Am Tag nach Yangshuo gings für uns schon früh los. Wir wollten noch vor Sonnenaufgang den Park mit dem Elefantenberg besuchen, weil wir hofften, dass so früh noch kein Wächter da ist, der uns Eintrittsgeld abknöpft. Die Rechnung ist nicht aufgegangen, nicht nur, weil ich einerseits im Hotel eingesperrt war und Laowei verschlafen hat, sondern auch weil der Wächter leider schon da war. Aber anstatt jetzt doch die Eintrittskarte zu kaufen, fanden wir eine andere Möglichkeit um in den Park zu kommen. Uns sprach eine nette Dame an, die uns für 20 Yuan, statt den 90 Yuan Eintrittskarte in den Park bringen könnte. Dieses nicht ganz legale, aber wohl allgemein akzeptierte verfahren, sich mit einem kleinen Fischerboot in den Park fahren zu lassen, war schon eine etwas spannendere Alternative, als durch den Haupteingang zu gehen.
Am Ufer des Li-Flusses angelegt, betrachteten wir den Sonnenaufgang und die vielen (Hobby‑)Fotografen, die diesen Moment auf Celluloid, bzw Silicium, bannen wollten. Es sah bei den meisten aber nicht so aus, als wollte es wirklich gut gelingen. Wir machten uns daraufhin auf, den Elefant zu erklimmen.
Auf dem Weg zum Gipfel wurde mir aber etwas anderes gewahr, was mir vorher nie so aufgefallen war (vor allem weil ich noch nie so früh in einem chinesichem Park war). Die Morgenrituale von chinesischen Rentnern.
Was allgemein bekannt ist, dass Chinesen vor allem Morgens Taichi und Qigong machen. Was nicht so bekannt ist, ist dass sie aber auch andere körperliche Betätigungen machen. Sie laufen oft rückwärts und hauen sich dabei auf Schenkel, Po und Brust. Laowei meinte, das machen sie, weil sie damit ihre Sinne schärfen wollen. Aber am interessantesten finde ich, dass sie morgens in den Park gehen und sich einfach die Seele aus dem Leib schreien. Auf dem Berg bekommt das umso besser mit, weil man auf einmal aus allen Ecken des Parks laute Schreie hört. Ich nenne es den Brunftschrei des Chinesen. Es folgt nun eine Fotosession um und vor dem Elefantenberg:
Jetzt mussten wir erst einmal richtig Frühstücken. Auf dem Weg kamen wir an Guilins Gold‑ und Silberpagode vorbei, die des Nachts auch demenstprechend Beleuchtet waren. Es ist sehr Schade, dass wir abends nicht mehr an ihnen vorbei kamen.
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Wir aßen Frühstück/Mittag in einem Foodcourt im obersten Stock eines Einkaufszentrums am botanischen Garten Guilins, wo wir auch Mittags in der Sonne lagen. Nachmittags besuchten wir dann Guilins 7 Sterne Park, der seinen Namen durch die 7 Berge bekam, die in ihm liegen. Am Eingang wurde man von einem großen 春 (chūn = Frühling) und einem Baum mit ganz vielen roten Laternen begrüßt.
Die Tropfsteinhöhle ist sehr interessant. Wie Laowei mir berichtete war sie einmal ein Widerstandslager gegen die Japaner gewesen. Doch die Japaner haben einen Eingang der Höhle zerstört und durch den anderen einen Giftgasangriff gestartet, sodass diese Höhle das Grab vieler Soldaten geworden ist. Das interessante ist nun, dass man abseits des Touristenpfades noch die alten Gänge der Soldaten sieht.
Da ich die Führung in der Höhle eh nicht verstand und mir die fotofanatischen Chinesen etwas auf den Geist gingen, habe ich mich etwas abgeseilt und bin vorgegangen. Leider ist die Beleuchtung der Höhle immer nur dort angeschaltet, wo der Führer gerade ist, also ging es nicht ganz so gut mich abzuseilen. Außerdem wartete Laowei außen, weil er die Höhle nicht noch einmal besuchen wollte. Als der Ausgang nah war bin ich dann einfach vorgelaufen. Ich traf mich dann mit Laowei am Kamelberg, vor dem Bill Clinton schonmal eine Rede zum Umweltschutz gehalten hat:
Im Park gibt es auch einen Berg, auf dem Affen leben, die in der Abenddämmerung vom Berg herunter kommen. Ich habe mich auch mit einem von ihnen ein Anstarrduell geliefert, was ich verloren habe. Der Affe hat auch gecheatet und mich einfach angeschrien, sodass ich mich erschreckt habe und alle umherstehenden Chinesen mich ausgelacht haben.
Abends war ich dann noch bei Laoweis Onkel, der mir das Hotel besorgt hatte, zum Essen eingeladen und machte bei dieser Gelegenheit noch ein paar Fotos, auf denen die Stickereien der Tante ja nicht fehlen durften.
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Und so ging auch dieser Tag zuende. Das schlimme war, dass am folgenden Tag irgendwie plötzlich der Winter zurückkam und wir uns von dem schönen Wetter verabschieden mussten.
Für den folgenden Tag hat mir Laowei vorgeschlagen ich solle doch nen Tagesausflug nach Yangshuo machen. Standardmäßig fährt man da mit dem Schiff einmal den Li-Fluss nach Yangshuo und zurück. Dort gibt es dann einige Tempel und Tropfsteinhöhlen zu sehen.
Und so machte ich den Trip mit und wurde am Morgen mit nem Bus vom Hotel abgeholt. Wir sind nicht lange gefahren, als wir schon an der ersten Station ankamen. Ein großer Souvenirladen mitten in der Pampa. Wir waren nicht der einzige Reisebus der hier halt machte und es zeichnete sich schon ab, was das Motto dieser Fahrt werden würde: Souvenirs gefällig?
