Zu meinem Käfer:
- Verkehr:
Ich habe ja nun schon ein halbes Jahr den Verkehrsfluss vom Bus, in anderen Autos und als Fußgänger beobachtet, ehe ich mich seit einer Woche selbst daran beteilige. Das mexikanische Verkehrssystem ist eine Mischung aus amerikanischem (man darf rechts und links überhohlen, es fahren aber alle in etwa gleich schnell) und europäischem(links ausschließlich zum Überhohlen und bitteschön zügig). An manchen Straßen werden die einzelnen Fahrspuren Zielen zugeordnet (wer länger auf der Straße bleibt, fährt links – wer sie bald wieder verläßt rechts), andere Straßen kennzeichnen die linke Spur als Überholspur und die meißten Straßen lassen diese Frage völlig unbeantwortet. Die richtige Spur zu finden ist eh, die wichtigste Frage im Stadtverkehr. Mal wird man an einem Kreisel, in der äußeren Spur abgedrängt, weil die inneren Spuren geschlossen abbiegen, ein anderes mal kann man eine innere Spur des Kreisels nicht verlassen, da die äußeren sich zum weiterfahren entscheiden. Eindeutige Kennzeichnungen fehlen, Straßenmarkierungen widersprechen sich – es ist eher so, dass man einen Kreisel „kennen“ muss, um auf der richtigen Spur zu sein. Der Weg zur Uni klappt jedenfalls mittlerweile zügig und stressfrei.
- Topes:
Topes sind Bodenwellen, die zur Verkehrsberuhigung in vielen Straßen angebracht sind. Diese sind in Größe und Bauform allerdings recht uneinheitlich. Manche sind eher gemächlich und man kann sie in normaler Schrittgeschwindigkeit befahren, andere sind klein und fast rechwinklig – es empfiehlt sich hier unbedingt Standgas zu verwenden. Und bei manchen kann man das Aufsetzen des Motors kaum verhindern – ich umfahre diese Straßen mitlerweile.
- Sicherheit:
Ich glaube ich bin der einzige Mensch in Mexiko der nicht in der Lage ist einen VW Käfer zu knacken. Mitlerweile habe ich einige Instruktionen bekommen (Nützliche Fähigkeit wenn man seinen Schlüssel mal im Auto vergisst). Werde die nächste Woche mal ein bisschen üben und sage Bescheid wenn ich es hinbekommen habe. Auf der anderen Seite heißt das natürlich das ich keine Wertgegenstände im Auto lassen kann. Es machen außerdem Gerüchte die Runde das Diebe Lithium-Ionen-Akku irgendwie scannen können. Ich habe keine Ahnung wie das funktionieren soll, habe auch im Internet nichts dazu gefunden. Hier haben mir aber schon mehrere davon erzählt: „Der Dieb läuft mit seinem Gerät an Autos vorbei, wenn es piept, bricht er ein und hohlt sich den Laptop (oder vergleichbar)“. Wie auch immer – bei meinem Käfer kann er auf jeden Fall einfach so einbrechen und ist nicht gezwungen die Scheibe einzuschlagen, was bei einem Freund der teurere Schaden war (geklaut wurde nur die billige Stereo-Anlage). Und das mir keiner mit dem Auto davon fährt… Nun ja: mein kleiner Käfer hat eine Lenkrad und eine seperate Schaltknüppelsperrung (der Schaltknüppel wird mit einem Eisenriemen im Rückwärtsgang fixiert). Da kann er erst mal rückwärts im Kreis fahren
- Klimaanlage:
Die ist nicht ganz so mächtig wie ich das von anderen Autos gewohnt war. Vielleicht muss ich auch noch was richtien lassen, aber mir kam das erst mal alles andere als warm vor, was mir gestern aus dem Lüfter kam. Sie ist per Keilriemen in an den Motor gehängt und braucht mehr Kraft als ich im Standgas zur Verfügung habe. An roten Ampeln also schnell die Klimaanlaage ausschalten oder der Motor stirbt ab.
