Ferdinand am Dienstag, 21. Juli 2009

Gestern abend bin ich von meiner Reise durch den Sueden Mexicos und Guatemala zurueckgekommen und (mal) wieder in Guadalajara.Ein paar haben es ja schon mitbekommen, dass ich ab Freitag wieder in Deutschland bin – durch Facebookstatus (obwohl er in Spanisch ist) ;-)

Freu mich schon wahnsinnig wieder daheim zu sein! Es gibt einfach viele Leute die ich gerne wieder sehen will, mal wieder so richtige Semmeln essen – statt diesem Brotersatz hier, richtige Wurst statt gebratener Schweinehaut – es gibt einfach 1000 Dinge auf die ich mich freue.

Trotzdem weiss ich schon jetzt, dass ich Mexiko vermissen werde. Ich hatte hier ein super Jahr, viele Dinge erlebt (die meissten positiv), habe neue Freunde gefunden…

Dies ist nicht mein letzter Blogeintrag. Ich habe von der Reise noch viel zu berichten (da ist gerade mal die erste Woche niedergeschrieben), viele Fotos zum herzeigen, vielleicht fallen mir „Unterschiede“ auch erst auf, wenn ich wieder zurueck bin. Waehrend der Reise war es ein bisschen schwierig zu bloggen (langsame Interentcafes, vom Spambot ausgesperrt worden etc…)

Die meisten werde ich ja bald sehen. Zunaechst mal nach Penzberg und naechste Woche schaue ich, dass ich nach Ulm komme!

Meine Reiseroute als Vorgeschmack, fuer meine letzten Blogartikel:

View

Sur de Mexico in a larger map

Ferdinand am Mittwoch, 1. Juli 2009

Sonntag haben wir die Grenze ueberquert. Wir hatten ein Shuttel, das uns von unserem Hotel in San Christobal direkt nach Xela in Guatemala gebracht hat. Es gibt zwischen den beiden Laendern keinen regulaeren Busverkehr und die Alternative zu diesem Shuttel waere ein 5-maliges Umsteigen in kleinen Collectivos gewesen.

Mein erster Eindruck von Guatemala: Alle haben mir gesagt es waere um ein vielfaches billiger, wie Mexiko und mir kommt hier alles teurer vor. Ein Supermarkteinkauf kostet deutlich mehr und Bier fast das doppelte! Vieleicht interesiere ich mich fuer die falschen Sachen: Spanischsprachschulen sind super billig: 1Woche 5*5 Stunden Individualunterricht mit ausgebildetem Sprachlehrer (der eine Universitaet dafuer besucht hat) kostet 100 $ (inkl.kostemlosen Internet, Abendveranstaltungen etc…)

Das weiss ich so genau, weil wir zur Zeit bei Eddy, einem Spanischlehrer wohnen (couchsurfing.org) Er hat uns dabei geholfen ein paar Touren hier in der Umgebung zu organisieren. Es gibt vor allem Vulkane zu besteigen :) Montag waren wir auf bei den Laguna Chicabal einem heiligen Ort der Maya. Aber…

Im Regenwald zur Regenzeit… Hoert sich eingetlich schon ziemlich verregnet an… Hier in Guatemala regnet es jeden Tag, wenn auch nicht dauernd, aber immer mal wieder.

Bei den Laguna Chicaba hat es uns nur leicht erwischt, andere Male sind wir aber von oben bis unten nass geworden :(

Gestern waren wir bei heissen Quellen mitten im Jungel.Schaut die Bilder an!!

Fotos gibt es, aber um das ganze ein bisschen einfacher zu halten haben wir nur einmal die Bilder hochgeladen:

http://www.facebook.com/album.php?aid=119466&id=589863899&l=5f953821d8

Heute machen wir noch eine kleine Couchsurfing-party bei Eddy.

