Ok, es wird glaub Zeit, dass ich mal wieder über etwas allgemein verträgliches schreibe :). Ich warte immernoch über Rückmeldungen was ihr so hören wollt, wenn nichts kommt mach ich einfach mal so weiter wie bisher…
Erstmal bisschen was über das Leben als deutscher, informationsverwöhnter Student an einer französischen Uni. Für mich war es bisher eigentlich selbstverständlich einen festen Wochenplan zu haben und so gut wie alle Informationen online zu finden – zumindest mal die Zeiten wann Kurse so sind. Hier ist das total anders…es gibt eigentlich nichts aktuelles online (sie haben echt ein beneidenswertes Campussystem, aber Stand ist 2007). Wichtig ist, dass man weiß wo man seine persönliche Postbox hat und noch viel wichtiger wo das Brett für sein Semester zu finden ist. Anm. über Datenschutz: selbst vertrauliche Accountdaten werden zusammengetackert in das öffentlich zugängliche Postfach gelegt ;-). Am Brett sollte man 2–3 Mal am Tag vorbei schauen, weil sich doch auch mal die Anfangszeiten eines Kurses ändern können – deswegen kam ich doch glatt zu meinem ersten Kurs 30min zu spät. Weiterhin gibt es dann noch ein extra Brett für Sprachkurse das auch erstmal gefunden werden will. Hier ist es anscheinend normal, dass man morgens um 8e an die Uni kommt und nicht so genau weiß was einen erwartet.
Dann habe ich nun auch das meiste Bürokratische hinter mir, jetzt muss nur noch die Änderung meines Learning Agreements eingetütet werden und ab zur Post. Ich werde nun Calibration, Advanced Image Processing and Analysis, Synthèse d’Image, Research Project und Französisch sowie Cambridge First Certificate in Englisch (B2) machen.
Achja, dann habe ich glücklicherweise dank Google ein tolles Ultimate Frisbee Team hier gefunden :). Ist nicht an einer Uni angesiedelt, aber ein lokaler französischer Sportverein. War ich Freitag beim Training, unheimlich genial, die sind hier genauso nett und fair wie in Deutschland..einfach ein toller Sport! Und auch endlich mal nur Franzosen in freier Wildbahn ;-). Gibt übrigens keine großen Unterschiede, auch alle englischen Begriffe werden benutzt nur mit der Sonderheit, dass –er angehängt wird und die dann halt wie normale französische er-Verben konjungiert werden. Sehr lustig, so wird plötzlich aus dem engl. „pull“ das französische „puller“.
Vielleicht noch was zum tollen Datenschutz..ich habe letzten Donnerstag mit der Deutschlehrerin hier gesprochen, da ich auf der Suche nach einem Tandempartner bin und sagte die mir doch glatt, dass eine ihrer Informatikstudentinnen auf dem Weg nach Ulm ist. Wtf?!? Beide IOs wissen davon, aber dürfen nicht einfach so Kontakt herstellen…das ist für mich einfach unverständlich (für die nach Ulm kommt übrigens auch)…hätte ich das vor einem Monat gewusst, hätte mir das höchstwahrscheinlich unheimlich viel rumirren gespart :(. Gut, ich habe sie gleich mal an die ESE/FUESE verwiesen, Leute ich will keine Klagen hören, benehmt euch ;-).
