Stehen zwar noch nicht 100%ig fest, aber der aktuelle Plan ist von Frühwirth und meiner Fachkoordinatorin hier abgesegnet, von daher wirds wahrscheinlich dabei bleiben, wenn nicht irgendwelche unvorhergesehenen Überraschungen bei Semesteranfang kommen. Wobei ich sowieso recht wenige Wahlmöglichkeiten habe, da das hier ja eine Universität für Chemie, Physik und E-Technik ist und da nur ein kleines Institut für Computergrafik & Co existiert. Ich könnte natürlich versuchen bisschen was in die Luft zu jagen oder aber mit Strom rumspielen, aber ich glaube ich bleibe meiner Gesundheit zuliebe doch lieber im Informatikumfeld.
Die CPE ist eine kleine, private Masteruniversität, folglich gibt es hier nur Kurse im 3., 4. und 5. Jahr (in Frankreich geht der Bachelor 2 Jahr und der Master 3 Jahre!). Ich werde dem 5. Jahr in Elektrotechnik folgen, Spezialisierung Informatik. Folgende fachliche Module stehen mir hier zur Auswahl:
- Calibration (Vision, Einstellung, Raumlehre): 32h => 3ECTS
- Problème Inverse (Tomografie, MRT, Dekonvolution): 44h => 3ECTS
- Advanced Image Processing and Analysis (Zufallsmodelle, Wahrscheinlichkeitsmodelle, Photometrie, TKL, Fernerkundung): 42h => 3ECTS
- Synthèse d’Image (Geometrie, 3D Kompression, Computergrafik, OpenGL): 44h => 3ECTS
- Communication numérique (Kodierung, Kompression Bilder + Video): 28h => 3 ECTS
- Research Projekt (Praktische Arbeit + wiss. Artikel + Präsentation zu nem bestimmten Thema): 36h => 6ECTS
Da ich allerdings „nur“ 20 LP von ERASMUS aus brauche kann ich zwei Module weglassen. Derzeit plane ich Calibration, Advanced Image Processing & Analysis, Synthèse d’Image und Research Projekt prüfen zu lassen und das problème Inverse just-for-fun zu hören. Soll anscheinend recht medizinisch von einem unheimlich anerkannten Prof gehalten werden. Über die restlichen Kurse weiß ich bis jetzt recht wenig.
Dann gibt es noch so bisschen Humbugkram, hier werde ich „Marketing, Patents, Management and Economic Awareness“ besuchen und dann noch zwei Sprachkurse, einmal FLE (Francais langue étrangère) und Englisch. So wie’s aussieht kann ich in Englisch das Cambridge Certificate machen, vielleicht kann mans ja mal brauchen ;-).
Soviel dazu, meinen Stundenplan habe ich sogar auch schon und da gibt es recht starke Unterschiede zum Ulmer..Erstmal ist es alles in Blöcke unterteilt, heißt man macht am Anfang eher Modul 1 und 2, dann kommen Prüfungen und danach gehts mit Modul 3 und 4 weiter. Weiterhin sind hier Übungen für alle(!) Kurse fest im Plan (meist 50⁄50 zu Vorlesungen) – weiß aber noch nicht ob die beaufsichtigt sind oder nicht, wenn ja weiß ich was sie mit ihren ~5000 Euro Studiengebühren pro Jahr anfangen :). Kurz und knapp: das machts recht voll und normalerweise ist jeder Tag von 8h bis 12h15 und 13h30 bis 17h45 ausgeplant :(. Einziger Vorteil für mich, dass ich nicht alles machen muss und daher wahrscheinlich im Endeeffekt auf einen ähnlichen Plan wie in Ulm komme…aber als franz. Student ist man wohl etwas mehr beschäftigt…anscheinend kommen dann auch noch Hausarbeiten und Übungen dazu.
