Mexiko ist das ungerechteste Land der Welt, was die Verteilung des Reichtums anbelangt. 40 % der Bevölkerung muss von weniger als 2 US Dollar leben und die restliche Bevölkerung ist mehr als ungleich verteilt. In Guadalajara gibt es eine stabile Mittelschicht (nagelneue MacBooks gibt es hier am Iteso fast öfter wie an der uulm), die im Vergleich zu der Restbevölkerung sehr klein, im Vergleich zu den wirklich Reichen sehr groß ist. Nun gut: Reichtumspyramiden gibt es in jedem anderen Land. Sie erscheinen aber im Vergkeich zu Mexiko eher flach. Wie pervers der Reichtum, der wenigen ist, zeigt sich allein daran dass der reichste Mann Mexikos alleine(!) für 8 % Prozent des Brutoinlandsproduktes verantwortlich ist.
Über diesen Mann, Carlos Slim, hat die Zeitung Le Monde diplomatique ein Porträt geschrieben.
Mein Lesetipp: Der Besitzer von Mexiko
Zu meinem Käfer:
- Verkehr:
Ich habe ja nun schon ein halbes Jahr den Verkehrsfluss vom Bus, in anderen Autos und als Fußgänger beobachtet, ehe ich mich seit einer Woche selbst daran beteilige. Das mexikanische Verkehrssystem ist eine Mischung aus amerikanischem (man darf rechts und links überhohlen, es fahren aber alle in etwa gleich schnell) und europäischem(links ausschließlich zum Überhohlen und bitteschön zügig). An manchen Straßen werden die einzelnen Fahrspuren Zielen zugeordnet (wer länger auf der Straße bleibt, fährt links – wer sie bald wieder verläßt rechts), andere Straßen kennzeichnen die linke Spur als Überholspur und die meißten Straßen lassen diese Frage völlig unbeantwortet. Die richtige Spur zu finden ist eh, die wichtigste Frage im Stadtverkehr. Mal wird man an einem Kreisel, in der äußeren Spur abgedrängt, weil die inneren Spuren geschlossen abbiegen, ein anderes mal kann man eine innere Spur des Kreisels nicht verlassen, da die äußeren sich zum weiterfahren entscheiden. Eindeutige Kennzeichnungen fehlen, Straßenmarkierungen widersprechen sich – es ist eher so, dass man einen Kreisel „kennen“ muss, um auf der richtigen Spur zu sein. Der Weg zur Uni klappt jedenfalls mittlerweile zügig und stressfrei.
- Topes:
Topes sind Bodenwellen, die zur Verkehrsberuhigung in vielen Straßen angebracht sind. Diese sind in Größe und Bauform allerdings recht uneinheitlich. Manche sind eher gemächlich und man kann sie in normaler Schrittgeschwindigkeit befahren, andere sind klein und fast rechwinklig – es empfiehlt sich hier unbedingt Standgas zu verwenden. Und bei manchen kann man das Aufsetzen des Motors kaum verhindern – ich umfahre diese Straßen mitlerweile.
- Sicherheit:
Ich glaube ich bin der einzige Mensch in Mexiko der nicht in der Lage ist einen VW Käfer zu knacken. Mitlerweile habe ich einige Instruktionen bekommen (Nützliche Fähigkeit wenn man seinen Schlüssel mal im Auto vergisst). Werde die nächste Woche mal ein bisschen üben und sage Bescheid wenn ich es hinbekommen habe. Auf der anderen Seite heißt das natürlich das ich keine Wertgegenstände im Auto lassen kann. Es machen außerdem Gerüchte die Runde das Diebe Lithium-Ionen-Akku irgendwie scannen können. Ich habe keine Ahnung wie das funktionieren soll, habe auch im Internet nichts dazu gefunden. Hier haben mir aber schon mehrere davon erzählt: „Der Dieb läuft mit seinem Gerät an Autos vorbei, wenn es piept, bricht er ein und hohlt sich den Laptop (oder vergleichbar)“. Wie auch immer – bei meinem Käfer kann er auf jeden Fall einfach so einbrechen und ist nicht gezwungen die Scheibe einzuschlagen, was bei einem Freund der teurere Schaden war (geklaut wurde nur die billige Stereo-Anlage). Und das mir keiner mit dem Auto davon fährt… Nun ja: mein kleiner Käfer hat eine Lenkrad und eine seperate Schaltknüppelsperrung (der Schaltknüppel wird mit einem Eisenriemen im Rückwärtsgang fixiert). Da kann er erst mal rückwärts im Kreis fahren
- Klimaanlage:
Die ist nicht ganz so mächtig wie ich das von anderen Autos gewohnt war. Vielleicht muss ich auch noch was richtien lassen, aber mir kam das erst mal alles andere als warm vor, was mir gestern aus dem Lüfter kam. Sie ist per Keilriemen in an den Motor gehängt und braucht mehr Kraft als ich im Standgas zur Verfügung habe. An roten Ampeln also schnell die Klimaanlaage ausschalten oder der Motor stirbt ab.