Heute war es dann soweit, ich bin nun stolzer Besitzer eines WLAN Codes für das Wohnheimnetz…natürlich erstmal ausgecheckt welche Ports in dem Netz gesperrt sind und natürlich auch sofort fündig geworden. Meine lieben Franzosen, ich mag euch ja inzwischen echt gerne, aber muss man immer sämtliche Dienste im Internet sperren?!? Oder sind die französischen Studenten so schlimm, wenn man sie in das offene Netz entlässt? Ich weiß es nicht. Zumindest fühlt man sich echt wie ein Schwerverbrecher, wenn man erstmal 6-seitige Anträge durchlesen, in dem man darüber aufgeklärt wird was alles Schlimmes man nicht machen darf, und diese auch noch unterschreiben muss. Wobei warum eigentlich? Wie will ich den illegal Musik runterladen wenn jegliche P2P Verbindungen (inkl. Skype) gesperrt sind? D.h. man muss immer überlegen und dann schauen wo man das was man machen will auch kann. Zu Not hilft MacDonalds, der bisher mir einzig bekannte Platz wo es keine Sperren im WLAN gibt! Sonst hab ich bisher folgende Sperren gefunden:
- Uninetz: Thunderbird (TLS), OpenVPN, CISCO-VPN, MYSQL-DB
- Wohnheim: Thunderbird (TLS), Skype (P2P), MYSQL-DB, mehrere Computer gleichzeitig
- FreeWifi: keine Mails versenden, Picasa, MYSQL-DB, upload bis 20KB – danach bricht alles zusammen (auch über VPN)
Aber gut, zum Glück gibt es die UUlm mit ihrem tollen VPN-Zugang! Die Möglichkeiten eines Tunnels kennen die im Wohnheim zum Glück nicht :-). Also nicht wundern, wenn ich mit ner UUlm IP irgendwo auftauche, bin trotzdem noch in Lyon! Wobei ich mich hier Internettechnisch wie im tiefsten Afrika fühle…
ESE/FUESE in Frankreich
Sowas gibt es doch glatt hier auch :). Wobei das etwas anders ist..erstmal muss man sagen, eine Unterscheidung macht hier keinen Sinn, da es sowieso nur zwei Fachbereiche gibt. Somit wohl auch nicht mehrere Fachschaften existieren, sondern eine einzige Oberorganisation namens BDE (bureau des éleves). In wie weit die irgendetwas an der Uni zu sagen haben weiß ich noch nicht, aber zumindest haben sie die „Semaine de l’intérogation“ organisiert.
Die Begrüßung habe ich allerdings gleich mal verpasst, weil ich da zeitgleich ein Termin bei einer Professorin hatte :(. Aber sie haben anscheinend nur „Salut..“ gesagt und sämtliche lustige Filme aus den Associations gezeigt. Jeden Mittag in der Woche gab es ein gemeinsames Mittagessen im Foyer – war aber eher nichts für mich, da ich jetzt mit Hot-Dogs oder ähnlichem wenig anfangen kann, zumal auch noch recht überteuert. Am Abend stand gemütliches Zusammensitzen in der Bar auf dem Programm, bei einem Bier für 1 Euro ganz nett zum After-Work nach dem Sprachkurs. Der nächste Abend bestand aus einem Karaoke-Abend ohne Alkohol – irgendwie haben die den Sinn von Karaoke nicht so ganz verstanden..war auch ein ziemlicher Flop und wir sind recht schnell in einer anderen Bar gelandet. Eine Rallye und Stadtbesichtigung gab es zwar auch noch, aber irgendwie ging an uns vorbei wo die anfängt – an der Uni war es zumindest nicht ;-). Bezüglich Information wo/was stattfindet haben die es hier nicht so, manchmal steht die Uhrzeit dran oder aber wo was ist, aber beides eigentlich nie. Also keine Kleingruppen, Seminare oder ähnliches. Aber auch ganz viele verrückten Leute die in türkisenen T-Shirts rumgesprungen sind ;-). Wobei ich muss sagen, es ist eine interessante Erfahrung auf meine letzten Semester mal wieder so „Quasiersti“ ohne Plan zu sein. Ein recht interessantes System haben sie hier mit fest zugeteilten Paten. D.h. jeder Ersti bekommt jemand Erfahrenes an die Hand.