Erstmal vorne weg: ohne Französisch geht Frankreich nicht und das ist auch jedem klar der hier her kommt! Ich hatte bisher wirklich alles auf Französisch machen müssen/dürfen, teilweise mit Händen und Füßen, aber es geht immer irgendwie :-). Aber genau das ist auch eine riesen Chance, denn man lernt somit verdammt schnell dazu. Klar, die Franzosen reden so schnell, dass ich bisher keine Chance habe – deswegen bestimmt auch die ersten Unterrichtsstunden nichts verstehen werde. Telefonnummern sind zum Beispiel ganz lustig, die werden immer in Zweiertupel angegeben, heißt: 06 34 76 98 wäre zero-six trente-quatre soixante-seize quatre-vingt-dix-huit. Franzosen sehen es aber als Herausforderung ihre Telefonnummer so schnell anzugeben, dass selbst andere Franzosen dreimal nachfragen müssen. Heißt die Nummer wäre: zerosixtrentequatresoixanteseizequatrevingtdixhuit. Dennoch muss man ihnen zu Gute halten, dass selbst nach dem dritten Nachfragen sie immer noch total hilfsbereit und geduldig sind. Nicht so wie Engländer die beim ersten Nachfragen schon genervt sind. Ebenso tun sie ihr bestes langsam und deutlich zu reden, auch wenn noch so viele Leute warten. Generell macht sich der Franzose keinen Streß, d.h. auch im Supermarkt kann es passieren, dass man einfach mal 20min an der Kasse steht, weil die Kassiererin davor ihre Schulfreundin bedient hat ;-). Aber über die Geschwindigkeit werde ich demnächst mal schreiben…
Gut, heißt hier ist auch jeder ERASMUS-Student gewollt die Sprache möglichst schnell zu beherrschen. Von den meisten habe ich bisher immer gehört, dass sie halt hauptsächlich Englisch geredet haben und wenig Kontakt zu Einheimischen hatten => die Sprache des Landes eher weniger gelernt haben. In Frankreich ist das wohl anders…Kontakt zu Franzosen ist zwar auch nicht ganz so einfach, aber unter uns ERASMUS-Leuten ist es selbstverständlich, dass man Französisch redet und auf English wirklich nur im Notfall geht. Sonderfall ist eine hohe Geräuschkulisse, weil das ist in Französisch echt übel ;-). Weiterhin muss man aber auch sagen, dass das nicht so einfach ist, weil man dann irgendwie anfängt Französisch mit Englisch zu mixen und das eigentlich erstmal niemand merkt.
Gestern war bspw so ein Abend. Wir waren auf einer ESE Party: Mais avant, nous avons parlé francais tous le jour ensemble. A la fête, après quelque temps c‘était trop fort et we chose English. Normally pas de problème, but everybody had problems not mixing the deux langues. C‘était trop bizzare, because we haven’t even realised that. You choose English for the complicated part of sentence et les responses brèfs sont francais automatique. If somebody will ask you something in English you say for sure oui ou non :-). Wir fanden das alle eine recht lustige Erfahrung…vielleicht ging es ja dem ein oder anderen auch mal so.
Weiterhin ist uns noch aufgefallen, dass bei einer Konversation in Französisch recht häufig eine Pause entsteht in der keiner was sagt. Hat den ganz einfachen Grund, dass sich jeder wieder einige Sätze im Kopf zusammenbasteln muss…also erstmal Wörter suchen, Grammatik auspacken und dann ne Runde Kopf anstrengen. Das ist sowieso echt heftig. Wenn man den ganzen Tag Französisch redet explodiert am Abend fast der Kopf – die Erfahrung hatte ich mit Englisch nicht. Aber ich hoffe das legt sich mit der Zeit :).
Ich habe mir ja lange überlegt ob ich das jetzt hier schreibe oder nicht, aber es lässt mich einfach nicht mehr los und da ja hier doch großteils Informatiker mit lesen, vielleicht weiß ja jemand Rat. Der Rest kann hier einfach aufhören zu lesen ;-).
