Seit dieser Woche bin ich Autobesitzer! Weil es die hier noch relativ häufig gibt und sie den Ruf haben zuverlässig zu sein (und natürlich weil sie relativ preiswert sind
habe ich mich für einen VW Käfer, Baujahr 98 entschieden.
Hauptargument für meinen (doch recht späten Kauf) waren die Vorlesungzeiten in diesem Semester. Wie im letzten Jahr habe ich zweimal in der Woche um 7:00 Uhr und zweimal komme ich erst um 22 : 00 raus. (Das habe ich zwar schon vor einem halben Jahr erwähnt, ich wundere mich aber immer noch darüber zu welchen Uhrzeiten Mexikaner wie selbstverständlich studieren/arbeiten) Dazu kommt das Problem mit dem Nahverkehr (der Artikel hierzu kommt noch
der um zehn Uhr abends einfach nicht mehr fährt, was mich im letzten Semester sogar zu der ein oder anderen Taxifahrt nach Hause gezwungen hat.
Zweiter Grund war das ich mir eine Pazifiktour überlege. Es gibt einfach sehr viele Strände die man ohne eigenes Gefährt nicht erreichen kann und mieten ist teurer als kaufen (ich rechne ja fest mit einem Verkauf vor dem Rückflug…)
Ein letzter Grund ist ein sehr überraschend kommender 500 € Zuschuss der Uni Ulm für Studenten mit „herausragenden Leistungen“ (Vielen Dank an dieser Stelle an die Studienkommission Informatik, deren studentische Mitglieder wahrscheinlich mitlesen)
Eine Woche kurve ich jetzt schon mit meinem neuen Gefährt durch Guadalajara (und habe noch so manche Probleme mit dem Verkehrsfluss). Das Auto ist wirklich zuverlässig (bis jetzt), kleinere Reperaturen (wie Sicherungen auswechseln) habe ich schon erfolgreich ausgeführt. Manche Technische Details wie eine Servolenkung vermisse ich gar nicht mehr, anderes hätte schon gerne noch gehabt (Fußgängererkennung
In vielen Dingen ist mein Vocho, so heißt der VW Käfer – und nicht das Tier(!) auf mexikanisch, besser ausgestattet als seine Artgenossen. So habe ich beispielsweise eine Klimaanlage (auch wenn diese von meinen 60 PS einiges für sich beansprucht – oder für Informatiker: wie Vista aufm Netbook).
Auto anmelden war mal wieder ein Behörden-Hürdenlauf, aber egal – da will ich gar nicht mehr drandenken.
Und so sieht er dann aus:

Mittlerweile bin ich schon wieder fast eine Woche in Guadalajara, deshalb kurz von mir den Rest der letzten Reise. Ich bin ohne große Probleme nach Tijuana gekommen. Nur hätte ich fast vergessen meine Visa Waiver Karte zurückzugeben. Die gehen an der Grenze nämlich nicht davon aus, dass man nicht mehr zurück, in die Vereinigten Staaten kommt. Es gab keine einzige Kontrolle auf amerikanischer Seite und der Besuch bei der mexikanischen Migration war eher freiwilliger Natur (da nichts loß war habe ich mir direkt dort einen Stempel geholt – vor dem Rückflug nach GDL am Flughafen wäre aber auch noch Ok gewesen). Für meine Ausreise aus den USA musste ich noch mal die Straße überqueren, zum Eingang US. Zum Glück ging das aber ohne sich ewig wo anzustellen, weil Officer so nett war meine Visa Waiver Karte durch den Zaun hindurch anzunehmen.
