Nach dem Unterricht schrieb mir Duba eine Nachricht, dass er gerne mal mit vielen Leuten eine Sehenswürdigkeit besuchen wolle, die den wundervollen Namen: „Das Taiping himmlische Königreich Museum der Geschichte“ trägt. Ein bisschen Abwechslung kann ja nich schaden, also gingen wir (das waren Duba, Joe, Bino, Chinh und ich) dorthin, ohne zu wissen, was es da eigentlich zu sehen gibt. Wenn das schon so heißt, dachte ich, kann es ja nur toll sein.
Das Museum befindet sich auf der Südseite vom Konfuziusmarkt (Fuzimiao 夫子庙). Als ich dort ankam, erinnerte ich mich, dass ich das sowieso schonmal anschauen wollte, weil der Eingang schon so beeindruckend ist. Es besitzt riesige Tore und muss früher mal etwas wie ein Anwesen gewesen sein. Chinh meinte, dass er schonmal da war und es eigentlich nicht so toll war. Das Museum an sich war auch nicht so aufregend. Es handelt sich dabei um eine Abhandlung einer Epoche der Geschichte Nanjings, welche das „himmlische Königreich“ genannt wird.
Die Kunstgegenstände im Museum waren nicht so aufregend. Jedoch war das Anwesen einfach toll: schöne verwinkelt Gänge, Gallerien und Pavillons; Teiche, Felsen und auch ein Wasserfall. Eine perfekt Location mal ein bisschen mit der Kamera rumzuspielen und ganz viele Fotos zu machen.
Hauptdarsteller sind:
Duba
Joe
Bino
Chinh
und Mirko aus Höchst
Los gehts!
Der Wasserfall wurde ausgeschaltet, nachdem eine Olle rumgemotzt hat und wir dennoch nicht vom Berg hinabgestiegen sind.
Weil Juliane mal nachgefragt hat, wie denn nun der Campus ausschaut und ich bisher der Bebilderung schuldig bin, werde ich das nun hiermit tun. Das war einen Tag nach dem ersten Schnee und ich hatte schon vergessen, dass einem die Finger ziemlich schnell einfrieren, wenn man bei –3° ohne Handschuhe Fotos macht. Ich gehe auch davon aus, dass dies auch einer der Gründe ist, warum ich gerade mit Husten und Schnupfen im Bett liege/sitze und mir die Zeit nehme das zu schreiben.
Ich beschreibe hier den Weg vom Wohnheim aus zu meinem Klassenraum, wo ich die Sprachkurse habe. Von dort aus gehe ich zum Gebäude, wo die Informatiker ihr Lab haben, bzw hoffentlich auch bleiben dürfen. Mir kam nämlich zu Ohren, dass die Informatiker zum neuen Campus umziehen müssen. Ich hoffe nicht, dass dies geschieht, das wäre aus diversen Gründen, die ich irgenwann mal erleutern werde, ziemlich „incovenient“.
Raus aus dem Wohnheim auf die Straße:
rechts abbiegen und an dieser Kreuzung wieder links abbiegen
Der Straße ein Stück folgen, auf der linken Seite ist eine der Mensen, einen Schwenk nach rechts sieht man den Eingang vom Sipailou-Campus.
Der Hauptstraße folgend, sieht man links ein Verwaltungsgebäude, in dem man Geld auf seine Karte laden kann, rechts daneben die Bücherei (Tushuguan 图书馆).
Zentrum des Campus bildet dieser Springbrunnen, hier biegen wir wieder links ab, links sieht man ein Gebäude, das gerade renoviert wird und in das die Verwaltung und das Präsidium der Uni ziehen soll. Irgendein toller Mensch hat mal darin gewohnt, erzählte mir Laowei.
Am Ende der Straße biegen wir rechts ab und sehen links das Konferenzzentrum des Campuseigenen Hotels, rechts sehen wir den Sportplatz, mit Tennisplätzen, Volleyballnetzen, Basketballnetzen und Dauerlaufbahn.
Ein Stück und dann links ist das Hotel, indem wir unseren Klassenraum haben. Irgendwo im 2. Stock ist dieser „Klassenraum“. Ihm werde ich auch noch ein Kapitel widmen.