Ferdinand am Samstag, 27. Juni 2009

Die letzten Tage war ich in San Cristobal einer wunderschoenen Stadt/Dorf im Bundesstaat Chiapas im Sueden Mexikos, einem Ort voller kleiner Cafes, bunter Haeuser, Toursiten und Indigenos. So schoen, dass es nach 5 Tagen schwer faellt weiter zu ziehen.

Fuer einen Tag waren wir in Chamula, einem Dorf der Tzotziles (einem lokalen Indigeno Stamm) Obwohl es nur 10 km entfernt war, waren wir dort in einer anderen Welt. Das Herz des Dorfes war, wie in jedem anderen mexikanischen Dorf auch ;)  die Kapelle im Zentrum. In Chamula war diese aber nur aeusserlich eine normale mexikanische Kirche, innen wurden eine einzigartige Mischung aus  alte Riten, Moderner und Katholizimus praktiziert. Es gab keine Baenke, der Boden war mit Gras ausgelegt, in der Luft lag deshalb eine Mischung aus frischem Gras und Weihrauch. Die Leute sassen am Boden vor einem Meer aus Kerzen. Es gab keine gemeinsame Zeremonie wie man sie aus anderen Kirchen kennt. An vielen Orten wurde unabhaengig voneinander im Familienkreis ein gleicher Ritus praktiziert. Ueber den Kerzen schwenkten sie Lebensmittel (Eier, Fisch, lebende Haehnem Coca-cola Flaschen, Popcorn, …) in kreisenden Bewegunge, danach dieselbsen  Bewegungen ueber dem Kopf eines Angehoerigen. Die Einwohner schienen mit allen Einfluessen recht tolerant umzugehen und schafften es gleichzeitig ihre Eigenheit zu bewahren… Neben allen erwaehnten Einfluessen ist zuletzt noch der Tourismus hinzugekommen. Neben Seltsamen Riten eine Handvoll Touris ;) und die bunte Mischung wird ein bisschen bunter. Was den Einwohnern bei der Tourisache wichtig/heilig ist: absolutes Fotoverbot – da dadurch die Geister gestohlen werden koennten. So tolernat sie waren, war ich natuerlich auch und habe deshalb keine Bilder im Angebot.

Jetzt bin ich leider nicht zu anderen Themen gekommen :( – ich habe hier so viel gamcht. Muss leider aufhoeren, da ich keine Zeit mehr habe. Das ist mein letzter Eintrag aus Mexiko fuers erste. Morgen geht es nach Guatemala :)

Von dort melde ich mich wieder!

Update 1.7.2009

Ein weiterer Ausflug von San Christobal ging nach Toniná (26.6), einer alten Mayastaette, die etwa 2 Stunden entfernt ist. Toniná ist schoen und rellativ untouristisch. Wir waren praktisch alleine auf einer riesigen Pyramide. Das es so wenige Leute sind liegt neben der Jahreszeit auch an den Nachwirkungen der Influeza. Ich habe jetzt schon von einigen gehoert, dass sie sich lange ueberlegt haben nach Mexiko zu fahren und viele Freunde kennen, die vore in oder zwei Monaten ihre Reise hierher storniert haben. Wirklich schade fuer die Leute die hier leben und vielfach auf die Einnahmen des Tourismus angewiesen sind.

Toniná ist eine gut erhaltene Maya-Pyramide, die man frei besichtigen kann. Es gibt fast keine Zauene oder sonstige Beschraenkungen. Wie bei anderen Ruinen auch, ist der Aufstieg ganz schoen anstrengend und der Rueckweg ein Abenteuer, da die Treppen 45 Grad und steiler sind.

Ansonsten haben wir die Zeit in San Christobal genossen. Es gibt wirklich super Lokations dort. Wie ein argentinisches Cafe, bei dem man zu jedem Glas Rotwein, ein belegtes Brot gratis (nach dem 5.Glas ist man langsam satt ;)) Ein wirklich angenehmes Oertchen,wo man gut seine Zeit verbringen kann.