- Tanken:
Noch fahre ich mit meiner ersten Tankfüllung. 22 Liter gab es für 200 Pesos (= 10,72€)
Normalerweise wird in Mexiko Alkohol nur bis 23 Uhr verkauft. Die Supermärkte haben zwar meist 24 Stunden geöffnet – verkaufen aber nach dieser Sperrstunde keinerlei Alkoholika mehr. Dieses Gesetz ist allerdings kein Bundesgesetz, noch nicht mal eines der Bundesstaaten, sondern wird von den Komunen verordnet (allerdings konsequent von allen, die ich jetzt so kennengelernt habe). Der Trick trotzdem an Alkohol zu kommen sieht in Guadalajara so aus: GDL ist nicht eine große Stadt sondern besteht rechtlich aus verschiedenen Städten, die zusammengewachsen sind. Ein kleiner Fleck gehört aber einfach zu keiner dieser Teilstädte (wenn ich mich richtig erinnere zwischen Zapopan und Guadalajara) La Penca. Und so hat dort ein kleiner 24-h Liquor store aufgemacht. Die Kunden dürfen den Laden nicht betreten sondern werden durch ein dickes Eisengitter hindurch versorgt, Betonsperren schützen, die am Gehsteig wartenden Leute vor betrunkenen Autofahrern, private Security überwacht das ganze. Ein recht lustiger Ort wie ich finde. Selbst hatte ich noch nie eine Kamera dabei habe aber ein kleines Youtube Video gefunden.
Und gerade wenn ich schon beim Thema „Alkoholverbot, mit Schlupflöchern so groß wie Scheunentore“ bin… Dass das mit dem Alkoholverbot in den USA nach Gesetzesbuchstaben strenger ist als in jedem anderen Land durfte ich bei meinem letzten Ausflug ja hautnah mitbekommen. Raimi und ich wurde trotz einem deutschen Persi fast nirgendwo reingelassen. Beim Irish-pup in San Diego wurden wir erst nach Hause geschickt, um den Reiesepass zu holen. Als ich den Türsteher danach noch mal angesprochen habe, dass ein deutscher Pass im Endeffekt ein Personalausweis mit ein bisschen Verpackung drum rum ist, hat er nur die Schultern gezuckt – so sind halt die Regeln. „Für Ausländer“ müßte man dazu sagen, denn bei Amis wird wie selbstverständlich ein Personalausweis akzeptiert und nicht nach dem Reisepass (wie auch, die meißten ham ja keinen) gefragt. Wie leicht diese sich jedoch kopieren lassen, zeigt allein die Teeniequote in einer durchschnittlichen Bar.
Wie dass so bei Verboten ist: Hat man selbst den Nachteil und nur die anderen umgehen das Gesetz – regt man sich darüber auf. Und wenn man selbst den Vorteil hat – nimmt man diesen natürlich gerne an. Letzten Samstag war ich jedenfalls froh, dass noch spontan ein bisschen Bier nachgekauft werden konnte
Seit dieser Woche bin ich Autobesitzer! Weil es die hier noch relativ häufig gibt und sie den Ruf haben zuverlässig zu sein (und natürlich weil sie relativ preiswert sind
habe ich mich für einen VW Käfer, Baujahr 98 entschieden.
Hauptargument für meinen (doch recht späten Kauf) waren die Vorlesungzeiten in diesem Semester. Wie im letzten Jahr habe ich zweimal in der Woche um 7:00 Uhr und zweimal komme ich erst um 22 : 00 raus. (Das habe ich zwar schon vor einem halben Jahr erwähnt, ich wundere mich aber immer noch darüber zu welchen Uhrzeiten Mexikaner wie selbstverständlich studieren/arbeiten) Dazu kommt das Problem mit dem Nahverkehr (der Artikel hierzu kommt noch
der um zehn Uhr abends einfach nicht mehr fährt, was mich im letzten Semester sogar zu der ein oder anderen Taxifahrt nach Hause gezwungen hat.
