Mat am Freitag, 25. September 2009

Es war Samstag und zugleich schönes Wetter. Ein Umstand, der in Deutschland so häufig auftritt wie Schnee an Weihnachten. Grund genug das Lernen mal wieder sein zu lassen und auf die schlechten, regnerisch nassen Tage, im metaphorischen Sinne anzustoßen. Ich wollte etwas die Stadt erkunden, bzw erst einmal etwas Historie schnuppern. Ich fragte Maik, ob er mich begleiten würde und er hatte zufällig frei. Also machten wir uns auf den Weg zur alten Stadtmauer. Teile von dieser sind über die ganze Stadt verstreut, und wenn man den Tafeln im Ausstellungsraum der Stadtmauer glauben schenkt, war sie die längste in ganz China … sogar länger als die Stadtmauer in Peking. Es sei angemerkt, dass die Stadtmauer von Peking nicht der großen Mauer entspricht. Ein begehbarer Teil von dieser direkt in der Nähe des Campus wurde unser Ziel. Dafür mussten wir einen kleinen Berg überqueren, der Vorläufer für den etwas größeren „Lila Berg“ ist und auf dem ein buddhistischer Tempel steht, von dem behauptet wird, die Quelle des buddhistischen Vegetarismus (vielleicht auch des Vegetarismus an sich) zu sein.

Der kleine Berg ist als Park angelegt, welcher auch sehr schön ist, nur anfangs bekommt man schon die schlagkräftige Kombination aus chinesischer Feng-Shui-Romantik und Styropor ins Gesicht gedrückt. Eine Berglandschaft, scheinbar aus einem Gemälde entsprungen, schönheitsoperiert, um dem urbanen Chinesen Natur in die Stadt zu bringen. Meiner Meinung nach ein großer Griff ins Klo. Ähnlich ästhetisch wie Fototapete. Aber seht selbst:


Etwas weiter oben am Berg war dann alles recht natürlich angelegt, eine geschwungene gepflasterte Straße, gesäumt von Bäumen. An einer Stelle hingen ganz viele Vogelkäfige in den Bäumen, natürlich mit Vögeln drin. Ich kann nicht genau sagen, warum die da hingen. Einer der Nachtwächter aus dem Wohnheim, mit denen ich und Chinh abends ab und zu plaudern, meinte, dass oft alte Leute zum Sonnenauf‑ und –untergang mit ihrem Vogelkäfig in den Park gehen. Sie lauschen dann den Gesängen ihrer Vögel, die zur Dämmerung besonders schon singen sollen. Ich finde das klingt sehr romantisch … auch wenn die Vögel wahrscheinlich gar nicht singen, sondern bitterlich weinen, weil sie in dem kleinen Käfig eingesperrt sind, während ihre Kollegen draußen rumfliegen können und die eingesperrten wohl verhöhnen. Alles unter dem Deckmantel schöner Vogelgesänge.

Irgendwann kamen wir dann an der Stadtmauer an. Leider war das Tor, das nach einer Treppe die Stadtmauer zugänglich machen sollte, zugemauert. Untermalt wurde das noch durch eine gespannte Wäscheleine zwischen den beiden Außenmauern, der Mauer.

Hier gings also noch nicht rauf. Wir waren aber direkt am buddhistischen Tempel, den man von hier aus auch nicht betreten konnte, weil wir auf der Hinterseite der Anlage waren:


Nach einem kurzen Gang entlang der Mauer, gab es eine Durchfahrt und auf der anderen Seite dieser Durchfahrt war dann endlich der Aufgang zur Stadtmauer. Auf einer kleinen Wiese gegenüber des Aufgangs waren ein paar Menschen, die ziemlich gekonnt mit etwas spielten, was ich als Diabolo kennen gelernt habe. Was es aber von den mir bekannten Diabolos unterscheidet, ist, dass die Rotationsachse wie ein Kreisel senkrecht verläuft. Dazu kommt noch, dass die Dinger anfangen zu brummen und zu pfeifen, je schneller man sie in Bewegung bringt. Der Mann auf der rechten Seite des Bildes ist gerade dabei das Ding um sich rumzuschleudern, während er sich selbst um die eigene Achse dreht. Für dieses Hobby muss man schwindelfrei sein, aber es macht definitiv was her.

Nun folgen ein paar Bilder von der Stadtmauer und vom (hin und wieder) schönen Panorama der Stadt Nanjing.





Ein riesiger See inmitten des nördlichen Teils der Stadt. Die Inseln würden künstlich erweitert und verbunden. Im Hintergrund sieht man den Hauptbahnhof.

Hier zu sehen die Pagode des Buddhistischen Vegetarier Mekkas, leider im Gegenlicht

Wunderschöner Workoutpark auf dem Hausdach

Ein anderer Tempel mit einer Pagode

Maiks UFO, eigentlich der Nanjing Sun-Palace, ein riesen Schwimmbad, dessen Preise sich mit den deutschen messen kann

Kurz vor Ende der Stadtmauer, die roten Luftballons sind der Agricultural Carnival, von dem noch die Rede sein wird.

Seeroseninvasion



Ein kleines Preview vom Agricultural Carnival … das tollste was es zwischen Himmel und Erde gibt, also fast. Ich beschloss auf der Mauer, dass wir uns mal angucken, was da bei den roten Luftballons so tolles zu sein scheint. Es war eine Art Messe für die lokalen Landwirte und Hersteller von Naturprodukten, nebst Karussellen für die lieben Kinder. Besonders toll war die Dinosaurier-Erlebnis-Bahn, bei der Kinder in UFO‑ähnlichen Gefährten durch die Wildnis eines kleinen Wäldchens fahren und möglichst bunte Dinosaurier mit imaginären Laserwaffen beschießen können. Bei jedem Schuss ertönt aus den Lautsprechern ein möglichst lautes Lasergeräusch. Und damit das alles nicht so langweilig ist, war inmitten dieses Blitzgewitters eine wilde Bestie in Form eines kleinen Hundes angeketten. Dieser Hund hatte keinen Respekt vor seinem treusorgendem Herrchen, welches er sofort anfiel, als dieser ihm Fressen geben wollte. Das Futter unbeachtend wusster er gar nicht in welche Richtung er zuerst bellen sollte und schwebte in der Gefahr sich vor lauter Panik selbst zu strangulieren. Ein echt trauriger Anblick.
Natürlich gabs da auch ganz viele Straßenhändler, die alles mögliche an Schnickschnack anboten. Ich war überrascht wieviel Schnürsenkelverkäufer es gibt, die nichts anderes als Schnürsenkel verkaufen. Noch überraschter oder schockierter war ich, welche Wasserqualität die Kanäle in dem Park hatten, in dem da „Karneval“ gefeiert wurde. Kostprobe gefällig:


Man beachte wie man das Wasser verwenden kann um Hecken auf unkomplizierte Art und Weise zu stutzen, und mit welcher Geradlinigkeit!
Dieser wunderschöne Tümpel trennte den Verkaufsteil vom Ausstellungsteil, auf dem gar wunderbare Sachen zu besichtigen waren. Unter anderem gab es dort verwelkte Blumen und Erdnussträucher, eine Armada von ausgestopften Tieren und mit Plastikseegras versehen Aquarien mit echten noch lebenden Fischen drin.



Der Simpsonfisch

Diese armen Tieren lebten noch, als wir sie sahen. Aber sie klebten kopfüber an der Sauerstoffdüse und bewegten sich nicht von dieser weg. Das sah nicht gesund aus.

