Hallo zusammen.
Wer Reisen will in China muss frueh aufstehen! Der Umstand, dass ich das nicht gemacht habe, ist die Ursache, dass ich hier Zeit habe um zu schreiben. Ich sitze nun ziemlich im Nirgendwo im Harbiner Umland und warte darauf, dass die japanische Kriegsbasis in 2 Stunden wieder aufmacht. Ungluecklicherweise waren wir, das sind 2 Australier namens Nick und Jed und ich. Naja haette mir auch denken koennen, denn fuer Chinesen ist die Mittagspause heilig. Auch wenn der Job nur daraus besteht in einem Kabuff zu sitzen, Zeitung zu lesen und wichtig auszuschauen, gibt es haeufig eine Mittagspause, in der man Zeitung lesen, rumsitzen, wichtig ausschauen und obendrein essen und schlafen kann. Lange Rede kurzer Sinn: ich abe nun Zeit einen Blogeintrag zu machen, leider aber nicht die Utensilien dafuer Bilder hochzuladen. Diese werden sicherlich nachgereicht werden!
Fangen wir mal mit letztem Freitag an. Um mich gebuehrlich auf meine 28-stuendige Fahrt vorzubereiten wollte ich Freitag extra-lange aufbleiben und am Samstag so viel wie moeglich Unternehmen, dass ich von der Fahrt so wenig wie moeglich mitbekomme. Das hat dank Jolien und Flo auch ziemlich gut geklappt. Ich hatte Samstag sogar fast zu wenig Zeit, so dass ich ein paar Sachen gar nicht erledigen konnte. Wir waren All-you-can-eat-and-drink Hotpot essen mit kostenlosem Bier. Der Hotpot hat dank dem All-you-can-eat auch fast nur Fleisch gefuettert bekommen. Am Ende habe ich mit Jolien noch die PIXAR-Shortfilm-Sammlung angeschaut und bin dann gegen 1 Uhr nachts Richtung Bahnhof aufgebrochen.
Der Zug, der um 2 Uhr fahren sollte kam 20 Minuten zu spaet. In China gibt es im Grunde 4 Klassen von Plaetzen im Zug. Preislich aufsteigen sind das die Hartsitze (Hardseater), die Weichsitze (Softseater), die Hartbetten (Hardsleeper) und die Weichbetten (Softsleeper). Manchmal gibt es noch VIP, aber das weiss ich nicht genau, was das ist. Ich hatte einen Hardsleeper, welchen man bei so einer Reise mindestens haben sollte. Bei einem Hardsleeper gibt es pro Kabine 6 Betten, rechts und links jeweils 3 Betten uebereinander und keine Tueren zu den Kabinen. Die Betten sind mit Laken, Decke und Kissen ausgestattet. Ich hatte das obere Bett, welches im Vergleich zu den anderen weniger Kopffreiheit hat, man kann sich nicht gerade aufsetzen. Ausserdem muss man ein bisschen klettern, bis man oben ist. Ich fand das aber gar nicht so schlimm, denn ich habe die meiste Zeit eh geschlafen, und wenn ich mich hinsetzen wollte, bin cih einfach heruntergeklettert und habe mich im Gang auf die Klappsitze gesetzt. Ich habe fuer die Reise nach Dandong auch wieder so einen Platz reserviert. Ich fand den Recht schick, vor allem weil die Gepaeckablage auch direkt in greifbarer Naehe war und es niemanden gibt, der auf meinem Bett rumklettert. Die einzige Zeit, in der ich nicht schlafen konnte war gleich nachdem ich im Zug war. Es war ziemlich stickig, und es gab mehrere Schnarcher. Als ich dann eingeschlafen war, ging um 7 Uhr morgens das Aufweckprogramm mit chinesischen Seifenopern im Zugfersehen los. Wer diese Seifenopern kennt, der weiss, dass sie zu 80 Prozent aus aufgebrachten Streiter‑ und Heulereien, gepaart mit bloedsinnigen Slapstickeinlagen, bestehen. Ein riesen Spass, wenn man schlafen will. Ich kann aber versichern, dass ich die Fahrt noch genug schlafen konnte.
