Mat am Mittwoch, 16. Dezember 2009

Am Sonntag war ich mit Flo und Unmei in der Gedenkstätte des Nanjing Massakers. Genau an dem Jahrestag (13.12.1937), als die japanische Armee als Sieger in die ehemalige Hauptstadt Chinas einzog. Die darauffolgenden 6 Wochen wurden laut chinesischen Angaben über 300.000 Menschen, auch Frauen und Kinder, auf brutalste Art und Weise hingerichtet und über 20.000 Frauen vergewaltigt. Die Objektivität dieser Zahlen und Daten wird einem spätestens dann genommen, wenn man dieses Mahnmal, begleitet von einem gleichmäßigen Glockenschlag, der den Eingang der Ausstellungshalle umnebelt, betritt. Es wurden dort die Namen all derer, die unschuldigerweise von der japanischen Armee niedergestreckt wurden, in die Wand graviert. Hin und wieder findet man sich in einem nachgebauten Kriegsszenario wieder und kann auf Schautafeln peinlich genau nachvollziehen, was vor, in und nach dem Massaker passiert ist. Es wird auch nicht gescheut die Texte mit reißerischen Adjektiven zu versüßen, dass man sich auch in die damalige Situation versetzen kann. Es wird von Grausamkeiten berichtet, wie Menschenjagd, wahrloses Erschießen von Passanten, Massenvergewaltigung, etc. Angst, Hass und Trauer liegen hier stark beieinander, vermischt mit einem kleinen bisschen schlechtem Geschmack. Ich frage mich ein bisschen ob es Leute gibt, die die ganze Sache mehr als Unterhaltung als als Andacht sehen, wenn man beobachtet, dass Eltern ihre Kinder im Vor‑ und Grundschulalter dorthin mitnehmen. Für diese ist das ganze doch nichts anderes als eine Geisterbahn in der man auf der Hälfte des Weges Hotdogs kaufen kann. Vor allem der 2. Stock zeugt von schlechtem Geschmack, wenn man im ersten davon predigt wie schlimm Krieg ist, dafür aber im 2. mehrmals mit Victory und der Großartigkeit Chinas erschlagen wird.

Die Parkanlage Außerhalb fand ich hingegen wieder sehr gelungen. Hier waren aufgrund des Jahrestages viele Blumenkränze aufgebahrt. Ich habe jedoch leider verpasst, als um 10 Uhr morgens die ganze Stadt anlässlich dieses Tages Glocken läuten hat. Es gibt dort einen Gedenkstein, vor dem eine ewig-brennende Flamme brennt, die aber kurz vor der Schließung der Anlange ausgemacht wird. Manchmal kann man sich echt nur wundern. Aber viel Spaß mit den Bildern von der Außenanlage, drinnen war das fotografieren verboten.

Trotz mancher (meiner Meinung nach) Geschmacklosigkeiten ist der Besuch hier sehr empfehlenswert.

Es gab dieses Jahr auch einen deutschen Film, der dieses Massaker aus Sicht eines Deutschen, namens John Rabe, beschreibt. Dieser richtete im Namen des roten Kreuzes zu dieser Zeit eine Sicherheitszone in der Stadt ein und rette damit 250.000 Chinesen das Leben. Ein Nazi, der, aus Sicht der Chinesen, ein Held war, und dem Hitlerregime eher eine positive Reputation in China verschaffte.

Oli am Freitag, 11. Dezember 2009

Obwohl in Australien ja bekanntermaßen so ziemlich alle Orte an der Ostküste sind, muss man sich früher oder später doch ans andere Ufer wagen. Aus diesem Grund (und weil uns langweilig war) hatten Marita und ich uns dazu entschieden, mal eben kurzerhand nach Perth zu fliegen. Unsere erste Überlegung war New Zealand, was aber innerhalb von einer Woche kaum schaffbar gewesen wäre. Außerdem hab ich so jetzt immer einen Grund nochmal zurück zu kommen :)

Der Gesamteindruck von Perth war wirklich sehr gut. Die Stadt is wesentlich „australischer“ als Melbourne und von daher auch mehr laid back als es hier der Fall ist. Außerdem kann man auch gut eine Woche oder mehr dort verbringen, da in dre Umgebung einiges zu sehen ist und wir in den 5 Tagen nicht annähernd alles schaffen konnten. Aber nun erstmal von Anfang an:

Am Donnerstag sind wir seeeeeeeeehr früh morgens zum Flughafen gefahren und waren deshalb schon rcht müde, was aber auch nicht wirklich ein Problem war, da wir so den ganzen Flug einfach schlafen konnten. nach einigen Stunden, die aufgrund der Zeitverschiebung auf eine Stunde zusammengestaucht waren, kamen wir dann am Flughafen an, wo uns dann gleich eine Frau dabei geholfen hat, die richtigen Flyer, Hostels und Busse zu finden (Für sowas muss man Australier einfach lieben). Nach kurzer Orientierung sind wir dann in einen Bus gesprungen, der uns in den CBD gebracht hat. Allerdings war dort übrhaupt nichts los und uns kamen schon ein paar Befürchtungen, dass vielleicht die gesamte Stadt so sein könnte. Nachdem wir dann in den nächsten Bus in den Norden gestiegen sind, da dort alle Hostels zu sein schienen, wurde uns aber sofort bewusst, dass Restaurants, Clubs und Geschäfte einfach mehr im Norden der Stadt waren. Unsere Sachen haben wir dann schnell ins nächstbeste Backpackers geschmissen und sind gleich mal die Stadt erkunden gegangen. Dort sind wir dann auch gleich mal ins Museum of WA und ins Arts Museum gegangen und gleich mal auf einen guten alten Bekannten gestoßen.

