Mat am Donnerstag, 1. Oktober 2009

Nun, nach einer etwas längeren Pause, gibts mal wieder einen Beitrag. Da ich nämlich ein forbildlicher Student bin, hatte ich letzte Woche wenig Zeit etwas zu schreiben. Und weil ich euch nicht langweilen möchte, gibts nun eine Kurzabriss meiner letzwöchentlichen und bis in diese Woche hineindauernden Aktivitäten: Feiern.

Ich denke jeder kennt die Details, die zu dem Vorgang des Feierns gehören. Auch wenn ich mir jedes mal gesagt habe, dass ich heute mal nicht gehe, wurde ich doch überzeugt, denn die erste Regel lautet: „Wenn es keinen Grund zum Feiern gibt, dann machen wir uns eben einen!“ oder anders ausgedrückt: „Weil wir es können!“ Dementsprechend wurde abends ausgegangen, Alkohol getrunken, getanzt, das ein oder andere ganz schreckliche Feierbild geschossen und am nächsten Morgen nach Belieben aufgestanden. Wenn ich die entsprechenden Leute zu fassen bekomme, werde ich die lang erwarteten, überbelichteten „Partypics“ online stellen. Bisweilen muss man sich leider mit meinem Bericht begnügen.

Beginnen wir mal mit dem Montag, den 21.09.09:

Ich hatte auch Nachmittagsunterricht … danach hab ich Schriftzeichen gelernt. Zudem hab ich mir ab und zu den Hintern kratzen müssen und gegessen hab ich auch 2 mal, soweit ich das noch weiß. Ich habe nebenbei Musik gehört und im Internet gesurft. Sicherlich habe ich auch das ein oder andere auf „Gesichtsbuch“ kommentiert. Ich habe Strom und Wasser verbraucht und Sauerstoff aus der Luft gefiltert und in Kohlendioxid umgewandelt. Das habe ich sogar den ganzen Tag gemacht. Am Ende von diesem habe ich auch geschlafen.

Und so kam der Dienstag:

Mittags beantragte ich meine Aufenthaltsgenehmigung. Ich stand bei der Polizei eine Stunde lang an, weil heute alle möglichen ausländischen Studenten diese beantragen oder abholen wollten. Im Wohnheim angekommen, traf ich Franzi und Eva auf dem Gang. Sie wollten an dem Abend eine Band sehen, mit der sie sich angefreundet haben und von der sie sich Freigetränke erhofften. So gingen Eva, Franzi, Ewald, Flo, Chinh und ich zu besagter Band, die in einer Bar spielten, die auf der Partymeile von Nanjing liegt. 1912 nennt sich die Straße, auf der sich Club an Club und Bar an Bar reiht. Umschlossen wird das ganze von McDonalds, KFC und BurgerKing. Die vierköpfige Band war nicht schlecht und sehr aufgeschlossen, was Liedwünsche anging. Sie wollte sich aber nicht auf Bohemian Rhapsody einlassen, ich weiß gar nicht warum ^^. Wir haben leider nichts ausgegeben bekommen und so trank ich das gute Tsingtao-Bier, welches mit 25 Yuan (3 €, 0.3L) das billigste auf der Karte war. Da trank ich auch nicht soviel davon ^^. Das war der erste Vorgeschmack, dass man in China auch teurer als in Deutschland weggehen kann. Da Franzi und Eva im Wohnheim schon vorgeglüht haben, und sich hier nicht so zurückgehalten haben, mussten wir Eva bald nach Auftrittsende zurück ins Wohnheim bringen. Flo wollte unbedingt noch weiterfeiern, also sind wir ohne Ewald und Eva zurück zur 1912 und in einen Club namens 99. Der Club war recht leer, hatte genauso stolze Preise und spielte Hip Hop, so wie eigentlich jeder Club hier. Die Stimmung war recht gelassen und die Chinesen waren alle außer Rand und Band. Eine Chinesin zog Franzi auf ein Podest und tanzte mit ihr. Schon recht bald tanzte sie recht eng, fuhr mit der Hand unters T-Shirt, griff in Franzis Haare und Franzi war völlig perplex. Franzi versuchte immer wieder vergeblich die Finger der Chinesin abzuwehren, ganz zur Belustigung der umstehenden Personen. Irgendwann rette sie sich von ihrem anhänglichen Fan und wurde gleich in den tödlichen Sog einer Polonaise gesogen. Ich erhielt indes einen Anruf von Eva, der es schlecht ging, und sich wünschte, dass wir Heim kommen. Es wütete immernoch die Polonaise und es war fast unmöglich zu allen vorzudringen, um ihnen den Sachverhalt mitzuteilen. Aber ich kann ja das Unmögliche möglich machen und sagte allen Bescheid. Flo blieb, der Rest ging Heim.