Zu Tijuana: Man hört ja über die Grenzregion wirklich die übelsten Dinge die man sich vorstellen kann. Tatsächlich war es schon ein wenig skuriel einen bemalten Esel mitten auf der Straße zu sehen…
Aber diese „billige verschreibungspflichtige Arzneinen“-Tourizone ist nur ein paar Straßen lang. Ich war in dieser Stadt Gott-sei-Dank bei einer Couchsurf-Familie und hatte so die Gelegenheit auch andere Teile der Stadt zu sehen. Außerhalb ist Tijuana eine moderne und eigentlich ziemlich schöne Studentenstadt. Seine Nähe zu San Diego macht sie wirklich lebenswert (Alle Studenten haben einen dauerhaftes US-Visum, können die Grenze also einfacher überqueren als jeder Visa Waiver). Wäre da nicht die Warnung, dass es öfter mal zu Schusswechseln zwischen verfeindeten Drogenkartellen komme. Schade eigentlich.
Bevor ich es vergesse: Kurz bevor Raimar und ich uns getrennt haben, ist uns aufgefallen das es noch gar kein Bild von uns beiden zusammen gibt: Zum Abschied, also noch schnell ein Foto vor einem x-beliebigen Hotel das ne Deutschlandflagge hatte.

Seit einer Woche ist Jutta nun hier in Mexiko und wir haben erst mal so richtig Urlaub gemacht. Außer Stadtbesichtigungen und kleineren Ausflügen sind wir zwei Tage an den Pazifik gefahren. Doch jetzt von vorne…
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Wie man hier sieht, bemüht sich auch Guadalajara um festliche Weihnachtsstimmung. Aber trotz bunter Beleuchtung und leicht kitschigem Weihnachtsschmuck (siehe Coca Cola) fehlt einfach der Schnee, etwas Kälte, Glühwein und schöne Weihnachtsmärkte. Dafür kam unser selbst gewürzter Glühwein (GlühFIX und 5 Riesen-Stangen Zimt vom Markt sei dank) bei der letzten WG-Party richtig gut an. Etwas seltsam mutet allerdings an, dass hier so auf den typischen Weihnachtsklischees bestanden wird von wegen Weihnachtsmann im dicken Mantel, weiße Weihnacht und Tannenbäume, was hier alles etwas fehl am Platze scheint…
Wie das Weihnachtsfest selbst hier gefeiert wird, werden wir morgen erfahren.
Bei typischen Weihnachtsfeiern, posadas genannt gibt es einen ganz lustigen Brauch: Man prügelt so lange auf einen Stern ein, bis die Süßigkeiten, mit denen er gefüllt ist, herausfallen. Damit es nicht ganz so einfach ist, werden einem dabei die Augen verbunden und der Stern immer wieder weggezogen. Das Spiel namens Piñata erinnert zwar ein bisschen an Topfschlagen, hat aber einen tieferen Sinn: die sieben Spitzen des Sterns symbolisieren die sieben Todsünden, die so zerschlagen werden. Folgendes Lied wird dabei gesungen und wenn es zu Ende ist, kommt der nächste dran.
Spanischer Text
- Dale, dale, dale
- No pierdas el tino
- Porque si lo pierdes
- Pierdes el camino
- Ya le diste una
- Ya le diste dos
- Ya le diste tres
- Y tu tiempo se acabó
Sinngemäße Übersetzung
- Schlag sie, schlag sie, schlag sie
- Verlier nicht dein Ziel (wörtl. Treffsicherheit)
- Denn verlierst du es
- Kommst du vom Weg ab
- Du hast einmal geschlagen
- Du hast zweimal geschlagen
- Du hast dreinmal geschlagen
- Und deine Zeit ist um
![]() |
|
|
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Passend auch zur „Jahreszeit“ haben wir uns Barra de Navidad, ein kleines beschauliches Örtchen am Strand, herausgesucht. Naja, der eigentliche Grund war, dass es eine direkte Busverbindung dort hin gab…
Da wir morgens um halb sechs angekommen sind haben wir uns erst mal an den Strand gelegt und den Sonnenaufgang abgewartet, richtig schöne Morgenstimmung. Für weniger als Raimar’s günstige 16 € für’s Hostel haben wir ein laut Lonely Planet mid-range Hotel mit privatem Bad, Pool, Balkon und Aussicht in die Lagune bekommen.