Danach verließen wir den Ort des Grauens und fanden uns auf einer der größten Kreuzungen, die ich jemals gesehn habe:


Im Hintergrund kann man den „Lila Berg“ sehen, an dessen Fuße wir uns befanden. Wir gingen einfach mal an der Nordseite des Sees weiter und fanden den Nanjing-Sun-Palace, sowie den Eingang zu nem weiteren großen Park (zumindest glaube ich das), die Auffahrt zur Stadtautobahn, eine Messehalle und den Ort an dem alle Busse nachts wohnen.


Hier kann man zwei Hochhäuser bewundern, auf deren Fassade animierte Werbetafeln zu sehen waren. Ich weiß nur nicht mehr welche von den leuchtenden Punkten das war. Da ärgert man sich schon, dass man nur eine Handykamera hat. Der See hat eine wunderschöne Uferpromenade mit einem romantischen Blick auf den See und die Großstadt, die im Dunkeln bunt funkelt. Aber das haben die Chinesen auch schon längst erkannt, und so muss man sich früh um einen Parkbank-platz bemühen, wenn man das romantische Spektakel nebst 20 Mitromanikern betrachten möchte. Wenn man Pech hat bekommt man nur die Bänke die der Promenade den Rücken kehren und einen Blick auf eher nicht so anschauliches bieten. Wir kamen an einem Hotel vorbei, auf dessen Parkplatz mehrere Batterien von Feuerwerk standen und ne Knallfroschkette als irgendein Schriftzeichen angeordnet lag. Wir sahen ebenfalls etwas, das von Außen aussah wie ein Freibad. Leider ist die Freibadsaison in China schon vorbei, obwohl es nach deutschem Ermessen noch warm genug ist. Aber eigentlich wollten wir endlich beim Bahnhof ankommen um wieder in die Südstadt zu kommen. Wir sind doch schon recht weit weg von den Gefilden, in denen ich mich auskenne.

Als wir dann am Bahnhof ankamen war es nach 19 Uhr. Wir sind so etwa 4 Stunden nun gewandert, nun war U-Bahnfahren angesagt. U-Bahnfahren in Nanjing hat schon was an sich. Nanjings U-Bahn ist noch ziemlich neu. Es existiert zurzeit nur eine Linie, aber es wird an 2 neuen gerade gebaut. Als Einmalfahrer muss man sich an den Automaten einen Chip ziehen, auf dem gespeichert ist, von wo nach wo man fahren möchte, denn Chinesen lieben die Kontrolle. Um auf den Bahnsteig zu kommen hält man den Chip an ein kleines Törchen, was einem dann den Eintritt gewährt. Aber man sollte den Chip ja nicht wegwerfen, denn beim Rausgehen am gewünschten Bahnsteig wird der Chipa dann benötigt. Bei besagten Toren ist auch ein Schlitz, in den man dann den Chip werfen muss, dass sich das Tor für die öffnet. Die U-Bahnwagons waren von innen sehr schick und neu, aber gesäumt von Hinweisschildern. Ich habe leider nicht alle fotografiert. Aber was mir in Beijing am Flughafen schon aufgefallen ist, dass man bei den Rolltreppen von einer netten elektronischen Dame, die wahrscheinlich in der Rolltreppe wohnt, gesagt bekommt, dass man sich ja bitte am Geländer festhalten solle. Schaut, worauf die UBahn-gesellschaft hinweist:


Zu „nicht spucken“, sei zu sagen, dass es bis vor kurzem üblich war, egal wo man sich befindet, seinen Nasen‑ und Racheninhalt zu entleeren, also auch in Häusern und öffentlichen Transportmitteln. Ich habe es aber bisher nur mitbekommen, dass das auf der Straße gemacht wird.
Ich entnehme aber den Hinweisschilder auch, dass Chinesen wohl immer und überall irgendwo drauf klettern. Auch das kann ich bisher nicht bestätigen und ist nur eine vage Vermutung ;-)

Nachdem wir zu Abend gegessen haben, sind wir noch in die Stadt, weil Maik nen mp3-Player kaufen wollte. Dabei kamen wir an dem Reklame-Hochhaus vorbei, das wir von der anderen Seite des Sees gesehen haben. In einem riesen Kaufhaus, im 6. Stock, der nicht so leicht zu finden war, weil der Aufzug nur bis zum 4. ging und die Rolltreppe vom 4. zum 5. keine Fortsetzung in den 6. hatte, schauten wir uns wegen dem mp3-Player um. Hier mal ein paar Bilder von namhaften chinesischen Marken, wie AEApple oder oPod, die High-End Produkte zu gar lächerlichem Preis raushauen *g*

Ein AEPod-Shuffle mit 4GB für nur 20 €uronen

Ein iDictionary-Touch mit Rabatt für 90 € (nur ein digitales Wörterbuch)

Der geniale PSPod zum Abspielen von MP4 für nur Schlappe 70 €

Ich wundere mich etwas, warum solche Klasse produkte und Marken nicht in Deutschland existieren. Dann könnte sich sogar Ralf einen oPod-Touch leisten. Maik kaufte dann ein iPod-Nano-Plagiat mit 4GB, auf den Testbericht dazu wird noch gewartet. Danach dachten wir, wir könnten noch was trinken und fanden eine lustige Süßigkeiten-Fruchtsaftbar, die es hier eigentlich zu Hauf gibt und bestellten ziemlich wahllos, weil wir die Sachen auch nicht lesen konnten. Ich bekamm eine seltsame Kaltschale, mit weißem geschmacklosem Schleim und schwarzem Mohn. Das schmeckte eigentlich ganz gut. Maik hatte ein Fruchtsaftgemisch, aber ich weiß nicht genau, was da alles drin war. Vielleicht wollen wir das auch gar nicht wissen:



Danach saßen wir noch ein bisschen in der Stadt rum, als auf einmal ein Mann bei uns rumlungerte und knapp 5 Minuten sich nicht traute uns anzusprechen. Er wollte ein Foto von _uns_ machen. Er zog ein vergoldetes Handy raus und brauchte eine halbe Ewigkeit bis er das Handy dazu brachte ein Foto zu machen. Dann wollte er von uns, dass wir die asiatische Lieblings-Fotopose machen. Zeige‑ und Mittelfinger zum Ⅴ gespreizt und aufgesetzt lächelnd, warteten wir eine halbe Ewigkeit, bis das Foto gemacht war. Er zeigte mir das Bild und ich war als verschwommener grüner Schatten darauf zu erkennen. Maik war nicht auf dem Bild. Dann wurde die Sache auf einmal skurril. Er wollte, dass ich mich auf ein Bein stell, dabei in die Hocke ging, das andere Bein auf meinen Oberschenkel lege und die Hände falte. Keine Ahnung warum, aber ich tat wie er es wollte, und nach 2 Wadenkrämpfen war das Foto endlich gemacht. Der Chinese mit dem Goldhandy war aber noch nicht zufrieden. Nun wollte er, dass ich mich in den Gongbu stelle mit der Handkante nach vorne. Etwa so:

Das war mir dann zu blöd und wir sind gegangen. Ja als erkennbarer nicht Asiate, ist man für manchen Chinesen so etwas ähnliches wie ein Animator mit Tierkostüm aus nem Freizeitpark. Man soll ständig Fotos mit wem machen, bekommt blöde Nachrufe wie: „Guck mal, ein Ausländer!“, man bekommt aber auch oft was ausgegeben oder Zigaretten angeboten, denn eine Zigarette kostet nicht soviel wie ein Getränk.  Es war dann eh schon spät und wir gingen Heim.