Heute fand schließlich eine Art „Uniforum“ statt. Allerdings existieren hier so etwas wie Hochschulgruppen glaube ich nicht, sondern lediglich „Associations“. Im Prinzip sind die so ähnlich, aber überhaupt nicht politisch, eher wie bei uns der Hochschulsport. Ein kleiner Auszug: Weinkunde, Kochclub, Skiclub, Sport, Chemie Passion, Rollenspiele, Hip Hop, Musique, Blasorchester, Enterprise, Photo-Club uvm. Jede Association hatte ihren kleinen Stand und man konnte sich informieren und auf eine Mailingliste setzen lassen. Tolle Info für mich: es gibt im Winter anscheinend fast jedes Wochenende eine Skiausfahrt in die Alpen *yeah*! Doch gleich mal wieder auf eine Mailingliste mit meiner französischen Emailaddresse! Weiterhin fand ich noch den Kochclub interessant, die besuchen angesagte französische Restaurants hier und kochen immer mal wieder gemeinsam – passt glaube ich zur Region ;-). Gut, alles in allem wird hier an Clubs und Socializing viel geboten, freu mich schon :).
Stehen zwar noch nicht 100%ig fest, aber der aktuelle Plan ist von Frühwirth und meiner Fachkoordinatorin hier abgesegnet, von daher wirds wahrscheinlich dabei bleiben, wenn nicht irgendwelche unvorhergesehenen Überraschungen bei Semesteranfang kommen. Wobei ich sowieso recht wenige Wahlmöglichkeiten habe, da das hier ja eine Universität für Chemie, Physik und E-Technik ist und da nur ein kleines Institut für Computergrafik & Co existiert. Ich könnte natürlich versuchen bisschen was in die Luft zu jagen oder aber mit Strom rumspielen, aber ich glaube ich bleibe meiner Gesundheit zuliebe doch lieber im Informatikumfeld.
Die CPE ist eine kleine, private Masteruniversität, folglich gibt es hier nur Kurse im 3., 4. und 5. Jahr (in Frankreich geht der Bachelor 2 Jahr und der Master 3 Jahre!). Ich werde dem 5. Jahr in Elektrotechnik folgen, Spezialisierung Informatik. Folgende fachliche Module stehen mir hier zur Auswahl:
- Calibration (Vision, Einstellung, Raumlehre): 32h => 3ECTS
- Problème Inverse (Tomografie, MRT, Dekonvolution): 44h => 3ECTS
- Advanced Image Processing and Analysis (Zufallsmodelle, Wahrscheinlichkeitsmodelle, Photometrie, TKL, Fernerkundung): 42h => 3ECTS
- Synthèse d’Image (Geometrie, 3D Kompression, Computergrafik, OpenGL): 44h => 3ECTS
- Communication numérique (Kodierung, Kompression Bilder + Video): 28h => 3 ECTS
- Research Projekt (Praktische Arbeit + wiss. Artikel + Präsentation zu nem bestimmten Thema): 36h => 6ECTS
Da ich allerdings „nur“ 20 LP von ERASMUS aus brauche kann ich zwei Module weglassen. Derzeit plane ich Calibration, Advanced Image Processing & Analysis, Synthèse d’Image und Research Projekt prüfen zu lassen und das problème Inverse just-for-fun zu hören. Soll anscheinend recht medizinisch von einem unheimlich anerkannten Prof gehalten werden. Über die restlichen Kurse weiß ich bis jetzt recht wenig.
Dann gibt es noch so bisschen Humbugkram, hier werde ich „Marketing, Patents, Management and Economic Awareness“ besuchen und dann noch zwei Sprachkurse, einmal FLE (Francais langue étrangère) und Englisch. So wie’s aussieht kann ich in Englisch das Cambridge Certificate machen, vielleicht kann mans ja mal brauchen ;-).
Soviel dazu, meinen Stundenplan habe ich sogar auch schon und da gibt es recht starke Unterschiede zum Ulmer..Erstmal ist es alles in Blöcke unterteilt, heißt man macht am Anfang eher Modul 1 und 2, dann kommen Prüfungen und danach gehts mit Modul 3 und 4 weiter. Weiterhin sind hier Übungen für alle(!) Kurse fest im Plan (meist 50⁄50 zu Vorlesungen) – weiß aber noch nicht ob die beaufsichtigt sind oder nicht, wenn ja weiß ich was sie mit ihren ~5000 Euro Studiengebühren pro Jahr anfangen :). Kurz und knapp: das machts recht voll und normalerweise ist jeder Tag von 8h bis 12h15 und 13h30 bis 17h45 ausgeplant :(. Einziger Vorteil für mich, dass ich nicht alles machen muss und daher wahrscheinlich im Endeeffekt auf einen ähnlichen Plan wie in Ulm komme…aber als franz. Student ist man wohl etwas mehr beschäftigt…anscheinend kommen dann auch noch Hausarbeiten und Übungen dazu.
