so, die schöne Zeit mit wenig Kursen ist vorbei, die zweite Hälfte des Semesters hat nun begonnen und ich bin nun wie jeder franz. Student Vollzeit beschäftigt – heißt auch jeden Tag Uni :(. Gleichfalls wurde mir klar, dass bereits auch schon über die Hälfte meines Aufenthaltes hier verstrichen ist, unglaublich wie schnell das ging…ahhhhh!
Aber gut, dafür finde ich mich inzwischen recht gut zurecht und bin auch schon lange nicht mehr in falsche Kurse gegangen ;-). Meine erste Klausur habe ich auch bereits hinter mir, Ergnisse lassen noch auf sich warten, aber ich hoffe nun einfach mal auf 50%…wobei sie mit den praktischen Arbeiten verrechnet wird, also sollte zumindest mal zum bestehen dann reichen. Inzwischen habe ich auch erfahren, dass immer mal wieder eine praktische Arbeit ausgearbeitet und abgegeben werden muss. Mich hat es mit SVD (Singular Value Decomposition) getroffen, heißt man muss irgend eine Implementierung in Matlab schreiben und anschließend ein 4–5-seitiges Paper. Als Implementierung habe ich gewählt: 3D-Point-Clouds ausm OFF-Format zu laden und dann über Usereingabe um einen Eulerwinkel zu drehen um anschließend zu zeigen, dass man mit SVD die Winkel wieder extrahieren kann :). Eigentlich eine ganz nette kleine Aufgabe für zwischendurch. Die Ausarbeitung war dann zum Glück in Englisch möglich und somit auch machbar – es ist ein recht komischer Kontrast mit den Sprachen: einerseits sind alle VL/Skripte in französisch, dennoch ermuntern alle Profs ihre Studenten die Arbeiten in Englisch zu verfassen..komische Welt.
Weiterhin hat dann nun ein richtig gutes Modul begonnen, nennt sich auch Computergrafik steckt aber bisschen etwas anderes drin als in Ulm. In Ulm war das recht theoretisch, hier ist alles sehr praktisch orientiert. Ebenso ist der Mensch der es hält gerade mal seit 2 Jahren selbst mit dem Studium fertig und man merkt, dass Computergrafik sein Hobby ist :). Beispielsweise hat er letzte Woche seine Vorlesung anhand eines Ausschnitts aus Avatar gehalten, d.h. kleinen Film gezeigt, angemerkt was für Techniken da verwendet wurden und die dann in der Vorlesung behandelt. Bei ihm werde ich auch mein Projekt/Seminar-Mischding machen, als Thema gibt es „Große CG-Landschaften die nicht mehr ins RAM passen“. D.h. alle möglichen Tricks die man anwenden kann z.B. Multiresolution, Perlin-Noise, Subdevision-Surfaces, usw. Bei der Literaturrecherche bin ich hier auch auf 3 unheimlich spannende Bücher von Nvidia gestoßen: GPU Gems 1 GPU Gems 2 GPU Gems 3 (alle frei verfügbar!). Für alle die sich bisschen interessieren was hinter ToyStory, Shrek, Avatar usw steckt ;-).
Mal wieder was erstaunliches zum Abschluss…französische Buchhandlungen können keine engl. Fachbücher bestellen. Wollte mir ein OpenGL-Buch zulegen und traue nicht so ganz ob es Amazon auch ins Wohnheim schafft => Buchhandlung gelaufen. Erstmal hat mich der Buchhändler mit meiner ISBN verständnislos angeschaut, die Unterhaltung lief dann ca. so ab „Könnten Sie das bestellen?“ – „Engl. Buch?!?!?!? WTF, noooo“ – „öh ok, gibt es sonst i-wie ein Laden der das kann“ – „aucune idée….“ (ganz nach dem Motto auf was für blöde Ideen ich den komme..). Tja, dann nach Hause liefern lassen und meine Eltern haben es mir bei ihrem Besuch letzte Woche vorbeigebracht :). Blöderweise brauche ich nun schon wieder eins => erster Versuch: Amazon Marketplace aus den Staaten ins franz. Wohnheim, ich bin gespannt.
findet man zuhauf im französischen Fernsehen. Also ein Traum für alle CV-Menschen die gerne mit sämtlichen Blur-Filtern arbeiten. Ich frage mich die ganze Zeit ob das automatisch geblurt wird oder ob da 20.000 1-Euro-Jobber von Hand nacharbeiten müssen?