Etwa mit einer Stunde Verspaetung traf ich dann in Harbin ein. Mein anfaengliches: „Es ist doch gar nicht so kalt!“ hat sich ziemlich schnell in ein: „Dieser verdammte Wind!“ gewandelt. Die Kaelte hier ist wirklich nicht so schlimm, sofern kein Wind weht. Auf der Suche nach der Jugendherberge, die ich mir herausgeschrieben habe, fragte mich ein Taxifahrer wohin ich wollte und meinte dann, dass es etwa 100 Yuan (10 Euro) bis dahin kosten wuerde. Bei einem Startpreis von 8 Yuan fuer die ersten 2 oder 3 Kilometer, kam mir das ziemlich spanisch vor. Tatsaechlich kostete gestern eine Strecke, die sogar etwas weiter war, nur 32 Yuan. Etwas argwoehnisch behandelte ich dann einen anderen Mann, der mich ansprach, waehrend ich verzweifelt damit kaempfte die Stadtkarte bei gefuehlter Windstaerke 10 zusammenzufalten. Er war anscheinend kein Taxifahrer, der den Auslaender abzocken wollte, sondern sagte mir mit welchem Bus ich fahren muss und wo dieser abfaehrt. Es gibt also noch gute Menschen auf der Welt, bzw. in China.
Das Little Fir International Youth Hostel ist sehr billig (30 Yuan fuer eine Nacht im Mehrbettzimmer), dafuer aber auch ziemlich gammelig. Eine Renovierung ist meiner Meinung nach noetig. Die Sanitaereinrichtungen sind dreckig, stinkig und schimmelig, so wie auch die Zimmer. Lustig ist, dass die Duschen Warmelampen haben. Wenn es einem nach einem Sonnenbad steht, kann man sich gerne in die Dusche stellen. Die Serviceleute sind ziemlich nett und es gibt hier sehr nuetzliche Karten, mit welchem Bus man zu welcher Sehenswuerdigkeit kommt und mehrere Stadtkarten auf denen das auch nochmal eingezeichnet ist. Ich finde das sehr hilfreich. Auch wenn das Hostel nicht im Stadtinneren liegt, ist es dennoch sehr leicht erreichbar: (vom Bahnhof Linie 11 bis 哈医科大学 (ha yike daxue) dann ein bisschen weiter die Strasse entlang und dann dem grossen Jugenherbergsschild folgen). Alles in allem ist es als Unterkunft und Schlafplatz sehr gut geeignet, aber fuer mehr auch nicht. In der Naehe gibt es auch Einkaufszentren und ein Hotel, in dem man Zugtickets kaufen kann, was ich auch gleich fuer Freitag nach Dandong gemacht habe.
Nachdem ich Mittaggegessen habe, habe ich mich gleich in die Stadt aufgemacht um die St.Sofia Kirche anzuschauen. Danach bin ich zur 中央大街 (Zhongyangdajie) eine schoene Einkaufsstrasse, die direkt zum (Songhua Fluss) fuehrt.
Uebrigens hier waren die 2 Stunden im Internetcafe um.
Der Fluss, der zu dieser Zeit natuerlicherweise komplett zugefroren ist, ist im Moment ein Platz, an dem man viele lustige Dinge machen kann. Dazu gehoeren: Schlittschuhlaufen, Eisrutschen rutschen, Schlitten fahren, sich von einer Pferdekutsche auf dem Fluss rumfahren lassen, sich von Schlittenhunden ziehen lassen oder mit Autos auf dem Eis rumzurasen. Ich habe mich dann auch schnell abzocken lassen und bin mit so ner Kutsche mitgefahren. Die 30 Yuan, die es anfaenglich kosten sollte, wurden mit „Extras“ so aufgepeppt, dass ich geglaubt habe es ist wirklich 100 Yuan wert. Naja wie es in China so ist, war es hoechstens 30 Yuan wert. Dann wollten die mich noetigen Schlittenhund zu fahren und am Ende wollte der Kutscher noch Trinkgeld. Das ist schon ziemlich dreist, weil Chinesen Trinkgeld eigentlich als unhoeflich erachten, und ich war leicht sauer.
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Hungrig habe ich mich auf dem Weg zu einem Park namens 兆麟公园 (zhaolin gongyuan) gemacht, in dem auch eine Eisstatuen Austellung sein sollte. Die 50 Yuan Eintritt haben sich gelohnt finde ich. Dennoch Leute mit einer Disney-Phobie sollten nicht hingehen. Denn die Meisten Statuen waren aus Disneyfilmen, es liefen im Hintergrund Disney-Lieder und eigentlich war der ganze Park auf Disney getrimmt.