Am Mittwoch habe ich erst einmal ausgeschlafen und den Rest Tages rumgedahlt. Ich glaube ich habe gelernt oder war bei den Informatikern im Lab.

Der Donnerstag war wieder etwas spannender:

Eva und Franzi wollten zum Karaoke und ich fand die Idee famos. Wir fanden uns in Flos Zimmer ein, um gemeinsam loszugehen. Nach Äonen des Wartens, bis alle mal irgendwie fertig waren, gingen wir größtenteils los. Am Ende waren wir so 12 Leute. Am Eingang der Bar erwartete uns eine Chinesin, die nur dazu da war, für uns auf den Aufzugsknopf zu drücken, um einen Aufzug zu holen, der uns dann in den ersten Stock des Hauses brachte. An der riesigen Rezeption wurden wir dann zu einem Raum gebracht, der mit ner riesen Couch und nem Flachbild-Fernseher bestückt war. Gestrichen war alles gold und gelb. Im Raum gabs zudem noch 2 Tambourin, 2 Rasseln und 2 Tische. An einem Terminal konnte man mit Touchscreen die Lieder aussuchen. 4 Stunden sollte zu 12. 600 Yuan kosten. Da 2 Koreanerinnen nicht kamen, weil sie sich spontan umentschieden haben, zahlte jeder 60 Yuan, so um die 7 Euro. Dafür gabs dann Bier, eine Früchteplatte und Popcorn. Das Bier sah viel aus, war aber doch allzuschnell leer, ohne das irdengjemand auch nur was gespürt hätte. So wurden noch diverse Flaschen nachgekauft. Das Musikangebot an westlicher Musik war ziemlich begrenzt, aber doch ausreichend. Die Qualität der Karaokeversionen schwankte zwischen ohne Bild/Untertitel, aber Originalmusik und Keyboard-eingespielte E-Gitarre mit den letzten Urlaubsvideos aus Gran Canaria. Besonders schön fand ich ja die Version von Summer of 69, dessen Musikqualität von meinem 20 Jahre altem Casio-Keyboard stammen könnte und dessen Video ein Zusammenschnitt der schönsten Winterlandschaften war. Es schien generell, dass die Videos genau das Gegenteil von dem darstellten, was gesungen wurde. Ab und zu wurde bei den Videos noch ein TV-Logo eingeblendet, natürlcih nur für Recherchezwecke, falls man an dem eben gezeigten Ort mal Urlaub machen möchte. In den 4 Stunden, die wir da verbrachten ist das Programm zum auswählen der Lieder 2 mal abgestürzt. Auf dem Touchscreen sah man einen schönen Windowsdesktop. Da fühlt man sich ja gleich heimisch. Gegen Ende des war meine Stimme etwas angeschlagen, weil ich immer die Lieder singen musste, die keiner singen wollte, aber dennoch ausgesucht wurden, weil sie ja so schön sind. Mit Chinh sang ich „When you believe“, das er jeden Tag, neben den Chipmunks-Christmas-Songs, mindestens einmal hört.