Dann verbrachten wir den Tag mit Sonne tanken und dem Beobachten von amerikanischen Rentnern. Ferdi entdeckte auf einer Speisekarte sogar ein german Schnitzel, was er sich nicht zwei mal sagen ließ… Auch die Isla Navidad schauten wir uns an, aber außer ein paar, seltsamerweise verlassenen Luxushotels und einem Fischerdörfchen gab es dort nicht viel zu sehen.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
Back in Guadalajara schlenderten wir durch die Künstlerstadt Tlaquepaque, wo es auch richtig leckeres mexikanisches Essen gab: Quesadillas (Tortillas mit Käse gefüllt), Guacamole (Avocadocreme), Sopes (dicke Maisfladen mit Bohnen, Gemüse, Salsa und Käse) und natürlich Salsa roja y verde (rote und grüne Chilisoße). Während das Essen sehr, sehr lecker ist, sieht es für Vegetarier von der Abwechslung her eher schlecht aus. :s In Tlaquepaque gibt es viele individuelle Künstlerateliers oder –galerien, die unterschiedliche Stile haben und sehr schöne, aber für mexikanische Verhältnisse auch teure Dinge aus Glas, Metall, Ton u.v.m. anbieten
|
|
|
Bevor wir Ferdis Eltern vom Flughafen abholten, haben wir noch eine kleine Tour durch Tequila gemacht, das 60 km von Guadalajara entfernt ist. Tourigerecht sind wir mit einem Tequilafass-Bus von Destillerie zu Destillerie gefahren und haben uns über die Kunst der Agavensaft-Zubereitung informiert.
Dank Ferdis Blog wusste Jutta schon, dass hier alles mit Limonen, Salz und Chili gewürzt wird. Als der Obstverkäufer dann aber genau diese Kombination über Melone, Ananas und Papaya kippte, war sie trotzdem einen Moment lang irritiert, vor allem wegen dem Salz… Schließlich schmeckte das aber so gut, dass sie nun nicht mehr ohne Fertiggewürz dieser drei Zutaten aus dem Haus geht.
In diesem Sinne wünschen wir allen Bloglesern ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!
2009 sehen wir uns alle wieder in Ulm im neuen Blog zurueck-in-ulm.de!
Ferdinand und Jutta
Ohne Schnee ist es für mich schwierig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Prisca und ich haben deshalb unser kleines Heim ein bisschen dekoriert. Zwar schon vor ein paar Tagen, aber ich stelle die Bilder jetzt erst online. Juttas Flieger wird in 4 Stunden abheben und sie ist gerade eben auf dem Weg zum Flughafen… da kann ich sie morgen mit so was noch überraschen
Der Baumtransport war wirklich abenteuerlich. Der Baum wird (ohne jede Dachkonstruktion) auf das Auto gelegt und mit kaum sichtbaren Fäden festgezurrt… Langsame, vorsichtige Fahrweise hat unseren wunderschönen Baum gerettet.
|
|
|
Letzes Wochenende war ein Oktoberfest in Guadalajara. Wie schon erwähnt sind sie die Oktoberfeste (anders als in Bayern) hier eher am Ende des Monats. Und so war das Oktoberfest von Guadalajara auch letztes Wochenende, immerhin mit zwei Biersorten aus Bayern (Erdinger und Paulaner). Leider wollten mehr Leute zum Bierfest als die Veranstalter geplant haben und so standen wir vor verschlossener Tür. Zu dem Zeitpubkt hatte aber schon so Lust drauf endlich mal wieder ein gutes Weizen zu trinken, dass ich Daniel spontan zum Weißbiertrinken in eine Bat eingeladen habe. Das kompilzierteste dabei: wie erkärt man einem Mexikaner das ein Weißbier (weißes Bier) dunkel sein kann…
|
|
|
Das war der Freitag… vor der Bergtour
Seit ein paar Tagen besitze ich ein Fahrrad und bin eigentlich ganz zu Frieden. Die Gegend in der ich wohne ist doch mitunter etwas weitläufig – es ist halt doch etwas nervig immer gleich eine halbe Stunde unterwegs zu sein um irgendwo hinzukommen. Gleichzeitig ist es hier auch verkehrsberuhigt, so das man auch halbwegs sicher ist.
