Hier bloggt bald der Sven …
… ist ganz schön Scheiße gar nicht zu empfehlen. 80 % der Läden sind geschlossen, die Hotels sind alle ausgebucht und obendrein doppelt so teuer als normal. Aber fangen wir lieber von vorne an.
Was manch einer vielleicht nicht weiß ist, dass man, um nach Hongkong zu kommen, aus der VR-China ausreisen muss. Gleiches gilt auch für Macao und sowieso für Taiwan. Und so traf ich mich mit Maik in Shenzhen (深圳) um nach Hongkong einzureisen und vorher noch Zugtickets nach Nanjing zu ergattern. Es gab nur akzeptable für einen Tag nach unserem Wunschdatum, aber man hat keine Wahl, wenn ganz China die kreuz und quer verstreute Verwandtschaft besucht.
Vom Shenzhener Hauptbahnhof kann man zu Fuß zum Grenzübergang laufen, von dem dann die U-Bahn ins Hongkonger Stadtzentrum fährt. Das erste, was einem dann auffällt ist, dass die U-Bahn plötzlich 10 mal so teuer ist als in der VR. Das lässt sich auch leicht umrechnen, da der HKDollar etwa genauso viel Wert ist wie der Yuan. Das sind schon fast deutsche Preise. Wir fuhren nach tsim sha tsui ins Stadtzentrum, wo die Chungking-mansion zu finden ist. Das war wohl früher einmal ein schickes Hotel, heute ist es ein sehr heruntergekommenes vielstöckiges Hochhaus, bzw ein Hochhauskomplex, verwinkelt und von allerlei Völkern besiedelt, außer von Chinesen. In den ersten beiden Stockwerken ist es eine Shoppingmall mit vielen kleinen Buden, die Hauptsächlich Essen, Elektronikartikel oder Kleidung verkaufen oder Geldtauschbuden. Inhaber dieser Buden sind Schätzungsweise 90 % Inder und Pakistaner. In den oberen Stockwerken gibt es dann fast nurnoch Hostels. Unser Wunschhostel war leider schon belegt und so sind wir über Unwege und Vermittlung in ein ziemliches heruntergekommenes Hostel in Block B, 4. Stock Chungking-Mansion gekommen. Das Zimmer war winzig (aber das scheint im ganzen Haus so zu sein) und hat gestunken, was wohl hauptsächlich von den Bettdecken kam. Die Dusche war ab dem 2. Tag auch ohne heißes Wasser und die Aussicht war auch nicht so berrauschend, obwohl es schlimmer hätte kommen können. Zumindest hatten wir eine Unterkunft und es war nur im 4. Stock. Mit dem 4. Stock hat mehrere Vorteile:
- Da jeder Block nur 2 Fahrstühle hat (1 für die geraden und 1 für die ungeraden Stockwerke) kann man zu Fuß die Treppen steigen und muss sich nicht anstellen um mit dem Aufzug zu fahren, in den sowieso höchstens 4 Personen passen.
- Falls ein Brand ausbricht ist man schnell draußen und in Sicherheit, denn den allgemeinen Brandbestimmungen folgt dieses Haus schon lange nicht mehr.
Und so verließen wir die Chungking-Mansion (3 Treppen runter, um 5 Ecken rum, an den Drogenabhängigen im Treppenhaus vorbei) und schauten uns um. Es ist unglaublich wie wenig die Chungking-Mansion in das Stadtbild zumindest im Stadtzentrum passt. Da ist alles schick, auf Hochglanz poliert, man steht für Louis Vuitton an, niemand spuckt, pinkelt oder schmeißt Müll auf die Straße. Man hält sich an die Verkehrsregeln, es wird nicht gehupt, trotz Linksverkehr, es gibt Hundetoiletten und eine Art Walk-of-Fame. Das alles ist ganz und gar nicht China!
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|