Noch hungriger suchte ich nach einem netten Platz, um etwas zu Essen. Bei meinem bisherigen Glueck lag natuerlich kein gutes und billiges Chinarestaurant auf dem Weg. Dafuer habe ich einen Imbiss gefunden, der „deutsch chinesische Wurstfabrik“ hiess. Endlich Wuerstchen, die wie Wuerstchen schmeckten. Ich traf dort auch 2 Australier, die zufaellig im selben Hostel wohnen wie ich. Ich war mit denen noch in 2 Bars gestern. Eine hiess „International Jazz Club“, in dem ein Mann 5 Lieder auf dem Saxophon spielte und danach komische Menschen chinesische Eurodance Schlager traellerten. Also irgendwie nix mit Jazz. Die andere Bar war ein russischer Club, in dem House lief. Also auch nicht wirklich interessant.
Rechtschreibefehler bitte ich zu entschuldigen. Ich werde sie bei Gelegenheit ausbessern. Ich bin jetzt mal den australischen Nationalfeiertag feiern
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Letzten Freitag war meine letzte Prüfung für dieses Semester. Die ist laut Lehrer 还可以 (háikěyǐ), also in Ordnung, abgelaufen. Am meisten hab ich mich beim korrigieren von falschen Sätzen verzettelt. Nichtsdestotrotz habe ich nun alle meine Fächer bestanden, und kann ohne Sorgen meine Reise planen … und sie ist eigentlich schon geplant.
Ich habe für den 24.01., 2:00 Uhr Morgens ein Zugticket nach Harbin gekauft. Harbin liegt weit im Norden und dort ist eines der bekanntesten Schnee‑ und Eisfestivals der Welt. Man soll viele bunt-beleuchtete Eisskulpturen und –laternen bewundern können. Zudem gibt es dort ein Reservat für Schneetiger, das laut Jolien sehr aufregend sein soll. Der Zug dauert etwa 27 Stunden, daher werde ich am 26. ankommen.
Von dort aus werde ich wieder Richtung Süden fahren und mir eine Hafenstadt anschauen, die eine Fähre nach Korea hat. Ich dachte da an Dandong. Obwohl diese Stadt anscheinend nicht viel zu bieten hat, gibt es doch etwas interessantes: Es ist eine Grenzstadt zu Nordkorea. Eine Flussbreite entfernt ist dann also dieser Staat mit dem verrücktem Diktator, der der Welt mit Atomraketen droht, aber seine Bevölkerung hungern lässt.
In Dandong werde ich dann höchstwahrscheinlich eine Fähre nach Incheon/Südkorea nehmen und von dort aus weiterfahren nach Seoul. Vielleicht schaue ich mir auch nochmal die Grenze zu Nordkorea an, aber diesmal nicht als friedliche Grenze sondern als Waffenstillstandszone. Am 6.2 werde ich dann einem Konzert in Seoul beiwohnen. Wollen wir mal hoffen, dass meine internationale Überweisung geklappt hat.
Nach dem Konzert möchte ich dann so schnell wie möglich nach Guilin kommen. Laowei hat mich nämlich eingeladen mir die Stadt zu zeigen, währenddessen er seinen Großvater besucht. Unter Umständen wird auch noch Flo dabei sein. Wir werden dort dann auch das chinesische Neujahrsfest (春节 chūnjié) verbringen.
Daraufhin möchte Laowei seine Familie in der Nähe von Peking besuchen. Ich muss das mit ihm noch abklären, wie wir das genau machen. Danach wirds dann wieder Zeit nach Nanjing zu fahren und das nächste Semester anzutreten.
Hier noch eine Karte, die meine vorläufige Route anzeigt:
Winterferien auf einer größeren Karte anzeigen
Wow wenn ich das so durchziehe sind das über 7400km, die ich da rumreise.
Es geschah am Wochenende des 4. Advent, dass mich und Maik die Reiselust packte, und wir von Samstag auf Sonntag nach Shanghai fuhren. Geplant war nicht wirklich was, nur dass wir am Abend eine Karaoke-Bar besuchen wollten. Und wie das so ist, wenn man nichts plant, war die Herberge, in die wir gehen wollten, wegen Renovierungen geschlossen. Alternative Möglichkeiten hatten wir uns auch nicht herausgesucht. Nach 3 Stunden, 2 anderen Herbergen und einem Dunkin Donut fanden wir eine Unterkunft, in der seltsamerweise noch viele Betten frei waren. Der Preis des Captain Inn war auch angemessen und die Matrosenanzüge der Angestellten waren Belohnung genug für den langen Marsch. die „Kajüten“ waren auch nicht schlecht.