Ferdinand am Dienstag, 23. Juni 2009
Bilder kann ich im Moment keine hochladen – habe auch eher wenige gemacht bisher. Da muss ich oefter mal abdruecken, glaube ich…
 
Seit Freitag sind Melodie und ich jetzt endgueltig unterwegs. Gestern sind wir in einem kleinen Dorf (Salina cruz) gestrandet, als wir zum Strand fahren wollten… Der Plan war eigentlich wenige Touristen, am Ende waren wir weit weg von allem. Trotzdem sehr schoen. Wir haben nette Leute kennengelernt – abends auf ein Bier mit einem Einheimischen – heute einen ruhigen Tag verbracht. Jetzt sitzen wir in einem Internetcafe. Busse fahren hier nicht all zu oft. Jetzt muessen wir auf den einzigen am Tag warten – es fehlen noch zwei Stunden, um Mitternacht geht es weiter;-)
 
Gekommen sind wir aus Oaxaca – der Welthauptstadt der Schokolade. Auch dort war es eher ruhig (im Gegensatz zu hier aber richtig viel loss). Es gibt zur Zeit fast keine Touristen – ¿ob das an der Influenza liegt? Viel Schokolade haben wir getrunken, gegessen, als Mole zusammen mit Huenchen – lecker. Gekauft haben wir natuerlich auch jede Menge. Melo hat da einen richtig guten Deal gemacht: andert-halb Kilo. Jetzt sind die Rucksaecke schwerer als vorher… Aber Teil des guten Deals war, dass ich ein halbes Kilo trage und sie den Rest. Mal schaun, wie lang wir das durchhalten.
 
Eine gute Nachricht zum Schluss: Ich habe mein Auto verkauft ;-) Zu einem rellativ guten Preis von 19,500 $, das sind – tagesaktuell – 1037 €. Ich habe also fuer mein halbes Jahr mit Auto 500 Peos (27 Euro) + diverse Reperaturen, Versicherung etc gezahlt, insegesammt vielleicht dreihundert Euro. Damit bin ich echt total zufrieden!
Ferdinand am Freitag, 19. Juni 2009

Heute geht es Richtung Sueden. Das Auto bin ich leider nicht mehr lossgeworden… (Kurz vor meinem Abflug muss ich wohl deutlich mit dem Preis runtergehen :((()

Erst mal Vorfreude auf tagelang am Strand schlafen ;-) Melde mich naechste Woche wieder

Ferdinand am Donnerstag, 18. Juni 2009

Mein erster Zwischenstopp auf meiner Rundreise war Mexiko Stadt (auch Distrito Federal, kurtz DF genannt). Gewohnt habe ich dort, fast eine Woche bei Cesar, einem guten Freund aus Guadalajara. Im letzten Semester hatten wir einige Kurse zusammen. Er ist jetzt fertig mit seinem Studium und hat eine halbe Woche darauf Arbeit in der Hauptstadt gefunden. Sein Haus hat echt eine absolut geniale Lage, genau zwischen Zentrum und Cuyuacan. Gut angeschlossen mit oeffentlichem Nahverkehr, der im Gegensatz zu Guadalajara deutlich nuetzlicher ist.

Die Stadt hat mir dieses Mal deutlich besser gefallen. Ich habe es ein bisschen ruhiger angehen lassen, erst mal gemuetlich gefruestueckt ;-) Mexiko hat einfach wahnsinnig viel zu bieten, unglaublich viele verschiedene Zonen, die sich sichtbar unterscheiden. Andererseits ist der Smog fast ueberall vorhanden (was einem nach ein paar Tagen aber nicht mehr so stark auffaellt – hmmm) Der Verkehr ist deutlich agressiver. In DF haette ich mir wohl nie ein Auto gekauft. Aber auch als Fussgaenger lebt man deutlich gefaehrlicher in der Gallerie gibt es ein Bild mit einer gruenen Fussgaengerampel und vorbeifahrenden Autos. Bevor ich das Foto gemacht habe musste ich mich mit einem Sprung rueckwaerts retten. Naja einfach immer auf den Verkehr achten und alle Art von Beschilderung am besten gleich ignorieren (Freu mich schon auf meine Verkehrserlebnisse in Deutschland)