Mat am Montag, 21. September 2009

Etwas demotiviert kam ich ins Wohnheim, wo mich Chinh mit ner Torte überraschte. Er meinte, dass so ein paar Leute um 7 vorbeikämen, also ging ich noch schnell einkaufen und besorgte etwas Bier und Wein. Natürlich hab ich Becher und Korkenzieher vergessen. Also ging ich los und besorgte schnell noch ein paar Einwegbecher. Es kamen Flo und Laurent vorbei und Flo meinte er fragt noch ein paar Leute ob sie kommen. Im Endeffekt wurde jeder eingeladen, der zufällig an unserem Zimmer vorbei kam, oder jemanden traf, der zu uns kommen wollte. Später kam noch Maik und brachte nochmal etwas Kuchen mit. In Ermangelung von Gabeln, verwendeten wir einfach Stäbchen zum Kuchenessen, die Korken vom Wein wurden kurzerhand in die Flasche gedrückt. Das funktionierte wider erwarten prima. Flo holte auch seine Spiegelreflex-Kamera und schoss Fotos. Chinh schoss auch jede Menge Fotos, weil er sich die Kamera bei jeder Gelegenheit unter den Nagel riss. Ansonsten zeigte er auf den Fotos ausgenommen von Ausnahmen immer die vietnamesische Trendpose mit den zum Ⅴ gespreizten Mittel‑ und Zeigefingern. Hier mal ein paar Eindrücke:

Der Kuchen:

Der 2. Kuchen:

Chinh

Flo, der Ösi

Ewald (Dem ich, laut seiner Aussage, den Titel zum größten Nerd des Wohnheims geklaut habe … ich musste kurz lachen)

Maik

Martin, der Schweizer

Laurent:

Duba:

Caroline, eine Französin der extravaganten Sorte

Mit ner Flasche Odenwälder Feuerzauber

Hier erkläre ich meine Familienverhältnisse mit den Aßmusses und Keinaths

Nachdem wir also das Wohnheim unsicher gemacht haben, wurden wir noch von Duba ins Scarlet eingeladen. Er meinte er würde uns Getränke klar machen. Und so fuhren wir nach nem kleinen Mitternachtssnack ins Scarlet, wo es eine Flasche Champagner und Freigetränke noch und nöcher regnete. Der Chef vom Scarlet ist auch ein Afrikaner und anscheinend mit Duba sehr gut befreundet. Trendgetränk ist hier Whiskey mit Eistee, habe ich festgestellt. Chinh hatte auf einmal das dringende Bedürfnis mich mit jedem weiblichen Wesen in diesem Club verkuppeln zu wollen. Andererseits hatte Flo alle Nase lang eine andere Asiatin im Auge, die er mit seiner zu betrunkenen Konstitution eher verschreckte.

Wie man sieht, hatte ich Spaß. Mir kam es auch so vor, dass ich je später der Abend wurde, immer besser Chinesisch sprechen konnten. Das ist natürlich sehr subjektiv und ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht die ganze Zeit meine eigene Sprache gesprochen habe. Zumindest habe ich es geschafft einen Volltrunkenen und 2 nicht chinesisch-sprechende mit dem Taxi nach Hause zu bringen, also muss ich dem Taxifahrer die richtige Adresse gesagt haben.

Am nächsten Tag schwänzten ich und Chinh erstmal den Unterricht … ausnüchtern :-)

Mat am Sonntag, 20. September 2009

Nachdem ich mich für nen Chinesischkurs angemeldet hatte, hing auch bald eine Namensliste für den (Pre‑)Intermediary Kurs aus, an dem ich teilnehmen sollte. Es wunderte mich nur, dass auch Chinh auf der Liste stand und kein Intermediarykurs angeboten wurde. Das Wochenende über jedoch hatte sich gezeigt, dass ich so gar nichts verstanden habe, was Chinh mir auf Chinesisch sagen wollte (Und das lag nicht daran, dass er so schlecht Chinesisch sprach). Also was sollte er in meinem Kurs, bzw. was sollte ich in seinem Kurs. Und so kam der Montag. Irgendwann zwischen 7 und 8 stand ich da, geduscht und darauf vorbereitet um 8:15 Uhr meine erste Chinesischstunde zu haben. Chinh meinte nur, dass die erste Stunde ausfällt und schlief weiter. Ich war etwas skeptisch und rief noch Flo an, der völlig Schlaftrunken die Tatsache bestätigte. Was sollte ich nur mit meiner gewonnen Zeit machen, in der ich definitiv nichtmehr zurück ins Bett gehen wollte? Ich schaute mir mal an, was die Mensa so an Frühstücksangebot hatte. Ich kaufte mir 2 包子 (bāozi) und etwas, das ich für Milch hielt. Am Getränkestand gabs anbei Trinkhalme, mit denen man das, mit Alufolie versiegelte Fläschchen, mit einem kurzen Stich perforieren und ausschlürfen konnte. Nur war das mit dem Schlürfen nicht so leicht, wenn man unwissenderweise den Trinkjogurt vorher nicht geschüttelt hatte. Ich muss sagen, dass der ziemlich lecker war. „Jetzt fehlt nurnoch Müsli und dann wäre das Glück perfekt“, dachte ich so bei mir. Statt dessen gabs halt eben gefüllte, gedämpfte Hefeteigtaschen. Um mir dann noch die Zeit bis 10 zu vertreiben lernte ich ein bisschen Vokabeln aus dem Buch, welches ich in Deutschland zuletzt hatte. Ich erlag da wiederum einem Trugschluss, denn, alsdann die Stunde begonnen hatte, verstand ich kein Sterbenswörtchen. Ich saß da wie der Ochs am Berg, Chinh hingegen langweilte sich zu Tode. Das konnte man an seiner Miene unweigerlich erkennen. Auch nachmittags wurde es nicht besser. Es war eher noch schlimmer. Ich war etwas deprimiert, denn ich hätte mir schon mehr zugetraut. Chinh war auch nicht gut gelaunt und so war die Stimmung nicht die beste. Meine Euphorie der letzten Tage lag zerborsten am Boden. Ziemlich unförderlich waren dann auch immer Chinhs Kommentare, wenn Leute mit mir reden wollten. Er sagte denen dann immer auf Chinesisch: „Er kann nix“, „Er versteht nichts“, und er hatte verdammt nochmal Recht. Naja zumindest hab ich wenigstens das verstanden. Zudem reichten meine Gespräche mit Chinh meist nicht darüber hinaus, ob wir jetzt essen gehen sollten, wann wir Unterricht haben und ob wir müde sind. Meist glaubte er mir eh nicht, dass ich was verstanden habe.