Ich ging ja davon aus nach Ubicomp und einiger Erfahrung mit WLAN-Netzen doch recht gut Bescheid zu wissen. Aber das was ich gerade hier habe verstehe ich einfach nicht. Es handelt sich dabei um ein Netz Names „freeWifi“, was es überall in Frankreich gibt und wenn man bei einem speziellen Anbieter sein Internet hat kann man sich dort einwählen – ich hab den Zugang von einem anderen Studenten. Man verbindet sich dahin und meldet sich anschließend mit seinen Logindaten an (wie Welcome @ UUlm). Anschließend hat man Internetzugang, zwar nur mit 1 MBit aber immerhin.
Nun zu den Probleme die ich so habe (durchnummeriert damit man sich in den Kommentaren darauf beziehen kann). Angemerkt sei noch, dass ich jeglichen Traffic mit OpenVPN durch die UUlm tunnele:
1) Emailzugang
Mit Thunderbird ist es möglich das Unipostfach (IMAP) abzufragen, aber Emails senden über TLS (Port 587) geht nicht. Komischerweise gehen genau die gleichen Einstellungen für ein Postfach bei Arcor. Also Port kann eigentlich nicht zu sein. Weiterhin ist es mit dem Webmailzugang auch nicht möglich. Ich komme bis zum Abschicken, dann kommt „Diese Seite konnte nicht geladen werden“.
2) Hochladen
Ich kann Dateien bis zu einer Größe von 32kb hochladen, egal ob email/sftp aufn Server/usw. danach bricht die Verbindung zusammen.
3) Verbindung
Mein Netbook mit mickrigen 33 % Signalstärke bleibt recht zuverlässig im Netz, mein Desktop mit großer Antenne (80 % Signalstärke) fliegt ca. alle 10min raus. Beide auf Ubuntu.
4) Internetbanking
Funktioniert soweit bis es mich nach der TAN fragen sollte, aber anstatt dessen kommt „Diese Seite konnte nicht geladen werden“
5) Bestellen im Internet
Bis zum Abschicken der Daten über eine gesicherte Verbindung funktioniert es danach „Diese Seite konnte nicht geladen werden“.
Achja, ssh auf meinen Server funktioniert. Meine einzige Vermutung ist derzeit, dass es irgendwas mit https zu tun hat, wobei z.B. das einloggen auf StudiVZ oder Facebook funktioniert. Ebenso meine Emailfächer..
Also es darf lustig drauf los geraten werden :). Würde mich freuen das näher zu verstehen, probiere auch gerne Sachen aus!
Meiner tollen Wohnheimsverwaltung wollte ich einen extra Artikel widmen…nach ner Weile kam ich mir vor wie im Haus der Verrückten:
Ich kam so gegen 13 Uhr am Wohnheim an, bzw. wohl eher Wohnheimskomplex – sind unendlich viele ca. 8 stöckige Gebäude mit überall gelben Zetteln auf denen alles Wichtige steht. Nach kurzem suchen fand ich schließlich den Schalter der für mich zuständig war. Blöd nur, dass er wohl auch noch für die 70 Leute vor mir zuständig war…Also Ticket gezogen und nachdem das absolut gar nicht vorwärts ging erstmal gemütlich an die Rhône in die Sonne gelegt – btw. seit Mittwoch ist hier zwischen 27–30℃ und Sonnenschein :). Um 17h30 war ich dann schließlich dran, hatte folgende Zettel dabei: 2x Wohnheimsvertrag, 3 Passbilder, 1x Datenblatt, 1x Bestätigung von der dt. Versicherung (in Franz.), franz. Studienbescheinigung, dt. Studentenausweis, Kopie Personalausweis und Geld…zum Glück kam ich zu einer netten Französin die erstmal in aller Ruhe alle Dokumente durchgeschaut hatte und dann sich so noch bisschen mit mir über Dtl unterhalten hat (Anm: es waren ca. 60 Leute noch hinter mir). War auch alles richtig ausgefüllt „nur“ an der dt. Versicherung hat sie sich aufgehängt und selbst nach einem Gespräch mit dem Direktor war die nicht möglich (wobei mir diejenigen von der CPE bestätigt haben, dass die Versicherung besser ist als die Französische). Also schnell zum Versicherungsbüro gerannnt um eine abzuschließen, blöderweise hatte das um 17 Uhr geschlossen. Abendbeschäftigung also für mich: nach einer Versicherung im Inet/Telefon suchen die man online abschließen kann. Hab dann eine passende gefunden und wollte die Bezahlen, dann streikt doch einfach dieses VerifiedByVisa Ding von meiner Bank…es war immerhin schon 20h30 bis ich dann die im Wohnheim endlich soweit hatte, dass ich wenigstens für die eine Nacht ein Ersatzzimmer bekomme (9m² Raucherzimmer mit 2 Duschen für 30 Leute…man bin ich froh ein Appartment genommen zu haben!).
