Also irgendwie habe ich mir den Abend ganz anders vorgestellt. Dafür haben sich die 3 Tage stundenlange vergebliche Suche nach einem Kostüm wirklich nicht gelohnt. Eine einfache weiße Schürze zu finden ist schon ziemlich schwierig. Dafür weiß ich jetzt, dass man in jedem Supermarkt eine überwältigende Auswahl an formschönen Schlafanzügen und langen Unterhosen für Männer vorfindet. Und aus genau diesen habe ich mir letztendlich eine Art Metzger-Outfit a la Silent Hill gebastelt. Natürlich besudelt mit Kunstblut, Tütensuppen-Gewürzöl und Instantkakao. Ich war gerade dabei so richtig schön rumzusuppen, als Chinh auf einmal mit mir zu einem chinesischen Halloween-Ball von 2 anderen Hochschulen/Universitäten (Das kann man hier nicht so unterscheiden) gehen wollte. Ich war aber bei weitem noch nicht fertig und schickte ihn alleine los. Es begann stark zu regnen und zu stürmen und wurde auch ziemlich frisch. Meine Motivation sank stetig. Jolien meldete sich und meinte kurz darauf, dass das Cocktailtrinken bei dem Wetter nicht so ne super Sache ist und dass man sich doch später einfach im Scarlet trifft. Flo war auch nicht da. Also alleine weggehen? Ich weiß ja nicht. Chinh kam dann später zurück und lachte mich gehörig aus, wegen meinem Kostüm. Naja zumindest musste ich nicht alleine ins Scarlet gehen.
Dort angekommen, trafen wir die anderen Belgierinnen und ich gab meinen Sweater dummerweise mit denen bei der Garderobe ab. Merke: Gib niemals deine Sachen zusammen mit Leuten ab, die du kaum kennst. Ich weiß zumindest heute, dass meine Sweater wohl noch im Scarlet liegt. Mein Kostüm kam eigentlich ganz gut an. Ich wurde auch von vielen Chinesen, meist im Auftrag ihrer Freundinnen, angequatscht und zum trinken aufgefordert. Nunja, die Jungs erzählten mir immer wie toll chinesische Pussies sind (ich behalte diese Ausdrucksweise bei, um die Authentizität nicht zu verringern) und stießen mit mir darauf an. Die Mädels schauten oft genervt drein und beteiligten sich so gar nicht daran. Trotz der kostenlosen Drinks stieg meine Laune nicht wirklich. Inzwischen war Chinh gegangen, die Belgierinnen verschwunden und Jolien wollte noch in der Castle-Bar vorbeischauen. Ich wollte eigentlich meinen Sweater organisieren und sie ging alleine. Und so endete der Abend, nicht wirklich angetrunken, frierend im Regen, hätte noch gefehlt, dass ich kein Geld mehr fürs Taxi übrig gehabt hätte.
Nach 4 Uhr kam ich im Wohnheim an. Als ich die Tür öffnete, sprang Chinh augenblicklich aus dem Bett, und setzte sich an den Laptop um zu surfen. Das muss mal einer verstehen? Ich ging zumindest ins Bett, ließ Chinh weiter rumsurfen und hab mal ausgeschlafen.






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