Die Herberge befindet sich in der Fuzhou-Lu fast direkt an der Promenade des Huangpu-Flusses, die man auch BUND nennt. Zur Haupteinkaufszone, der Nanjing-Road, sind es von dort nur 10 Minuten zu Fuß und somit auch nur 10 Minuten zur nächsten U-Bahn. Die Lage hätte man sich gar nicht besser wünschen können. Und da wir ja direkt am BUND gewohnt haben, war das auch unser erstes Besichtigungs Ziel. Die Baustellen haben leider den Blick auf Pudong etwas verunschönt, doch der am Tag so hässliche Fernsehturm (auch genannt Perle des Ostens) erstrahlte in all seinen wechselnden Regenbogenfarben.
Mittlerweile war es auch schon ziemlich kalt geworden und ich entschied mich dann doch eine Wintermütze von einem Straßenhändler zu kaufen. Das tolle an dieser Mütze ist, dass sie aussieht wie ein Pandakopf. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich mir so eine Mütze von vorneherein schon kaufen, seitdem ich sie zum ersten Mal sah. Es war der Beginn einer Reise, die immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zauberte. Es gab also doch noch etwas, was die Chinesen zum Schmunzeln anregte, wenn es schon Brillenträger ohne Brillengläser oder Frauen im Schlafanzug beim Einkaufen im Supermarkt nicht mehr tun. Ich überredete Maik auch eine zu kaufen und beim nächsten Straßenhändler erstand er eine Mütze, Modell Mausohren; er meint Modell Koala.
Wir kamen kurz danach an einer supermegatollen HyperAttraktion an; Vielleicht die beste, die Shanghai zu bieten hat. Und weil ich euch auch am Pudong-Sightseeingtunnel teilhaben lassen möchte, habe ich eine kleine Dokumentation darüber gedreht:
Ich sehe man ist sichtlich begeistert. Dieses atemberaubende Spektakel kostete auch nur 40 Yuan, also 4 Euro, was für chinesische Verhältnisse doch schon recht viel ist. Nunja zumindest ist es aufregender, als mit der U-Bahn nach Pudong zu fahren. Wir schauten uns den BUND nun auch von der anderen Seite an.
Weiter ging es dann in einen ganz anderen Teil der Stadt: In die French Concession. Dieser Teil der Stadt sieht relativ europäisch aus. Es gibt eigentlich keine Hochhäuser, dafür aber viele Villen und Nobelrestaurants. Die Suche nach einem billigen Restaurant gestaltete sich hier schwierig, doch am Ende aßen wir relativ gut und recht billig.
Nach dem Essen machten wir uns auf diese Karaoke-Bar, namens Bobo’s Bar, zu suchen. Als wir sie fanden, fanden wir sie unbeleuchtet und geschlossen vor, kein Schild, ob nun endgültig geschlossen oder nur im Urlaub. Einen Alternativplan haben wir uns nicht aufgestellt und so liefen wir einfach nur zurück zur Herberge, was sich etwa 2 einhalb Stunden hinzog. Auf dem Weg fiel Maik auf, dass die Werbetafel-Sitzgelegenheiten in Shanghai absolut undurchdacht ist. Man stelle sich einen LCD-Bildschirm vor, an dessen eine Bank festgemacht ist. Wenn man sich nun hinsetzt blickt man von der Werbetafel weg, und zwar nicht in Richtung Straße oder gegenüberliegende Starßenseite mit Werbetafel, sondern Richtung Mauer, Hauswand oder Gebäude. Zudem werden diese nachts nicht ausgeschaltet, was ich bei der Stromsparpolitik Chinas, die in chinesischen Studentenwohnheimen um 11 Uhr oft den Strom abstellen lässt, nicht nachvollziehen kann.
Am nächsten Tag streiften wir nurnoch durch Shanghai und schauten uns Sachen an, die auf der Karte als Sehenswürdigkeit angezeichnet waren. So waren wir zuerst an einem altertümlichen Markt in der Fangbang-Lu, der dem Nanjinger Fuzimiao (Konfuziusmarkt) sehr ähnelt. Anbei gab es noch einen daoistischen Tempel, der sehr bunt und Kitschig war, aber schöne Figuren an den Dächern hatte. Von dort aus gingen wir geradewegs zu etwas, was auf der Karte als „Spice-Market“ angezeichnet war. Auf dem Weg kamen wir wieder an einer Art europäischem Viertel vorbei, wo es auch wirklich billige Sachen zu kaufen gab. Einfach die Fangbang-Lu Richtung Westen entlang gehen. Vor dem Spice Market war noch ein Park mit See, an dessen kompletter Uferpromenade eine gelbe Linie entlangführte, auf der stand: „Danger do not go beyond yellow line“. Der „Spice-Market“ stellte sich dann heraus als ein westliches Restaurant‑ und Kneipen-Viertel mit viel zu teuren Preisen (natürlich). Also für westliche Touristen eigentlich komplett uninteressant. Wir sind dann noch an einen anderen Platz gefahren mit einer Kirche und waren danach Kaffe trinken. Maik hat einen Irish Coffee und ich einen Latte Macchiato mit Irish Cream getrunken. Es war genau dasselbe.