Am nächsten Morgen dann ab zur Versicherung, war eine Sache von 2min und dann wieder Ticket ziehen und 2h am Wohnheim warten…blöderweise hatte ich aber alle meine Dokumente schon am Vortag abgegeben und natürlich haben die in ihrer Ordnung diese erstmal nicht gefunden. Er wollte mich dann davon überzeugen, dass ich sie ihnen nicht gegeben hatte…naja, nachdem ich dem Menschen klar gemacht habe bei wem ich die abgegeben hatte und er sich dort nochmal erkundigt hat wurde schließlich nach 10min alles – bis auf die Passbilder – wieder gefunden. Aber deswegen wurde mir wohl von der CPE damals schon nahe gelegt 10 Stück mitzunehmen ;-).
Ok, dann hatte ich eine offizielle Bestätigung (bzw. Fresszettel), dass ich in das Wohnheim gehöre. Mit dem konnte ich nun meinen Schlüssel abholen. Wartezeit von 30min ging sogar diesmal. Total Happy also mit dem Schlüssel zu meinem Zimmer, aber warum ist da die Türe offen und warum steht da ein Maler vor mir? Tja, hatte die Frau wohl nicht beachtet, dass das Zimmer noch renoviert wird. Also wieder hin das der klar gemacht und anschließend ein anderes Zimmer bekommen, das jetzt sogar frei ist und passt. Abgesehen von der rosa Tapete mit Muster sogar echt schön, sauber und vor allem ohne Schimmel. Bilder kommen sobald ich mal einen vernünftigen Internetzugang habe :).
Achja und ist natürlich offensichtlich, dass all das nur auf Französisch funktioniert ;-). Es gibt keinerlei Informationen auf Englisch und das kann hier auch niemand. Wusste ich aber ja auch schon vorher und war eigentlich gar nicht schlecht, so kommt man wenigstens recht schnell rein.
Ich hab nun auch eine Adresse, also falls mir jemand eine Karte schicken will…ich schreib auch zurück ;-).
Reichel, Sven
Résidence Althéa
Studio n° 422
3, avenue Albert Einstein
69626 VILLEURBANNE CEDEX
France
Interessanterweise war ich nicht der einzige mit Problemen. Wobei die Verwaltung so kreativ war bei jedem ein anderes Problem zu finden…mal war jemand nicht auf der Liste, oder konnte nur mit Cheque (!!!ganz wichtig in Frankreich, das mögen die total. Ohne Cheque und ohne RIB kann man hier nicht überleben!!!) bezahlen, usw.
