Mat am Sonntag, 10. Januar 2010

Es geschah am Wochenende des 4. Advent, dass mich und Maik die Reiselust packte, und wir von Samstag auf Sonntag nach Shanghai fuhren. Geplant war nicht wirklich was, nur dass wir am Abend eine Karaoke-Bar besuchen wollten. Und wie das so ist, wenn man nichts plant, war die Herberge, in die wir gehen wollten, wegen Renovierungen geschlossen. Alternative Möglichkeiten hatten wir uns auch nicht herausgesucht. Nach 3 Stunden, 2 anderen Herbergen und einem Dunkin Donut fanden wir eine Unterkunft, in der seltsamerweise noch viele Betten frei waren. Der Preis des Captain Inn war auch angemessen und die Matrosenanzüge der Angestellten waren Belohnung genug für den langen Marsch. die „Kajüten“ waren auch nicht schlecht.

Shanghai
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Die Herberge befindet sich in der Fuzhou-Lu fast direkt an der Promenade des Huangpu-Flusses, die man auch BUND nennt. Zur Haupteinkaufszone, der Nanjing-Road, sind es von dort nur 10 Minuten zu Fuß und somit auch nur 10 Minuten zur nächsten U-Bahn. Die Lage hätte man sich gar nicht besser wünschen können. Und da wir ja direkt am BUND gewohnt haben, war das auch unser erstes Besichtigungs Ziel. Die Baustellen haben leider den Blick auf Pudong etwas verunschönt, doch der am Tag so hässliche Fernsehturm (auch genannt Perle des Ostens) erstrahlte in all seinen wechselnden Regenbogenfarben.

Shanghai
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Mittlerweile war es auch schon ziemlich kalt geworden und ich entschied mich dann doch eine Wintermütze von einem Straßenhändler zu kaufen. Das tolle an dieser Mütze ist, dass sie aussieht wie ein Pandakopf. Wenn ich ehrlich bin, wollte ich mir so eine Mütze von vorneherein schon kaufen, seitdem ich sie zum ersten Mal sah. Es war der Beginn einer Reise, die immer wieder ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen zauberte. Es gab also doch noch etwas, was die Chinesen zum Schmunzeln anregte, wenn es schon Brillenträger ohne Brillengläser oder Frauen im Schlafanzug beim Einkaufen im Supermarkt nicht mehr tun. Ich überredete Maik auch eine zu kaufen und beim nächsten Straßenhändler erstand er eine Mütze, Modell Mausohren; er meint Modell Koala.

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Wir kamen kurz danach an einer supermegatollen HyperAttraktion an; Vielleicht die beste, die Shanghai zu bieten hat. Und weil ich euch auch am Pudong-Sightseeingtunnel teilhaben lassen möchte, habe ich eine kleine Dokumentation darüber gedreht:

Ich sehe man ist sichtlich begeistert. Dieses atemberaubende Spektakel kostete auch nur 40 Yuan, also 4 Euro, was für chinesische Verhältnisse doch schon recht viel ist. Nunja zumindest ist es aufregender, als mit der U-Bahn nach Pudong zu fahren. Wir schauten uns den BUND nun auch von der anderen Seite an.

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Weiter ging es dann in einen ganz anderen Teil der Stadt: In die French Concession. Dieser Teil der Stadt sieht relativ europäisch aus. Es gibt eigentlich keine Hochhäuser, dafür aber viele Villen und Nobelrestaurants. Die Suche nach einem billigen Restaurant gestaltete sich hier schwierig, doch am Ende aßen wir relativ gut und recht billig.