Zweiter Grund war das ich mir eine Pazifiktour überlege. Es gibt einfach sehr viele Strände die man ohne eigenes Gefährt nicht erreichen kann und mieten ist teurer als kaufen (ich rechne ja fest mit einem Verkauf vor dem Rückflug…)
Ein letzter Grund ist ein sehr überraschend kommender 500 € Zuschuss der Uni Ulm für Studenten mit „herausragenden Leistungen“ (Vielen Dank an dieser Stelle an die Studienkommission Informatik, deren studentische Mitglieder wahrscheinlich mitlesen)
Eine Woche kurve ich jetzt schon mit meinem neuen Gefährt durch Guadalajara (und habe noch so manche Probleme mit dem Verkehrsfluss). Das Auto ist wirklich zuverlässig (bis jetzt), kleinere Reperaturen (wie Sicherungen auswechseln) habe ich schon erfolgreich ausgeführt. Manche Technische Details wie eine Servolenkung vermisse ich gar nicht mehr, anderes hätte schon gerne noch gehabt (Fußgängererkennung
In vielen Dingen ist mein Vocho, so heißt der VW Käfer – und nicht das Tier(!) auf mexikanisch, besser ausgestattet als seine Artgenossen. So habe ich beispielsweise eine Klimaanlage (auch wenn diese von meinen 60 PS einiges für sich beansprucht – oder für Informatiker: wie Vista aufm Netbook).
Auto anmelden war mal wieder ein Behörden-Hürdenlauf, aber egal – da will ich gar nicht mehr drandenken.
Und so sieht er dann aus:

Mittlerweile bin ich schon wieder fast eine Woche in Guadalajara, deshalb kurz von mir den Rest der letzten Reise. Ich bin ohne große Probleme nach Tijuana gekommen. Nur hätte ich fast vergessen meine Visa Waiver Karte zurückzugeben. Die gehen an der Grenze nämlich nicht davon aus, dass man nicht mehr zurück, in die Vereinigten Staaten kommt. Es gab keine einzige Kontrolle auf amerikanischer Seite und der Besuch bei der mexikanischen Migration war eher freiwilliger Natur (da nichts loß war habe ich mir direkt dort einen Stempel geholt – vor dem Rückflug nach GDL am Flughafen wäre aber auch noch Ok gewesen). Für meine Ausreise aus den USA musste ich noch mal die Straße überqueren, zum Eingang US. Zum Glück ging das aber ohne sich ewig wo anzustellen, weil Officer so nett war meine Visa Waiver Karte durch den Zaun hindurch anzunehmen.
Zu Tijuana: Man hört ja über die Grenzregion wirklich die übelsten Dinge die man sich vorstellen kann. Tatsächlich war es schon ein wenig skuriel einen bemalten Esel mitten auf der Straße zu sehen…
Aber diese „billige verschreibungspflichtige Arzneinen“-Tourizone ist nur ein paar Straßen lang. Ich war in dieser Stadt Gott-sei-Dank bei einer Couchsurf-Familie und hatte so die Gelegenheit auch andere Teile der Stadt zu sehen. Außerhalb ist Tijuana eine moderne und eigentlich ziemlich schöne Studentenstadt. Seine Nähe zu San Diego macht sie wirklich lebenswert (Alle Studenten haben einen dauerhaftes US-Visum, können die Grenze also einfacher überqueren als jeder Visa Waiver). Wäre da nicht die Warnung, dass es öfter mal zu Schusswechseln zwischen verfeindeten Drogenkartellen komme. Schade eigentlich.
Bevor ich es vergesse: Kurz bevor Raimar und ich uns getrennt haben, ist uns aufgefallen das es noch gar kein Bild von uns beiden zusammen gibt: Zum Abschied, also noch schnell ein Foto vor einem x-beliebigen Hotel das ne Deutschlandflagge hatte.

Die Situation an der Grenze von Mexiko und den Vereinigten Staaten ist nicht gerade von Freundschaft geprägt. Es ist für einen europäischen Beobachter vieleicht nicht ganz klar, wie tief der gegenseitige Hass sitzt.
Von der Band Molotov gibt es ein Lied zu dieser Situation. Das Interessante an dieser Gruppe ist eigentlich, das sie sowohl aus Mexikanern, wie auch Amis besteht. Die hilflosen Gefühle der Mexikaner, aber auch die Wut der Amis über die Fremden die in ihr Land kommen sind Teile des Liedes “Frijolero” (Bohnen-Esser). Das Lied ist zweisprachig und hat teilweise ziemlich explizite Texte. Heißt: in Englisch geht es gegen die „Beaner“ – auf Spanisch gegen die „Gringos“.
Das Lied ist in Mexiko ein ziemlicher Renner, hier in den Staaten aber nicht wirklich angekommen. Meine persönliche Vermutung ist es, dass die Amis es halt nicht so mit mehrsprachigen Liedern haben (besonders wenn sie in dem Teil, den sie nicht verstehen beleidigt werden). Wobei die Amis, die am Iteso studiert haben, das Lied eher lustig fanden – es geht halt wirklich gegen beide, von einer Gruppe, die sowohl die eine wie auch die andere Seite kennt.