Dienstag hatten wir dann einen Kurs, der sich damit beschäftigt, wie man in China Texte, Aufsätze oder ähnliches schreibt. Total unpassend für jemanden, der nicht einmal einen einzigen Satz schreiben kann. Ich hatte in Deutschland nur die Umschrift, Pinyin genannt, gelernt, und damit kann man in China nicht viel anfangen. (Nagut man kann in großen Städten Straßenschilder lesen und richtig aussprechen, aber das wars.) Am Ende der Stunde meinte ein anderer Vietnamese nach ein bisschen Smalltalk, warum ich überhaupt im Kurs bin, wenn ich nichts kann. Beim Mittagessen meinte dann noch Jonathan, ein amerikanischer Koreaner, dass das alles eh eine Farce ist. Es gäbe soviele unterschiedlichen Wissensstände, sodass man mehr Klassen brauche, und sowieso einen Einstufungstest. Ich machte mir die Mittagspause über meine Gedanken und entschied mich dann doch in den Elementary-Kurs zu wechseln. Dieser beginnt zwar komplett von vorne, aber im Endeffekt muss ich lesen und schreiben von vorne beginnen. Bei Aussprache, Grammatik und den meisten Vokabeln wird mir zwar langweilig sein, aber dafür kann ich öfter mal schwänzen ohne viel zu verpassen. Ich bin nicht nach China gekommen um danach Chinesische Romane zu schreiben. Ich möchte die Sprache soweit können, um mich gut verständigen zu können und um zumindest das ein oder andere lesen zu können. Was soll also der falsche Ehrgeiz, wenn man dabei zum scheitern verurteilt ist.

Also ging ich zum International Student Office, um mich umzutragen und um die passenden Bücher zu kaufen. Das waren 3 Stück an der Zahl, zusammen etwa 80 Yuan, also ungefähr 10 €. Ein Buch zum Hörverstehen, ein Buch zum Schreiben lernen, und eines für Grammatik und alles zusammen. Danach ging ich ins Lab, nachdem ich mich seit Freitag nichtmehr blicken oder hören lassen habe. Ich wollte noch etwas für das IV-Projekt in Ulm programmieren, aber eigentlich wollte ich schauen, ob jemand an meinen Geburtstag gedacht hatte. Es kam keiner zum Gratulieren, das machte mich etwas traurig, weil Professorin Wang persönlich vorgeschlagen hatte eine kleine Party zu feiern. Aber ich glaube das alles funktioniert in China ein bisschen anders, als bei uns. Hier muss man sich darum kümmern, dass andere auch wirklich eine Party für dich organisieren. Mich hat später irgendjemand gefragt, warum ich denn keinen eingeladen habe, wenn ich feiern möchte. Da ist was Wahres dran. Bei meinem nächsten Geburtstag werde ich es berücksichtigen die Leute zu meiner Party auch einzuladen. Nur wusste ich das damals noch nicht und ich ging etwas geknickt zurück ins Wohnheim.

Mat am Donnerstag, 17. September 2009

Hier mal ein kleiner Eindruck vom Wohnheim: (An alle die das Wurmheim kennen, es gibt einige Parallelen, aber es ist um Klassen besser und sauberer als das Wurmheim). Hier von außen:

hier das Treppenhaus:

der Gang:

Was hier so aussieht wie ein Gefängnis ist die Tür zur Küche. Aber die Zimmertüren sehen genau gleich aus. Hier mal die Küche:

Für Wurmheimverhältnisse annehmbar ;-) Gibt halt nix gemeinsames außer die Kochplatten. Und die einzigen, die hier drinnen regelmäßig kochen, sind die Inder. Ansonsten sind hier im Wohnheim jede Menge Schwarzafrikaner. Ich habe auch ein paar Deutsche und einen Österreicher am Wochenende kennen gelernt. Der Österreicher heißt Flo und er erinnert mich etwas an Gimple-san. Es gibt auch jede Menge Franzosen, einer heißt Laurent, auf Chinesisch: lǎorén 老人. Das heißt der Alte. Er mag den Namen nicht. *g*

Hier mal ein kleiner Rundgang durchs Zimmer: Von der Tür aus fotografiert, links meine Seite mit Schreibtisch und Bett und links Chinhs Seite.

Gegenüber der Tür ist die Waschzelle mit Waschbecken und abgetrennt davon die Toilette und Dusche.

Und der wunderbare Boiler der Dusche.

Und der fast unvergitterte Blick aus dem Fenster:

Wir leben im 2. Stock, genau über dem Eingang des Wohnheims. Daher sind unsere Fenster leider vergittert. Dieses wunderschöne Drecksloch ist der Vorbau vom Eingang. Ich frage mich immernoch, wie der Koffer da hingekommen ist. Den muss einer von unten hochgeworfen haben oder von oben um die Ecke. Vielleicht gehört der aber auch schon immer dahin. Wer weiß das schon.

Ein paar negative Sachen habe ich natürlich auch zu berichten. Zum ersten fehlt mir noch ein Stuhl im Zimmer. Ich habe mir von Chinh einen Tisch fürs Bett ausgeliehen. Aber auf Dauer ist das auch ungemütlich. Wozu hab ich denn den Schreibtisch. Ich werde morgen mal zur Hausverwaltung gehen und nach einem fragen. Zum zweiten hab ich keine Matratze, sondern nur ein Futon, welches auf einem ziemlich unflexiblen Lattenrost liegt. Zudem quietscht das Lattenrost ungemein. Aber ich muss sagen, dass es gar nicht so schlimm ist darauf zu schlafen, sofern man sich nicht rumdreht.

Es wird aber auch zunehmend gefährlicher im Wohnheim. Wir hatten im Zimmer schon zweimal einen Kakerlakenbesuch. Irgendwie niedlich die Dinger. Chinh, mutig wie er ist, hat sie auch gleich vernichtend geschlagen und entsorgt. Zudem steht das Wohnheim unter einer Minikarantäne, weil irgendwer im 6. Stock H1N1 eingeschleppt hat. Jetzt aber schnell ne Auslandskrankenversicherung beantragen!

Mat am Mittwoch, 16. September 2009

Bevor ich meinen Artikel über das Wohnheim reinstelle, möchte ich noch die Geschichte meiner ersten Tage zuende bringen. Der 2. Tag in China stand ganz im Zeichen der Umständlichkeit. Naja eigentlich stimmt das nicht ganz, aber ich fand den Titel für diesen Artikeln nicht schlecht ;-)

Morgens wusste ich nicht, ob ich vom Zimmer abgeholt würde, oder ob ich zum Lab gehen sollte. Ich musste heute nämlich zum Jiangsu International Travel Health Care Center um mir dort bestätigen zu lassen, dass ich auch wirklich gesund bin. So dachte ich, ich gehe mal zum Lab und frage wen, der mit mir dahin geht. Nachdem ich ein kleines bisschen rumgeirrt bin, habe ichs auch gefunden. Es ist schon lustig das Gebäude. Es ist ziemlich neu und hat mindestens 4 Gläserne Eingangstüren ohne Schloss. Nur sind tagsüber 2 davon geöffnet, die anderen sind alle mit ner Kette verriegelt. Unglücklicherweise sind nur die Türen geöffnet, bei denen man den weitesten Weg hat, vor allem von mir aus gesehen. Ich muss einmal ums Gebäude rum, dann im Gebäude quer durch den ersten Stock um zur Treppe zu kommen. Die Treppe hoch am Tischtennistisch vorbei, ins Lab. Die Treppenstufen im Treppenhaus besitzen an den Kanten metallene Schutzleisten, die teilweise angeschraubt und teilweise mit Tesa festgeklebt sind. Die festgeklebten Stellen sind auch etwas bröckelig im Tretgefühl. Meine Theorie ist, dass beim Anschrauben der Leisten der Stein gesprungen und abgebrochen ist. Ohne Leiste sehe es unschick aus, die Leiste hingegen hält nicht. Also benutzt der erfindungsreiche Chinese Tesafilm und Klebeband um die Sachen zu befestigen. Ist ja fast unsichtbar :-)