Freitag:

Freitag schleppte ich mich zum Unterricht. Uns wurde eröffnet, dass wir aufgrund der nahenden Ferien am Nationalfeiertag, Unterrichtsstunden vorarbeiten müssen und somit Sonntags von 8 bis 12 Unterricht haben. Eine freudige Nachricht. Eine weitere freudige Nachricht war, dass ich von der Southeast University Nanjing ein kleines 10 monatiges Stipendium von insgesamt etwa 1000 € bekommen werde. Abends ging ich mit Maik und einer seiner chinesischen Praktikantinnen, die sich für den deutschen Namen Helene entschieden hat, zum Uguren essen zu gehen. Dort war es etwas teurer als in den Standardrestaurants, dafür war das Essen wirklich vorzüglich. Wir hatten etwas bestellt, das so ähnlich wie Gulasch war, und noch etwas, das man als Dönerfleisch auf Fladenbrot durchgehen lassen kann. Wenn einem das Heimweh plagt, dann kann man sich zumindest die heimische Dönerbude bekommen. Ich hab sogar im Xinjiekou, das ist einer der großen Einkaufszentren der Stadt, etwas gesehen, das ein Döner sein soll … natürlich chinesiert … Das Fleisch wird vom Spieß geschnitten, mit diversen Sachen vermischt, welche in undurchsichtigen Plastikbehältern lagen, kurz in die Mikrowelle gesteckt, dann in ein dünnes Fladenbrot gesteckt und verkauft. Ich vermute als Salat gibts kein Krautsalat, eher Bambussprossen und Algenstreifen. Naja ich muss das mal testen, und davon berichten. Nach dem Uguren gingen wir ins Don Quichotte. Das ist eine westliche Bar, ganz in der Nähe von meinem Wohnheim. Dor gibts deutsches Bier und jeden Abend Livemusik. Ich war da jetzt schon öfter, und es sind immer die selben beiden, die spielen. Der eine kann einem ganz schön auf den Senkel gehen, wenn er in den hellsten Tönen rumdudelt. So gegen 3 gingen wir dann noch in die Castlebar, die eine Disco ist, in der sich nur „Internationals“ und chinesische Mädels, die sich einen International angeln wollen, verkehren. So spät am Abend sah man eigenlich nurnoch kaputte Gestalten und die ganzen Franzosen und Französinnen, die auch an meinem Geburtstag mit uns im Scarlet waren. Diese sind vor kurzem in ein Haus gezogen und haben mich gleich mal zur Einweihungsparty eingeladen. Um 4 gings heim, zum Glück konnte ich Samstags ausschlafen.