Eine Übersetzung des spansichen Teils ins Englische, sowie eine Aufarbeitung des Liedes aus amerikanischer Sicht findet sich unter: http://www.vdare.com/awall/molotov.htm
Ich habe es geschafft in die USA. Nach nur 3 Std an der Grenze und den üblichen Formularen (ich frage mich wie Pendler, die jeden Tag über die Grenze müssen dass nur schaffen). Angeblich ist ja Tijuana die Grenze die weltweit am meisten überquert wird. So wirklich glauben kann ich das ja nicht. Die langen Wartezeiten sind eigentlich nur durch die ganzen Kontrollen zu rechtfertigen. Unter anderem wird von allen Reisenden das Gepäck durchleuchtet, wie am Flughafen. Aber so im Vergleich zu einer deutschen A8, die zu einer österreichischen A1 wird, da sollen die doch mal ihre Kontrollen aufbauen, und die Staus reichen in der Ferienzeit bis München. Wie gesagt, ich habe echt keine Ahnung wie sie zu der Aussage meist überquerte Grenze weltweit kommen. Aber für Amis ist ja evtl. eine Grenze bei der man nicht mal einen Reisepassbraucht keine echte Grenze.
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San Diego ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Als ich gestern hier herumgelaufen bin war ich wirklich von der Schönheit geblendet. Alle Gebäude sehen so aus, als hätte sich jemand Gedanken um das Gesamtbild gemacht. Alles wirkt stimmig, die Straßen sind unglaublich sauber, Autos sehen alle so aus als wären sie frisch gekauft und eben erst gewaschen worden. Man kann hier einfach so über sie Straßen gehen ohne Angst zu haben überfahren zu werden. In Mexiko sollte man immer nach links und rechts schauen und im Zweifel auf die Seite springen. Hier kann man sich auf die Straße stellen und nach links und rechts schauen mit dem Resultat, dass die Autos einfach mal stehen bleiben um dich über die Straße zu lassen
und jetz auf zum Strand!
Über Silvester waren wir (meine Eltern, Jutta und ich) in Yucatan. Eine Woche lang zwischen weißen Stränden und Maya Ruinen. Die Route war:
- Playa del Carmen
- Tulum
- Chichén Itzá
- Mérida
- Uxmal
- Puerto Morelos
Mein persönliches Highlight war Schnorcheln in Korallenriff von wo ich leider keine Fotos machen konnte (mangelnde Ausrüstung) … Auch sonstige Fotos aus dem Internet sind leider nicht so schön wie die Wirklichkeit. Ich bin einen Meter über einer riesigen Meersschildkröte geschwommen, habe mehrere Stachel-Rochen, unzählige Fische und Koralle gesehen.
Beeindruckend waren auch, Cenoten/kleine unterirdische Seen, in denen man baden kann (siehe Fotos) und der Zustand der Ruinen (orginal Holzbalken sind immer noch tragende Elemente)
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Seit einer Woche ist Jutta nun hier in Mexiko und wir haben erst mal so richtig Urlaub gemacht. Außer Stadtbesichtigungen und kleineren Ausflügen sind wir zwei Tage an den Pazifik gefahren. Doch jetzt von vorne…
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Wie man hier sieht, bemüht sich auch Guadalajara um festliche Weihnachtsstimmung. Aber trotz bunter Beleuchtung und leicht kitschigem Weihnachtsschmuck (siehe Coca Cola) fehlt einfach der Schnee, etwas Kälte, Glühwein und schöne Weihnachtsmärkte. Dafür kam unser selbst gewürzter Glühwein (GlühFIX und 5 Riesen-Stangen Zimt vom Markt sei dank) bei der letzten WG-Party richtig gut an. Etwas seltsam mutet allerdings an, dass hier so auf den typischen Weihnachtsklischees bestanden wird von wegen Weihnachtsmann im dicken Mantel, weiße Weihnacht und Tannenbäume, was hier alles etwas fehl am Platze scheint…
Wie das Weihnachtsfest selbst hier gefeiert wird, werden wir morgen erfahren.