Erstmal vorne weg: ohne Französisch geht Frankreich nicht und das ist auch jedem klar der hier her kommt! Ich hatte bisher wirklich alles auf Französisch machen müssen/dürfen, teilweise mit Händen und Füßen, aber es geht immer irgendwie :-). Aber genau das ist auch eine riesen Chance, denn man lernt somit verdammt schnell dazu. Klar, die Franzosen reden so schnell, dass ich bisher keine Chance habe – deswegen bestimmt auch die ersten Unterrichtsstunden nichts verstehen werde. Telefonnummern sind zum Beispiel ganz lustig, die werden immer in Zweiertupel angegeben, heißt: 06 34 76 98 wäre zero-six trente-quatre soixante-seize quatre-vingt-dix-huit. Franzosen sehen es aber als Herausforderung ihre Telefonnummer so schnell anzugeben, dass selbst andere Franzosen dreimal nachfragen müssen. Heißt die Nummer wäre: zerosixtrentequatresoixanteseizequatrevingtdixhuit. Dennoch muss man ihnen zu Gute halten, dass selbst nach dem dritten Nachfragen sie immer noch total hilfsbereit und geduldig sind. Nicht so wie Engländer die beim ersten Nachfragen schon genervt sind. Ebenso tun sie ihr bestes langsam und deutlich zu reden, auch wenn noch so viele Leute warten. Generell macht sich der Franzose keinen Streß, d.h. auch im Supermarkt kann es passieren, dass man einfach mal 20min an der Kasse steht, weil die Kassiererin davor ihre Schulfreundin bedient hat ;-). Aber über die Geschwindigkeit werde ich demnächst mal schreiben…
Gut, heißt hier ist auch jeder ERASMUS-Student gewollt die Sprache möglichst schnell zu beherrschen. Von den meisten habe ich bisher immer gehört, dass sie halt hauptsächlich Englisch geredet haben und wenig Kontakt zu Einheimischen hatten => die Sprache des Landes eher weniger gelernt haben. In Frankreich ist das wohl anders…Kontakt zu Franzosen ist zwar auch nicht ganz so einfach, aber unter uns ERASMUS-Leuten ist es selbstverständlich, dass man Französisch redet und auf English wirklich nur im Notfall geht. Sonderfall ist eine hohe Geräuschkulisse, weil das ist in Französisch echt übel ;-). Weiterhin muss man aber auch sagen, dass das nicht so einfach ist, weil man dann irgendwie anfängt Französisch mit Englisch zu mixen und das eigentlich erstmal niemand merkt.
Gestern war bspw so ein Abend. Wir waren auf einer ESE Party: Mais avant, nous avons parlé francais tous le jour ensemble. A la fête, après quelque temps c‘était trop fort et we chose English. Normally pas de problème, but everybody had problems not mixing the deux langues. C‘était trop bizzare, because we haven’t even realised that. You choose English for the complicated part of sentence et les responses brèfs sont francais automatique. If somebody will ask you something in English you say for sure oui ou non :-). Wir fanden das alle eine recht lustige Erfahrung…vielleicht ging es ja dem ein oder anderen auch mal so.
Weiterhin ist uns noch aufgefallen, dass bei einer Konversation in Französisch recht häufig eine Pause entsteht in der keiner was sagt. Hat den ganz einfachen Grund, dass sich jeder wieder einige Sätze im Kopf zusammenbasteln muss…also erstmal Wörter suchen, Grammatik auspacken und dann ne Runde Kopf anstrengen. Das ist sowieso echt heftig. Wenn man den ganzen Tag Französisch redet explodiert am Abend fast der Kopf – die Erfahrung hatte ich mit Englisch nicht. Aber ich hoffe das legt sich mit der Zeit :).