- Tanken:
Noch fahre ich mit meiner ersten Tankfüllung. 22 Liter gab es für 200 Pesos (= 10,72€)
Normalerweise wird in Mexiko Alkohol nur bis 23 Uhr verkauft. Die Supermärkte haben zwar meist 24 Stunden geöffnet – verkaufen aber nach dieser Sperrstunde keinerlei Alkoholika mehr. Dieses Gesetz ist allerdings kein Bundesgesetz, noch nicht mal eines der Bundesstaaten, sondern wird von den Komunen verordnet (allerdings konsequent von allen, die ich jetzt so kennengelernt habe). Der Trick trotzdem an Alkohol zu kommen sieht in Guadalajara so aus: GDL ist nicht eine große Stadt sondern besteht rechtlich aus verschiedenen Städten, die zusammengewachsen sind. Ein kleiner Fleck gehört aber einfach zu keiner dieser Teilstädte (wenn ich mich richtig erinnere zwischen Zapopan und Guadalajara) La Penca. Und so hat dort ein kleiner 24-h Liquor store aufgemacht. Die Kunden dürfen den Laden nicht betreten sondern werden durch ein dickes Eisengitter hindurch versorgt, Betonsperren schützen, die am Gehsteig wartenden Leute vor betrunkenen Autofahrern, private Security überwacht das ganze. Ein recht lustiger Ort wie ich finde. Selbst hatte ich noch nie eine Kamera dabei habe aber ein kleines Youtube Video gefunden.
Und gerade wenn ich schon beim Thema „Alkoholverbot, mit Schlupflöchern so groß wie Scheunentore“ bin… Dass das mit dem Alkoholverbot in den USA nach Gesetzesbuchstaben strenger ist als in jedem anderen Land durfte ich bei meinem letzten Ausflug ja hautnah mitbekommen. Raimi und ich wurde trotz einem deutschen Persi fast nirgendwo reingelassen. Beim Irish-pup in San Diego wurden wir erst nach Hause geschickt, um den Reiesepass zu holen. Als ich den Türsteher danach noch mal angesprochen habe, dass ein deutscher Pass im Endeffekt ein Personalausweis mit ein bisschen Verpackung drum rum ist, hat er nur die Schultern gezuckt – so sind halt die Regeln. „Für Ausländer“ müßte man dazu sagen, denn bei Amis wird wie selbstverständlich ein Personalausweis akzeptiert und nicht nach dem Reisepass (wie auch, die meißten ham ja keinen) gefragt. Wie leicht diese sich jedoch kopieren lassen, zeigt allein die Teeniequote in einer durchschnittlichen Bar.
Wie dass so bei Verboten ist: Hat man selbst den Nachteil und nur die anderen umgehen das Gesetz – regt man sich darüber auf. Und wenn man selbst den Vorteil hat – nimmt man diesen natürlich gerne an. Letzten Samstag war ich jedenfalls froh, dass noch spontan ein bisschen Bier nachgekauft werden konnte
Puh, was eine Aktion. Heute war ich eigentlich schon auf dem Weg zum Police Dept. um die Anzeige aufzugeben aber aus Zeitmangel hatte ich das Ganze dann auf morgen frueh verschoben. Kurz nachdem ich hier gebloggt hatte hat mich Karl angerufen dass das genau die Buecher seien die er sich bestellt hatte und fuer die man ihn noch nicht gecharged hatte. Als wir dann nochmal genau die Betraege verglichen hatten war klar dass das genau die Posten waren. Nur wie kams dazu?
Anfang letzten Semester hatten noch wenige eine US Debitkarte, leider braucht man die aber fuer einige Online Shops verpflichtend. Da er zu diesem Zeitpunkt noch keine Karte hatte habe ich das mit meiner Karte bezahlt und er hat mir das Geld in Bar gegeben. Leider hat half.com die Infos gespeichert und er hat einfach mit den Infos bestellt ohne es zu merken. Und so kam es dass meine Karte aus Versehen belastet wurde.