Habs geschafft mich bis Lyon durchzuschlagen :). Bin gemütlich um 2e mit meinem voll beladenen Auto losgerollt und einziges Problem war, dass ich fast keinen Berg mehr hochkam und bei 120 schon fast auf Vollgas war, aber jut ;-). Wie schonmal erwähnt hatte ich mir einen Weg durch die Schweiz gesucht (ist von Autobahngebühr und Entfernung am Besten) und mich auch schon im Voraus erkundigt wie das mit der Einfuhr aussieht – nachdem ich einmal an einem Schweizer Grenzbeamten wegen Hackfleisch gehangen bin war ich diesmal vorbereitet. Man darf Waren im Wert von ca. 3500 Euro mitnehmen, da war ich weit drunter aber hatte trotzdem keine Lust mein Auto auszuladen => hab ich mir einen ganz kleinen Grenzübergang ausgesucht mit der Hoffnung nachts um 5e keinen Menschen vorzufinden und dem war auch so :). Man kann dort Waren postalisch anmelden, aber es nervt niemand mit Fragen.
Kurz nach Genf habe ich dann die erste Erfahrung mit einer autom. franz. Tankstelle gemacht. Das ist eigentlich echt toll, VISA rein und tanken total unkompliziert – etwas nachdenklich hat mich dann gemacht, dass ich keine PIN und keine Unterschrift gebraucht habe…
Zum Verkehr in Frankreich ist zu sagen, dass die Franzosen jegliche Geschwindigkeitsangaben misachten. Von der Schweiz war ich gewohnt, dass jeder genau das fährt was erlaubt ist und in Frankreich wurde ich da fast von der Straße geschoben/gehupt. Eigentlich komisch, da hier echt viele Blitzer in der Gegend rumstehen – sind kleine graue Kästen die die größe einer Mülltonne haben, also nicht so einfach zu sehen. Aber mein Navi hat mich selbst davor in Frankreich zuverlässig gewarnt :).
In Lyon wurde es dann vom Verkehr sehr lustig…gleich mal vorne weg, wenn mich jemand mit Auto besuchen will am besten nur mit gutem Navi! Oder ich hol euch vor den Stadtautobahnen ab ;-). Man muss so häufig abbiegen, dass das Navi mit seinen Ansagen fast nicht mehr hinter her kommt…hat eigentlich durchgängig mit mir geredet – und das obwohl ich eigentlich gar nicht durch Lyon durch musste weil ich von der richtigen Seite kam.
Aber ich kam schließlich gut an der CPE an und wurde sehr freundlich empfangen. Hab alles nötige erklärt bekommen und die Frau hat sich auch echt Mühe gegeben langsam zu reden :). Dann noch gesagt bekommen, dass ja mein Semester erst am 20.9. anfängt, ich jetzt ein 5-tägigen Intensivsprachkurs bekomme, am Montag begrüßt werde und Dienstag einen Termin bei meiner Fachkoordinatorin habe um alles studienrelevante durchzusprechen.
Soweit also alles schön organisiert und klar. Selbst mit meinem Französisch kein Problem. Was danach kommt toppt allerdings alles…über meine „tolle“ Wohnraumsverwaltung und warum ich 22h gebraucht habe meinen Schlüssel zu bekommen schreibe ich später, da ich jetzt zum Sprachkurs muss.
Achja ich hab auch noch kein wirkliches Internet…Aussage vom Wohnheim auf meine Frage wann das was wird war „je sais pas!“. Gerade bin ich mit einem ominösen Schlüssel den mir ein anderer Student gegeben hat in einem komischen Netz (schmeißt mich alle paar Minuten aber wieder raus). Und ich kann Mails von meinem Unipostfach lesen, aber nicht senden – selbst wenn ich mit openVPN in der UUlm bin – ich hab kein Plan warum…meine andere Emailadresse geht. Aber gut, dank Kargl habe ich ja vor kurzem gelernt warum WEP nicht so toll ist..sammel schon fleißig Packete ;-). Blöderweise surft der Mensch in seinem WEP-Netz nicht zuverlässig…
Genau genommen so ca. 9 Stunden :). Die letzten Tage hier habe ich damit verbracht erst alles in Ulm in Umzugskartons zu verpacken, bei meinen Eltern abzuladen und hier dann wieder zu sortieren was mit darf und was in der Garage bleibt – anfangs hat das noch mit „Lyon“ und „nicht Lyon“ Kartons in Ulm super geklappt, gegen Ende dann nicht mehr…Umziehen is wohl doch nicht so einfach wie gedacht, aus meinen anfänglich 4–5 geplanten Umzugskartons wurden ganze 11 Stück und 4,5 Autoladungen. In so ein Zimmer passt doch mehr als man denkt ;-). Aber gut, jetzt ist alles für Lyon im Auto und es darf gerätselt werden was ich vergessen habe – für richtige Tipps gibt es eine Tafel Schokolade!