Cuyuacan ist einfach genial. Viele Bars, Parks … Frueher war es der Rueckzugsort der ersten Spanier und ist dementsprechend voller alter Kolonialgebaeude. Dieses Stadtviertel war ausserdem die Heimat von Frieda Kahlo und Leo Trotzki. Friedas Haus, das heute ein Museum ist habe ich mir angesehen – wirklich sehenswert, leider waren Kameras nicht erlaubt. Trotzki habe ich mir geschenkt. Ich war schon in Argentinien im Geburtshaus von Che Guevara, da muss der Stuhl in dem Troztki hinterruecks ermordet wurde nicht umbedingt sein (Diese Museen glaenzen meisst mit recht einseitiger Geschichtsschreibung)

Sehenswert ist auch Chapultapec ein Park der fast im Zentrum Mexikos liegt. Richtig entspannend einmal groessere Gruenflaechen zu sehen. In dem Park ist auch das Antropologische Museum – wirklich genial. Fuer jede Region Mexikos gibt es einen riessigen Saal. Ich habe die Zeit zur Urlaubsvorbereitung genutzt – Golfkueste, Chiapas… Man ich freu mich schon wahnsinnig nach sueden zu kommen. Das bekannteste Austellungsstueck ist der Atztekenkalender, den sie Mitten im Zentrum Mexikos gefunden hatten.

Am Wochenende war ich auf einer mexikanischen Hochzeit. War eher Zufall das ich da reingekommen bin. Prisca hatte noch ein Einladung ueprig, die Hochzeit war in Cuernavaca (ziemlich Nahe bei Mexiko Stadt) und so bin ich, Melodie und ein Couchsurfer als weitere Cousins auf die Feier gekommen. Ok… Bei etwa 400 Gaesten sind wir nicht wirklich aufgefallen ;-) Es war wirklich etwas besonderes. Die Kirchliche Feier, riesige Menschenmengen, gutes Essen, am Schluss wirklich alle betrunken.

Plaza San Jacinto in San Angel Diese Ampel zeigt fuer Fussgaenger gruen!!! Coyocan / sehr zu empfehlen noch mal Coyocan Berlin! Muenchen gabs nicht - Wien ist ein paar Strassen weiter
Leo Trotzkis Todesstaette Wenn das die Gruenen in Deutschland wuessten... Gruen pro Todesstrafe Chapultapec nicht nur Raimar kann Fotos von Eichhoernchen schiessen
Das antropologische Museum Der Kalender der Atzteken Die Kathedrale wurde mit den Steinen des alten Temples gebaut Hochzeit
Hochzeit Hochzeit      

Im Moment bin ich fuer ein paar Tage nach Guadalajara zurueckgekommen. Da ist naemlich immer noch das Auto… Evtl. bekomme ich es morgen loss, oder ich muss mit dem Preis ein bisschen runter gehen  – mal schaun. Wenigstens ist ganz lustig hier. Wir haben einen Couchsurfer (Jeremy Marie aus Frankreich) hier, der es zur kleinen Beruehmtheit gebracht hat (video, zeitung1, 2, …). Von Frankreich aus ist er quer duch Afrika getramt(!!!), hat in Suedafrika ein katermaran gefunden in zwei Monaten den Atlanik ueberquert und setzt seine Reise hier fort… Was man alles machen kann wenn man sich 4 Jahre zum reisen Zeit nimmt

Ferdinand am Dienstag, 9. Juni 2009

Noch eine letzte alte Geschichte, ab morgen blogge ich aus Mexiko City.