Wenn man aber geradeaus am Sportplatz entlang läuft, ist links eine Sporthalle mit Kraftraum, Badmintonplätzen und Tischtennisplatten, die man gegen Geld reservieren kann.
Weiter hinten ist ein kleiner Park, indem ich einen wunderschönen Schneemann gefunden habe. Zudem eine Statue von irgendjemanden, der just in diesem Moment eine Erleuchtung hatte.
Wenn man von dort aus rechts abbiegt, am Sportplatz entlang geht kommt man nach einer Weile an einem Parkplatz vorbei und schließlich am Gebäude der Informatiker an.
Ich hoffe der Rundgang hat gefallen. Wartet gespannt auf Teil 2!
Eigentlich kann man ja den virtuellen Staub in meinem Blog schon fast anfassen, aber ich hab mir jetzt einfach mal gedacht: Besser spät als nie. Dementsprechend geb ich allen, die zufällig nochmal auf meiner Seite vorbei schauen ein update über mich und meine Erlebnisse.
Letztes Mal habe ich ja geschrieben, als bei mir gerade das erste Trimester vorbei war und ich mich endlich ein wenig entspannen konnte. Nach ein paar Abschiedsparties und dementsprechend vielen Abschieden war s dann endlich an der Zeit rumzureisen. Hierbei darf man auch gleich mal wieder erwähnen, dass Australien riesig ist und sich eigentlich wirklich kaum alles wichtige besuchen lässt (Außer man hat einen schön saftigen Geldvorrat bei sich). Dementsprechend hatten wir uns dazu entschieden, Queensland zu besuchen und die Strecke Cairns-Brisbane mit dem Campervan zurück zu legen.
Google sagt hier 1682km, aber da wir uns erstmal kurzfristig bis an die Nordspitze begeben haben, kamen wir am Ende mit exakt 2400km auf der Anzeige an. Neben spielen wie „wie weit kommen wir ohne nachzutanken“ und „wer am meisten Finnen findet die uns bestätigen, dass Finnland zu Skandinavien gehört“ war echt alles dabei und das beste is, ich haue hier einfach mal ein paar Fotos rein, damit man sich das eine oder andere darunter vorstellen kann.
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Das zweite Trimester war dann wie schon erwartet ganz anders. ungefähr 50 % der Leute, mit denen ich meine Zeit hier verbracht hatte, sind wieder nach Hause geflogen, weshalb einem hier alles etwas anders vorkam. Mein Haus bestand vorerst nur noch aus Andrew und mir bis dann zwei Inder, Parishek und Abishek, eingezogen sind. Sehr lustige Typen mit denen man doch allerlei Spaß erleben konnte und natürich mehr indische Kultur (auch wenn die beiden nicht gerade Meisterköche waren :D). Trotzdem war es schon eine sehr passende Mischung. Später ist dann auch noch Amanda, eine Australierin, hinzugezogen, die allerdings nicht ganz so viel an der Community teilnahm, da sie auch keine Studentin ist sondern arbeitet. Trotzdem hatten wir einiges an Spaß und doch immer recht lustige Erlebnisse.
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Das Trimester selbst war wie auch das vorige recht anstrengend und mit viel Arbeit und Gruppenprojekten verbunden, die zwar alle interessant waren aber manchmal echt frustrierend waren. Als dann die Klausuren kamen, war mein Akku auch schon so ziemlich leer und ich musste mich extrem dazu zwingen, noch meine letzten Kräfte anzusammeln. Aber als es dann endlich alles vorbei war, konnte ich meine Freiheit genießen und musste an sich nur noch auf die Klausurenergebnisse warten.