Bei typischen Weihnachtsfeiern, posadas genannt gibt es einen ganz lustigen Brauch: Man prügelt so lange auf einen Stern ein, bis die Süßigkeiten, mit denen er gefüllt ist, herausfallen. Damit es nicht ganz so einfach ist, werden einem dabei die Augen verbunden und der Stern immer wieder weggezogen. Das Spiel namens Piñata erinnert zwar ein bisschen an Topfschlagen, hat aber einen tieferen Sinn: die sieben Spitzen des Sterns symbolisieren die sieben Todsünden, die so zerschlagen werden. Folgendes Lied wird dabei gesungen und wenn es zu Ende ist, kommt der nächste dran.
Spanischer Text
- Dale, dale, dale
- No pierdas el tino
- Porque si lo pierdes
- Pierdes el camino
- Ya le diste una
- Ya le diste dos
- Ya le diste tres
- Y tu tiempo se acabó
Sinngemäße Übersetzung
- Schlag sie, schlag sie, schlag sie
- Verlier nicht dein Ziel (wörtl. Treffsicherheit)
- Denn verlierst du es
- Kommst du vom Weg ab
- Du hast einmal geschlagen
- Du hast zweimal geschlagen
- Du hast dreinmal geschlagen
- Und deine Zeit ist um
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Passend auch zur „Jahreszeit“ haben wir uns Barra de Navidad, ein kleines beschauliches Örtchen am Strand, herausgesucht. Naja, der eigentliche Grund war, dass es eine direkte Busverbindung dort hin gab…
Da wir morgens um halb sechs angekommen sind haben wir uns erst mal an den Strand gelegt und den Sonnenaufgang abgewartet, richtig schöne Morgenstimmung. Für weniger als Raimar’s günstige 16 € für’s Hostel haben wir ein laut Lonely Planet mid-range Hotel mit privatem Bad, Pool, Balkon und Aussicht in die Lagune bekommen.
Dann verbrachten wir den Tag mit Sonne tanken und dem Beobachten von amerikanischen Rentnern. Ferdi entdeckte auf einer Speisekarte sogar ein german Schnitzel, was er sich nicht zwei mal sagen ließ… Auch die Isla Navidad schauten wir uns an, aber außer ein paar, seltsamerweise verlassenen Luxushotels und einem Fischerdörfchen gab es dort nicht viel zu sehen.
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Back in Guadalajara schlenderten wir durch die Künstlerstadt Tlaquepaque, wo es auch richtig leckeres mexikanisches Essen gab: Quesadillas (Tortillas mit Käse gefüllt), Guacamole (Avocadocreme), Sopes (dicke Maisfladen mit Bohnen, Gemüse, Salsa und Käse) und natürlich Salsa roja y verde (rote und grüne Chilisoße). Während das Essen sehr, sehr lecker ist, sieht es für Vegetarier von der Abwechslung her eher schlecht aus. :s In Tlaquepaque gibt es viele individuelle Künstlerateliers oder –galerien, die unterschiedliche Stile haben und sehr schöne, aber für mexikanische Verhältnisse auch teure Dinge aus Glas, Metall, Ton u.v.m. anbieten
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Bevor wir Ferdis Eltern vom Flughafen abholten, haben wir noch eine kleine Tour durch Tequila gemacht, das 60 km von Guadalajara entfernt ist. Tourigerecht sind wir mit einem Tequilafass-Bus von Destillerie zu Destillerie gefahren und haben uns über die Kunst der Agavensaft-Zubereitung informiert.
Dank Ferdis Blog wusste Jutta schon, dass hier alles mit Limonen, Salz und Chili gewürzt wird. Als der Obstverkäufer dann aber genau diese Kombination über Melone, Ananas und Papaya kippte, war sie trotzdem einen Moment lang irritiert, vor allem wegen dem Salz… Schließlich schmeckte das aber so gut, dass sie nun nicht mehr ohne Fertiggewürz dieser drei Zutaten aus dem Haus geht.
In diesem Sinne wünschen wir allen Bloglesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
2009 sehen wir uns alle wieder in Ulm im neuen Blog zurueck-in-ulm.de!