Im Lab angekommen, war derjenige, der mich zum Health Care Center bringen sollte gerade auf dem Weg zu meiner Wohnung. Er kam aber 5 Minuten später wieder im Lab an und wir fuhren mit dem Taxi los. Die Fahrt dauerte recht lang und ich muss heute oder morgen nochmal dahin. Der Taxifahrer wird mich so verarschen, wenn ich alleine fahre. In diesem Center gabs 7 Schalter. Jeder Schalter hatte genau eine Aufgabe und man musste sich bei jedem immer wieder neu anstellen. So gingen wir zum Schalter 1 und sie schickte uns zu Schalter 2. An Schalter 2 saß ein nicht aus der Ruhe zu bringender Mann, erinnerte mich vom Aussehen her ein bisschen an Mao. Als wir dann dran waren, fragte er mich, ob ich das Laborprotkoll meiner Bluttests aus Deutschland dabei habe. Irgendwie natürlich nicht, vor allem weil ich glaube, dass die in der Botschaft in Deutschland eine Seite davon eingesackt haben. Irgendwie war das aber kein Problem und er gab uns nen Zettel mit und schickte uns zum nächsten Schalter. Wir haben den Zettel soweit ausgefüllt und der guten Dame gegeben. Sie wollte ein Passfoto, hatte ich Deutschland genügend machen lassen, nur leider mit meinem Kopf von schräg vorne und nicht frontal. Merke: niemals schöne Fotos von der Schokoladenseite als Passfotos machen lassen. Zum Glück hatte ich in meinem Geldbeutel noch ein schreckliches frontales gefunden und wir wurden gleich zu Schalter 7, zur Kasse geschickt. Da bezahlte ich etwa 20 €, bekam wieder nen Zettel und sollte einen Stock höher zum Blutabnehmen.

Ich fand das etwas abenteuerlich. In Deutschland wird ein riesen Geschiss um Blutabnehmen gemacht. Hier funktioniert das wie an ner Kinokasse. 2 Schalter mit Durchreiche, oder Armdurchstrecke. Der wurde dann schnell mit nem Gummischlauch abgebunden, den Ellenbogen konnte man auf ein Kissen legen. Dann wurde man mit ner Jodlösung eingeschmiert, zack ne neue Nadel ausm Karton und rein in den Arm. Dann mal schnell Blutabnehmen und mit nem Wattepad zum Abdrücken des Einstichs abgespeist. Dabei hätte ich mich über ein Pflaster so gefreut. Das Ergebnis des Bluttests soll man dann ab dem 16.9. abholen können. Aber jetzt ists schon zu spät dafür. Ich machs morgen :-)

Zurück am Campus hatte ich noch etwas Zeit bis zum Mittagessen und so ging ich ins Wohnheim. Ich wollte mich dann mit den Informatikern vor der Mensa treffen. Die aber fürchteten wohl, dass ich die Mensa nicht finde und wir haben uns am großen Springbrunnen getroffen. Zur Info, die Mensa ist bei mir um die Ecke, der Springbrunnen etwa dreimal soweit weg wie die Mensa, wobei die Mensa auf dem Weg liegt. Versteht das mal einer.

Nach dem Essen half mir Chingh mit dem Internet. Das ist auch eine ganz umständliche Sache. Man hat, soweit ich das verstanden habe 3 Arten von Geldaccounts an der SEU. Einen, der direkt auf der Karte gespeichert ist, einen digitalen Geldaccount und ein Internetbudget. Man muss jeden Account anlegen. So um nun Internet zu bekommen muss man von seiner Karte Geld auf das digitale Konto übertragen und davon dann Geld auf das Internetkontingent übertragen. Das geht mit diversen Automaten, die überall rumstehen, aber natürlich alles auf chinesisch. Zum Glück gibts ja ne 6 seitige Anleitung mit Bildern, falls Chingh mal nicht in der Nähe ist um das für mich zu erledigen. Danach waren wir noch ein LAN-Kabel kaufen. Dazu waren wir in einem 2 stöckigem Kaufhaus, das eher an einen Basaar erinnerte. Interessant ist, dass jeder der 5m² Stände das gleiche Angebot hatte und versuchte soviele Artikel wie möglich darzubieten. Da sah man kunstvoll gebundene Computermaus-Sträuße oder PSPs und iPhones nebeinander aufgereiht. Kai meinte zu mir, dass es das iPhone noch nicht in China gäbe …. hmmm. Chingh erhandelte mir ein 10 Meter Kabel für 15 Yuan = 2 Euro.

Am Nachmittag schrieb ich mich für die Chinesichkurse ein. Da die Nachfrage so groß war, haben sie einen Pre-intermediary-Kurs gebildet, von dem ich dachte, er wird zu mir passen. Naja dazu werde ich später nochmal was schreiben. Außerdem hatte eine Informatikerin ein Seminarvortrag zum Thema: „Independent Global Constraints in Web Services“. Englische Folien, aber der Vortrag in chinesisch. Ich habe nichts verstanden :-)

Abends wurde ich von Professorin Wang zum Welcome Dinner des Instituts eingeladen. Das findet für alle neuen Phds und Masterstudenten statt. Sie meinte ich gehöre dazu, auch wenn ich weder Phd oder Masterstudent bin, naja vielleicht könnte ich als Masterstudent durchgehen. Wir trafen uns um halb 6 und gingen dann zusammen in ein richtiges Restaurant. Das war ein Erlebnis, denn in diesem Restaurant waren die Tische durch Wände getrennt, Separees. Ich wurde aufgeklärt, dass der, der das Essen bezahlt immer gegenüber vom Eingang sitzt und rechts und links nach dem Rang geordnet die Gäste sitzen, bis gegenüber der Rangniedrigste sitzt. Ganz so streng wurde das dann doch nicht gehandhabt, so saß Professorin Wang gegenüber dem Eingang und alle anderen wie sie wollten. Wir hatten bei der Anzahl Leute 3 Tische. In der Mitte eines jeden Tisches war eine große runde drehbare Glasplatte mit ein paar Gerichten schon mit Speisen vorgedeckt. Das sei quasi die Vorspeise wurde ich aufgeklärt. (Im folgenden markiere ich gute Sachen mit (y) und schlechte mit (n)) Da gabs Quallensalat(n), kalte Entenzunge(n), mit Chili marinierte Schweineniere (n), Erdnüsse(y), Entenfilets mit süßer Soße(y) und noch andere Sachen, an die ich mich nichtmehr erinnere. Nach und nach wurden immer mehr Speisen aufgetischt, diverse Eintöpfe, auch mit Schweinehaut(n), die 3 Gänge der Pekingente(y,y,n), gebratener Salat und Gemüse(y), eine Auster(y), Fischfilet(y) und noch vieles mehr. Das funktioniert so, dass jeder sich das Gericht, das er essen will, hindreht und sich was mit seinen Esstäbchen rausnimmt. So falls jemand H1N1 hatte von den Leuten am Tisch, hat es nun jeder. Es kann dir auch passieren, dass dir jemand sein Zeug in die Reischüssel oder in den Teller legt. Knochen und nicht gewollte Sachen legt man für gewöhnlich auf den Tisch. Es gab auch einen Hünchentopf, der gefühlt zu 80 % aus Knochen bestand. Da ist Essen wirklich anstrengend. Zum trinken gibts immer grünen Tee und Professorin Wang bestellte Bier. Es scheint, dass Bier hier auch ziemlich populär ist. Die Flaschengröße ist nicht genormt, aber immer so über 600ml. In dem Restaurant trank man das Bier aus Sektgläsern. Da lässt sich gānbēi (干杯 leeres Glas) auch einfach betreiben. Bei gānbēi muss man nämlich das Glas leertrinken. Die Chinesen waren gefühlt nach ner halben Flasche schon ziemlich angheitert und rot angelaufen. Es war en sehr schöner Abend.