Nach einer halben Stunde warten und verschwendeter Zeit ging es dann auch weiter. Wir fuhren zu einem Tempel und auf der Fahrt fiel mir einer der mitreisenden Chinesen besonders dadurch auf die Nerven, dass er ständig auf eine prollige Art und Weise durch den Bus brüllte und (auch wenn ich ihn nicht verstanden habe) anscheinend alles besser wusste als sein Begleiter. Ich werde ihn von nun an „Herr Proll“ nennen.
Herrn Proll hat dann im besagten buddhistischen Tempel auf ganz souveräne Weise die größten Räucherstäbchen zum Beten gekauft um auf recht dillentatische Art und Weise zu beten. Abgesehen von seiner spektakulären Show war der Tempel eher uninteressant. So ging ich dann auch gleich wieder raus, wo eine Reihe Straßenhändler schon auf die nächste Beute warteten. So wie Spinnen unter der Straßenlaterne am dicksten werden, versprechen sich auch diese den meisten Profit an den Bussen von Touristen, die jeden Tag zuhauf hierher gekarrt werden, um sich zu langweilen oder die größten Räucherstäbchen zu markieren. An mir haben sie nichts verdient und wie ich dann so warte, bis auch die anderen den Tempel verlassen haben, betrachtete ich mir den Affendresseur, mit dessen Affen man schöne Erinnerungsfotos schießen konnte. Nur die Dressurmethoden waren mir etwas zuwider. Er hatte vier Affen, 2 davon im Zirkusoutfit gekleidet mit lustigem Stöckchen und Hütchen. Die anderen beiden waren angekettet und nackt, wobei sie auf den Zehenspitzen stehen mussten um sich nicht selbst zu erhängen. Hin und wieder vernahm man von ihnen ein klägliches Jaulen. Prost Mahlzeit.
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Als dann alle beisammen waren ging es weiter um einen Banyan-Baum zu besichtigen. Man sagt, dass diese Art Baum ein ganzer Wald werden könne. Am Eingang wurde man auch schon von Fotografen empfangen, die einen gegen einen Unkostenbeitrag vor allen Sachen, die man möchte, fotografieren und die Fotos danach ausdrucken und mitgeben. Das ist hier ziemich normal. Und so stürzte sich Herr Proll sofort auf den ersten Fotografen, der ihn dann in erhabener Pose vor dem Banyanbaum, hinter dem Banyanbaum, neben dem Banyanbaum, usw fotografierte. Ich habe es vorgezogen die Bilder lieber selbst zu machen.
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In der Nähe des Banyanbaums besuchten wir dann eine Tropfsteinhöhle. Dort gab es auch mehrere Stellen an denen man sich fotografieren konnte. Die Frage, wer als erster darauf losstürmte, wenn sich die Gelegenheit bot, muss ich nicht beantworten. Stellenweise war die Höhle echt klasse, manchmal musste man aber auch am guten Beleuchtungsgeschmack zweifeln.
Am Ausgang der Höhle konnte man dann noch im großen Maßstab Geschirrspültücher kaufen. es liegt ja auch auf der Hand sowas in einer Tropfsteinhöhle zu verkaufen.
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Nach dem Essen ging es dann endlich zur Bootsfahrt. Beim Essen habe ich mich mit einer Familie aus Guangzhou angefreundet, mit der ich am Schiff dann an einem Tisch saß. Es war sehr entspannt und relaxed. Für die Fotos muss man einfach nur warten bis die Chinesen alle fertig fotografiert haben. Denn alle wollen gleich zu Anfang die Fotos schießen und stehen dafür auch an, auch wenn genug Zeit bleibt später Fotos zu machen. Besser für mich!
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Das neue Semester hat angefangen, und aufgrund des Müßiggangs letzten Semesters, wurden die Anforderungen etwas angezogen. Ich bin derzeit froh, wenn ich einfach nichts machen muss vor lauter Hausaufgaben usw. Ich habe auch einen Job als Deutschlehrer angenommen und ich unterrichte privat bei 2 Mittelschülerinnen, die die doppelte Staatsbürgerschaft (Chinesisch-Deutsch) haben und für den Deutschunterricht in der internationalen Schule Nachhilfe in Deutsch brauchen. Da ich keine Ahnung von deutscher Grammatik habe, ist jede Vorbereitung auf den Unterricht etwas anstrengend. Ich werde auch bald Lehrer am Goethe Institut für komplette Anfänger (A1) sein. Dann wird das ganze noch stressiger, ohje.
Naja es fehlen von meiner Reise ja eigentlich noch die Eindrücke von Guilin und Hongkong. Beginnen wir einmal mit Guilin. Ich bin also von Seoul (Sonnenschein, kalt) mit dem Flieger nach Guangzhou (Regen, warm) und von dort nach Guilin (Bewölkt, warm). In Guangzhou habe ich mich übrigens mit der Dame am Haägen Dasz-Stand darüber unterhalten, dass man in Deutschland umgerechnet billigeres Eis bekommt als bei ihr. Das half leider nichts. Vom Flughafen in Guilin wurden wir dann mit nem Shuttlebus in die Stadt gebracht, wo mich Laowei und sein Onkel abgeholt haben und ins Hotel gebracht haben. Am nächsten Morgen gings dann auch gleich mal los um die Stadt etwas zu erkunden. Wir haben uns dann auch gepflegt kurz verlaufen und sind auf einen der vielen Berge gestiegen um einen Überblick über die Stadt zu haben. Beim Abstieg plätscherte dann ein Wasserfall, von einem anderen Berg herunter, der beim Auftsieg noch nicht existiert hatte. Man könnte Guilin auch die Stadt der tausend fake-Wasserfälle nennen.