In der Zwischenzeit begab ich mich an die Great Ocean Road und nach Adelaide (wo das Wetter übrigens viel besser war als hier…). Die Fotos hab ich leider noch nicht bekommen, weshalb ich die hier gerade nicht reinsetzen kann, aber das werde ich machen, sobald Marita sie mir gibt. Ich war nämlich nur für die Filmarbeiten zuständig und habe es aufgegeben, beides gleichzeitig zu versuchen, da es zu viel Zeit und Anstrengung kostet. Der Trip an sich war aber sehr cool und es ist schon immer wieder ein Erlebnis, die verschiedenen Gegenden zu befahren, da sich die Landschaften echt krass ändern mit der Zeit. Kängurus haben wir auch einige geshen, allerdings waren die meisten davon tot…
Gestern war es dann so weit und ich hatte meine Bachelor Verleihung. Das ganze war schon extrem krass, da es echt alles richtig Zeremoniell war mit trompetern und Kanzeler und lustigen Königsstühlen und so weiter. Aber schon total spaßig. Zumindest um einiges besser als ne dreckige email zu erhalten, dass man seinen Bachelor jetzt im Büro abholen kann
Ein paar Fotos könnt ihr auch hier betrachten, damit ihr bescheid wisst, wie man sich das so vorstellen kann.
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Und momentan sitze ich hier und werde morgen dann nach Perth fliegen. Dazu hab ich mich quasi ganz kurzfristig entschieden, da ich erst eigentlich nach New Zealand wollte, aber die Zeit nicht wirklich ausreicht, da ja dann schon der Timomann und der Michi mich besuchen kommen und mein Geld auch dann noch zum Reisen ausreichen sollte
Heute wollte ich eigentlich auch surfen gehen, aber da ich noch was für mein Seminar in Ulm machen muss, hab ich das jetzt einfach mal ausfallen lassen. Fotos aus dem hoffentlich schönen Perth gibt es dann in meinem nächsten Artikel in nem halben Jahr
Ne, nur Spaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaß.
Vor einer Woche geschah etwas, dass in Nanjing seit 50 Jahren nicht mehr passiert ist … es hat im November geschneit. Normalerweise schneit es hier im Januar, frühestens im Dezember. Nun dieses Jahr hat es am 16. November geschneit; oder sollte man sagen: „geschneematscht“. Was da Sonntag Nacht und Montag vom Himmel kam, war eine Mischung aus Regen und Schnee, der am Boden angekommen ziemlich schnell wieder geschmolzen ist. Durch Windböen und Zerstäubung aufgepeppt war es einfach unvergesslich mieses Wetter.
Nur die Vietnamesen freuten sich und waren ganz aus dem Häuschen. Chinh, der an diesem Tag zum zweiten Mal in seinem Leben Schnee gesehen hat, forderte mich auf, meine am Tag zuvor neu gekaufte Kamera einzupacken und Fotos zu schießen. Die müsse er seinen Freunden zeigen, meinte er. Ich wollte die Kamera sowieso einstecken und mal austesten, ob sich meine 120 € gelohnt haben. Unten kann man sehen was daraus geworden ist. Ich muss noch ein bisschen mit den Einstellungen rumspielen und die Modi austesten. Meiner Meinung nach ist alles zu verschwommen.
Als wir dann auf dem Weg zum Unterricht an dem Springbrunnen vorbeikamen, war etwas ungewöhnlich. Der normalerweise moderat-plätschernde Springbrunnen spritzte diesen Morgen eine riesen Fontäne aus Schneematsch in den Himmel. 很有意思!
Es war einer dieser Tage, die jeder kennt. Man steht auf, viel zu spät, findet ganz viele Beschäftigungen um sich vom Lernen abzuhalten und dann hat man fast nichts gemacht, bis man sich mit seinen Freunden in der Stadt treffen wollte. So traf ich mich mit Maik, etwas angenervt von den vielen Leuten auf der Straße, die im Gegensatz zu mir nicht die Bestrebungen hatten von A nach B zu kommen. So dachte ich darüber nach, was denn passieren würde, wenn ich mal ausversehen einem dreist sich vorbeischlängelnden Radfahrer einen Stoß gäben, so dass er mitsamt dem Fahrrad umkippt und auf dem Boden landet um damit meine angestaute Wut in den Erdboden abzuleiten. Ich kam zu dem Schluss, dass das wohl doch keine so gute Idee ist. Ich bin ja gewissermaßen ein Repräsentant Deutschlands, wobei ich vielen Mittel-Europäern auch aus dem Herzen sprechen, wenn ich diese Gedanken ausformuliere. Das Gewusel und die Ungeduld der drängelnden Chinesen ist meiner Meinung nach das anstrengenste an China. Im Gegensatz dazu steht das Verhalten eines Chinesen, der an einem Schalter sitzt. Da lässt er sich die Zeit eines meditierenden Mönches, ganz zum Leidwesen der Anstehenden. Gleich ein Grund noch etwas mehr zu drängeln.