Ich war zum Glueck noch nicht bei der Polizei und habe auch bei der Bank den Fraud claim wieder canceln lassen. So passiert auch nichts weiter, eine neue Karte bekomme ich aber trotzdem!
Fazit: Blogs retten Leben
Ohne das Blog hier waere das erst rausgekommen wenn ich gesehen haette wie die UConn Police den Karl in Handschellenabholt. Oder so aehnlich
Ok, die Sache läuft. Ich habe bei half.com jmd erreich, die Bücher ware unter anderem „Elements of Forecast“ und „English for Spanish native speakers“. Leider wollte man mir keine Lieferadresse rausrücken, das würde die Polizei bekommen wenn ich die Sache reporte. Der nächste Anruf war bei Bank of America, nach 100 verschiedenen Leuten war ich endlich bei der Person die meinen Fraud Claim aufnehmen konnte. Kurz gesagt: die researchen und erzählen mir dann was rauskam. Die Karte hat man auch gleich gesperrt und ich bekomm eine Neue zugeschickt. Dass damit College Books gekauft wurden spricht dafür dass iwo auf dem Campus jmd an die Kartendaten gekommen ist. Ich kann mir überhaupt nicht erklären wie, no way. Mal sehen, ich werde morgen früh das gleiche noch beim UConn Police Dept. erzählen und die bekommen ja laut dem half.com Typen die Adresse. Mal sehen ob ich dann mal was im Police Blotter find
Im Großen und Ganzen bin ich zuversichtlich, der Typ war halt auch mal garnicht smart. Man bestellt doch keine Bücher mit fremden Kartendaten, schon sehr naiv weil ja klar ist wohin die Ware gegangen ist. Mal sehen was die Cops morgen sagen, ich werde berichten!
Seit heute habe ich drei bestätigte aber mir unbekannte Transaktionen auf meiner amerikanischen Debit Karte. Einkäufe bei half.com im Gesamtwert von ~$80, ohne dass ich doch jemald etwas gekauft hätte. Was mich wundert wie zur Hölle jemand an die Daten gekommen sein kann, ich habe die Karte bei mir und habe damit wenn nur auf SSL Seiten bezahlt.
In jedem Fall ist eine Tel Nr bei der Transaktion angegeben, leider geht deren Service erst 8h PST los. Zusätzlich zur TelNr ist eine Art Code dabei, einen pro Transaktion:
24492159027890183747593
24492159027890183764499
24492159027890183754698
Welcher Informatiker sieht hier Parallelen zu ieiner Nummer auf half.com? Vll einer UserId oder sowas? Ich bin leider auf die Schnelle nicht fündig geworden. In jedem Fall werde ich nachher nochmal dort anrufen und dann je nach Ausgang des Ganzen noch meine Karte sperren lassen. Mal hoffen die Jungs geben mir eine Shippig Adress, dann sollte es ein leichtes sein damit und den Belegen aus dem Onlinebanking zur UConn Police zu gehen. Ich bin ja gespannt ob das dann eine UConn Adresse ist, half.com verkauft nämlich primär gebrauchte Textbooks für Colleges …
Ich weiß nicht was Dell sich dabei gedacht hat. Aber von Anfang an: Ich habe mich schon seit 2 Tagen gewundert warum manchmal willkürlich unwillkürlich, scheinbar ohne Initialereignis, die Strg Taste kurz aktiv ist. Sehr nervige Sache wenn plötzlich der Tab geschlossen wird oder die Suche aufgeht, alles je nach Kombination. Am schlimmsten: eMail senden bevor sie fertig sind.
Als Informatiker mache ich mich natürlich auf die Suche und lade mir eine Art Billigkeylogger runter um zu sehen wann die Taste aktiv ist. Spannenderweise war die Taste immer dann aktiv wenn ich den linken Rand des Touchpads berühe. Die Lösung des Ganzen war dann dass Dell im fancy Dell Touchpadtreiber per Default eine Zoomfunktion im linken Touchpadrand aktiviert hat. Diese Funktion ist natürlich ganz schlau geschrieben, sie produziert einfach einen [Strg] + [+] Tastaturanschlag.