Nächster Blog-Eintrag dann von Frankreich, vorausgesetzt ich finde da irgendwo dieses Internet…eigentlich hat ja mein Wohnheim welches, doch Erfahrungsberichten zufolge ist das alles andere als verlässlich :(.
Achja noch was im Vergleich zu Ulm…ich habe bisher noch nicht geschafft auf der HP irgendwo einen Plan zu finden welche Vorlesungen wann und wo stattfinden – wohl überall das gleiche Problem ;-). Zumindest weiß ich, dass nächsten Montag mein Semester beginnt.
Nachdem ich nun endlich meine Anwendungsfachprüfung erfolgreich hinter mir habe, kann muss ich mich langsam darum kümmern was ab dem 1. September ansteht. Für alle die es noch nicht mitbekommen haben: ich werde ab diesem Tag an der CPE Lyon in Frankreich für vorerst ein Semester studieren.
Ja Frankreich…das Land da neben uns in dem die Franzosen leben! Über diese scheiden sich wohl die Geister. Ich habe nun von „WTF, biste verrückt!?!“, „Und warum gerade Frankreich?“, „es gibt doch so viele schöne Länder“ bis hin zu äußerst positive Meinungen wie „so genial! Du wirst eine tolle Zeit haben!“, „bin voll neidisch, Frankreich ist sooo toll“ bekommen. Bisher habe ich persönlich eigentlich hauptsächlich positive Erfahrungen mit Franzosen gemacht – mal von der Hexe die Cours de Revision Ⅱ an der UUlm hält abgesehen. Aber jut, ich werde es sehen und hier dann immer schön über die lustigsten, kulturellen Eigenheiten berichten. Hier hatte ich nun auch den Fokus meines Blogs gedacht.Ein reines Reisetagebuch nach dem Motto „heute war ich hier“, „morgen dort“, „gestern sonst wo“ finde ich persönlich immer recht langweilig. Natürlich wird davon auch was hier landen, aber eig. möchte ich über die Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Besonderheiten beider Nationen berichten. Aber selbstverständlich ist das ein Blog für dich als Leser, d.h. wenn ich hier schreibe und keinen interessierts ist das nix => bitte geb mir schön Input was du wissen willst und was lieber nicht ;-).
Nun vielleicht noch einige Worte warum ich gerade zur CPE kam. Generell muss ich wohl sagen, dass Frankreich nicht unbedingt meine erste Wahl war. Eigentlich wollte ich nach Irland…leider hat die uulm in Richtung der Inseln überhaupt keine Kooperationen – Fr. Habermalz hat das damals so ausgedrückt, dass die Engländer & Co ihre vermeitlichen Elite-Unis nicht mit ERASMUS-Leuten überflutet haben wollen und sich somit mit Kooperationen stark zurück halten. Das hat mir eigentlich schon gereicht um dort nicht hin zu wollen – was will ich mit einer Uni die mich nicht will? Also was für Alternativen…Norden ist mir zu kalt, Spanisch kann ich nicht, dazwischen liegt Frankreich, da hab ich die Sprache immerhin mal 5 Jahre gelernt :). Nun gibt’s hier Rennes und seit kurzem auch Lyon für Informatiker…in Rennes war ich mal 2 Tage im Urlaub, ein 20.000 Einwohner-Städtchen, das mir nach den 2 Tagen schon zu langweilig wurde => also Lyon mit 1,3 mio Einwohner? Hört sich doch zumindest vom Umfeld mal ganz gut an. Dann noch was ist unter „École supérieur de chimie physique électronique de Lyon“ zu verstehen? Und was hat das mit Informatik zu tun? Prinzipiell nicht viel, aber es gibt auch einen Informatikbereich der sich hauptsächlich auf hardwarenahe Themen und Computergrafik spezialisiert => CG bei Lensch fand ich sehr cool, also warum sich nicht in die Richtung etwas fortbilden? Auf meine Kurse gehe ich aber später mal noch genauer ein.