Eine Kreuzung, bizarr hässlich
Die Wohnung des Teufels
Chinesiche Winterdeko: Kohlbäume
Nahe Innenstadt, Expo-Baustellen-Chaos
Der altertümliche Markt
Daoistische Tempel und Dachverzierung
Auf dem Weg zum „Spice-Market“
Extrem gefährlicher ausgetrockneter See und wilder Panda
Touristen-Geldausdertaschezieh-Viertel mit wunderschönen Weihnachtswichteln
Kirche und asiatisches Gebäude auf Hochhausdach
chinesische Logik: Unter gewissen Umständen ist Norden auch mal unten
Chinesen und der Regenbogen
Am Ende muss ich sagen, dass das interessanteste an der ganzen Sache die Reaktionen auf unsere Mützen waren. Ein flüchtiges Lächeln, ein lautes Gelächter, ein „可爱 (ke’ai)“ oder einfach nur ein „interesting hat“. Alles davon hat mich stolz gemacht, und irgendwie auch glücklich, auch wenn es den Anschein hat, dass wir uns stattdessen lächerlich gemacht haben. Denn die einzigen, die abfällig die Nase darüber gerümpft haben, waren die westlichen Touristen. Alle anderen haben sich gefreut uns zu sehen.
Amen
… nicht einmal die Lieder deutscher Pop-Indie-Bands, deren Versuche im europäischem Ausland Fuß zu fassen kläglich gescheitert sind. (Was nicht für den Musikgeschmack dieser Länder spricht) Ich möchte euch natürlich nicht vorenthalten, was ich soeben entdeckt und für (im Raabschen Sinne) sensationell befunden habe:
Wer das deutsche Original nun nicht kennt, hier zum Vergleich:
Achja und die Seite zum Videogucken für Chinesen heißt „youku.com“, das Plagiat zu „youtube.com“, welches in China gesperrt ist. Es gibt auch ein chinesisches Gesichtsbuch alias „facebook“. Dieses heißt 人人 oder auch „renren“, was „MenschMensch“ bedeutet. Frei übersetzt würde ich es „Menschmeier“ nennen, aber das ist vielleicht auch nur mein Geschmack.
Hallo,
ich möchte nur schnell mal meine Weihnachtsgrüße an Alle loslassen; Die Neujahrswünsche nicht zu vergessen. Nun habt ihr euch denn auch gute Vorsätze fürs neue Jahr gemacht? Ich habe mir 2 Vorsätze gefasst:
1. Mich mehr darum zu kümmern, dass dieser Ort von Leben erfüllt wird
2. Ein bisschen mehr herum zu reisen. Es kann ja nicht sein, dass ich schon mehr als ein Vierteljahr wohne und außer Nanjing, Hangzhou und Shanghai nichts gesehen habe.
Es gibt noch viele Bilder von meinem Trip nach Shanghai, den man auch die „Reise der lachenden Gesichter“ nennen könnte. Oben drein kann ich dazu sogar ein Video einstelle.
Weiterhin gibt es noch ein paar Bilder von der Zeit zwischen den Jahren. Ich kann sagen Popularität ist total anstrengend und stinkt!
Leider bleibt mir heute nicht so viel Zeit etwas zu schreiben, weil ich bald noch mit Maik Chilli kochen möchte … ob das geklappt hat, kann ich ja dann bei Gelegenheit auch berichten.
Was meine Zeit in den letzten beiden Wochen auch etwas gekürzt hat, war, dass ich nun endlich Arbeit bekommen habe vom Informatik-Institut. Ich habe 2 Paper gelesen und sprachlich korrigiert. Ich muss sagen, dass das bei weitem schwerer ist, als ich dachte, und vor allem auch zeitaufwendiger. Mir ist aber schon einiges aufgefallen:
1. Chineische Wörterbücher verwenden veraltete und meistens auch unübliche Begriffe für nicht so unübliche Dinge.
2. Chinesen haben extreme Probleme „a“, „the“, „this“, usw. richtig zu verwenden. Meistens genau falsch herum, als man es eigentlich verwendet. Erklären kann ich mir das nicht wirklich.
