Mat am Samstag, 12. September 2009

So saß ich im Auto zum Flughafen, nachdem ich einen Abschieds-Sauerbraten gegessen habe, den meine Mama liebenswürdigerweise kurzfristig zubereitet hatte. Dankeschön, es war der beste der Welt! Satt und mit den Gedanken etwas vergessen zu haben kamen wir am Frankfurter Flughafen an, parktem am falschen Terminal. Per Shuttlebus gings dann zu von Terminal 2 zu Terminal 1 und dann zum Check-In. Wir tranken noch was und ich ging zum Gate und wartete. Hier mal ein Bild von der Maschine, die mich fliegen sollte:

Im Flugzeug machte ich dann auch schon meine erste chinesische Bekanntschaft und sie bestätigte gleich 2 Clichées, die im Buch: „Gebrauchsanweisung für China“ beschrieben wurden. Sie nannte sich Linda, weil ihr der Name so gefällt. Eigentlich heißt sie LI Zhen Winteregg, verheiratet mit nem Schweizer und wohnhaft in der Schweiz. Das zweite war, sie gab mir sofort ihre Visitenkarte, so wie es _alle_ Chinesen tun. Naja bisher war sie die einzige. Aber was nicht ist kann ja noch werden.

Sie redete etwa 8 von den 9 Stunden Flug. Wenn nicht mit mir, dann mit jemand anderem. Sie schenkte mir ihre Mahlzeiten komplett bis auf das verkrumpelte Brötchen mit Butter, davon aß sie eine Hälfte selbst. Ich konnte nun aber auch nicht soviel essen und das war mir sehr unangenehm, dass sie mir alles aufs Tablett legte. Zum Abendessen gabs wahlweise Rind oder Hühnchen, chinesisch, mit Reis. Hat beides gleich geschmeckt … nach nichts. Zum Frühstück gabs gebratene Nudeln, die waren Okay. Als das Flugzeug im Landeanflug war, fragte mich Linda, ob wir gemeinsam zum Ausgang gingen. Doch als das Flugzeug die Pforten geöffnet hatte und Linda ihr Handgepäck in der Hand hielt, verschwand sie und wart nie wieder gesehen. Ich bin mal gespannt ob sie mir eine eMail schreibt wie versprochen.

Ich kam auch ohne Linda zurecht. Im Flugzeug musste man einen Zettel des Healthcare Centers ausfüllen, in dem man versichert, dass man auch wirklich nicht krank ist und erstrecht kein H1N1 hat. In der Ankunftshalle gabs zwei Schleusen, eine an der dieser Zettel gestempelt wurde, eine andere an der man den dann abgeben musste. Ein Beispiel für die Arbeitsteilung, oder eher für die Aufblähung der Arbeitsabläufe in China. Jeder macht genau eine Sache und nicht mehr oder weniger, hauptsache es werden soviele Leute wie möglich beschäftigt. Eine Lösung für die Arbeitslosigkeit in Deutschland?

Danach wurde man mit nem Shuttlzug ins Hauptgebäude des Beijinger Flughafens gebracht. Dort wurde Visum und Pass kontrolliert und man konnte seine Koffer abholen. Die Leute vom Zoll schauten etwas argwöhnisch, was mich etwas verunsicherte, aber ich konnte ohne Probleme durch. Dass meine Koffer nicht sofort zum Anschlussflieger gebracht werden liegt daran, dass man erstmal komplett einreisen muss, bevor man innerlands weiterfliegen kann. Es war etwas schwierig herauszufinden, wo ich meine Koffer aufgeben konnte, aber letztendlich hab ichs geschafft.

Der Flughafen sieht echt schick aus. Da haben die Chinesen für Olympia eine hübsche Bude aufgestellt. Hier mal ein Bild vom Dachgestänge des Flughafens:

Ich habe dann gleich mal denjenigen kontaktiert, der mich vom Flughafen in Nanjing abholen sollte und ließ mir fürs Telefon eine Karte andrehen, die nur in Beijing funktioniert, wie ich später rausfinden musste, super! Aber im Moment war alles geregelt und so aß ich zufrieden mein erstes echt-chinesisches Gericht … eine Nudelsuppe.

Die Suppe an sich war weiß, und das rote ist pures Fett, was oben drauf rumschwamm. Die Beilagen waren auch nicht so mein Fall. Links oben war irgendwas scharfes mit Chilli, darunter war extrem scharfes irgendwas, was aussah wie Spargel. Rechts war Ingwer in Sojasoße und darunter eingelegter Ingwer. Naja beim Sushi lasse ich mir das gefallen. Hier war das hingegen irgendwie nicht so lecker.

Als ich gefragt hatte, wo man sein Gepäck abgeben kann, sagte man mir an Gate C06. Die Tante am Check-In schrieb mir C08 auf das Ticket. Im Endeffekt wars aber an Gate C04. Ich hab mich gewundert warum keiner am Gate C08 sitzt und nochmal an einer Übersichtstafel nachgeschaut. Zum Glück! Es war der letzte Aufruf für den Flug …

Als wir mit dem Flieger aufstiegen sah man regelrecht, wie man aus einer Smogwolke auftauchte. Auf einmal wars draußen viel klarer. Ich sah auch kurzzeitig das Meer, welches aber bald eine Biegung machte und nur noch Land sichtbar war. Ziemlich schnell zog sich unter uns die Wolkendecke zu und das blieb bis Nanjing. Die schöne Sonne, die in Beijing sichtbar war, wurde in Nanjing durch eine dichte Wolkenmauer verdeckt. Eigentlich ein etwas enttäuschender Anblick.

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