt es pro Kabine 6 Betten, rechts und links jeweils 3 Betten uebereinander und keine Tueren zu den Kabinen. Die Betten sind mit Laken, Decke und Kissen ausgestattet. Ich hatte das obere Bett, welches im Vergleich zu den anderen weniger Kopffreiheit hat, man kann sich nicht gerade aufsetzen. Ausserdem muss man ein bisschen klettern, bis man oben ist. Ich fand das aber gar nicht so schlimm, denn ich habe die meiste Zeit eh geschlafen, und wenn ich mich hinsetzen wollte, bin cih einfach heruntergeklettert und habe mich im Gang auf die Klappsitze gesetzt. Ich habe fuer die Reise nach Dandong auch wieder so einen Platz reserviert. Ich fand den Recht schick, vor allem weil die Gepaeckablage auch direkt in greifbarer Naehe war und es niemanden gibt, der auf meinem Bett rumklettert.  Die einzige Zeit, in der ich nicht schlafen konnte war gleich nachdem ich im Zug war. Es war ziemlich stickig, und es gab mehrere Schnarcher. Als ich dann eingeschlafen war, ging um 7 Uhr morgens das Aufweckprogramm mit chinesischen Seifenopern im Zugfersehen los. Wer diese Seifenopern kennt, der weiss, dass sie zu 80 Prozent aus aufgebrachten Streiter‑ und Heulereien, gepaart mit bloedsinnigen Slapstickeinlagen, bestehen. Ein riesen Spass, wenn man schlafen will. Ich kann aber versichern, dass ich die Fahrt noch genug schlafen konnte.

Etwa mit einer Stunde Verspaetung traf ich dann in Harbin ein. Mein anfaengliches: „Es ist doch gar nicht so kalt!“ hat sich ziemlich schnell in ein: „Dieser verdammte Wind!“ gewandelt. Die Kaelte hier ist wirklich nicht so schlimm, sofern kein Wind weht. Auf der Suche nach der Jugendherberge, die ich mir herausgeschrieben habe, fragte mich ein Taxifahrer wohin ich wollte und meinte dann, dass es etwa 100 Yuan (10 Euro) bis dahin kosten wuerde. Bei einem Startpreis von 8 Yuan fuer die ersten 2 oder 3 Kilometer, kam mir das ziemlich spanisch vor. Tatsaechlich kostete gestern eine Strecke, die sogar etwas weiter war, nur 32 Yuan. Etwas argwoehnisch behandelte ich dann einen anderen Mann, der mich ansprach, waehrend ich verzweifelt damit kaempfte die Stadtkarte bei gefuehlter Windstaerke 10 zusammenzufalten. Er war anscheinend kein Taxifahrer, der den Auslaender abzocken wollte, sondern sagte mir mit welchem Bus ich fahren muss und wo dieser abfaehrt. Es gibt also noch gute Menschen auf der Welt, bzw. in China.

Das Little Fir International Youth Hostel ist sehr billig (30 Yuan fuer eine Nacht im Mehrbettzimmer), dafuer aber auch ziemlich gammelig. Eine Renovierung ist meiner Meinung nach noetig. Die Sanitaereinrichtungen sind dreckig, stinkig und schimmelig, so wie auch die Zimmer. Lustig ist, dass die Duschen Warmelampen haben. Wenn es einem nach einem Sonnenbad steht, kann man sich gerne in die Dusche stellen. Die Serviceleute sind ziemlich nett und es gibt hier sehr nuetzliche Karten, mit welchem Bus man zu welcher Sehenswuerdigkeit kommt und mehrere Stadtkarten auf denen das auch nochmal eingezeichnet ist. Ich finde das sehr hilfreich. Auch wenn das Hostel nicht im Stadtinneren liegt, ist es dennoch sehr leicht erreichbar: (vom Bahnhof Linie 11 bis 哈医科大学 (ha yike daxue)  dann ein bisschen weiter die Strasse entlang und dann dem grossen Jugenherbergsschild folgen). Alles in allem ist es als Unterkunft und Schlafplatz sehr gut geeignet, aber fuer mehr auch nicht. In der Naehe gibt es auch Einkaufszentren und ein Hotel, in dem man Zugtickets kaufen kann, was ich auch gleich fuer Freitag nach Dandong gemacht habe.

Nachdem ich Mittaggegessen habe, habe ich mich gleich in die Stadt aufgemacht um die St.Sofia Kirche anzuschauen. Danach bin ich zur 中央大街 (Zhongyangdajie) eine schoene Einkaufsstrasse, die direkt zum (Songhua Fluss) fuehrt.

Uebrigens hier waren die 2 Stunden im Internetcafe um.