Aber gut, worum geht es eigentlich. Am besten erkläre ich das an einem Beispiel: Ich habe heute eine Reportage über kleine Ein-Mann-Firmen in Frankreich geschaut. Aber irgendwie habe ich mehr verpixelte Bereiche gesehen, als richtiges Material (verpixelte Bereiche sind wie unkenntlich gemachte Häuser bei Google StreetView). Folgendes wird wohl unkenntlich gemacht: Menschen im Hintergrund, Nummernschilder, Markennamen, Werbeschilder (und wenn es nur für eine Veranstaltung eines Restaurant ist) und jegliche Firmennamen.
Also man stelle sich ein Hauptakteur im Supermarkt vor:
- viele Menschen im Hintergrund => Verpixelt
- Produkte im Regal => Verpixelt
- Person trägt Markenshirt mit Aufdruck => Verpixelt
- Produkte im Einkaufswagen => Verpixelt
Somit bleibt noch das Gesicht übrig ;-).
Wobei…eigentlich finde ich das ja persönlich positiv, schaue normalerweise sowieso kein Fernsehen und schafft Arbeitsplätze für Informatiker im Bildbearbeitungsbereich :).
Ich dachte ja, dass Tiere auf der Welt überall gleiche Laute von sich geben…aber nein, der französische Hahn macht „Coucericou“ und der Hund „wof“. Wogegen in Spanien die Welt wieder in Ordnung ist, hier schreit der Hahn auch „Kikeriki“ und der Hund „Wau“. Andere Nationalitäten waren bei unserer heutigen Diskussion leider nicht anwesend..hat jemand noch andere Länder parat?
Es wird glaube ich mal wieder Zeit für einen kleinen Touri-Bericht. Lyon ist ja – wie bereits gezeigt – sehr schön, aber das Umland hat auch einige Schätze zu bieten. Also was liegt näher als an einem schönen, sonnigen Tag auf das Fahrrad zu steigen und paar Runden zu drehen. Da ich das nun nicht einzel bloggen wollte hier der Bericht über meine letzten drei Touren:
1) „Kleiner“ Trip die Rhône runter. Eigentlich wollte ich im Rhônetal fahren, doch auf Grund viel Industrie/Autobahn und Co ist die nicht so wirklich befahrbar – 3-spurige Straßen bin ich zwar inzwischen gewohnt, aber Autobahnen sind verboten :(. Also ging es eher planlos durch das hügelige Inland mit starkem Gegenwind. Somit wurde aus meinem geplanten Halbtages‑ ein Ganztagestrip mit ca. 100km. Aber dafür war ich nun in Wien Vienne, einer kleinen Stadt mit bereits mediterranem Feeling und Überreste einer alten Römersiedlung.
2) Hatte einen freien Mittag und somit Zeit bisschen die Rhône hoch zu fahren. Daran schließt sich der Park Miribel an, welcher als Staubecken eine Seenlandschaft bildet und überall zwischendrin kleine Mountainbike-Strecken beherbergt. Traumhaft um mal einen Mittag Spaß zu haben! Blöderweise fand das mein Vorderrad nicht so toll, somit endete das mit einem ca. 15km Fußmarsch, weil der Park natürlich nicht an den Nahverkehr angeschlossen ist :(. Am nächsten Tag habe ich mich erstmal mit Ersatzschlauch, Luftpumpe und Schraubenschlüssel ausgestattet…
3) Etwas südwestlich von Lyon liegt der Parc Naturel Régional du Pilat. Wer länger hier ist sollte diesem auf jeden Fall einen Besuch abstatten. Lauter gaaaanz kleine BergHügeldörfer und eine super Landschaft, durchkreuzt mit unzähligen kleinen Straßen. Alles mit Blick über das Rhônetal. Ich hatte das Glück einer weiten Sicht und konnte somit die komplette Alpenkette mit Mount Blanc sehen :). Mit 1360m sind die Hügel auch nicht ganz so klein…
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