Samstag: Die Reise ins Chateau Francaise

Wir sollten so zwischen 8 und 9 kommen. Gegen 9 trommelten wir mal die Leute zusammen, die mitkommen wollten. Es waren Flo, Chinh, Jonathan, Ewald, Maik und ich. Wir kauften noch etwas Bier und riefen uns Taxis. Die Taxifahrer kannten die Adresse nicht, ebenso wie die Verkäuferin im Laden, in dem wir das Bier gekauft hatten. Nach einer Zeit bekamen wir dann die Adresse lautschriftlich mitgeteilt, die dann ein Taxifahrer kannte. Der andere Taxifahrer fuhr ihm dann hinterher. Wir wurden dann in einem Wohngebiet rausgeworfen, direkt am großen Xiawu-See. Das war ganz in der Nähe von der Stadtmauer und dem tollen Agricultural Carnival. Das half alles nicht, denn wir fanden die Hausnummer nicht. Wir mussten zu 7C-101 oder sowas … bei uns gabs nur 7B-101. Also riefen wir wieder an und wollten uns irgendwo treffen. Das hat auch nicht geklappt und dann wurde auf dem Platz vom Agricultural Carnival ein Feuerwerk gestartet. Zum Glück, sonst hätten wir uns nie gefunden. 2 Franzosen holten uns ab und führten uns zu ihrem Haus. Das lag mitten in einem Wohnpark, nicht weit davon entfernt, wo wir rausgelassen wurden. Vom Haus sinds circa 2 Minuten zum See. Eine geniale Lage, wenn man nicht zur Uni gehen müsste. Das Haus war ziemlich luxuriös. Ein riesen Wohnzimmer mit großer Couchlandschaft. Große Küche mit Küchentisch. Die Zimmer lagen im zweiten Stock. Die habe ich mir aber nicht angeschaut. Zu viert zahlen sie 7000 Yuan pro Monat, im Endeffekt sogar noch zuviel. Das sind etwa 200 € pro Person. Lächerlicher Preis für jemanden, der westeuropäische Wohnungskosten gewohnt ist. Je später der Abend wurde, desto mehr Leute kamen vorbei. Ich habe mich zum ersten mal mit Bino unterhalten, der bei mir im Sprachkurs sitzt und aus Mosambik kommt. Dessen Kumpel kommt aus Namibia und möchte Deutsch lernen. Ich lernte auch Roxane kennen, die aus ‹a href=“http://de.wikipedia.org/wiki/Suriname“>Suriname</a› kommt. Das ist ein kleiner südamerikanischer Staat, der Niederländisch als Amtssprache hat. Sie kam vor einem Jahr nach China um zu Studieren und ist derzeit Nebenjobtechnisch als Englischlehrerin tätig. Ich sprach noch mit mehreren Franzosen/-innen und einem Newyorker. Chinh hatte sich derweil ziemlich abgeschossen und fing an sich auf der Couch zu veräußern. Ich brachte ihn schnell raus und konnte ihn nicht davon abhalten sich erstmal mit nacktem Oberkörper auf die Straße zu legen. Jetzt musste ich zeigen, wie gut mein Chinesisch ist. Es war nicht gut genug einem unwilligen betrunkenem Vietnamesen zu erklären, dass wir ein Taxi nach Hause nehmen sollten. Nachdem er alle seine Aktienanteile abgestoßen hatte, legte er sich dann wieder auf den Boden. Glücklicherweise kam dann Asaf vorbei und besorgte uns ein Taxi. Mit Asafs und Ewalds Hilfe hieften wir Chinh ins und, am Wohnheim angekommen, aus dem Taxi. Wir brachten Chinh dazu nochmal ein paar Schritte zu gehen und die Treppen zu unserem Zimmer zu steigen, wo er sich dann ins Bett fallen ließ, und auf der Stelle einschlief. Am nächsten Morgen schaffte ich es nur zur zweiten Stunde, denn es war ja Sonntagsunterricht. Bino, der aus Mosambik, kam auch nur zur zweiten.

Sonntag: Endlich mal ausruhen

Montag:

Franzi und Eva wollten heute mal wieder weggehen. Sie waren ja auch Samstags nicht mit dabei. Julin, die Belgierin, hatte jemanden kennen gelernt, der uns Freigetränke in einem Club besorgen sollte. Also gingen wir vier mit Laurent und Chris in den besagten Club, der ziemlich überfüllt war. Nach längerer Zeit des Wartens auf die Freigetränke, kam ein Chinese vom Nachbartisch zu uns rüber. Er gab vor aus Singapur zu sein und fands total toll, dass ich aus Deutschland und Laurent aus Frankreich kommt. Chris, Julin, Eva und Franzi hat er komplett ignoriert. Nachdem der Chinese uns zum zwanzigsten Mal die Hände geschüttelt, beim Reden ins Ohr gespuckt und mir ein freudiges „Heil Hitler“ entgegen geschmettert hatte, waren wir ziemlich genervt. Er erzählte Sachen, die ich nicht ganz verstand. Ich deutete es als Versuch, einen 3er mit irgendwem klar zu machen. Er wurde zunehmend aufdringlich, fasste Laurent ins Haar, umarmte ihn und grabschte in meinen Bart. Wir versuchten ihn zu ignorieren und plötzlich verschwand er und machte sich an Araber ran, die am Tisch neben uns standen. Mit diesen tanzte er ein wenig später auf einem Podest. Eigentlich war der Abend gelaufen … es gab keine Freigetränke, die Mädels wurden völlig ignoriert und wir wollten auch nicht bleiben. Also gingen wir aus dem Club. Auf dem Weg nach draußen, wollte uns der eine gerade die Freigetränke bringen. Die Stimmung war aber im Arsch, und wir gingen Heim. Endlich mal vor 12 zu Hause.