Auf dem Heimweg war ich mit Yangjun und einer anderen aus dem Lab, deren Name ich vergessen habe, noch im Kaufhaus. 3 stöckiger Wahnsinn. Und dann bin ich zurück ins Wohnheim.

Mat am Montag, 14. September 2009

Das war der Blick aus dem Fenster, als ich ab 7 Uhr morgens nicht mehr schlafen konnte, auch weil seit 6 Uhr durchgehend auf der Straße gehupt wurde.

Hupen scheint hier eh das einzige wahre zu sein, um im Straßenverkehr irgendetwas anzuzeigen, vornehmlich, dass man gleich kommt.

Ich hatte etwas Hunger und noch Zeit bis Kai mich abholen kommen sollte, also besuchte ich das hoteleigene Frühstücksbüffet. Mir war es etwas peinlich Fotos zu machen, vor allem weil man eh schon angestarrt wurde, weil man nicht weiß, was und wie man essen sollte. Aber das Büffet war eh der Hammer, also seltsam. Zu Beginn gab es 4 Säulen mit Getränken zum zapfen, eigentlich nichts ungewöhnlich, außer der für Europa untypische Bohnensaft. Ich probierte mich am „Fruit Juice“. Das war ein warmes mit Fruchtsirup zubereitetes Getränk, pendant: Gut & Günstig Orangennektar bei 25°. Dann traute ich mich an die Milch … Wasser mit nem Teelöffel Milchpulver, natürlich auch warm. *brr*

Zu Essen gabs diverse chinesischen Gerichte, die man wohl so in Europa nicht zum Frühstück essen würde, bis auf vielleicht die Baozi … gefüllte Dampfnudeln. Die gebratenen Glasnudeln waren auch lecker. Für den Westler gedacht, aber völlig abstruß zugleich war das angebotene Toastbrot. Vier Scheiben leuchtend gelbes Toastbrot mit Butterdöschen (auch als Butter betitelt), deren Inhalt an geronnene Margarine erinnert und eine leuchtend rosane Erdbeermarmelade. Dazu gabs natürlich kein Messer zum Schmieren. Also wagte ich das Abenteuer mit Stäbchen ein Toast mit Butter und Marmelade zu schmieren, ein sehr müßiges Unterfangen, man konnts aber essen. Dennoch werde ich bei Baozi bleiben, das können die wenigstens.

Mit Kai gings dann erstmal zum Sekretariat für internationale Studenten, wo ich meinen Studentenausweis bekam. Bevor weiteres besprochen wurde, musste da erstmal ein Foto drauf. Dazu sind wir quer über den Campus gerannt, um da das Bild draufzudrucken. Dann gings wieder zurück zum Sekretariat. Da wurde diskutiert in welchen Sprachkurs ich gehöre, nur um festzustellen, dass ich für Elementary zu gut und für Intermediate zu schlecht war. Das Problem stellten wir erstmal zurück und meldeten mich am Wohnheim an. Dafür brauchte ich erstmal 3000 Yuan, 3 Monate Miete im vorraus (umgerechnet nicht ganz 400€). Also zu ner Bank mit Visaautomaten, der zum Glück um die Ecke ist und wieder zurück zum Wohnheim. Dort bekam ich dann ein Futon, ein bezogenes Kissen und eine bezogene Decke. Sie fragten mich, ob es Okay ist, wenn ich bei einem Vietnamesen im Zimmer bin, ich war etwas skeptisch, aber man kanns ja mal probieren. Der Vietnamese war nicht da und ich lud mein Zeug ab.

Dann gingen wir los um am Hotel auszuchecken. Kai meinte wir könnten mich aber auch erstmal überall vorstellen, so war ich bei jemanden, von dem ich nicht weiß, wer er war, der sich aber wohl sehr gefreut hat mich begrüßen zu dürfen. Dann sind wir noch in die Informatikfakultät und Professorin Wang kam extra aus einer Besprechung um mich zu begrüßen. Ich sollte nun Teil des Labs für Master und PHD-Studenten sein, das so 20 Leute umfasst. Ich konnte mir keinen der mir vorgestellten Namen merken *g*. Ich weiß nur, dass die Hälfte Li mit Nachnamen heißt.

Dann gingen wir zum Hotel und ich checkte aus. Kai sagte, Professorin Wang zahlt das Zimmer. War mir sehr recht. Ich musste fortlaufend bei allen Behördengängen nichts für Taxi, Essen oder ähnliches bezahlen … das zahlt alles Professorin Wang. Find ich gut. Wir haben die Koffer zum Wohnheim gebracht und sind dann erstmal zur Mensa, essen gegangen. Das ist ein Erlebnis: 2 Stockwerke und etwa 50 Schalter, an die man sich anstellen kann. Ich hab das System noch nicht ganz durchblickt … unten gibts anscheinend immer zufällig 20 Gerichte zur Auswahl, oben hat jeder Schalter seine eigene feststehende Speisekarte. Auch wenn Kai meinte, dass die Mensa nicht gut ist, fand ich sie doch ganz lecker. Hier kann man übrigens mit dem Studentenausweis bezahlen.Man legt ihn auf einen Sensor und in einem Bruchteil einer Sekunde wird das mit einem lauten Piep von der Karte abgebucht. Nicht dass man wie in Ulm stundenlang warten muss, bis das abgebucht wird. Leider muss man sein Geld immer persönlich in nem Büro drauf laden lassen.

Daraufhin machte ich etwas Mittagspause im Zimmer und richtete mich etwas ein. Und ich traf meinen Mitbewohner zum ersten Mal.

Sein Name ist Chingh, ein sehr aufgeschlossener und lustiger Mensch. Er spricht fast jeden auf dem Gang an und scheint auch alle zu kennen. Leider spricht er fast kein Englisch, so sind wir gezwungen chinesisch, aber vor allen mit Händen und Füßen miteinander zu sprechen. Er hat eine Vorliebe für Weihnachtsmusik, vor allem eingesungen von den Chipmunks. Zudem hat er mich gestern mit seinem neuen Soundsystem mit Subwoofer mit Modern Talking beglückt. (Genau Ralfs Musikgeschmack.) Vielleicht wollte er mir ne Freude machen. Er ist sowieso sehr hilfsbereit und passt auf, dass ich auf der Straße nicht von irgendwas überollt werde. Gestern sagte er auch plötzlich: „mǎi shuǐ (买水)“ Lass uns Wasser kaufen, kassierte 20 Yuan ein und kam mit einem neu-eingepacktem Wasserspender mit eingebautem Kühlschrank an, den die Hausverwaltung wohl immer auf Lager hat. Voll praktisch! Umgerechnet hat das dann etwa 5 € für uns beide gekostet.