An einem dieser Wochenenden um Guadalajara herum, es ist vielleicht drei Wochen her, da war ich mit Melodie, Fabian und Lili in Tapalpa einem kleinen Dorf (pueblo magico!) etwa zwei Stunden von GDL entfernt. Nebenbei bemerkt ist es glaube ich das erste mal, dass ich mit meinem Ulmer Kollegen unterwegs war. Tapalpa ist ein wirklich wunderschoenen Dorf mit einer kleiner Kathedrale, komplett aus Backstein, netten Leuten und kleinen Plazas. Daneben war aber vor allem die Natur und die damit verbundenen Aktivitaeten die Reise wert. Im „Ecoparks“ balancierten wir in 20m Hoehe ueber kleine Bruecken von Baum zu Baum.

El Salto del Nogal ist einer der schoensten Wasserfaelle die ich bis jetzt gesehen habe. Vor allem ist er rellativ schwer zuganglich und kaum touristisch erschlossen. Eine fast unberuehrte Schoenheit.

Geschlafen haben wir in einem urigen Ferienhaus ohne fliessend Wasser und Strom.

Ferdinand am Freitag, 5. Juni 2009

In Paricutin war ich Ende Mai – hoffe dass ich das jetzt noch alles noch zusammen bekomme ;-)
Zunaechst mal die Geschichte: Paricutin ist einer der juengsten Vulkane, der Erde – so jung, dass es von der Vulkangeburt ein exaktes Datum gibt (20.2.1943), Fotos, und eine Geschichte zur Geburt gibt. Er soll auf dem Feld des Bauern Dionisio Pulido entstanden sein, an jenem Tag entdeckte er einen Riss in seinem Feld, aus dem Qualm hervorstieg. Vor lauter Angst versuchte er den Riss wieder zuzuschuetten – am naechsten Tag war ein Huegel von 10m Hoehe auf seinem Feld, einen weiteren Tag spaeter waren es 50 Meter

Eruption von 1943

Der Vulkan wuchs langsam genug, dass die Dorfbewohner alle sicher evakuiert werden konnten. Der Name ihres Dorfes, wurde zum Namen des Vulkans.

Paricutin war eine (sehr sehr lange) Tagesreise. Ich bin mit Melodie und zwei Couchsurfern aus Australien (Pablo und Rach) in meinem Vocho/Kaefer  gefahren. Fast fuenf Stunden war die einfache Fahrt. Puhhh… Dort haben wir uns Pferde+Fuehrer gemietet. Reiten klappt mittlerweile ganz gut, zumindest wenn das Pferd mich mag. Nach 3-stuendigem Ritt, stiegen wir den Vulkan zu Fuss auf. Pure Asche und Geroell – Jeden Schritt den man nach oben macht rutscht man zur Haelfte wieder ab. Der Vulkan an sich war weniger beeindruckend als gedacht. Nur an der Form war er als Vulkan zu erkennen, heisses Wasser kommt aus Steinritzen hervor… aber irgendwie hatte ich dann doch dieses Idiana Jones Bild in meinem Kopf, mit der kleinen hoelzernen Haengebruecke ueber gluehender Lava. Abwaertz ging es in einer mehr oder weniger konrollierten halb-laufend halb rutschend auf einer Sandpiste abwaerts.

Auf dem Rueckweg machten wir im alten Dorf halt. Der Kirchturm der aus der Lava ragt ist beruehmt geworden. Diese Symbiose aus menschlichem Werke und Natur, habe ich auf diese Weise noch nie zuvor gesehen. Normalerweise ist ja immer der Fels das Alte, und das daraufstehende Gebaeude erst spaeter hinzugefuegt…

Mit ein bisschen Klettern war es moeglich, das Innere des Kirchturms zu betreten. Es ist unglaublich wie schnell sich alles veraendert, wenn man ein bisschen unterhalb der Lava ist. Es ist Stockdunkel, die Luft ist 10 Grad kuehler… Es ist schwer u beschrieben, aber war irgendwie gespenstisch…

Spaet in der Nacht ging es zurueck nach Guadalajara.