Dienstag:

Heute fand ich die Zeit zur Polizei zu gehen und meine Aufenthaltsgenehmigung und mein Visum abzuholen. Zum Mittagessen traf ich mit Maik. Dann kaufte ich Lernkärtchen für die Schriftzeichen und wir schlenderten noch durch Xingjiekou. An einem Handyladen gabs auf einmal Trouble. Die Leute stürmten aus dem Laden und hatten teilweise Holzleisten in der Hand. Nach einer Weile hatte mich die Neugier doch übermann und ich ging mal nachschauen. Wir vermuteten eine Schlägerei, bei der sich der Wachmann des Hauses verkrümelt hat. Ich sah nichts, nur mehrere Männer in Uniform, on denen zwei ihr Hemd aufgeknöpft hatten. Am folgenden Tag erfuhr ich, dass es wohl gebrannt hatte. Abends wollte ich mich etwas hinsetzen um zu lernen, als ich auf einmal ne SMS von Laurent bekam, dass ich doch in Zimmer 118 kommen solle. Dann rief auch noch Duba an, der wollte, dass ich Julin Bescheid sage, dass sie mal kurz zurückruft. Sie sei in Zimmer 118. Als ich da ankam waren nicht nur Julin und Laurent in Zimmer 118, sondern auch David (dem das Zimmer gehörte), Ewald, Eva, Franzi, 2 Koreanerinnen und Chris. Sie waren gerade dabei ins Scarlet zu gehen. Also zog ich mich schnell um und kam mit. Der Abend war lustig, es wurden viele Fotos gemacht und ein paar betrunkene Inder tanzten alles an, was nicht schnell genug flüchten konnte. Am Ende fuhr ich mit Laurent und Asaf auf Asafs Roller nach Hause.

Mittwoch:

Ich ging nachmittags ins Lab um die Unterschrift für mein Stipendium der SEU entgegenzunehmen. Dabei blieb ich noch etwas im Lab um zu programmieren. Es wurde eine kleine Sitzung einberufen, die daraus bestand sich gegenseitig Mondkuchen zu schenken und ein bisschen Smalltalk zu betreiben. Am folgenden Tag sollte nämlich der Nationalfeiertag Chinas sein. China würde 60 Jahre alt. Ein Grund zu jubeln! Zusätzlich ist am 3. Oktober noch das Herbstfest. An diesem schenkt man sich runde Kuchen, die dem Vollmond nachempfunden sind. Diese Kuchen sind eine recht fette Teigmasse mit einer lustigen Überraschung in der Mitte. Es gibt dazu noch verschiedene Geschmacksrichtungen. Ich hatte einen Mondkuchen mit „grünem Tee“-Geschmack bekommen, gefüllt mit etwas, das ich für Milchreis hielt. Kai hatte mir ein paar Tage vorher einen geschenkt, der einen gekochten Eidotter als Überraschung hatte. Danach sprach ich noch mit Frau Wang, über das Stipendium. Denn ich bekäme es nur, wenn ich auch etwas für das Lab tun werde und sie schlug mir vor, dass ich doch die Paper Korrekturlesen könnte. Ab Anfang November werde ich also Paper lesen, noch und nöcher. Uiuiui, dabei ist Englisch doch gar nicht meine Muttersprache :-) Ich kam dann vom Lab heim und wurde sofort von Ewald und Chinh überfallen. Chinh wollte mit mir zum Konfuziustempel gehen, Ewald traf am Krankenhaus einen Chinesen, der seit 9 Jahren in Deutschland lebt und der mit uns unbedingt in den Biergarten gehen wollte. Ich entschied mich für den Biergarten, weil ich den Konfuziustempel für den nächsten Tag geplant hatte. Chinh begleitete uns und Julin trafen wir zufällig auch auf dem Weg. So versuchten wir zu 5. ein Taxi zu ergattern. Um diese Uhrzeit unmöglich. Ich schlug vor einen Bus zu nehmen, dessen Route genau dahin führte, wohin wir wollten. Der Bus kam jedoch nicht und wir fanden zuerst ein Taxi. Ich und der Chinese blieben zurück und nahmen den Bus. Wir stiegen eine Haltestelle zu früh aus und der Chinese rannte vorweg, während ich versuchte rauszufinden, wo denn die anderen mittlerweile mit dem Taxi gelandet waren. Nach ganz viel Telefonieren und Rumgerenne, traf man sich dann bei einem Restaurant, namens Swede & Kraut. Dort gabs mehr oder weniger deutsches Essen. Die Palette ging von Schweinebraten bis Pizza. Die Pizza schmeckte auch recht gut udn ich war überrascht, dass der Schinken auf der Pizza nicht schmeckte, als wäre er vorher in Zuckerwasser eingelegt worden. Das chinesische Verständnis von Wurst ist ja eh ziemlich speziell. Da denkt man eher, man äße Kuchen, als dass man Wurst äße. Für den Weg von unserem Campus zu diesem Restaurant hatten wir etwa 1,5 Stunden gebraucht. Zu Fuß wären es weniger als 25 Minuten gewesen. Manchmal ist es hier besser zu Laufen, als mit dem Taxi oder mit dem Bus fahren zu wollen. Am Tag vorher brauchte ich 40 Minuten für 4 Stationen. Zu Fuße wäre man definitiv kürzer gewesen. Danach gingen wir in den Paulaner Biergarten, der heute zufällig sein 2. Oktoberfest feierte. Es spielte eine Coverband aus Österreich, die sich auf Rockklassiker spezialisiert hat. In den Pausen wurde Salsa gespielt und auf einmal gingen ein paar Tanzpärchen ab wie Schmitz‘ Katze. Dafür kostete hier das Weizen über 7 Euro. Die Dose Cola kostete etwa das 20fache von dem, was sie in einem Restaurant kostet. Danach gingen wir Heim und saßen in unserem Zimmer noch etwas zusammen. Eva kam auch vorbei und wir schauten uns lustige Youtube-Videos an, bei denen der Chinese immer genau an den falschen Stellen gelacht hat. Er hatte soweiso das Taktgefühl einer Dampfwalze. Er sprach in Anwesenheit von den Mädels von Titten, Ärschen und Bumsen und hielt es aus, die sieben Stunden an dem Abend an Ewalds langsamen Lippen zu hängen. Eine absolute Meisterleistung, sehr bewundernswert.