 

Da wir beide alleridngs immernoch etwas kaputt waren, sind wir dann am Ende in eienm Café gelandet und haben uns überlegt, wo wir abend essen könnten. Außerdm haben wir uns gleich mal für den nächsten Tag Tickets für die Fähre nach Rottnest Island gekauft, um dann dort eine Fahrrad Tour zu machen und die Landschaft anzuschauen. Kleiner Nachteil: Wir sollten um 6 Uhr morgens von einem Shuttle Bus abgeholt werden :-o (wer mich kennt, der weiß, dass ich normalerweise so um die Zeit gerad ins Bett gehe :P).

Am nächsten Morgen hieß es dann aufstehen, schnell Peanutbutter-Jelly Sandwiches reinhauen und in den Bus. Nach insgesamt 2 Stunden Reisezeit waren wir dann auch direkt auf der Insel und konnten den restlichen Tag genießen. Somit sind wir einmal über die Komplette Insel gefahren, die wunderschöne Strände und Korallen, sowie Leuchttürme und Tiere bot. Zusammenfassend auf jeden Fall sehr lohnenswert.

Eigentlich war der Plan, abends in die Stadt zu gehen, dies hat dann aufgrund der leichten Müdigkeit allerdings nicht so ganz geklappt.

Samstag haben wir uns aufgrund des guten Wetters (Jaha, 32° :)) dazu entschieden, in einen Wildlife Park zu gehen, der direkt bei Perth liegt. Hier gab es alles Mögliche an in Australien heimischen Tieren, die sich auch von den Besuchern nicht wirklich beeindrucken ließen. Hier haben wir auch eine Gruppe von Studenten kennen gelernt, die uns ein bisschen mehr über die Stadt und ihre Ausgehmöglichkeiten erzählen konnten.

Abends zurück gekommen haben wir uns dann gleich auf zu einem vegetarischen indischen Restaurant gemacht, in dem man nur so viel bezahlen musste, wie man wollte. Das essen dort war sehr gut und von daher hat man auch schon gerne etwas Geld locker gemacht.

     

Als wir zurück ins Hostel kamen, haben wir mithilfe von ein paar Biers und Wein uns schnell mit ein paar Engländern angefreundet, mit denen wir dann noch in die Stadt gegangen sind. Als wir beim Club angekommen waren, hatte sich dann allerdings die Hälfte von denen überlegt, dass sie doch nicht reinwill :D Ich schmeiß auch gern Geld für ein Taxi und ne Stunde meines Lebens weg :)

Der nächste Tag begann dann auch erst gegen 12, was aber nicht so schlimm war, da unser Plan daraus bestand, ein Picnic im botanischen Garten zu machen und einfach das Wetter zu genießen. Daraufhin haben wir uns dann noch die Stadt und das House of Parliament ein wenig angeschaut. Außerdem muss man sagen, dass der botanische Garten wirklich sehr schön ist, so dass man sich bei gutem Wetter ohne Probleme ne ganze Weile dort aufhalten kann.

     

Abends haben wir uns dann noch auf dem Weg zum Casino gemacht, wo wir Tim und drei seiner Freunde getroffen haben, die die vorigen 5 Wochen von Darwin nach Perth gefahren sind, um die Champions League Spiele zu sehen. Auf dem Weg sind wir dann außerdem auf folgendes sehr hilfreiches Verkehrsschild getroffen.

Huaaaaaa

Zurück im Hostel waren wir dann gegen 5, wobei wir auch um 9 wiedee aufstehen mussten, um auszuchecken… Irgendwie war der Urlaub nicht so wirklich entspannend, was die Schlafzeiten betraf :)

Nachdem wir ausgecheckt haben, brachten wir dann unsere Taschne zum Bahnhof und schlossen sie in einen Locker, um sie dann abends einfach abholen zu kännen. Den Tag über verbrachten wir dann außerhalb Perths und schauten uns ein wenig die Umgebung an, die auch wirklich nicht zu verachten war. An diesem letzten Abend trafen wir dann nochmal auf Tim und seine Leute, wobei wir uns dann gegen 9 verabschieden mussten und beinahe unseren Flug verpasst hätten. Aber was ist schon ein Urlaub ohne Abenteuer :)

     

Die Woche hier war dann teilweise mit Arbeit verbunden, die ich für mein Projekt der Uni Ulm machen musste und mit Steves Abschiede (Abschiede, da er Mittwoch, Donnerstag und Freitag je seinen Abschied gefeiert hat :D). Dazu muss ich nochmal eben sagen, dass Steve einer der ersten Leute war, die ich hier in Australien kennen gelernt habe. All die Abschiede machen einm doch irgendwie dann schon bewusst, dass es alles schon bald vorbei sein wird, was mehr als komisch ist, da es mir schon fast so vorkommt, als wäre ich schon ewig hier (is ja auch eigentlich so :D). Aber nächste Woche kommen dann erstmal Timo und Mömmel vorbei und ich kanns eigentlich echt schon kaum noch erwarten. Da wird sicher so einiges gehen, sag ich da mal.

Das wars dann auch erstmal von mir und meinem Trip und ich werd versuchen, die letzten Wochen alle, die noch hin und wieder in den Blog reinschauen, auf dem laufenden zu halten :)