Ferdinand am Freitag, 5. Juni 2009

Ich habe gestern einen Weg gefunden meinen Rechner, trotz kaputter Festplatte und nicht funktionierendem ROM Laufwerk zu benutzen.  Ich boote jetzt direkt von einem USB Stick.

Dabei benutze ich eine die Distribution Mint Linux. (Die sich vor allem darin auszeichnet – inkl. Media Codecs ausgeliefert).

Das ganze ist (im Vergleich zu einer normalen Installation auf einer Festplatte) ziemlich langsam. Ich kann zum Beispiele keine Filme abspielen, da der Codec mit dem Verarbeiten nicht hinterherkommt – fuer Youtube ist das ganze ebenfalls zu langsam – aber normales surfen (auch mit Flash-Inhalten) klappt recht gut. Als Notloesung ist das ganze fuer mich mehr als brauchbar – und mit ca. 10 Euro (fuer den USB Stick, den ich durch massives schreiben/lesen wohl nicht ewig so nutzen kann) eine sehr billige Reperatur.

Update

Also ganz so toll ist die Loesung doch nicht. Ich hatte mehere Male einen Systemausfall. Der Bildschirm war eingefroren – ein Neustart war erforderlich. Booten ist ein Gluecksspiel, ungefaehr jedes 10. Mal wird mein USB Stick als Laufwerk erkannt – ansonsten gibt es drei unterschiedliche recht kryptische Fehlermeldungen. Ausserdem scheint die Technik nur ein CD Laufwerk zu emulieren. Das bedeutet, dass ich keine Aenderungen durchfuehren kann. Nichts wird gespeichert – bei jedem Neustart beginne ich bei Null. Trotz USB Stick arbeite ich also nur mit einem x-beliebigen Linux Live System. Macht grade echt keinen Spass

Ferdinand am Mittwoch, 3. Juni 2009

Hallo ihr Lieben,

Fast einen ganzen Monat habe ich mich nicht mehr gemeldet – das ist die längste Sendepause die ich bisher in diesem Blog hatte.

Mir geht es gut. Ich habe auch das zweite Semester am Iteso gut überstanden und bin kurz vorm Aufbruch  Richtung Süden. Guadalajara will ich endlich hinter mir lassen um Mexiko besser kennen zu lernen. Ich habe mich entschieden die nächsten Wochen nur mit Bussen zu reisen. Es ist einfach billiger einmal für ein Busticket zu zahlen, als alle 100 km Moutgeühren zu entrichten. Vor meinem Aufbruch möchte ich daher noch mein Auto verkaufen – ich hoffe die nächsten Tage bringen mir mehr Glück als bisher.

Ich weiß leider nicht, ob ich mich in Zukunft wieder regelmäßiger melden kann. Mein Rechner hat in der letzten Woche endgültig seinen Geist aufgegeben :( – damit ist meine ganze bisherige Infrastruktur, von Bilderordnern, Picasa zum Bilder hochladen, deutsche Tastatur etc. nicht mehr verfügbar. Naja einen neuen Rechner kaufe ich mir wohl auch erst wieder in Deutschland wieder.  Ein paar Sachen werde ich in den nächsten Tagen aber sicherlich noch schreiben, da habe ich die Bilder eh schon online ;-)

Influenza

Gott-sei-dank ist dieses Thema hier weitestgehend überstanden. Und von anderen Themen wieder verdrängt worden. Ich hatte zweimal eine Zwangspause in meinem Studium (und meine Praktika halt statt in der Uni, zuhause, oder im Starbucks fertig geschrieben – habe also letztendlich das gleiche studiert/gelernt/gearbeitet).