Um 2 kam nicht Kai, sondern einer seiner Kollegen und ich ging erstmal mit ins Lab. Leider hat das Health Care Center, an dem jeder Ausländer seine Einreiseuntersuchung machen muss, nachmittags nicht geöffnet. Also bin ich mit einem anderen Kollegen von Kai, genannt Yangjun oder David SIM-Karte und Handy kaufen gewesen. Wir sind dazu in die Innenstadt in einen Laden namens Suning. Dort gabs auf 5 Stockwerken alles mögliche an technischem Schnickschnack. Besonders interessant find ich ja die Art wie der Kaufvorgang von Statten geht: Man wählt sich eine Ware aus, die man bitte nicht aus dem Regal nimmt, sondern nur der Angestellten zeigt. Die gibt einem dann einen Zettel mit Barcode, den man zur Kasse bringen muss um dort die Ware zu bezahlen. Dann geht man mit 2 Quittungen bewaffnet wieder zurück in die Abteilung und im Gegenzug zu einer dieser Quittungen bekommt man dann seine Ware. Das läuft ähnlich wie im Möbelhaus, nur dass ich hier ne Computermaus gekauft habe. (Ja Achim, endlich!) Dann gings wieder zurück zum Campus und nach einer wirklich guten Nudelsuppe gings ins Wohnheim.

Mat am Sonntag, 13. September 2009

Tja hier war es jetzt nicht so schön wie in Beijing. Ein bisschen grau und alt, der Flughafen. Keine LCD Anzeigen von welchem Flug das Gepäck nun aufs Gepäckband gelegt wurde, nur eine rote LED-Laufschrift. Zumindest war mein Gepäck schon auf dem Band, bevor ich überhaupt in der Halle ankam. Dann mal schnell zum Ausgang und prompt meine Kontaktperson übersehen.

So irrte ich in der Haupthalle des Flughafens, der nicht größer war als Frankfurt Hahn, hingegen aber 30 Jahre älter, und an einen alten Bahnhof erinnerte, herum und suchte und fand ein Kartentelefon. Das nahm natürlich nicht meine Karte, die ich in Beijing gekauft hatte und so schlich wiederholte Male um die Menschentraube herum, die sich am Ausgang gesammelte hatte und mit Zetteln bewaffnet war, auf denen irgendwelche Namen standen. Dann sah ich endlich meinen Namen und wunk ihm zu. Das war also Li Kai, Vorname Kai, Nachname Li. Wir begrüßten uns und ich klärte ihn über meine Namensverhältnisse auf, dass Matthias mein Vorname ist.

Er kaufte uns Bustickets und wir fuhren mit nem Linienbus in die Stadt. Die Fahrt dauerte ziemlich lange und so hatten wir Zeit uns zu unterhalten. Er fragte mich ob ich denn schon einen chinesischen Namen hätte oder wie man ihn denn auf chinesisch nennen sollte. Er schlug vor mich lǎomǎ (老马) zu nennen, weil man lǎo vor jeden beliebigen Namen hängen kann um daraus einen Spitznamen zu machen. Naja übersetzt heißen die Schriftzeichen „altes Pferd“, aber ich glaub ihm einfach mal, dass das wirklich keine Beleidigung ist. Im übrigen werden Ausländer kosenamenstechnisch als lǎowài (老外) bezeichnet. Das heißt soviel wie „alter Ausländer“. Ich könne ihn auch „Neo“ nennen, meinte er. Ihm gefalle nämlich der Film „the Matrix“ so sehr. Clichée bestätigt :-)

Wir redeten über diverse Dinge, was ich und er so zurzeit machen, was wir für Hobbies haben, etc. Er zählte mir einige deutsche Fußballspieler auf und sagte, dass man in China gerne die Bundesliga schaut und nannte natürlich auch stolz die beiden chinesichen Fußballspieler, die wohl in irgendwelchen deutschen Vereinen spielen. Dann fragte er mich, wie ich denn Karl Marx so finden würde. Da klingelten die Alarmglocken: „Oh, oh, Pfandfrage!“ Ich versuchte so neutral wie möglich zu antworten und sagte, dass ich seine Philosophie schon gut fände, es aber am Staat liegen würde, wie das umgesetzt wird. Er sagte dann nur sinngemäß: „Ich finde nicht, dass Marx ein Philosoph ist, Marx ist nicht gut, ich darf das jetzt nicht so laut sagen, aber die Regierung ist Mist.“ Irgendwie überraschte es mich nicht, dass ein PHD der Informatik sowas sagt.

Wir stiegen an einer für jede Richtung 3 Spurigen Straße aus dem Bus. Hier wurde mir zum ersten Mal klar, warum große Städte in China so versmoggt sind. Was sich da an Verkehr umwälzt, in einer Art geordnetem Chaos. Ich sage nur Survival of the Fittest. Wir warteten auf einen Anschlussbus. In China gibts keine Fahrpläne, nur eine Liste von Stationen, die angefahren werden. Nur weiß keiner, wann ein Bus nun kommt und ab wann er nichtmehr fährt. Also nachdem wir dann gesehen hatten, dass die Linie 3 innerhalb von 10 Minuten 10 mal an uns vorbeikam und alle anderen Linien auch mindestens einmal kamen, nur nicht die, die wir fahren wollten, beschloss Kai oder Neo (ich habe mich noch nicht entschieden, wie ich ihn nenne  soll) ein Taxi anzuhalten. Chinesen sind sehr ungeduldig, was sich im Verkehr und beim warten auf den Bus deutlich widerspiegelt. In Ulm muss man mindestens 10 Minuten auf nen Bus warten, eine Ewigkeit für einen Chinesen. Ein Taxi zu bekommen, war auch nicht so einfach, die Milliarden Taxis, die an uns vorbei kamen, waren alle schon belegt. Ich glaube die Hälfte aller in den Städten wohnenden Chinesen sind Taxifahrer, die andere Hälfte ist zu diesem Zeitpunkt leider Taxi mitgefahren.

Irgendwann bekamen wir dann auch ein Taxi, und wir fuhren zum Campushotel, weil es leider schon zu spät war für ein Wohnheimszimmer. Ich schluckte erstmal wieviel eine Nacht in dem Hotel kostet … das billigste Zimmer war etwa umgerechnet 50 €, dafür hatte es einen Flatscreen, ein überbreites Bett, schicke Sessel, etc und das ganze auf nur 8 m².

Unten im Nachtschränkchen lagen sogar Kondome. An alles haben sie gedacht, nur etwas teuer fand ich die:

Links 3 € rechts 2 €.

Zum Abendessen traf ich mich mit Maik, einem Bekannten, der bis vor kurzem noch in Berlin gewohnt hat, und jetzt zufällig auch in Nanjing eine Arbeit bekommen hat. Kai kam nicht mit, er wollte Heim zu seiner Frau, denn sie hatte gekocht *g*. So aß ich mein erstes chinesisches Essen von ner Fressbude, Maik hat bestellt.

Dann haben wir uns noch mit nem „Bier“, also es erinnerte eher an Kölsch-gold-eiskristall-extralight, an nen Brunnen im Campus gehockt.