Aber eigentlich wollte ich darauf hinaus, dass ich mich mit Maik traf um einmal in der Bücherei Avant-Garde vorbeizuschauen. Er meinte, dass es dort abgesehen von Büchern noch viele interessante Sachen zu kaufen gibt, auch im Hinblick, dass man nach Weihnachtsgeschenken ausschau halten kann. Die Bücherei ist einer ehemaligen Tiefgarage gelegen. So ist die Einfahrt der Eingang zur Bücherei. Nach etwa 10 Metern kommt eine Linkskurve und es geht eine Rampe nach oben. Nach der Rampe ist ein ehemaliges Parkdeck. Die Einfahrt mit Rampe und Parkdeck ist alles Laden‑ und Ausstellungsfläche.
Wenn man die Rampe wieder herunterläuft um zur Kasse und zum Ausgang zu gehen, sieht man ein riesiges christliches Kreuz über den Leuten schweben. Das ist, was den Laden avantgardistisch macht … Hajo meinte auf einem Portal, dass man zu deutsch „Gesichtsbuch“ nennt: „Wenn eine kleine Bar in Ulm avantgardistisch ist, weil sie einen Buddha im Laden stehen hat, dann ist das umgekehrt genauso gerechtfertigt!“
Aber nicht nur das massive Kreuz sorgte bei mir für ein Schmunzeln. Da gab es noch die Motivauswahl der Holzbilder, die man dort kaufen konnte. Ein kleiner Saddam für den Nachttisch? Oder wie wäre es mit einer Gallerie von Schwarz/Weiß-Silhouetten der größten Diktatoren der Welt im Wohnzimmer? All das kann man hier kaufen. Mich hätte es ja gereizt den einen oder anderen Hitler, Stalin, Mao oder Michael Jackson als Geschenk los zu schicken, aber wer weiß, was die Leute beim Zoll denken, wenn sie so etwas in einem Paket finden. Vor allem bei nem Michael Jackson
Ich habe dann das Setting etwas verändert, um ein noch eindrucksvolleres Bild zu erzeugen. Wer findet den Fehler?
Ich habe mir dann noch eine modische „Chanel No5″-Tasche gekauft:
Wobei ich die „Bible-Bag“ –Tasche auch ganz putzig fand.
Ich habe mir nun endlich die Bilder von Flo geholt und möchte sie euch natürlich nicht vorenthalten!
Beginnen wir einmal mit Halloween:
Marie und Flo

Ich als böser Zombie oder sowas.

Flo und Chinh, als Mensch mit Vampirzähnen, ka

Sarah, eine der Belgierinnen
Im roten T-Shirt ist Yangwei, einer der Nachtwachen im Büro des Wohnheims
Angestellte vom Club, die chinesische Geister mimten. Sehr cool!
Jolien




Einen Spongebob gabs auch


Weiter gehts mit dem Teehaus:
Der Ladenbesitzer, Chinh und Jolien
Ich und 2 Mädels, eine davon nennt sich Vera
Jolien auf dem „Thron“:
im roten T-shirt ist Yangwei, einer der Nachtwachen im Büro des Wohnheims
Letzten Sonntag waren wir (Flo, Jolien, Chinh und ich) in einem Teehaus. Naja es war nicht wirklich ein Teehaus. Es war eher ein Teeladen, in den uns der Besitzer einlgeladen hatte. Flo hatte diesen irgendwann einmal kennen gelernt, und nun wollte dieser, dass Flo mal mit seinen Freunden zum Tee trinken vorbei kommt. Er wollte nämlich schon immer ausländische Freunde haben.