Ferdinand und Jutta
Ohne Schnee ist es für mich schwierig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Prisca und ich haben deshalb unser kleines Heim ein bisschen dekoriert. Zwar schon vor ein paar Tagen, aber ich stelle die Bilder jetzt erst online. Juttas Flieger wird in 4 Stunden abheben und sie ist gerade eben auf dem Weg zum Flughafen… da kann ich sie morgen mit so was noch überraschen
Der Baumtransport war wirklich abenteuerlich. Der Baum wird (ohne jede Dachkonstruktion) auf das Auto gelegt und mit kaum sichtbaren Fäden festgezurrt… Langsame, vorsichtige Fahrweise hat unseren wunderschönen Baum gerettet.
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Da sich in den letzten Tagen schon einige Leute bei mir gemeldet haben… Ich weiß dass ich in den letzten Wochen nicht zum Blogschreiben gekommen bin und möchte das gerne hiermit nachholen. Bitte verzeiht mir gleich zu Beginn, Form und Länge des Artikels. Ich habe hier mehr für mich geschrieben, um mich an die Vorlesungen in diesem Semester zu erinnern. Was neu für mich war, welche Fächer mir etwas gebracht haben und welche nicht.
Mein Semester ist vorbei. Das komplette Wintersemester, alle Prüfungen – wirklich alles. Dafür war es in der letzten Woche um so stressiger. Für alle Informatiker: Noten werden hier nach dem Prinzip SOPRA vergeben und damit ist eigentlich alles gesagt. Aber Schritt für Schritt. Ich habe ja im Moment wirklich Zeit für einen kompletten Artikel im Gegensatz zu Raimis Twitter Meldungen
Ich hatte mich schon vor einigen Wochen entschlossen aus verschiedenen Gründen ein paar von meinen Kursen abzulegen. Da war zum einen dieser interkulturelle Dialog mit Mexiko: Irgedwie bin ich mit der Art des Unterrichts nicht zurecht gekommen. Ich hatte ständig das Gefühl mehr über Mexiko zu lernen, wenn ich einfach jedes Wochenende irgendwo hinfahre und mir das Land einfach anschaue. Der zweite Kurs den ich abgelegt habe war Webprogrammieren. Hier war mir das Niveau einfach zu niedrig. Sorry das so direkt zu sagen, ich hatte hier auch wirklich gute Vorlesungen, aber Webprogrammieren kam mir wie Zeitverschwendung vor (beim php Einstieg wurde unter anderem ausführlich die syntax und Semantik einer for-SChleife erklärt, xhtml existierte für den Dozenten noch nicht …) Der dritte Kurs den ich abgewählt habe war „Transmision de Datos“. Dieser war eigentlich wirklich gut, aber leider für einem anderen Studiengang. Wie in Ulm auch, sind hier verschiedene Ingeneurswissenschaften unter einem Dach zusammengefasst und in meinen Unterlagen waren die Vorlesungen ausschließlich nach Instituten sortiert. Ich hatte mir da eine Vorlesung über WLAN und Bluetooth vorgestellt – Datenübertragung auf Protokollebene… Es ging dann eher darum was eine Manchaster kodierung ist und es war eine Regelvorlesung für Netzwerktechnikern im hören Semester (die meiste Zeit habe ich nur Bahnhof verstanden), also ganz nahe an der Physik.
Übrig blieben also nur „Betriebssysteme“ und „eingebettete Systeme“. Ich habe echt lange gezögert drei Kurse abzuwählen. Es blieb mir ja nur noch weniger als die Hälfte. Aber letztendlich war es mir dann doch lieber einige wenige Kurse auf gutem Niveau gut zu bestehen, als in anderen Kursen meine Zeit abzusitzen. (Ok: das Hauptargument gegen Webprogrammieren war: das es um 7:00 Uhr in der Früh war
Betriebssysteme hat mir insgesamt gut gefallen. In dieser Vorlesung haben wir viel über Simulationen gelernt. Am Ende des Semesters hatte ich zu allen wichtigen Teilen eines OS eine kleine Simulation geschrieben. Das sieht zum Beispiel beim virtuellem Speicher so aus: Eine Programmcode, den ich nicht verändern kann, erzeugt ein shared memory und ein paar Prozesse. Die Simulation sorgt dafür, dass die Processe aufgerufen werden (und sie brauchen natürlich mehr Speicher als sie im shared memomry haben). Die Aufgabe bestand darin eine kleine Speicherverwaltung zu schreiben (um zu wissen was schon belegt ist), nach einem Verdrängungsalgorithmus (Technische Infomatik 1) eine Seite auswählen, und diese in eine Textfile schrieben (Verdrängung auf die Festplatte… Und alle Prozesse haben Zugriff, wie einfach die Welt doch sein kann). Klar das so ne Simulation nur dann funktioniert, wenn das echte Betriebssytem keinen Ärger macht. Aber es ging auch nur um 48kB shared memory, bei 1 GB RAM.