Irgendwann hat sich Laowei auch wieder ausgekannt und wir sind ins Stadtzentrum zurückgelaufen. Eine Guiliner Spezialität ist neben dem „Mifen“ (米粉 Reisnudeln mit Schweinehaut und Chilli, angereichert mit eingelegten Bohnen, etc.) auch das in Essig eingelegte Gemüse. In der Stadt gabs das überall auf die Hand zu kaufen. Endlich halbwegs gescheite Gewürzgurken! Hätten wir die an Weihnachten für die Hotdogs und den Kartoffelsalat gehabt, dachte ich mir. Abends aßen wir dann noch bei den Großeltern von Laowei zu Abend und auf dem Heimweg von ihnen kamen wir an einem riesigen Nachtmarkt vorbei. Ich habe mir einen Fächer gekauft, wo der Verkäufer aus meinem chinesichem Namen ein Gedicht drauf geschrieben hat. Ich muss mir von Laowei nochmal den Wortlaut geben lassen.
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Ich habe gestern zum ersten Mal jemanden gesehen, der in einem chinesischen Restaurant mit Messer und Gabel gegessen hat. Normalerweise gehört das Messer in Küche, die Gabel gibt es gar nicht und mit Küchengeräten isst man nicht. Das wäre Esskultur. Ich frage mich manchmal nur, ob es wirklich Esskultur ist, wenn man versucht Schnitzel (diese gibt es durchaus in China) mit den Stäbchen zu essen. Das sieht bei den meisten genauso elegant aus, wie ein Hund, der aus dem Napf frisst.
Nun habe ich aber gestern jemanden gesehen, der mit Messer und Gabel gegessen hat. Nur scheint dieser Gabel und Messer teilweise zu vertauschen: denn was liegt näher, als mit dem Messerl das Essen auf die Gabel zu schieben und die Gabel zum Mund zu führen? Richtig: Mit der Gabel das Essen auf das messer zu schaufeln und mit dem messer zu Essen! Und als ich ihn so beobachtet und mich darüber wunderte, wie Chinesen essen, ist mir aufgefallen, dass ich den Mann schon einmal gesehen habe und er ein Vietnamese und gar kein Chinese ist. Das war wohl die Rache der Franzosen!
Guten Appetit!
Die Fähre nach Korea war interessant. Man hat sehr gemerkt, dass normalerweise keine Ausländer mitfahren. Es war das erste mal, dass ich bei der Ausreise aus China die Departure-Card nicht selbst ausfüllen musste, weil die Grenzbeamten sich um mich sorgten. Auf der Fähre angekommen hat mich auch eine Bedienstete zu meinem Schlafplatz geführt, dass ich mich nicht verlaufe. Das war auch gut so, denn ich hätte wahrscheinlich schon verlaufen. Wir sind durch einen großen Saal gelaufen, der mehrere 10m² Flächen hatte, auf denen Matratzen verteilt lagen. Ein großer Schlafsaal. Ich hatte aber zum Glück ein Bett in der nächst höheren Klasse. Mehrere Gänge mit 2-Stockbetten auf beiden Seiten und Vorhang für das bisschen Privatssphäre. Weiter hinten gab es anscheinend noch Kabinen. Da die Fähre selten Ausländer gesehen hat und auch von einer „Kleinstadt“ kommt, war das Verhalten der Mitpassagiere auch recht chinesisch, d.h. es wurde munter von jedem 2. Handy Musik gespielt, Nudelsuppe geschlürft, danach Sonnenblumensamen geknackt und nach chinesischer Tradition die Schale auf den Boden fallen gelassen und hin und wieder aus tiefstem Rachen auf den Boden gespuckt. Zum Glück konnte man seine Schuhe unter dem Bett unterstellen. Nachdem dann alle im Bett waren, wanderte ich nochmal auf dem Schiff umher und fand einen erstaunlicherweise sehr ansprechenden Duschraum, bzw Baderaum, der mich quasi einlud nochmal eine richtig schöne heiße Dusche zu nehmen. Das war einfach wunderbar, nachdem ich in Dandong in der Wohnung keine wirkliche Möglichkeit hatte zu duschen und daher auf ne öffentliche Dusche zurückgreifen musste.
Am nächsten Morgen wurde ich sanft von den Spuckgeräuschen der Menschen geweckt, die ihre morgentliche Wäsche durchführten. Leider war der Waschraum zum Zähneputzen viel zu nah an meinem Bett, sodass ich ein feuchtfröhliches Spuckkonzert von 7 bis 9 miterleben durfte. Dieses Badezimmer hatte vor allem noch die Besonderheit, dass die Waschbeckenabflüsse nach einem Schlauch direkt auf dem Boden münden, sodass man das, was man eben im Ausguss verschwinden sah, kurz danach an seinen Füßen vorbeischwimmen sehen konnte. Ich war schon etwas glücklich, als ich in Incheon ankam, und als ich dann nach Südkorea eingereist war, überkam mich der Gedanke: „Oh mein Gott, du bist hier noch ein viel größerer Analphabet, als in China! Wie komm ich denn nun von hier aus zu einer U-Bahnstation?“ Die Lösung war ganz einfach: Vor dem Ausgang des Terminals gabs nur einen Buslinie, deren Endstation „Dongincheon“ ist, welche dem Bahnhof von Incheon entspricht und an das U-Bahnnetz von Seoul angeschlossen ist. Leider haben ein paar Linien in Seoul mehrere Endhaltestellen in verschiedenen Stadtteilen, sodass man aufpassen muss, in welchen Zug man einsteigt. Und dann bin ich gefahren, eine ganze Weile, einmal planmäßig umgestiegen und habe trotz undeutlicher Anfahrtsbeschreibung des Hostels, dennoch das Hostel auf Anhieb gefunden. Ich bin ja so gut