Ich habe mir ja lange überlegt ob ich das jetzt hier schreibe oder nicht, aber es lässt mich einfach nicht mehr los und da ja hier doch großteils Informatiker mit lesen, vielleicht weiß ja jemand Rat. Der Rest kann hier einfach aufhören zu lesen ;-).
Ich ging ja davon aus nach Ubicomp und einiger Erfahrung mit WLAN-Netzen doch recht gut Bescheid zu wissen. Aber das was ich gerade hier habe verstehe ich einfach nicht. Es handelt sich dabei um ein Netz Names „freeWifi“, was es überall in Frankreich gibt und wenn man bei einem speziellen Anbieter sein Internet hat kann man sich dort einwählen – ich hab den Zugang von einem anderen Studenten. Man verbindet sich dahin und meldet sich anschließend mit seinen Logindaten an (wie Welcome @ UUlm). Anschließend hat man Internetzugang, zwar nur mit 1 MBit aber immerhin.
Nun zu den Probleme die ich so habe (durchnummeriert damit man sich in den Kommentaren darauf beziehen kann). Angemerkt sei noch, dass ich jeglichen Traffic mit OpenVPN durch die UUlm tunnele:
1) Emailzugang
Mit Thunderbird ist es möglich das Unipostfach (IMAP) abzufragen, aber Emails senden über TLS (Port 587) geht nicht. Komischerweise gehen genau die gleichen Einstellungen für ein Postfach bei Arcor. Also Port kann eigentlich nicht zu sein. Weiterhin ist es mit dem Webmailzugang auch nicht möglich. Ich komme bis zum Abschicken, dann kommt „Diese Seite konnte nicht geladen werden“.
2) Hochladen
Ich kann Dateien bis zu einer Größe von 32kb hochladen, egal ob email/sftp aufn Server/usw. danach bricht die Verbindung zusammen.
3) Verbindung
Mein Netbook mit mickrigen 33 % Signalstärke bleibt recht zuverlässig im Netz, mein Desktop mit großer Antenne (80 % Signalstärke) fliegt ca. alle 10min raus. Beide auf Ubuntu.
4) Internetbanking
Funktioniert soweit bis es mich nach der TAN fragen sollte, aber anstatt dessen kommt „Diese Seite konnte nicht geladen werden“
5) Bestellen im Internet
Bis zum Abschicken der Daten über eine gesicherte Verbindung funktioniert es danach „Diese Seite konnte nicht geladen werden“.
Achja, ssh auf meinen Server funktioniert. Meine einzige Vermutung ist derzeit, dass es irgendwas mit https zu tun hat, wobei z.B. das einloggen auf StudiVZ oder Facebook funktioniert. Ebenso meine Emailfächer..
Also es darf lustig drauf los geraten werden :). Würde mich freuen das näher zu verstehen, probiere auch gerne Sachen aus!