Ein bisschen argwöhnisch fuhren wir am frühen Nachmittag, genau richtig zur Kaffee und Kuchen Zeit, mit dem Taxi dorthin. Man roch die Kälte in der Luft, und bekam sie umso mehr am eigenen Leibe zu spüren. So ist doch an diesem Wochenende die Temperatur um ca. 20° Ⅽ gefallen. Freudig wurden wir vom Teeladenbesitzer empfangen. Die Größe seines Ladens wird sich wohl auf 20 m² beschränken. Inmitten dieser Ladenfläche stand ein Tisch, mehrere Hocker und ein thronartiger Stuhl. Das ganze nahm mehr als die Hälfte der Ladenfläche ein und war aus Baumwurzeln geschnitzt. Der, ich nenne ihn jetzt mal „Thron“, sah sehr beeindruckend aus. Wie eine große Hand in die man sich setzen konnte. Noch beeindruckender war der Tisch. Wie gesagt bestand der Tisch aus einer großen Baumwurzel, die um einen Felsen herum gewachsen war und in die Reliefs und Figuren geschnitzt waren. Sowie wurden mehrere ebene Flächen reingeschliffen und eine Anrichteebene für den Tee. Dazu muss man sagen, dass man den Tee traditionell nicht einfach aufbrüht und trinkt, sondern mit einer kleinen Zeremonie verknüpft und eher genießt wie einen guten Whiskey. Zu dieser Zeremonie gehört auch, dass man den ersten Aufguss wegschüttet und die Tassen mehrmals mit heißem Teewasser auswäscht. Der Tisch war nun so geschnitzt, dass man das Auswaschen direkt auf dem Tisch macht und das überschüssige Wasser wie ein kleiner Bach über den halben Tisch in einen kleinen Abfluss rinnt.
Wir setzten uns und der Ladenbesitzer begann sofort mit dem Teezeremonium. Die Teebecher waren nicht größer wie ein Schnapsglas und lagen in einem Topf voll Wasser. Er nahm sie mit einer kleine Zange heraus und spülte sie erstmal mit heißem Wasser aus. Danach brühte er den Tee auf, goss ihn durch einen Sieb in eine Kanne und füllte die Becher damit. Weil der erste Aufguss für gewöhnlich sehr bitter ist, wird er weggeschüttet und so goss er die eben gefüllten Becher über einer kleinen Löwenstatue wieder aus. Er machte einen zweiten Aufguss, den er geschätzt 10 Sekunden lang ziehen lassen hat, füllte ihn in die Kanne um, füllte dann die Becher und reichte mit der Zange jedem von uns einen. Nun ist es dabei den Tee zu genießen. Dafür muss man erst den Duft einatmen, dann gemächlich den Tee schlürfen und ein bisschen im Mund behalten, bevor man schluckt. Mit einer Portion Tee machte er so zwischen 10 und 15 Aufgüsse. Insgesamt gab er uns 4 verschiedene Sorten zum testen. Daraufhin fragte er uns, welcher uns am besten gemundet hat und wir befanden die erste Sorte für die beste. Und so machte er mit der ersten Sorte noch einmal Tee.
Außer uns und dem Ladenbesitzer waren noch mehrere seiner chinesischen Freunde anwesend. Es kamen auch immer wieder neue Leute herein, die keinen Tee kauften, sondern sich dazu setzten und einen Plausch hielten. Leider war mein Chinesisch im Gegensatz zu Flo, Chinh und Jolien nicht gut genug um bei der Konversation mithalten zu können. Vor allem als es offensichtlich um 德国 (Déguó = Land der Tugend, oder auch Deutschland) ging und man weder verstehen konnte um was es geht, noch irgendetwas dazu sagen konnte. Später kamen dann noch 2 Mädels, von denen sich eine Vera genannt hatte. Jolien meinte, dass es ein belgischer Name sei, wohingegen ich sagte, dass er auch in Deutschland weit verbreitet sei. Dazu habe ich 2 Minuten Nachforschungen betrieben und es scheint, dass der Name gegen alle Erwartungen weder aus dem Holländischen, noch aus dem Deutschen, noch aus dem Lateinischen stammt, sondern ursprünglich ein russischer Name zu sein scheint. Hoffen wir einmal, dass Wikipedia recht hat und nicht Babywunder, ka. Später brachte ein weiterer chinesischer Freund 饺子 (Jiǎozi = gebratene Maultaschen) mit und alle wunderten sich, warum ich denn mit Stäbchen essen könne, obwohl ich noch nicht mal chinesisch sprechen konnte. Ich habe mich dann auch gewundert, aber eher über den logischen Zusammenhang …
Nachdem wir dann 5 Portionen Tee getrunken hatten und es draußen allmählich dunkel wurde, fuhren wir wieder Heim. Zum Glück habe ich einen so tollen Orientierungssinn, dass ich Süden und Norden voneinader unterscheiden kann und weiß, dass man in die Richtung zurückfahren muss, aus der man gekommen ist.