Untergekommen bin ich im Bebop-Guesthouse, in dem Jonathan auf mich gewartet hatte. Jonathan studiert auch an der SEU in Nanjing, wohnt auf meinem Gang im Wohnheim und hat eineinhalb Jahre in Seoul gelebt. Ich kann das Hostel wirklich empfehlen. Es ist recht neu und sauber, eine der billigsten Varianten in Seoul, relativ gut angeschlossen an die U-Bahn (10 Minuten zu Fuß) und im Studentenviertel der Hongik-Universität in Hongdae gelegen. Aber vor allem fühlt man sich dort verdammt wohl. So wohl, dass ich dort den ganzen restlichen Nachmittag verbracht habe und nichts getan habe. Am ersten Abend bin ich alleine auf Essensuche und habe zufällig ein chinesisches Restaurant erwischt. Da konnte ich die Speisekarte wenigstens lesen
Nachdem ich ausgeschlafen hatte, machte ich mich auf zum Gyeongbokgung, einem der Paläste und traf auf dem Weg dorthin eine Japanerin aus dem Hostel, die dort auch hinwollte. Schon die U-Bahnstation war thematisiert. Am Eingang des Palastes stehen Wachen, die, als wir dort ankamen, ihre Wachablösung hatten. Hier bekommt man wenigstens ohne geld zu bezahlen schon was geboten. Nach der Show kauften wir uns die Eintrittskarten und schauten uns das Palastgelände an:
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Das Gelände des Palastes war wirklich riesig, aber irgendwie war es auch etwas langweilig. Die Restaurationen sind wirklich gut, aber irgendwie sah jedes Gebäude gleich aus. Im Sommer, wenn die Wiesen grün sind und die Landschaft und Gärten etwas prächtiger sind, macht es sicherlich mehr Spaß. Wir entschieden uns einen Kaffee zu trinken und dann wollte Anna, die Japanerin, sich mit jemandem treffen. Ich zog also allein weiter und ging zu einer der beliebtesten Einkaufszonen, namens Insadong. Auf dem Weg dorthin schaute ich mir noch ein Kloster, namens Jogyesa, an.
Ich schlenderte vor mich hin und kam an einem künstlichen Fluss vorbei, hab auch ne Kirche gesehn (Es gibt in Seoul wirklich viele Kirchen) und hab mich irgendwie verlaufen. Irgendwann kam ich dann an einem Markt an, in dem fast nur Essen verkauft wurde. Es tut mir im Nachhinein leid, dass ich nicht die Fleisch‑, Wurst‑ und Speckschwartenberge fotografiert habe, sondern nur eines der leckersten Gerichte Asiens Tteokbokki
Das aß ich auf einer beheizten Holzbank sitzend, während links von mir auf Augenhöhe ein paar gekochte Schweinefüße in den Fleischberg eingebettet waren. Nun neben dem eben Genannten, konnte man auch koreanische Pfannkuchen in verschieden Farben und Formen und diverse Sorten von Kimchi kaufen. Man konnte auch eine ganze frittierte und panierte Flunder am Spieß kaufen, also alles, was das Herz begehrt. Aber da die Reisknödel in Paprikasoße ziemlich satt gemacht haben, konnte ich mich gerade noch zurückhalten einen Schweinfuß auf einmal zu verschlingen und bin etwas weiterspaziert, bis ich mich verlaufen habe und dann irgendwie am Dongdaemon ankam, wo ich dann in die U-Bahn gestiegen bin.
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Am nächsten Tag aß ich mit Jonathan, einer Deutschen aus dem Hostel und ihrer Freundin koreanisches Barbecue (Bulgogi). 90 % der koreanischen Restaurants sind Barbecue-Restaurants, daher hat sich dort eine ganz eigene Kultur entwickelt. Man muss normalerweise mindestens für 2 Personen bestellen. Bei 4 Personen bekamen wir 4 große Fleischstücke unterschiedlich mariniert, die man auf einem Grill, der in den Tisch eingelassen ist, grillt. Die Kellnerin übernimmt das Grillen für gewöhnlich, wenn nicht so viele Gäste da sind. Dabei wird das Fleisch, nachdem es durch ist, mit einer Schere in kleine Stücke geschnitten. Wie in allen koreanischen Restaurants gibt es dazu eine Auswahl an Beilagen (Banchan), zu denen Kimchi, eingelegter Rettich, Kartoffelsalat, Fischmehlpfannkuchen, etc. zählen, wie auch speziell für das Barbecue diverse Dips, Soßen und Salatblätter, in die man die gedippten Fleischstücke einrollt und isst. Von den Beilagen darf man sich für gewöhnlich so oft nachholen, wie man möchte. Schade, dass es so wenig koreanische Restaurants in Deutschland gibt, denn die koreanische Küche hat echt leckere Sachen zu bieten. Was in China sehr berühmt ist als koreanisches Gericht ist Dolsot Bibimbap. Das ist Reis mit diversem Gemüse, einem Ei und einer Paprikapaste im heißen Steinpott. Das klingt jetzt ziemlich langweilig, schmeckt aber hervorragend und ist freilich mit Fleisch modifizierbar. Das ganze gibts auch kalt ohne Steinpott, doch dann ists ein bisschen langweiliger. Ein weiteres Standardgericht ist Gimbap, die koreanische Version von Maki-Sushi.
Nach dem Essen gingen wir (ohne Jonathan) in ein Freilandmuseum eines koreanischen altertümlichen Dorfes (Namsangol Hanok Village). Wir haben auch so hippe „Fotografier mich beim Springen“-Bilder gemacht.
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Samstags war ich dann auf dem Konzert, das der ursprüngliche Grund für meine Reise nach Seoul war: Final Fantasy Distant Worlds, in dem Musikstücke des Komponisten Nobuo Uematsu, der diese Stücke für die Videospielreihe Final Fantasy komponiert hatte, von Chor und Orchester unter der Leitung von Arnie Roth inszeniert werden. Es war einfach toll und hat sich gelohnt, auch wenn es mich ärgert, dass ich die Karte vorbestellt habe und die Standardüberweisungsgebühr von Deutschland nach Korea etwa genauso teuer war wie das Ticket an sich, da das Konzert logischerweise auch nicht ausverkauft war.