Donnerstag:

Und so wurde die Volksrepublik China 60 Jahre alt. Grund zu feiern! Ich sitze nun hier völlig übermüdet um 6 : 30 morgens da, nachdem ich wieder mal weg war. Es gab heute aber nix spezielles zu berichten, und so schließe ich die 2 Partywochen ab und übernehme keine Gewähr, für die Rechtschreibfehler, den falschen Satzbau oder die unverständlichen Textpassagen. Ich werde in ein paar Stunden mit Maik übers Wochenende einen Ausflug nach Hangzhou machen. Diese Stadt soll sehr bekannt für ihre Schönheit sein. Ich bin mal gespannt. Aufgrund der chinesichen Feiertage zum Nationalfeiertag wird wohl dort wohl die Hölle los sein. Ich werde natürlich viele Bilder schießen und mich um die Korrektur des Textes und die peinlichen Bilder nächste Woche kümmern.

Ich habe diese Woche interessante Sachen festgestellt:

1. Chinesen und Inder werden mit zunehmendem Alkoholkonsum homophiler
2. Chinesen sind resistent gegen Krach, ob er nun von Autos, schlechter Musik oder nervigen Geschichtenerzählern verursacht wird
3. Franzosen sind wirklich versnobbt
4. Vietnamesen sind nach einmal zuviel Trinken 5 Wochen krank
5. Connections rulen hier besonders
6. Man kann auch teurer als in Deutschland ausgehen

3 Kommentare zu “Nicht schon wieder Feiern”

  1. Yay – du lässt ja nichts aus! Weiter so!

  2. Zu Fuss ist man kuerzer? :D

  3. Was ein Marathon! Da wär ich nach ner Woche aber platt, spätestens.
    Programmierst du was für das Lab, oder was anderes? Hui Papers korrekturlesen, na dann man viel Spass *g*

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