3. Die Paper waren extrem einfach. Hingegen die Paper, die ich für gewisse Seminar, insbesondere für Computergrafik, lesen musste sind hundertmal schwerer gewesen. Vielleicht wissenChinesen einfach besser, wie man Sachen erklärt.
Am Sonntag war ich mit Flo und Unmei in der Gedenkstätte des Nanjing Massakers. Genau an dem Jahrestag (13.12.1937), als die japanische Armee als Sieger in die ehemalige Hauptstadt Chinas einzog. Die darauffolgenden 6 Wochen wurden laut chinesischen Angaben über 300.000 Menschen, auch Frauen und Kinder, auf brutalste Art und Weise hingerichtet und über 20.000 Frauen vergewaltigt. Die Objektivität dieser Zahlen und Daten wird einem spätestens dann genommen, wenn man dieses Mahnmal, begleitet von einem gleichmäßigen Glockenschlag, der den Eingang der Ausstellungshalle umnebelt, betritt. Es wurden dort die Namen all derer, die unschuldigerweise von der japanischen Armee niedergestreckt wurden, in die Wand graviert. Hin und wieder findet man sich in einem nachgebauten Kriegsszenario wieder und kann auf Schautafeln peinlich genau nachvollziehen, was vor, in und nach dem Massaker passiert ist. Es wird auch nicht gescheut die Texte mit reißerischen Adjektiven zu versüßen, dass man sich auch in die damalige Situation versetzen kann. Es wird von Grausamkeiten berichtet, wie Menschenjagd, wahrloses Erschießen von Passanten, Massenvergewaltigung, etc. Angst, Hass und Trauer liegen hier stark beieinander, vermischt mit einem kleinen bisschen schlechtem Geschmack. Ich frage mich ein bisschen ob es Leute gibt, die die ganze Sache mehr als Unterhaltung als als Andacht sehen, wenn man beobachtet, dass Eltern ihre Kinder im Vor‑ und Grundschulalter dorthin mitnehmen. Für diese ist das ganze doch nichts anderes als eine Geisterbahn in der man auf der Hälfte des Weges Hotdogs kaufen kann. Vor allem der 2. Stock zeugt von schlechtem Geschmack, wenn man im ersten davon predigt wie schlimm Krieg ist, dafür aber im 2. mehrmals mit Victory und der Großartigkeit Chinas erschlagen wird.
Die Parkanlage Außerhalb fand ich hingegen wieder sehr gelungen. Hier waren aufgrund des Jahrestages viele Blumenkränze aufgebahrt. Ich habe jedoch leider verpasst, als um 10 Uhr morgens die ganze Stadt anlässlich dieses Tages Glocken läuten hat. Es gibt dort einen Gedenkstein, vor dem eine ewig-brennende Flamme brennt, die aber kurz vor der Schließung der Anlange ausgemacht wird. Manchmal kann man sich echt nur wundern. Aber viel Spaß mit den Bildern von der Außenanlage, drinnen war das fotografieren verboten.
Trotz mancher (meiner Meinung nach) Geschmacklosigkeiten ist der Besuch hier sehr empfehlenswert.
Es gab dieses Jahr auch einen deutschen Film, der dieses Massaker aus Sicht eines Deutschen, namens John Rabe, beschreibt. Dieser richtete im Namen des roten Kreuzes zu dieser Zeit eine Sicherheitszone in der Stadt ein und rette damit 250.000 Chinesen das Leben. Ein Nazi, der, aus Sicht der Chinesen, ein Held war, und dem Hitlerregime eher eine positive Reputation in China verschaffte.
Nach dem Unterricht schrieb mir Duba eine Nachricht, dass er gerne mal mit vielen Leuten eine Sehenswürdigkeit besuchen wolle, die den wundervollen Namen: „Das Taiping himmlische Königreich Museum der Geschichte“ trägt. Ein bisschen Abwechslung kann ja nich schaden, also gingen wir (das waren Duba, Joe, Bino, Chinh und ich) dorthin, ohne zu wissen, was es da eigentlich zu sehen gibt. Wenn das schon so heißt, dachte ich, kann es ja nur toll sein.
Das Museum befindet sich auf der Südseite vom Konfuziusmarkt (Fuzimiao 夫子庙). Als ich dort ankam, erinnerte ich mich, dass ich das sowieso schonmal anschauen wollte, weil der Eingang schon so beeindruckend ist. Es besitzt riesige Tore und muss früher mal etwas wie ein Anwesen gewesen sein. Chinh meinte, dass er schonmal da war und es eigentlich nicht so toll war. Das Museum an sich war auch nicht so aufregend. Es handelt sich dabei um eine Abhandlung einer Epoche der Geschichte Nanjings, welche das „himmlische Königreich“ genannt wird.