Abends hatte Jonathan das Gefühl, dass ich zu wenig von Seoul gesehen hätte und dass wir unbedingt nochmal überall hin müssten. So waren wir in einer anderen Einkaufsstraße in Insadong, auf dem Soul Tower, der sich wirklich lohnt, und an diversen anderen Plätzen der Stadt, wo man abends ausgehen kann. Im Seoul Tower hat man eine atemberaubende Aussicht auf Seoul, leider durch Glasscheiben und noch „leiderer“ abends durch Glasscheiben, die die zu starke Beleuchtung der Aussichtsplattform innen spiegeln.
Sonntags fuhr ich mit der Deutschen gemeinsam zum Flughafen. Der erste Shuttlebus, der uns zum Flughafen bringen sollte war leider schon voll besetzt. Ich dachte dann, wenn das noch ein paar mal so ist, dann kommen wir wohl nie zum Flughafen. Das wäre nunmal das Los, wenn vor der eigenen 7 andere Stationen liegen und an dieser Station soviele Leute warten, dass man damit einen halben Bus füllen könnte. Doch der zweite Shuttlebus war fast leer und so gings zum Flughafen. Im Flughafen gab es eine traditionelle koreanische Aufführung in einem Teeladen.
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Bevor ich mit dem Reisebericht weitermache muss ich mich nur einmal kurz darüber aufregen, dass in China einfach nichts auf Anhieb funktioniert. Das hat im Gegensatz zu allen anderen Sachen, für die man nur Glück benötigt, überhaupt nichts mit Glück zutun. Es ist daher die Regel, und diese ist absolut: „Wenn man etwas möchte (Amt, Bank, Post, etc.), was auch nur ansatzweise aus der Reihe fällt, dann gehts nicht, auch wenn es gehen müsste.“ Jedoch, wenn man lang genug diskutiert, denn Diskutieren macht ja Spaß (genauso wie Gräten im Fischgericht, oder Knochen und Knorpel im Gulasch), kann man das, was vorher noch völlig unmöglich war, möglich machen. Es geschehen somit geschätzt eine halbe Millarde Wunder in China pro Tag. Manche davon in 5 Minuten, manche davon in 10 und manche dauern sicherlich über eine Stunde. Nun wage ich zu behaupten, dass sich die Auftrittshäufigkeit des einzelnen Falls antiproportional zur benötigten Diskussionszeit verhält. Da Chinesen unergründliche Wesen sind, die man mit westlicher Logik (ich erinnere: das chinesische Wort für Logik wurde aus dem Westen importiert) nicht beschreiben kann, kann man auch keine westliche Logik anwenden um meine Behauptung zu beweisen. Nichtsdestotrotz war nun heute der Fall, dass ich mit meiner Notfallvisakarte, die von Visa extra für Notfälle und daher ohne PIN ausgestellt wird, am Schalter der zweitgrößten Chinesischen Bank kein Geld ausgezahlt bekam, obwohl mir das von den Visa-mitarbeitern zugesichert wurde, dass man das kann. Ohne PIN kann man nun kein Geld vom Automaten ziehen, man hat jedoch immernoch die Kartennummer und die Sicherheitsnummer (geschweige denn von meinem Perso und Reisepass als Absicherung), mit denen man im Internet alles bezahlen kann. Ich bin mir auch sicher, dass ich Geld bekommen hätte, wenn ich lange genug diskutiert hätte, was nach meiner These mit der Seltenheit meines Falles in dieser Bankfiliale wohl 5 Stunden und 3 Nervenzusammenbrüche und infolgedessen mindestens 5 Stunden meines wertvollen Lebens gekostet hätte. In Deutschland werde ich künftig zu schätzen wissen, dass die Leute in der Regel Ahnung von ihrem Job haben und bei Komplikationen oder Spezialfällen nachfragen, anstatt von Anfang an zu sagen, dass es nicht geht.
Prost! Achso Happy New Semester to me
Zuerst möchte ich noch einmal rekapitulieren wie der Stand war, bevor ich nach Dandong fuhr. Ich hatte dummerweise meine Kreditkarte sperren lassen, und hatte somit nurnoch Zugriff auf das Konto der Bank of China, das ich glücklicherweise für mein chinesisches Stipendium angelegt hatte. Ich hatte mir das Zugticket nach Dandong schon vor der Sperrung gekauft und so saß ich in der Wartehalle des Bahnhofs von Harbin, mit etwa 100 Euro in der Tasche und einem ungewissen Betrag auf dem chinesischen Bankkonto. In der Wartehalle traf ich einen Neuseeländer namens Tom, der in Dandong wohnt und mir seine Telefonnummer gegeben hatte, falls man mal abends weggehen möchte. Als ich dann am nächsten Morgen in Dandong ankam und den Stand meines Bankkontos abgefragt hatte, bekam ich erst einmal einen Schock: 800元 also etwa 80 Euro. Das war genau der Betrag, der die Fähre nach Südkorea kostet.
„Erst einmal eine Unterkunft finden, die am besten gar nichts kostet, und Freunde, die gerade nicht selbst reisen, fragen, ob sie mir Geld auf mein chinesisches Bankkonto einzahlen“, schwirrte in meinem Kopf umher. Maik hat mir zum Glück am Abend gleich mal Geld eingezahlt und somit meine Reise erst einmal gerettet. Ich schrieb auch Tom eine Nachricht, ob er eine Couch oder ähnliches zum Übernachten hätte und meldete mich gleichzeitig bei Couchsurfer an, das für Dandong eine Hand voll Leute anbot, die ihre Couch zur Verfügung stellen. Kurz danach meldete sich auch Tom zurück, der eine Übernachtungsmöglichkeit für mich gefunden hatte. Es war eine renovierungsbedürftige 2-Zimmer Wohnung mit Matratze und kaputtem Bettgestell. Es war in diesem Moment ein Traum, auch wenn ich nachts in Ermangelung einer Decke und einer genügend heizenden Heizung ein wenig fror.