Meiner tollen Wohnheimsverwaltung wollte ich einen extra Artikel widmen…nach ner Weile kam ich mir vor wie im Haus der Verrückten:
Ich kam so gegen 13 Uhr am Wohnheim an, bzw. wohl eher Wohnheimskomplex – sind unendlich viele ca. 8 stöckige Gebäude mit überall gelben Zetteln auf denen alles Wichtige steht. Nach kurzem suchen fand ich schließlich den Schalter der für mich zuständig war. Blöd nur, dass er wohl auch noch für die 70 Leute vor mir zuständig war…Also Ticket gezogen und nachdem das absolut gar nicht vorwärts ging erstmal gemütlich an die Rhône in die Sonne gelegt – btw. seit Mittwoch ist hier zwischen 27–30℃ und Sonnenschein :). Um 17h30 war ich dann schließlich dran, hatte folgende Zettel dabei: 2x Wohnheimsvertrag, 3 Passbilder, 1x Datenblatt, 1x Bestätigung von der dt. Versicherung (in Franz.), franz. Studienbescheinigung, dt. Studentenausweis, Kopie Personalausweis und Geld…zum Glück kam ich zu einer netten Französin die erstmal in aller Ruhe alle Dokumente durchgeschaut hatte und dann sich so noch bisschen mit mir über Dtl unterhalten hat (Anm: es waren ca. 60 Leute noch hinter mir). War auch alles richtig ausgefüllt „nur“ an der dt. Versicherung hat sie sich aufgehängt und selbst nach einem Gespräch mit dem Direktor war die nicht möglich (wobei mir diejenigen von der CPE bestätigt haben, dass die Versicherung besser ist als die Französische). Also schnell zum Versicherungsbüro gerannnt um eine abzuschließen, blöderweise hatte das um 17 Uhr geschlossen. Abendbeschäftigung also für mich: nach einer Versicherung im Inet/Telefon suchen die man online abschließen kann. Hab dann eine passende gefunden und wollte die Bezahlen, dann streikt doch einfach dieses VerifiedByVisa Ding von meiner Bank…es war immerhin schon 20h30 bis ich dann die im Wohnheim endlich soweit hatte, dass ich wenigstens für die eine Nacht ein Ersatzzimmer bekomme (9m² Raucherzimmer mit 2 Duschen für 30 Leute…man bin ich froh ein Appartment genommen zu haben!).
Am nächsten Morgen dann ab zur Versicherung, war eine Sache von 2min und dann wieder Ticket ziehen und 2h am Wohnheim warten…blöderweise hatte ich aber alle meine Dokumente schon am Vortag abgegeben und natürlich haben die in ihrer Ordnung diese erstmal nicht gefunden. Er wollte mich dann davon überzeugen, dass ich sie ihnen nicht gegeben hatte…naja, nachdem ich dem Menschen klar gemacht habe bei wem ich die abgegeben hatte und er sich dort nochmal erkundigt hat wurde schließlich nach 10min alles – bis auf die Passbilder – wieder gefunden. Aber deswegen wurde mir wohl von der CPE damals schon nahe gelegt 10 Stück mitzunehmen ;-).
Ok, dann hatte ich eine offizielle Bestätigung (bzw. Fresszettel), dass ich in das Wohnheim gehöre. Mit dem konnte ich nun meinen Schlüssel abholen. Wartezeit von 30min ging sogar diesmal. Total Happy also mit dem Schlüssel zu meinem Zimmer, aber warum ist da die Türe offen und warum steht da ein Maler vor mir? Tja, hatte die Frau wohl nicht beachtet, dass das Zimmer noch renoviert wird. Also wieder hin das der klar gemacht und anschließend ein anderes Zimmer bekommen, das jetzt sogar frei ist und passt. Abgesehen von der rosa Tapete mit Muster sogar echt schön, sauber und vor allem ohne Schimmel. Bilder kommen sobald ich mal einen vernünftigen Internetzugang habe :).
Achja und ist natürlich offensichtlich, dass all das nur auf Französisch funktioniert ;-). Es gibt keinerlei Informationen auf Englisch und das kann hier auch niemand. Wusste ich aber ja auch schon vorher und war eigentlich gar nicht schlecht, so kommt man wenigstens recht schnell rein.
Ich hab nun auch eine Adresse, also falls mir jemand eine Karte schicken will…ich schreib auch zurück ;-).
Reichel, Sven
Résidence Althéa
Studio n° 422
3, avenue Albert Einstein
69626 VILLEURBANNE CEDEX
France
Interessanterweise war ich nicht der einzige mit Problemen. Wobei die Verwaltung so kreativ war bei jedem ein anderes Problem zu finden…mal war jemand nicht auf der Liste, oder konnte nur mit Cheque (!!!ganz wichtig in Frankreich, das mögen die total. Ohne Cheque und ohne RIB kann man hier nicht überleben!!!) bezahlen, usw.