Sehr schlau gelöst wirklich, wenigstens weiß ich jetzt dass meine Tastatur keinen Defekt hat …
Fuer eine komplette Story fehlt mir gerade das Material, deswegen nur Kleinigkeiten:
- Wir haben BedBugs in den Grad Dorms, ich kenne noch niemanden persoenlich der die Jungs gesehen hat. Aber vom Hoerensagen sind die Jungs schon hier angekommen ….
- Ich hab mein erstes Quiz versaut, die Computational Genomics class wird eh wahrscheinlich recht hart. Ich hab nie Stochastik gehoert, aber irgendwie wird das schon klappen
- Sprinbreak Planung ist in Arbeit! Mein endgueltig letztes schwaebische Autokonzern Geld loswerden …
- Meine bisherige Lieblingsclass ist Scientific visualization, einerseits weil das Thema einfach super cool ist. Aber auch weil der Prof einfach eine tolle Mischung aus Britischem Akzent und Michi Weber ist. Wird sicher ein Spass!
- Ich hab ein Ubuntu auf meinem Notebook, und nur soviel: Hammer! Alles out-of-the-box. Nur die Graphik Performance ist noch etwas schlecht, aber nur weil Intel grad am Treiber rumschraubt.
Ein kleiner Überblick über meine neuen Vorlesungen für das Frühlingssemester 2009:
Verarbeitung von Sprachen (= Compilerbau)
Diese Vorlesung hat echt gut begonnen. Für mexikanische Verhältnisse ist sie wirklich sehr theoretisch angelegt, was bei diesem Thema zum Glück auch nicht anderes Möglich ist. Ich merke hier schon ein bisschen einen Vorteil, denn für deutsche Studenten ist die Chomsky-Hierarchie ein alter Hut (für Mexikaner anscheinend nicht…). Bin gespannt wie lange ich diesen Vorteil noch behalten werde, denn es geht schnell voran und Ziel ist es einen funktionierenden Compiler zu schreiben (also ist der Kurs für deutsche Verhältnisse doch recht praktisch ;-)).
Verteilte Systeme
In der ersten Woche gab es eigentlich nur Gruppenarbeit und Kurzreferate für/von andere(n) Studenten. Irgendwie bin ich doch ein Freund des Frontalunterrichts. Es kommt mir effizienter vor. Den Prof kenne ich schon aus Betriebssysteme vom letzten Jahr, wo er mir gut gefallen hat und nicht nur deshalb hoffe ich hier noch auf eine richtig gute Vorlesung.
Mensch-Maschine-Interaktion
Benutzerfreundlichkeit ist wichtig! Damit ist der Kern des Kurses wohl getroffen. So weit ich das nach einer Woche abschätzen kann ist das Themengebiet doch ein bisschen anders als Usability in der UUlm. Das habe ich nämlich vor einem Jahr schon prüfen lassen und kann es mir wohl kaum ein zweites mal anrechnen lassen. Der Prof ist kompetent, der Kurs gut – um Anrechunungsfragen mache ich mir in einem halben Jahr nen Kopf.
Software-Engeneering Ⅱ
„Der Unterschied zwischen Software-Engeneering und Computer Science ist, dass Software-Engeneering ein Produkt verkaufen will und Computer Science nur(!!) die theoretische Basis ist“ und „Was nützt einem ein neuer Suchalgorithmus wenn man ihn danach nicht verkaufen kann“.
Ja, hier wurde sehr schnell klar wo der Dozent die Prioritäten sieht. Er arbeitet hauptberuflich als Software Entwickler und wirkt sehr kompetent. In der Vorlesung geht es darum, welche Voraussetzungen herschen müssen, um professionell Software entwickeln zu können, sowie die praktische Umsetzung dessen und orientiert sich an einem Buch von Craig Larman (ich hoffe ich habe die richtige Übersetzung verlinkt, ansonsten hat es der Author auch schon zu Wikipedia geschafft). Im Klartext: UML, Patterns, und Open UP (nicht im Buch von Larman, dafür das Prozess-Framework in dem Eclipse entwickelt wir).
Erstes Fazit
Insgesamt eine nette Mischung, wie ich finde. Und (so mein erstes Fazit nach einer Woche) der größte Vorteil, zwei statt einem Auslandsemester einzulegen, ist, dass man erst ab dem zweiten Versuch die Kurse bekommt, die man haben wollte. Viele Dinge konnte ich bei dieser Kurswahl einfach besser einschätzen als vor einem Jahr.