Der Fluss, der zu dieser Zeit natuerlicherweise komplett zugefroren ist, ist im Moment ein Platz, an dem man viele lustige Dinge machen kann. Dazu gehoeren: Schlittschuhlaufen, Eisrutschen rutschen, Schlitten fahren, sich von einer Pferdekutsche auf dem Fluss rumfahren lassen, sich von Schlittenhunden ziehen lassen oder mit Autos auf dem Eis rumzurasen. Ich habe mich dann auch schnell abzocken lassen und bin mit so ner Kutsche mitgefahren. Die 30 Yuan, die es anfaenglich kosten sollte, wurden mit „Extras“ so aufgepeppt, dass ich geglaubt habe es ist wirklich 100 Yuan wert. Naja wie es in China so ist, war es hoechstens 30 Yuan wert. Dann wollten die mich noetigen Schlittenhund zu fahren und am Ende wollte der Kutscher noch Trinkgeld. Das ist schon ziemlich dreist, weil Chinesen Trinkgeld eigentlich als unhoeflich erachten, und ich war leicht sauer.

                                      

Hungrig habe ich mich auf dem Weg zu einem Park namens 兆麟公园 (zhaolin gongyuan) gemacht, in dem auch eine Eisstatuen Austellung sein sollte. Die 50 Yuan Eintritt haben sich gelohnt finde ich. Dennoch Leute mit einer Disney-Phobie sollten nicht hingehen. Denn die Meisten Statuen waren aus Disneyfilmen, es liefen im Hintergrund Disney-Lieder und eigentlich war der ganze Park auf Disney getrimmt.

Noch hungriger suchte ich nach einem netten Platz, um etwas zu Essen. Bei meinem bisherigen Glueck lag natuerlich kein gutes und billiges Chinarestaurant auf dem Weg. Dafuer habe ich einen Imbiss gefunden, der „deutsch chinesische Wurstfabrik“ hiess. Endlich Wuerstchen, die wie Wuerstchen schmeckten. Ich traf dort auch 2 Australier, die zufaellig im selben Hostel wohnen wie ich. Ich war mit denen noch in 2 Bars gestern. Eine hiess „International Jazz Club“, in dem ein Mann 5 Lieder auf dem Saxophon spielte und danach komische Menschen chinesische Eurodance Schlager traellerten. Also irgendwie nix mit Jazz. Die andere Bar war ein russischer Club, in dem House lief. Also auch nicht wirklich interessant.

Rechtschreibefehler bitte ich zu entschuldigen. Ich werde sie bei Gelegenheit ausbessern. Ich bin jetzt mal den australischen Nationalfeiertag feiern :-)

                                                                                                                             

Mat am Mittwoch, 20. Januar 2010

Letzten Freitag war meine letzte Prüfung für dieses Semester. Die ist laut Lehrer 还可以 (háikěyǐ), also in Ordnung, abgelaufen. Am meisten hab ich mich beim korrigieren von falschen Sätzen verzettelt. Nichtsdestotrotz habe ich nun alle meine Fächer bestanden, und kann ohne Sorgen meine Reise planen … und sie ist eigentlich schon geplant.

Ich habe für den 24.01., 2:00 Uhr Morgens ein Zugticket nach Harbin gekauft. Harbin liegt weit im Norden und dort ist eines der bekanntesten Schnee‑ und Eisfestivals der Welt. Man soll viele bunt-beleuchtete Eisskulpturen und –laternen bewundern können. Zudem gibt es dort ein Reservat für Schneetiger, das laut Jolien sehr aufregend sein soll. Der Zug dauert etwa 27 Stunden, daher werde ich am 26. ankommen.

Von dort aus werde ich wieder Richtung Süden fahren und mir eine Hafenstadt anschauen, die eine Fähre nach Korea hat. Ich dachte da an Dandong. Obwohl diese Stadt anscheinend nicht viel zu bieten hat, gibt es doch etwas interessantes: Es ist eine Grenzstadt zu Nordkorea. Eine Flussbreite entfernt ist dann also dieser Staat mit dem verrücktem Diktator, der der Welt mit Atomraketen droht, aber seine Bevölkerung hungern lässt.

In Dandong werde ich dann höchstwahrscheinlich eine Fähre nach Incheon/Südkorea nehmen und von dort aus weiterfahren nach Seoul. Vielleicht schaue ich mir auch nochmal die Grenze zu Nordkorea an, aber diesmal nicht als friedliche Grenze sondern als Waffenstillstandszone. Am 6.2 werde ich dann einem Konzert in Seoul beiwohnen. Wollen wir mal hoffen, dass meine internationale Überweisung geklappt hat.

Nach dem Konzert möchte ich dann so schnell wie möglich nach Guilin kommen. Laowei hat mich nämlich eingeladen mir die Stadt zu zeigen, währenddessen er seinen Großvater besucht. Unter Umständen wird auch noch Flo dabei sein. Wir werden dort dann auch das chinesische Neujahrsfest (春节 chūnjié) verbringen.

Daraufhin möchte Laowei seine Familie in der Nähe von Peking besuchen. Ich muss das mit ihm noch abklären, wie wir das genau machen. Danach wirds dann wieder Zeit nach Nanjing zu fahren und das nächste Semester anzutreten.

Hier noch eine Karte, die meine vorläufige Route anzeigt:


Winterferien auf einer größeren Karte anzeigen

Wow wenn ich das so durchziehe sind das über 7400km, die ich da rumreise.