Also irgendwie habe ich mir den Abend ganz anders vorgestellt. Dafür haben sich die 3 Tage stundenlange vergebliche Suche nach einem Kostüm wirklich nicht gelohnt. Eine einfache weiße Schürze zu finden ist schon ziemlich schwierig. Dafür weiß ich jetzt, dass man in jedem Supermarkt eine überwältigende Auswahl an formschönen Schlafanzügen und langen Unterhosen für Männer vorfindet. Und aus genau diesen habe ich mir letztendlich eine Art Metzger-Outfit a la Silent Hill gebastelt. Natürlich besudelt mit Kunstblut, Tütensuppen-Gewürzöl und Instantkakao. Ich war gerade dabei so richtig schön rumzusuppen, als Chinh auf einmal mit mir zu einem chinesischen Halloween-Ball von 2 anderen Hochschulen/Universitäten (Das kann man hier nicht so unterscheiden) gehen wollte. Ich war aber bei weitem noch nicht fertig und schickte ihn alleine los. Es begann stark zu regnen und zu stürmen und wurde auch ziemlich frisch. Meine Motivation sank stetig. Jolien meldete sich und meinte kurz darauf, dass das Cocktailtrinken bei dem Wetter nicht so ne super Sache ist und dass man sich doch später einfach im Scarlet trifft. Flo war auch nicht da. Also alleine weggehen? Ich weiß ja nicht. Chinh kam dann später zurück und lachte mich gehörig aus, wegen meinem Kostüm. Naja zumindest musste ich nicht alleine ins Scarlet gehen.
Dort angekommen, trafen wir die anderen Belgierinnen und ich gab meinen Sweater dummerweise mit denen bei der Garderobe ab. Merke: Gib niemals deine Sachen zusammen mit Leuten ab, die du kaum kennst. Ich weiß zumindest heute, dass meine Sweater wohl noch im Scarlet liegt. Mein Kostüm kam eigentlich ganz gut an. Ich wurde auch von vielen Chinesen, meist im Auftrag ihrer Freundinnen, angequatscht und zum trinken aufgefordert. Nunja, die Jungs erzählten mir immer wie toll chinesische Pussies sind (ich behalte diese Ausdrucksweise bei, um die Authentizität nicht zu verringern) und stießen mit mir darauf an. Die Mädels schauten oft genervt drein und beteiligten sich so gar nicht daran. Trotz der kostenlosen Drinks stieg meine Laune nicht wirklich. Inzwischen war Chinh gegangen, die Belgierinnen verschwunden und Jolien wollte noch in der Castle-Bar vorbeischauen. Ich wollte eigentlich meinen Sweater organisieren und sie ging alleine. Und so endete der Abend, nicht wirklich angetrunken, frierend im Regen, hätte noch gefehlt, dass ich kein Geld mehr fürs Taxi übrig gehabt hätte.
Nach 4 Uhr kam ich im Wohnheim an. Als ich die Tür öffnete, sprang Chinh augenblicklich aus dem Bett, und setzte sich an den Laptop um zu surfen. Das muss mal einer verstehen? Ich ging zumindest ins Bett, ließ Chinh weiter rumsurfen und hab mal ausgeschlafen.





