Es meldete sich, kurz nachdem ich zu Mittag gegessen hatte, auch der eine Mensch von Couchsurfer, den ich wegen einer Unterkunft angeschrieben hatte. Er bot mir an mich ein bisschen rumzuführen und so wurde er mein Reiseleiter für die nächsten paar Tage, weil er zurzeit auch nichts besseres zutun hatte. Sein Name war Lüyou (吕游) und er ist ein ehemaliger Informatikstudent, der vor hat in Nigeria Chinesisch zu unterrichten um Geld für eine Europareise zu sparen.
Wir trafen uns am Bahnhof von Dandong, wo ein riesiger roter Mao über den Platz wacht und gingen dann erstmal zu dem Ort, wo jeder Tourist zu allererst hingeht: Zur zerstörten Brücke nach Nordkorea. Damals in einem der Koreakriege hatte China über diese Brücke die nordkoreanische Armee mit Gütern versorgt, weil sie die einzige Eisenbahnbrücke von Nordkorea in die Ausenwelt war. Daher wurde sie von Amerika bombadiert und zerstört. China restaurierte sie zur Hälfte und machte ein Denkmal für die unendliche Freundschaft zweier kommunistischer Staaten daraus. Es wurde auch eine neue Eisenbahnbrücke etwa 50 Meter daneben errichtet, auf der 3 Mal in der Woche ein Zug von Beijing nach Pyongyang fährt. Das Tor in eine andere Welt.
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Am nächsten Tag fuhr ich dann mit Lüyou und einem japanischen Freund, namens Yuki, zum Tigerberg 虎山 um einen restaurierten Teil der chinesischen „Großen Mauer“ zu sehen, der nicht so von Toursiten überlaufen war, wie der Teil bei Beijing. Zudem gibt es hier noch eine Besonderheit: der Berg liegt direkt an der nordkoreanischen Grenze und bietet bei freier Sicht einen tiefen Blick ins Land und am Fuße des Berges hat man die Möglichkeit nordkoreanisches Festland zu betreten, wenn man den Fluss überquert. Leider war die Sicht an diesem Tag sehr dunstig, dafür war aber der Fluss fest zugefroren. Doch zuerst ein paar Bilder von der Mauer und dem Mauermuseum:
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Nachdem wir uns das Mauermuseum angeschaut hatten, was ziemlich unspektakulär war, begaben wir uns auf einen Wanderpfad um den Tigerberg herum. Von einem Geländer unterstützt musste man richtige Kletterpartien an dem Felsen ausführen bis man zu einer Treppe kam, die vom Berg herunter an das Flussufer des Flusses bzw. Baches, der China von Nordkorea trennte, führte. Auf beiden Ufern des Flusses wurde das jeweilige Land mit einem Stacheldrahtzaun geschützt. Doch auf chinesischer Seite gab es genau an dieser Treppe eine Tür im Zaun, und so kann jeder gewitzte Reisende kurz mal schnell aus China ausreisen, den gefrorenen Fluss überqueren und sich auf nordkoreanischem Territorium, aber noch vor dem schützenden Zaun, fotografieren lassen um zu beweisen wie wagemutig er ohne Pass und Visum in Nordkorea war. Doch die Grenzsoldaten, die die am Berg entlang kletternden schon lange im Vorraus sehen kann, muss dann zu dieser Stelle schlendern und mit einer routinierten wenig überzeugten Bissigkeit, die Wagemutigen verscheuchen. Man soll sein Glück ja nicht herausfordern und so gingen wir zurück auf chinesisches Territorium und ich machte von dort aus ein Foto des Soldaten. Danach setzten wir den Rundgang um den Berg fort und waren wieder dort, wo wir die große Mauer zuerst bestiegen hatten.
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Am nächsten Tag zeigten mir Lüyou und ein Freund von ihm 2 der Dandonger Parks. Der erste war der Park um den Fernsehturm, der aussieht wie die halbe Version vom Shanghaier Fernsehturm. Nachts ist er auch so ähnlich erleuchtet … leider hab ich kein Bild davon machen können. Lüyou erzählte auch, dass Nordkorea sich über den Turm beschwert hat, weil er die nordkoreanischen Funksignale überstrahlt. Am Fuße des Berges, auf dem der Turm steht, war noch ein Nonnenkloster. Das war das erste Kloster, das mich wirklich an ein Kloster und nicht an eine Touristenfalle erinnert hat.
Der andere Park hatte auch einen kleinen Tiergarten, obwohl mir die Tiere da eher Leid taten. Kleine Käfige und dreckig. Zu bemerken sei auch, dass in Dandong die Parks, im Gegensatz zu allen anderen Orten in China, an denen ich schon war, nichts kosten. Auf der Spitze des Parks war dann noch die Pagode, auf die man steigen konnte und einen schönen Blick über Dandong hatte.
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Doch später am Abend aß ich noch mit Tom und der kleinen Dandonger Ausländerclique Barbecue. Man bestellte Spieße verschiedener Sorten (Schwein (猪肉), Rind(牛肉), Hühnchen(鸡肉), Tofu(豆腐), Baozi(包子), Pilze(蘑菇), …) und steckte diese in den Aussparung im Tisch, in der mehrere Säulen mit glühenden Kohlen waren. Die Spieße drehte der Tisch automatisch (soviel Luxus muss sein). Zudem gab es noch Schalen auf der Kohle, auf denen man das Gebratene warm halten und zB Muscheln grillen konnte.