Zum Iteso ist es leider etwas zu weit, außerdem müsste man ein Stück auf einer sech-spurigen Straße fahren… Das lasse ich mal vorerst lieber sein
Banken werden hier streng bewacht. Die privaten Sicherheitfirmen haben eigentlich immer schwere Waffen bei sich. Also Gewehre die für mich zumindest nach halbautomatischen Waffen, oder Maschinengewehren aussehen.
Was mich immer etwas nervous macht ist der Umgang mit diesen Gewehren. So locker um die Schulter geworfen zeigt der Lauf halt andauernd in eine Richtung in der mitunter auch Menschen stehen. Ich habe natürlich keine Ahnung ob die Waffen gesichert sind oder nicht. Obwohl ich ja an ersteres Glaube versuche ich nicht im Lauf stehen zu bleiben.
Vor einigen Wochen habe ich einen Polizisten in einer Straße von Guadalajara gesehn, der seinen Finger am Abzug hatte während er so vor sich hin spaziert ist… Musste da irgendwie an Pulb Fiction denken.
Aber bis jetzt habe ich noch nichts von so nem Unfall hier gehört
Heute habe ich eine mexikanische Brauerei besucht. Bier wird hier Großindustriell hergestellt. Deshalb sah die Brauerei auch irgendwie wie ein x-beliebiger Lebensmittelkonzern aus einer Galileo „Wissenschaft“ Sendung aus. Schade irgendwie… Habe sogar den penetranten Hopfengeruch vermisst ;-) Alles war in großen Kesseln gut abgeschlossen und vollautomatisch.
Bilder gibts leider keine von der Brauerei da Kameras verboten waren (hatten wohl Angst dass der Deusche die Betriebsgeheimnisse enthüllt :o)
|
|
|
P.S. bei meiner Artikelwahl mach ich mir langsam Sorgen im Unterbewußtsein Heimweh zu haben …
Am Iteso herrscht ein rellativ großes Umweltbewußtsein. Viele Dinge sind vorbildlich geregelt:
- es gibt hier Mülltrennung – was ich sonst noch nirgends in GDL erlebt habe. (Auch wenn ich Zweifel habe ob der Müll nicht außerhalb des Itesos einfach wieder zusammengeschüttet wird. Ich kann mir nicht vorstellen wie das Konzept der Mülltrennung als Insellösung funktionieren kann.)
- Es gibt praktisch keine Wasserverschwendung. Alle Wasserhähne sind mit Sensoren ausgestattet – das Wasser geht praktisch sofort aus, wenn die Hände weg sind.
Andere Dinge sind etwas inkonsequenter. Allein was man an Müll sparen könnte, wenn das Essen nicht in Plastiktellern ausgegeben würde…
Und wieder andere Dinge sind mir sogar ein bisschen zu umweltbewußt. Hier werden teilweise Dokumente als Kopierpapier recycelt. Heißt: man bekommt etwas ausgedruckt, wo auf der Rückseite beispielsweise eine Korrespondenz mir einer anderen Uni ist. Keine richtig heißen Infos, aber immerhin Anschriften, Telefonnummern und den Namen eines Studeten der vor einigen Semestern hier am Iteso war.
Gas bezahlen funktioniert in Mexiko so: Da kommt einer vorbei und sammelt das Geld ein. Jetzt ist es aber so, dass sowohl ich, als auch Pris eigentlich fast nie zu Hause sind. => Heute morgen musste ich kalt duschen (Mittlerweile haben wir bezahlt)

