Was man bei der schlechten Bildqualität nicht sieht ist, dass abends um 8 auf der Campusstraße der DōngNánDàXué (東南大學) SoutheastUniversity mehr los ist, als in der Ulmer Innenstadt am Samstag Nachmittag. Da wird unter dem Licht der Laternen Badminton gespielt, geradelt, Snakeboard gefahren, gelaufen, etc. Besonders lustig find ich es, dass auf dem Sportplatz im dunkeln gejoggt wird, nicht nur einer, sondern ein ganzes Joggeschwader ist da unterwegs. Und mit diesen Eindrücken kam mein erster Abend in China zu einem Ende.
Mat am Samstag, 12. September 2009

So saß ich im Auto zum Flughafen, nachdem ich einen Abschieds-Sauerbraten gegessen habe, den meine Mama liebenswürdigerweise kurzfristig zubereitet hatte. Dankeschön, es war der beste der Welt! Satt und mit den Gedanken etwas vergessen zu haben kamen wir am Frankfurter Flughafen an, parktem am falschen Terminal. Per Shuttlebus gings dann zu von Terminal 2 zu Terminal 1 und dann zum Check-In. Wir tranken noch was und ich ging zum Gate und wartete. Hier mal ein Bild von der Maschine, die mich fliegen sollte:

Im Flugzeug machte ich dann auch schon meine erste chinesische Bekanntschaft und sie bestätigte gleich 2 Clichées, die im Buch: „Gebrauchsanweisung für China“ beschrieben wurden. Sie nannte sich Linda, weil ihr der Name so gefällt. Eigentlich heißt sie LI Zhen Winteregg, verheiratet mit nem Schweizer und wohnhaft in der Schweiz. Das zweite war, sie gab mir sofort ihre Visitenkarte, so wie es _alle_ Chinesen tun. Naja bisher war sie die einzige. Aber was nicht ist kann ja noch werden.

Sie redete etwa 8 von den 9 Stunden Flug. Wenn nicht mit mir, dann mit jemand anderem. Sie schenkte mir ihre Mahlzeiten komplett bis auf das verkrumpelte Brötchen mit Butter, davon aß sie eine Hälfte selbst. Ich konnte nun aber auch nicht soviel essen und das war mir sehr unangenehm, dass sie mir alles aufs Tablett legte. Zum Abendessen gabs wahlweise Rind oder Hühnchen, chinesisch, mit Reis. Hat beides gleich geschmeckt … nach nichts. Zum Frühstück gabs gebratene Nudeln, die waren Okay. Als das Flugzeug im Landeanflug war, fragte mich Linda, ob wir gemeinsam zum Ausgang gingen. Doch als das Flugzeug die Pforten geöffnet hatte und Linda ihr Handgepäck in der Hand hielt, verschwand sie und wart nie wieder gesehen. Ich bin mal gespannt ob sie mir eine eMail schreibt wie versprochen.

Ich kam auch ohne Linda zurecht. Im Flugzeug musste man einen Zettel des Healthcare Centers ausfüllen, in dem man versichert, dass man auch wirklich nicht krank ist und erstrecht kein H1N1 hat. In der Ankunftshalle gabs zwei Schleusen, eine an der dieser Zettel gestempelt wurde, eine andere an der man den dann abgeben musste. Ein Beispiel für die Arbeitsteilung, oder eher für die Aufblähung der Arbeitsabläufe in China. Jeder macht genau eine Sache und nicht mehr oder weniger, hauptsache es werden soviele Leute wie möglich beschäftigt. Eine Lösung für die Arbeitslosigkeit in Deutschland?

Danach wurde man mit nem Shuttlzug ins Hauptgebäude des Beijinger Flughafens gebracht. Dort wurde Visum und Pass kontrolliert und man konnte seine Koffer abholen. Die Leute vom Zoll schauten etwas argwöhnisch, was mich etwas verunsicherte, aber ich konnte ohne Probleme durch. Dass meine Koffer nicht sofort zum Anschlussflieger gebracht werden liegt daran, dass man erstmal komplett einreisen muss, bevor man innerlands weiterfliegen kann. Es war etwas schwierig herauszufinden, wo ich meine Koffer aufgeben konnte, aber letztendlich hab ichs geschafft.

Der Flughafen sieht echt schick aus. Da haben die Chinesen für Olympia eine hübsche Bude aufgestellt. Hier mal ein Bild vom Dachgestänge des Flughafens:

Ich habe dann gleich mal denjenigen kontaktiert, der mich vom Flughafen in Nanjing abholen sollte und ließ mir fürs Telefon eine Karte andrehen, die nur in Beijing funktioniert, wie ich später rausfinden musste, super! Aber im Moment war alles geregelt und so aß ich zufrieden mein erstes echt-chinesisches Gericht … eine Nudelsuppe.

Die Suppe an sich war weiß, und das rote ist pures Fett, was oben drauf rumschwamm. Die Beilagen waren auch nicht so mein Fall. Links oben war irgendwas scharfes mit Chilli, darunter war extrem scharfes irgendwas, was aussah wie Spargel. Rechts war Ingwer in Sojasoße und darunter eingelegter Ingwer. Naja beim Sushi lasse ich mir das gefallen. Hier war das hingegen irgendwie nicht so lecker.

Als ich gefragt hatte, wo man sein Gepäck abgeben kann, sagte man mir an Gate C06. Die Tante am Check-In schrieb mir C08 auf das Ticket. Im Endeffekt wars aber an Gate C04. Ich hab mich gewundert warum keiner am Gate C08 sitzt und nochmal an einer Übersichtstafel nachgeschaut. Zum Glück! Es war der letzte Aufruf für den Flug …

Als wir mit dem Flieger aufstiegen sah man regelrecht, wie man aus einer Smogwolke auftauchte. Auf einmal wars draußen viel klarer. Ich sah auch kurzzeitig das Meer, welches aber bald eine Biegung machte und nur noch Land sichtbar war. Ziemlich schnell zog sich unter uns die Wolkendecke zu und das blieb bis Nanjing. Die schöne Sonne, die in Beijing sichtbar war, wurde in Nanjing durch eine dichte Wolkenmauer verdeckt. Eigentlich ein etwas enttäuschender Anblick.

Mat am Freitag, 11. September 2009

Wie jeder weiß gibts ja die große Mauer, die damals vor den Mongolen geschützt hat. Heutzutage gibts eine andere große Mauer, die mir das Internet etwas langsam macht. Nichtsdestotrotz werde ich bald mal Bilder hochladen, damit ich ich die Artikel, die sich in meinem Kopf in den letzten Tagen angesammelt haben, bildtechnisch illustrieren kann. Ich war leider etwas fotografierfaul, aber ich werde mich bessern.

Was aber wohl die meisten interessiert ist, dass ich gut angekommen bin. Ich werde super betreut und komme mit meinem Mitbewohner bestens aus. Die Informatikfakultät um Professorin Wang kümmert sich sehr um mich. So war ich mit dieser Fakultät heute abend auch essen; sie haben die Neulinge willkommen geheißen, was auch mich mit einschließt. Aber davon später mehr. Jetzt ist ja Wochenende und ich habe nichts zutun, also kann ich mich schön textuell verkünsteln.

Freut euch auf Bilder und Geschichten

euer Märchenonkel Matthias

Mat am Dienstag, 8. September 2009

Nun sitze ich hier und hab schon alles gepackt. Ich weiß nicht genau, wann ich zum Check-In muss. Wir haben mal grob 2 Stunden vorher gerechnet. Laut Homepage von Air China schließt der Check-In in Frankfurt bei internationalen Flügen 30 Minuten vor Flug. Mir kommt das etwas kurz vor. Also fahren wir trotzdem so wie geplant.

Nur die Homepage des Inernational Offices in China hat letzte Woche bekannt gegeben, dass die Sprachkurse für Chinesisch am 10. September beginnen. Nun bin ich davon ausgegangen, dass alles erst am 21. beginnt. Jetzt komm ich an und muss am nächsten Tag wahrscheinlich sofort mit der Uni loslegen. 8–12 jeden Tag. Ohh jubel :-)

Irgendwie fürchte ich, dass ich was vergessen habe. Hoffentlich nicht.

Ich bin dann mal etwas weg so ein Jährchen ;-)