Daneben gab es bei Betriebssystemen auch Klausuren, die bei den Mexikanern gefürchtet sind. Entsprechend habe ich mich auf sie vorbereitet. Am Ende hatte ich aber immer ausreichend Zeit mir die Fragen erst mal mit Wörterbuch zu übersetzten und Fabi und ich (die beiden Deutschen)waren die besten aus dem Kurs. Jaja – meine Prüfungsvorbereitungen habe ich während des Vordiploms perfektioniert
Eingebettete Systeme war das zweite Fach in dem ich rundum zufrieden war. Hier bestand die komplette Note aus mehreren praktischen Teilen und ein paar Fragen dazu. Als Hauptprojekt haben wir den Klingelton Generator von Nokia nachgebaut. Ich weiß, hört sich nicht sonderlich spektakulär an. Aber ich saß schon mal ewig dran, einen Play/Pause Knopf so zu programmieren, dass er jederzeit (also auch wenn gerade ein Ton gespielt wird) funktioniert. Sämtliche Programme laufen direkt auf dem Chip (also ohne OS) – wenn ein Programm abstürzt, funktioniert nichts anderes mehr. Ich habe ziemlich viel Code auf Interrupts (durch die Clock) umgeschrieben, da wir eine Woche vor der Abgabe noch ziemlich oft while-Schleifen als Delays mißbraucht hatten. Ansonsten Bestand die Arbeit in einem kleinen Parser und Editor für das Nokiaformat von Monotonen Klingeltönen – plus Treiber für alle Endgeräte die wir angesteuert haben.
Neben einer Vorlesung für embedded systems habe ich hier auch einen kleinen Programmierkurs für Fortgeschrittene bekommen. Zwar sehe ich die Kommentare von Leuten vor mir, die wie beim Guaveartikel schon vorher alles besser wussten (ich bin mir sicher das die Mehrheit ihre Unwissenheit nur nicht veröffentlichen wollte ;-))trotzdem: ich habe vor diesem Semster noch nie das Schlüsselwort volatile in einem Ⅽ Code benutzt (bzw. es war mir egal welche Variablen gerade im Stack und welche im Register sind), mir nie darüber Gedanken gemacht warum es besser ist for(;;) zu schreiben statt while(1)
Aber über manche Dinge macht man sich halt nur in der Not Gedanken… Und mein Register hatte halt nur acht Plätze.
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Warum ich das ganze mit dem SOPRA verglichen habe: Irgendwie wird am Ende dann doch immer die Gruppenleistung benotet. Es gibt immer Leute im Team die absolut gar nicht tun geben wir ihnen doch das Pseudonym Duki. Außerdem diese wiederkehrende Fehleinschätzung wie viel Zeit so ein Projekt in Anspruch nimmt. Die letzte Woche habe ich mehr oder weniger durchgearbeitet. Montag 14 Stunden, Dienstag 14 Stunden. Mittwoch und Donnerstag 36 Stunden mit einer Stunde Schlaf im Computerraum. (Das ist mein neuer Rekord). Donnerstag bin ich um 23 Uhr nach Hause, am Freitag war ich um 9 : 00 wieder im Iteso – für die Abnahme des anderen Projektes. Erstaunlich ist dass man nach über 30 Stunden immer noch sinnvollen Code schreiben kann. Andere Basisfähigkeiten waren dafür nicht mehr so ausgeprägt. Wir haben es am Donnerstag Abend geschafft einen der Chips durchzuschmorren (Wahrscheinlich haben wir irgendwelche Kabel falsch verbunden, der Fehler war nicht mehr rekonstruierbar).
Zur Benotung: In beiden Fächer habe ich 10 von 10 Punkten… In sofern bin ich froh, mich auf die richtigen Kurse konzetriert zu haben und im Ausland eine ordentliche Leistung als Ulmer Stundent geliefert zu haben
P.S.:
–und morgen schreib ich irgendeinen lustigen Artikel‑








