Die Kunstgegenstände im Museum waren nicht so aufregend. Jedoch war das Anwesen einfach toll: schöne verwinkelt Gänge, Gallerien und Pavillons; Teiche, Felsen und auch ein Wasserfall. Eine perfekt Location mal ein bisschen mit der Kamera rumzuspielen und ganz viele Fotos zu machen.
Hauptdarsteller sind:
Duba
Joe
Bino
Chinh
und Mirko aus Höchst
Los gehts!
Der Wasserfall wurde ausgeschaltet, nachdem eine Olle rumgemotzt hat und wir dennoch nicht vom Berg hinabgestiegen sind.
Weil Juliane mal nachgefragt hat, wie denn nun der Campus ausschaut und ich bisher der Bebilderung schuldig bin, werde ich das nun hiermit tun. Das war einen Tag nach dem ersten Schnee und ich hatte schon vergessen, dass einem die Finger ziemlich schnell einfrieren, wenn man bei –3° ohne Handschuhe Fotos macht. Ich gehe auch davon aus, dass dies auch einer der Gründe ist, warum ich gerade mit Husten und Schnupfen im Bett liege/sitze und mir die Zeit nehme das zu schreiben.
Ich beschreibe hier den Weg vom Wohnheim aus zu meinem Klassenraum, wo ich die Sprachkurse habe. Von dort aus gehe ich zum Gebäude, wo die Informatiker ihr Lab haben, bzw hoffentlich auch bleiben dürfen. Mir kam nämlich zu Ohren, dass die Informatiker zum neuen Campus umziehen müssen. Ich hoffe nicht, dass dies geschieht, das wäre aus diversen Gründen, die ich irgenwann mal erleutern werde, ziemlich „incovenient“.
Raus aus dem Wohnheim auf die Straße:
rechts abbiegen und an dieser Kreuzung wieder links abbiegen
Der Straße ein Stück folgen, auf der linken Seite ist eine der Mensen, einen Schwenk nach rechts sieht man den Eingang vom Sipailou-Campus.
Der Hauptstraße folgend, sieht man links ein Verwaltungsgebäude, in dem man Geld auf seine Karte laden kann, rechts daneben die Bücherei (Tushuguan 图书馆).
Zentrum des Campus bildet dieser Springbrunnen, hier biegen wir wieder links ab, links sieht man ein Gebäude, das gerade renoviert wird und in das die Verwaltung und das Präsidium der Uni ziehen soll. Irgendein toller Mensch hat mal darin gewohnt, erzählte mir Laowei.
Am Ende der Straße biegen wir rechts ab und sehen links das Konferenzzentrum des Campuseigenen Hotels, rechts sehen wir den Sportplatz, mit Tennisplätzen, Volleyballnetzen, Basketballnetzen und Dauerlaufbahn.
Ein Stück und dann links ist das Hotel, indem wir unseren Klassenraum haben. Irgendwo im 2. Stock ist dieser „Klassenraum“. Ihm werde ich auch noch ein Kapitel widmen.
Wenn man aber geradeaus am Sportplatz entlang läuft, ist links eine Sporthalle mit Kraftraum, Badmintonplätzen und Tischtennisplatten, die man gegen Geld reservieren kann.
Weiter hinten ist ein kleiner Park, indem ich einen wunderschönen Schneemann gefunden habe. Zudem eine Statue von irgendjemanden, der just in diesem Moment eine Erleuchtung hatte.
Wenn man von dort aus rechts abbiegt, am Sportplatz entlang geht kommt man nach einer Weile an einem Parkplatz vorbei und schließlich am Gebäude der Informatiker an.
Ich hoffe der Rundgang hat gefallen. Wartet gespannt auf Teil 2!
Vor einer Woche geschah etwas, dass in Nanjing seit 50 Jahren nicht mehr passiert ist … es hat im November geschneit. Normalerweise schneit es hier im Januar, frühestens im Dezember. Nun dieses Jahr hat es am 16. November geschneit; oder sollte man sagen: „geschneematscht“. Was da Sonntag Nacht und Montag vom Himmel kam, war eine Mischung aus Regen und Schnee, der am Boden angekommen ziemlich schnell wieder geschmolzen ist. Durch Windböen und Zerstäubung aufgepeppt war es einfach unvergesslich mieses Wetter.