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Nach dem Essen machten wir uns auf diese Karaoke-Bar, namens Bobo’s Bar, zu suchen. Als wir sie fanden, fanden wir sie unbeleuchtet und geschlossen vor, kein Schild, ob nun endgültig geschlossen oder nur im Urlaub. Einen Alternativplan haben wir uns nicht aufgestellt und so liefen wir einfach nur zurück zur Herberge, was sich etwa 2 einhalb Stunden hinzog. Auf dem Weg fiel Maik auf, dass die Werbetafel-Sitzgelegenheiten in Shanghai absolut undurchdacht ist. Man stelle sich einen LCD-Bildschirm vor, an dessen eine Bank festgemacht ist. Wenn man sich nun hinsetzt blickt man von der Werbetafel weg, und zwar nicht in Richtung Straße oder gegenüberliegende Starßenseite mit Werbetafel, sondern Richtung Mauer, Hauswand oder Gebäude. Zudem werden diese nachts nicht ausgeschaltet, was ich bei der Stromsparpolitik Chinas, die in chinesischen Studentenwohnheimen um 11 Uhr oft den Strom abstellen lässt, nicht nachvollziehen kann.

Am nächsten Tag streiften wir nurnoch durch Shanghai und schauten uns Sachen an, die auf der Karte als Sehenswürdigkeit angezeichnet waren. So waren wir zuerst an einem altertümlichen Markt in der Fangbang-Lu, der dem Nanjinger Fuzimiao (Konfuziusmarkt) sehr ähnelt. Anbei gab es noch einen daoistischen Tempel, der sehr bunt und Kitschig war, aber schöne Figuren an den Dächern hatte. Von dort aus gingen wir geradewegs zu etwas, was auf der Karte als „Spice-Market“ angezeichnet war. Auf dem Weg kamen wir wieder an einer Art europäischem Viertel vorbei, wo es auch wirklich billige Sachen zu kaufen gab. Einfach die Fangbang-Lu Richtung Westen entlang gehen. Vor dem Spice Market war noch ein Park mit See, an dessen kompletter Uferpromenade eine gelbe Linie entlangführte, auf der stand: „Danger do not go beyond yellow line“. Der „Spice-Market“ stellte sich dann heraus als ein westliches Restaurant‑ und Kneipen-Viertel mit viel zu teuren Preisen (natürlich). Also für westliche Touristen eigentlich komplett uninteressant. Wir sind dann noch an einen anderen Platz gefahren mit einer Kirche und waren danach Kaffe trinken. Maik hat einen Irish Coffee und ich einen Latte Macchiato mit Irish Cream getrunken. Es war genau dasselbe.

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Eine Kreuzung, bizarr hässlich

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Die Wohnung des Teufels

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Chinesiche Winterdeko: Kohlbäume

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Nahe Innenstadt, Expo-Baustellen-Chaos

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Der altertümliche Markt

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Daoistische Tempel und Dachverzierung

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Auf dem Weg zum „Spice-Market“

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Extrem gefährlicher ausgetrockneter See und wilder Panda

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Touristen-Geldausdertaschezieh-Viertel mit wunderschönen Weihnachtswichteln

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Kirche und asiatisches Gebäude auf Hochhausdach

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chinesische Logik: Unter gewissen Umständen ist Norden auch mal unten

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Chinesen und der Regenbogen

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Am Ende muss ich sagen, dass das interessanteste an der ganzen Sache die Reaktionen auf unsere Mützen waren. Ein flüchtiges Lächeln, ein lautes Gelächter, ein „可爱 (ke’ai)“ oder einfach nur ein „interesting hat“. Alles davon hat mich stolz gemacht, und irgendwie auch glücklich, auch wenn es den Anschein hat, dass wir uns stattdessen lächerlich gemacht haben. Denn die einzigen, die abfällig die Nase darüber gerümpft haben, waren die westlichen Touristen. Alle anderen haben sich gefreut uns zu sehen.

Amen

4 Kommentare zu “Ein Funke Freude für Jedermann – Shanghai”

  1. Schön. :-)
    Ich will auch so eine Mausohrenmütze! Hey, wie wärs mit einem nachträglichen Geburtstagsgeschenk? ^^

  2. der tunnel ist mal voll super!
    ka

  3. Was heisst Ke’ai?

  4. 可爱 heißt niedlich/süß

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