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Am nächsten Tag reparierte ich mit Tom noch notdürftig das Bett und machte mich Mittags auf den Weg zur Fähre nach Südkorea. Obwohl der Hafen zu Dandong gehört, liegt er in einer anderen Stadt, namens Donggang (东港), etwa eine Stunde per Bus gen Süden. Am Busbahnhof in Donggang angekommen musste ich noch ein Taxi zum Fährhafen nehmen, wo der Taxifahrer mit mir einen viel zu hohen festen Preis aushandeln wollte. Doch so leicht lasse ich mich nicht beluren und ich machten den Taxameter an. In der Wartehalle war ich erstaunt, wieviel die Chinesen oder Koreaner da mitschleppen. Das ist ja bei Zugfahrten auch schon krass, aber das hat mich echt überrascht:
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Es folgen nun die Bilder von den diversen Eis‑ und Schneeparks, die Eintritt gekostet haben und die Bilder vom Tiger-Wildpark. Ich habe nicht alle selbst geschossen, daher danke auch an Steffi, Robert, Robert und Caroline für die Bilder. Viel Spaß:
Zuerst kommen die Bilder vom Heilongjiang-Tiger-Wildpark: 黑龙江东北虎林园 (Heilongjiang Dongbeihu Linyuan). Anwesend die 3 Deutschen (Robert ⅹ 2 und Steffi) und die Belgierin Caroline, sowie der Australier Jed und 2 Mädels aus Groß-Britannien und der Weg dorthin, sowie die Bilder vom Koreaner, wo es Hundefleisch-Eintopf gab.
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Diese Bilder sind von der Sunny-Island und dem Schneeskulpturenpark, der direkt gegenüber der Hauptattraktion von Harbin, der „großen Eiswelt“ gelegen ist. Ich war dort mit den 3 Deutschen aus Jena, bzw. Wuhan, Caroline der Belgierin aus Lewen und Jed, dem Australier. Die Britinnen haben sich abgeseilt:
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Nun die Bilder von der 冰雪大世界 (Bingxue Dashijie), der großen Eiswelt (gefroren Schnee groß Welt). Anwesend wieder Steffi, Caroline Robert x2, Ich und ein Kanadier. Anzumerken sei, dass die Gebäude wirklich riesig waren, wenn man den Maßstab auf den Bildern nicht sein kann. Als ich auf meiner Reise etwa 3 Wochen später in Guilin war, sagte mir jemand, dass sich hier wohl Steine gelöst hätten und jemand erschlagen haben, kurz nachdem ich dort war. Trotz des Unfalles kann ich den Park dennoch sehr empfehlen.
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Zuletzt noch die gesammelten Werke, als ich mit Steffi & Co die Stadt unsicher gemacht hab.
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So nun bin ich wieder ins schöne Nanjing zurückgekehrt. Als ich etwas müde aus der U-bahn stieg, wehte mir der staubige Duft der Stadt in die Nase. Das ist Nanjing, hier riecht es nicht so wie in Harbin oder Guilin, dachte ich mir. In meinem Wohnheimszimmer angekommen sehnte ich mich nach einer Dusche und einem Gang zur Toilette. Dort wurde mir gewahr, dass ich die ganzen 4 Wochen das Badezimmerfenster offen gelassen habe. Und als ich dann die Klobrille putzte war das Toilettenpapier ganz schwarz. Beim duschen sah man, wie das Wasser einen Staub und Dreckfilm vor sich weg schob und sich mit diesem langsam vermischte. Nanjing hat ganz schön viel Dreck in der Luft. Man sagt ja, ein Tag Beijinger Luft ist wie eine Schachtel Zigaretten. Hier ist das wohl so ähnlich.
Edit: Die Harbin-Bilder sind nun bei den passenden Beiträgen
Ich sitze gerade in Seoul in einem sehr gemuetlichen Hostel und dachte mir, ich schreibe mal wieder etwas.
3. Tag in Harbin: Es ist erstaunlich warm. Die beiden Australier haben sich entschlossen heute die Sachen anzuschauen, die ich am ersten Tag schon gesehen hatte, also bin ich alleine umher gezogen. Ich wollte die ominoeso Gogol-street finden. Ich bin mir nicht sicher ob ich sie gefunden habe, dafuer habe ich eine echt schoene Uferpromenade eines Kanals gefunden, der durch Harbin hindurchfliesst. Ich ging durch einen Park, der im Sommer wohl so etwas wie ein Freizeitpark fuer kleine Kinder ist. Obwohl im Winter alles zu hatte, musste ich dennoch Eintritt (2 Yuan) zahlen. Dieser lag an besagtem Kanal, der auch zugefroren war. Man konnte also einfach ueber den Kanal gehen und in den Park „einbrechen“.
Als ich den Kanal so entlang schritt, fand ich eine Eisplatte vor, auf der man Schlittschuhlaufen konnte. Beobachtet von vielen neugierigen Augen, was fuer ein Auslaender sich denn hierhin verlaeuft, schoss ich ein paar Fotos, als eine Horde neugieriger Kinder auf mich zukam. Sie fragten mich wo ich herkaeme und wie ich hiesse und fragten mich, ob ich denn schon einmal Schlittschuhgelaufen waere. Bejahend ueberredeten sie mich doch auch welche auszuleihen und ein bisschen zu laufen. Die Leihgebuehr betrug 10 Yuan, was ich fuer angemessen hielt und fing an zu laufen, zumindest versuchte ich es. Die meiste Zeit jedoch war ich damit beschaftigt mich mit den Kindern in chinesisch und englisch zu unterhalten: Was man in Deutschland und China so isst, was meine Lieblingsfarbe ist, usw. Das war sehr unterhaltsam und hat wirklich Spass gemacht.