Die Hysterie war sicherlich größer als letzendlich die Auswirkungen. Die Opferzahlen haben sich zum Glück ja in Grenzen gehalten. Bei den Menschen hier herrscht größte Verwunderung darüber, warum das ganze überhaupt so ernst genommen wurde. Es gibt diversen Verschwörungstheorien. Hauptsächlich wird dabei die eigene Regierung für die Medienpanik verantwortlich gemacht. „Die haben dass doch nur erfunden, um hinterher als Retter dazustehen“. In einem Monat sind zwar Parlamentswahlen, aber wenn das wirklich ein PR-Coup gewesen sein soll, ist der Schuss eher nach hinten loß gegangen. Was die Regierung allerdings schon gemacht hat, war die Zeit für ein paar Gesetze zu nutzen über die sonst etwas länger diskutiert worden wäre. Als Kampf gegen die Drogenkriminalität wird gefeiert, dass geringe Mengen an Rauschgift ab sofort nicht mehr strafbar sind, statt dessen werden Wiederhohlungstäter in Enzugskliniken untergebracht – was genau das aber gegen die Drogenbanden bringen soll, weiß ich allerdings nicht – nur eine komplette Legalisierung in den Vereinigten Staaten würde ihr Geschäftsmodell nachhaltig zerstören. Weitere Gesetzte sind: Polizisten dürfen nun auch Zivil ermitteln (ich weiß in Deutschland ist das normal – die große Befürchtung ist hier allerdings eine Zunahme der Korruption) , oder das die Polizei rellativ leicht Wohneigentum betreten kann. Leider gibt es in Mexiko keine all zu protestwillige Zivilgesellschaft und ich persönlich beteilige mich auch lieber bei Petitionen meiner Heimat gegen sinnlose Gesetze.

In einigen Details hat die Influenza auch meinen Alltag geprägt. Während der Hysterie standen an allen Ecken Desinfektions-gele herum. So oft, wie in den letzten Wochen habe ich mir zuletzt während meines Zivildienstes (in einem Krankenhaus) die Hände desinfiziert. Wenn man die Beschreibungen dieser Produkte ließt steht relativ prominent, dass diese 99.9 % der Bakterien abtöten. Das soll sich wohl beruhigend anhören – dass man 0.1 % damit zu resistenen Biestern macht, scheint niemanden zu stören. Aber um es positiv zu sehen: Ich hatte seit 2 Monaten keine Magen‑ Darmprobleme mehr! Der Hygiene-quantensprung war deutlich zu spüren.

Ein weiterer Punkt dieser Zeit war, dass alle Bars, Discos, etc geschlossen hatten, was zu einer Blüte illegaler Partys geführt hat. Diverse WGs haben ihre Türen für die Öffentlichkeit geöffnet, 10 Pesos Eintritt, billiges Bier – Musik aus der Stereoanlage, oder von der Underground Band. Manche Bars haben auch einfach als Restaurant wieder aufgemacht und die Musik einfach ein bisschen leiser gedreht.

Iteso

Vor einer Woche bin ich mit meinem Semester fertig geworden. Es war mal wieder stressig und wie auch im letzten Semester blieb ich eine mehr oder weniger gemütliche Nacht am Iteso um noch schnell ein Praktikum fertig zu programmieren. Mal wieder ein bisschen SOPRA Feeling ;-) Aus fast zwei Wochen Abstand ist es nicht mehr schlimm – auch wenn ich innerhalb der letzten Woche (nach Angabe von Melodie und Prisca) etwas anstrengend gewesen sein musste… Aber Semesterstress geht vorbei – mittlerweile habe ich auf meine Klassen 3 mal 10 aus 10  und einmal 9 aus 10 bekommen. Damit bin ich mehr als zufrieden. Momentan bleibt mir nur zu hoffen, dass ich das auch dementsprechend in Ulm angerechnet bekomme.

Und nun der Nerdteil, meines Semesters. Alle Nichtinformatiker/Nichtinteressierten können gerne aufhören zu lesen – ich melde mich demnächst mit ein paar Urlaubsartikeln, wo ich die Fotos schon hochgeladen habe.

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