Habs geschafft mich bis Lyon durchzuschlagen :). Bin gemütlich um 2e mit meinem voll beladenen Auto losgerollt und einziges Problem war, dass ich fast keinen Berg mehr hochkam und bei 120 schon fast auf Vollgas war, aber jut ;-). Wie schonmal erwähnt hatte ich mir einen Weg durch die Schweiz gesucht (ist von Autobahngebühr und Entfernung am Besten) und mich auch schon im Voraus erkundigt wie das mit der Einfuhr aussieht – nachdem ich einmal an einem Schweizer Grenzbeamten wegen Hackfleisch gehangen bin war ich diesmal vorbereitet. Man darf Waren im Wert von ca. 3500 Euro mitnehmen, da war ich weit drunter aber hatte trotzdem keine Lust mein Auto auszuladen => hab ich mir einen ganz kleinen Grenzübergang ausgesucht mit der Hoffnung nachts um 5e keinen Menschen vorzufinden und dem war auch so :). Man kann dort Waren postalisch anmelden, aber es nervt niemand mit Fragen.
Kurz nach Genf habe ich dann die erste Erfahrung mit einer autom. franz. Tankstelle gemacht. Das ist eigentlich echt toll, VISA rein und tanken total unkompliziert – etwas nachdenklich hat mich dann gemacht, dass ich keine PIN und keine Unterschrift gebraucht habe…
Zum Verkehr in Frankreich ist zu sagen, dass die Franzosen jegliche Geschwindigkeitsangaben misachten. Von der Schweiz war ich gewohnt, dass jeder genau das fährt was erlaubt ist und in Frankreich wurde ich da fast von der Straße geschoben/gehupt. Eigentlich komisch, da hier echt viele Blitzer in der Gegend rumstehen – sind kleine graue Kästen die die größe einer Mülltonne haben, also nicht so einfach zu sehen. Aber mein Navi hat mich selbst davor in Frankreich zuverlässig gewarnt :).
In Lyon wurde es dann vom Verkehr sehr lustig…gleich mal vorne weg, wenn mich jemand mit Auto besuchen will am besten nur mit gutem Navi! Oder ich hol euch vor den Stadtautobahnen ab ;-). Man muss so häufig abbiegen, dass das Navi mit seinen Ansagen fast nicht mehr hinter her kommt…hat eigentlich durchgängig mit mir geredet – und das obwohl ich eigentlich gar nicht durch Lyon durch musste weil ich von der richtigen Seite kam.
Aber ich kam schließlich gut an der CPE an und wurde sehr freundlich empfangen. Hab alles nötige erklärt bekommen und die Frau hat sich auch echt Mühe gegeben langsam zu reden :). Dann noch gesagt bekommen, dass ja mein Semester erst am 20.9. anfängt, ich jetzt ein 5-tägigen Intensivsprachkurs bekomme, am Montag begrüßt werde und Dienstag einen Termin bei meiner Fachkoordinatorin habe um alles studienrelevante durchzusprechen.
Soweit also alles schön organisiert und klar. Selbst mit meinem Französisch kein Problem. Was danach kommt toppt allerdings alles…über meine „tolle“ Wohnraumsverwaltung und warum ich 22h gebraucht habe meinen Schlüssel zu bekommen schreibe ich später, da ich jetzt zum Sprachkurs muss.
Achja ich hab auch noch kein wirkliches Internet…Aussage vom Wohnheim auf meine Frage wann das was wird war „je sais pas!“. Gerade bin ich mit einem ominösen Schlüssel den mir ein anderer Student gegeben hat in einem komischen Netz (schmeißt mich alle paar Minuten aber wieder raus). Und ich kann Mails von meinem Unipostfach lesen, aber nicht senden – selbst wenn ich mit openVPN in der UUlm bin – ich hab kein Plan warum…meine andere Emailadresse geht. Aber gut, dank Kargl habe ich ja vor kurzem gelernt warum WEP nicht so toll ist..sammel schon fleißig Packete ;-). Blöderweise surft der Mensch in seinem WEP-Netz nicht zuverlässig…