Also nachdem die Entscheidung stand, nix wie ab bewerben und sofort auch ne Zusage bekommen – von den ca 100 ERASMUS-Leuten die jetzt ins Ausland gehen als erster im April *hrhr*. Ebenso hat die Frau im int. Office von Lyon mir auch alle Fragen per Mail immer innerhalb 2h beantwortet (recht stressig, da Mails in Französisch auch noch nicht zu meinen Spezialitäten gehören), mit zwei Mails ein Wohnheimszimmer reserviert und mich dann im July mit einem fetten Umschlag an Infomaterial (von Stadtplan, Metroplan, Stadtinfo, Grußworte von sämtl. Offiziellen bis hin zu einem 40-seitigen Prospekt über Clubs wie Sport, Musik, Theater, usw) versorgt => muss wohl super organisiert sein :). Bisher fühlt es sich zumindest so an, dass man nicht eine Nummer unter vielen ist, sondern genügend persönliche Ansprechpartner hat.
Man merkt allerdings, dass schon erheblichen Wert auf die Sprache gelegt wird…ich will wetten die meisten Unis schicken ihre Informationen in Englisch durch die Gegend…meine lieben Franzosen natürlich nicht ;-). Aber gut, ich gehe auch nach Frankreich um die Sprache zu lernen – habe auch franz. Vorlesungen. Ich merke immer wieder wie genial es ist einfach zwischen Engl. und Dt. zu wechseln, was durch meinen Australienaufenthalt recht gut geht…ich hoffe das klappt dann in 5 Monaten auch noch mit Französisch, denn die einzige Möglichkeit eine Sprache zu lernen ist wohl in dem Land zu leben. Also we will see oder on va voir. Über die Sprache in diesem Blog habe ich mir auch Gedanken gemacht…in meinem Australienblog war es desöfteren ein Problem, dass Ausis nichts damit anfangen konnten weil er auf Deutsch war…eig. wäre ja konsequent das hier in Franz. zu machen, aber dazu reicht mein Französisch leider noch nicht…also wundert euch nicht wenn sich irgendwann mal die Sprache in Englisch ändert. Französisch werde ich wohl nicht bloggen, weil das zuviele einfach nicht können.
Achja weil ja gerade Google StreetView hier so in der Kritik steht…ich würd’s glaub auch nicht so cool finden mein Haus dort zu sehen, aber ich hab es nun für Lyon echt lieb gewonnen (in Frankreich sind fast alle Straßen abfotografiert und online). Somit konnte ich mich schon etwas über das Umfeld in dem ich dann demnächst leben werde informieren. Will ich euch nat. nicht vorenthalten, hier meine Wohnheimsaddresse:
Größere Kartenansicht
Gerade mal 5min zu Fuß von der CPE entfernt und ca. 5km in die Innenstadt, also mal wieder in Fahrraddistanz :-).
So far…d.h. ich werde in der Nacht vom 31.8. auf den 1.9. so gegen 2 Uhr mit meinem Auto durch die Schweiz in Richtung Lyon fahren :-). Zum Glück fahr ich nicht mit der Bahn, denn wer weiß wo ich ankommen würde: „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo“ Bis dahin steht noch ausziehen auf dem Programm und achja ich verlasse Ulm am 28.8. um danach noch paar Tage bei meinen Eltern zu haben.