Spaeter kamen noch ein paar andere Auslaender auf das Eis. Ich habe sie schonmal am Abend vorher gesehen, als ich mit den Jed und Nick den australischen Nationalfeiertag in einer USA-Bar gefeiert habe. Es stellte sich heraus, dass die Menschen in den russischen Winteranzuegen alles Englischlehrer aus Tianjin, Guangzhou oder Shanghai waren, die fuer das britische Konsulat arbeiten. Ich haengte mich an sie dran und wir spielten in meinem Hostel noch etwas Gitarre und sangen dazu. Spaet am Abend kam noch eine Belgierin (Caroline) dazu, die auf ihre deutschen Reisegefahrten aus Wuhan wartete. Wir fanden heraus, dass sie an der selben Universitaet studiert wie die anderen Belgierinnen aus Nanjing ist, die ich kenne (aber nicht sonderlich leiden kann).
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Wir machten aus, dass wir am naechsten Tag zusammen den Tigerpark und den Eispark anschauen. Und so begann der 4. Tag in Harbin, nur mit dem Problem, dass ich meinen Geldbeutel nicht finden konnte. Ich liess sofort meine Kreditkarte sperren, weil man das halt so macht. Und so kam es wie es kommen sollte: Nach langem hin und her und erfolglosem Gelderfragen bei der Bank of China, fand ich meinen Geldbeutel dort, wo wir am Abend vorher sassen und Musik gespielt haben, unter nem Stuhl neben der Heizung. Da haette ich auch als allererstes schauen koennen! Mit der gesperrten Kreditkarte war auch meine Geldquelle mit einem Male futsch. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich aber noch nicht, dass man Kreditkarten nicht entsperren kann und war bisher ganz gluecklich und unbeschwert.
So fuhren wir (das waren Jed, einer der Australier, der noch nicht abgereist war, Caroline, die Belgierin, die 3 deutschen Pharmazeuten aus Jena, Steffi, Robert und Robert, und 2 zufaellig zugestossene Maedels aus England) in den Tigerpark, der seine 65 Yuan echt Wert war. Man faehrt zuerst mit einem Kleinbus durch die Wildgehege, direkt an den Tigern vorbei, die sich von den Autos schon lang nicht mehr stoeren liessen. Diese pinkelten die Busse hoechstens an, so dass man obacht geben musste, dass m,an ja rechtzeitig das Fenster schliesst. Ein Ranger kam dann in den Bus und sammelte Geld ein um eine Live-Fuetterung vorzufuehren. Mit einem Haenchen auf dem Dach fuhr das Rangerauto in das Gehege und wurde mit einem Sprung sofort von einem Tiger erklommmen. Mit dem Tiger auf dem Dach, der das Haehnchen verzehrte, fuhr der Wagen eine Runde und kam zum stehen. Der Tierhueter oeffnete nur einen Spalt seine Tuer und warf immer wieder einen Fleischbrocken heraus, um de sich die anderen Tiger pruegelten.
Nach der Safari kann man noch etwas in einer Art Tierpark herumlaufen, und exotische Tiere wie den Liger oder weisse Tiger betrachten.
Nach dem Park besuchten wir die Sun Island auf der die Schneestatuen-austellung war. Der Eintritt kostet unermaessigt 150 Yuan, was schon recht happig ist. Ermaessigt als Student waeren das 75 Yuan. Man kann zur Not auch nen Fuehrerschein als Studentenausweis missbrauchen, so wie es die eine Englaenderin auf unser Anraten hin getan hat. Die Schneestatuen waren ziemlich beeindruckend, nur spuerte man auch hier, dass was Harbin schon die ganze Zeit umwehte. Vor allen Dingen als Auslaender wird man hier ausgenommen wie es geht. In einem Iglucafe wollte wir einen Kaffe geniessen, der 20 Yuan kosten sollte. Kein ungewoehnlicher Preis fuer Kaffee in China. Was wir aber bekamen waren waessrige Pulverkaffeemischungen, deren Einkaufswert wohl nicht 2 Yuan uebersteigen. Das war schon ganz schoen unverschaemt.
Als wir dann damit fertig waren fuhren wir zurueck in die Stadt, weil wir den ganzen Tag noch nichts richtiges gegessen haben. Wir fanden auch ein Restaurant mit angemessenem Preis und leckeren Gerichten, doch war es danach leider zu spaet um noch zum Eispark zu gehen, sodass wir das auf den naechstn Tag verschoben, was fuer mich etwas unpraktisch war, weil mein Zug nach Dandong auch an diesem Tag gehen sollte.
Mein letzter Tag in Harbin begann schleppend und lief den ganze Tag schleppend. Ich war wieder mit den Deutschen unterwegs und ein Kanadier begleitete uns noch. Zuerst fuhren wir zum Bahnhof, weil die anderen Zugtickets kaufen wollte, wobei sie zuerst die falschen kauften, die zurueckgeben mussten und sich fuer die anderen nicht sofort entschieden. Dann besuchten wir die Kirche, wobei ich draussen blieb, weil ich sie schon einmal gesehen habe und besuchten eine Synagoge. Dabei liessen sich alle soviel Zeit, wobei ich ja keine hatte. Unser Plan war es danach mit der Seilbahn zur Sun-Island zu fahren und von dort aus zum Eispark zu gehen. Wir kamen leider 10 Minuten zu spaet und die Seilbahn hat gerade geschlossen. Also versuchten wir zum Eisark zu kommen ohne ein Taxi zu verwenden, was von der Harbinner Innenstadt gar nicht so leicht is, weil nur ein Spezialbus dahin faehrt und der nur in grossen Zeitabstaenden. Schluss‑ und letztendlich kamen wir dann dort an, wobei ich mich von den anderen etwas abspaltete und alleine alles anschaute, bevor ich mich mit ihnen wieder traf und ein Abschiedsfoto schoss, um dann den Bus zum Hauptbahnhof zu nehmen.
































