Nur die Vietnamesen freuten sich und waren ganz aus dem Häuschen. Chinh, der an diesem Tag zum zweiten Mal in seinem Leben Schnee gesehen hat, forderte mich auf, meine am Tag zuvor neu gekaufte Kamera einzupacken und Fotos zu schießen. Die müsse er seinen Freunden zeigen, meinte er. Ich wollte die Kamera sowieso einstecken und mal austesten, ob sich meine 120 € gelohnt haben. Unten kann man sehen was daraus geworden ist. Ich muss noch ein bisschen mit den Einstellungen rumspielen und die Modi austesten. Meiner Meinung nach ist alles zu verschwommen.
Als wir dann auf dem Weg zum Unterricht an dem Springbrunnen vorbeikamen, war etwas ungewöhnlich. Der normalerweise moderat-plätschernde Springbrunnen spritzte diesen Morgen eine riesen Fontäne aus Schneematsch in den Himmel. 很有意思!
Es war einer dieser Tage, die jeder kennt. Man steht auf, viel zu spät, findet ganz viele Beschäftigungen um sich vom Lernen abzuhalten und dann hat man fast nichts gemacht, bis man sich mit seinen Freunden in der Stadt treffen wollte. So traf ich mich mit Maik, etwas angenervt von den vielen Leuten auf der Straße, die im Gegensatz zu mir nicht die Bestrebungen hatten von A nach B zu kommen. So dachte ich darüber nach, was denn passieren würde, wenn ich mal ausversehen einem dreist sich vorbeischlängelnden Radfahrer einen Stoß gäben, so dass er mitsamt dem Fahrrad umkippt und auf dem Boden landet um damit meine angestaute Wut in den Erdboden abzuleiten. Ich kam zu dem Schluss, dass das wohl doch keine so gute Idee ist. Ich bin ja gewissermaßen ein Repräsentant Deutschlands, wobei ich vielen Mittel-Europäern auch aus dem Herzen sprechen, wenn ich diese Gedanken ausformuliere. Das Gewusel und die Ungeduld der drängelnden Chinesen ist meiner Meinung nach das anstrengenste an China. Im Gegensatz dazu steht das Verhalten eines Chinesen, der an einem Schalter sitzt. Da lässt er sich die Zeit eines meditierenden Mönches, ganz zum Leidwesen der Anstehenden. Gleich ein Grund noch etwas mehr zu drängeln.
Aber eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass ich mich mit Maik traf um einmal in der Bücherei Avant-Garde vorbeizuschauen. Er meinte, dass es dort abgesehen von Büchern noch viele interessante Sachen zu kaufen gibt, auch im Hinblick, dass man nach Weihnachtsgeschenken ausschau halten kann. Die Bücherei ist einer ehemaligen Tiefgarage gelegen. So ist die Einfahrt der Eingang zur Bücherei. Nach etwa 10 Metern kommt eine Linkskurve und es geht eine Rampe nach oben. Nach der Rampe ist ein ehemaliges Parkdeck. Die Einfahrt mit Rampe und Parkdeck ist alles Laden‑ und Ausstellungsfläche.
Wenn man die Rampe wieder herunterläuft um zur Kasse und zum Ausgang zu gehen, sieht man ein riesiges christliches Kreuz über den Leuten schweben. Das ist, was den Laden avantgardistisch macht … Hajo meinte auf einem Portal, dass man zu deutsch „Gesichtsbuch“ nennt: „Wenn eine kleine Bar in Ulm avantgardistisch ist, weil sie einen Buddha im Laden stehen hat, dann ist das umgekehrt genauso gerechtfertigt!“
Aber nicht nur das massive Kreuz sorgte bei mir für ein Schmunzeln. Da gab es noch die Motivauswahl der Holzbilder, die man dort kaufen konnte. Ein kleiner Saddam für den Nachttisch? Oder wie wäre es mit einer Gallerie von Schwarz/Weiß-Silhouetten der größten Diktatoren der Welt im Wohnzimmer? All das kann man hier kaufen. Mich hätte es ja gereizt den einen oder anderen Hitler, Stalin, Mao oder Michael Jackson als Geschenk los zu schicken, aber wer weiß, was die Leute beim Zoll denken, wenn sie so etwas in einem Paket finden. Vor allem bei nem Michael Jackson
Ich habe dann das Setting etwas verändert, um ein noch eindrucksvolleres Bild zu erzeugen. Wer findet den Fehler?
Ich habe mir dann noch eine modische „Chanel No5″-Tasche gekauft:
Wobei ich die „Bible-Bag“ –Tasche auch ganz putzig fand.