Ich hoffe hier einen informativen, lustigen Blog zu hinterlassen, natürlich freue ich mich über jeden Kommentar zu meinen Beiträgen!
Bevor ich nun jetzt hier anfange meine Erlebnise in Lyon (Frankreich) festzuhalten möchte ich mich ganz herzlich bei Raimar und Ferdi bedanken, dass ich ihre tolle Platform nutzen darf!
Nach Hause gehen, genau das wird in wenigen Stunden passieren. Im Moment sitze ich in Hanoi bei Chinhs Cousins und schlage mir die Nacht um die Ohren, da ich beschlossen habe, dass es sich für 2 Stunden nicht lohnt ins Bett zu gehen. Gerade käpfe ich etwas mit der Müdigkeit, aber in etwa einer Stunde muss ich dann zum Flughafen aufbrechen. Mein Plan ist einen Stadtbus zu nehmen, der etwa eine Stunde dauert. Aber dafür muss ich erst noch zur Kim Mã Busstation kommen. Am besten mit nem Taxi, das einen nicht betrügt.
Es wird sich alles bald aufklären.
Und so kann ich nur etwas wehmütig sagen: „Auf Wiedersehen Vietnam, China und Asien!“ 再见
Ich habe einst von einem Chinesen gehört, dass Nanjing (南京) die grüne Stadt, bzw die grüne Lunge Chinas genannt wird. Da muss er sich vertan haben … Nanning (南宁) ist offiziell die grüne Lunge Chinas. Und das kann ich im Gegensatz zu Nanjing definitiv bestätigen. Es mag auch am tropischen Klima liegen, aber diese Stadt ist wirklich schön … man wird hier wie in einer echten chinesischen Stadt als Ausländer noch angestarrt, es gibt ganz viele Motor-rickshaws, alles ist mit wilden Urwaldbäumen gesäumt, es gibt jeden Tag mindestens einen Platzregen, überall zwischen den Hochhäusern stehen noch gammelige Buden, … Das einzige, was mich hier etwas unglücklich macht ist das Essen. Wenn man alleine unterwegs ist, mag man ja nicht so in die großen Restaurants. Also sucht man nach kleinen Restaurants und Buden, die es auch zu Hauf gibt. Und sie alle haben nur Mifen (米粉), also Reisnudeln mit eingelegtem Gemüse, wahlweise Scharf und Schweinefleisch (Schweinehaut ist nicht mehr so populär) angebraten, in Suppe oder roh. Ich finde es hat ein bisschen was von Nudelsalat mit Essig und Öl.
Die letzten Tage war ich eher faul und bin im Haus geblieben. Ich hab mir gestern noch den Volkspark und die Innenstadt angeschaut. Ansonsten hab ich abends etwas mit Martin unternommen. Dabei durfte ich gestern auch gleich mehrere Beziehungskrisen miterleben und in gewisser Weise auch vermitteln. Gutes Sprachtraining für mein Chinesisch. Ich werde gleich auch nochmal mit ihm und Barry am Fluss sitzen und Hähnchenflügel schnabulieren. Morgen um 10 : 00 gehts dann nach Vietnam, sofern der Hostelbesitzer noch mein Visum beischafft…
Ja Visa für Vietnam zu bekommen ist ganz einfach. Das kann man in den Hostels kostenlos erledigen lassen. Den Bus nach Vietnam nimmt man an der Landong-Busstation, die mit dem Stadtbus auch einfach zu erreichen ist. (Buslinie 6 vom Bahnhof zur Busstation). Das Ticket für den Bus nach Vietnam hab ich mir auch über das Hostel kaufen lassen (Kommission 30 Yuan). Ich habe auch gehört, dass man von hier auch mit dem Zug nach Hanoi fahren kann. Also alles ganz easy.






