Hallo ihr Lieben,
Fast einen ganzen Monat habe ich mich nicht mehr gemeldet – das ist die längste Sendepause die ich bisher in diesem Blog hatte.
Mir geht es gut. Ich habe auch das zweite Semester am Iteso gut überstanden und bin kurz vorm Aufbruch Richtung Süden. Guadalajara will ich endlich hinter mir lassen um Mexiko besser kennen zu lernen. Ich habe mich entschieden die nächsten Wochen nur mit Bussen zu reisen. Es ist einfach billiger einmal für ein Busticket zu zahlen, als alle 100 km Moutgeühren zu entrichten. Vor meinem Aufbruch möchte ich daher noch mein Auto verkaufen – ich hoffe die nächsten Tage bringen mir mehr Glück als bisher.
Ich weiß leider nicht, ob ich mich in Zukunft wieder regelmäßiger melden kann. Mein Rechner hat in der letzten Woche endgültig seinen Geist aufgegeben :( – damit ist meine ganze bisherige Infrastruktur, von Bilderordnern, Picasa zum Bilder hochladen, deutsche Tastatur etc. nicht mehr verfügbar. Naja einen neuen Rechner kaufe ich mir wohl auch erst wieder in Deutschland wieder. Ein paar Sachen werde ich in den nächsten Tagen aber sicherlich noch schreiben, da habe ich die Bilder eh schon online
Influenza
Gott-sei-dank ist dieses Thema hier weitestgehend überstanden. Und von anderen Themen wieder verdrängt worden. Ich hatte zweimal eine Zwangspause in meinem Studium (und meine Praktika halt statt in der Uni, zuhause, oder im Starbucks fertig geschrieben – habe also letztendlich das gleiche studiert/gelernt/gearbeitet).
Die Hysterie war sicherlich größer als letzendlich die Auswirkungen. Die Opferzahlen haben sich zum Glück ja in Grenzen gehalten. Bei den Menschen hier herrscht größte Verwunderung darüber, warum das ganze überhaupt so ernst genommen wurde. Es gibt diversen Verschwörungstheorien. Hauptsächlich wird dabei die eigene Regierung für die Medienpanik verantwortlich gemacht. „Die haben dass doch nur erfunden, um hinterher als Retter dazustehen“. In einem Monat sind zwar Parlamentswahlen, aber wenn das wirklich ein PR-Coup gewesen sein soll, ist der Schuss eher nach hinten loß gegangen. Was die Regierung allerdings schon gemacht hat, war die Zeit für ein paar Gesetze zu nutzen über die sonst etwas länger diskutiert worden wäre. Als Kampf gegen die Drogenkriminalität wird gefeiert, dass geringe Mengen an Rauschgift ab sofort nicht mehr strafbar sind, statt dessen werden Wiederhohlungstäter in Enzugskliniken untergebracht – was genau das aber gegen die Drogenbanden bringen soll, weiß ich allerdings nicht – nur eine komplette Legalisierung in den Vereinigten Staaten würde ihr Geschäftsmodell nachhaltig zerstören. Weitere Gesetzte sind: Polizisten dürfen nun auch Zivil ermitteln (ich weiß in Deutschland ist das normal – die große Befürchtung ist hier allerdings eine Zunahme der Korruption) , oder das die Polizei rellativ leicht Wohneigentum betreten kann. Leider gibt es in Mexiko keine all zu protestwillige Zivilgesellschaft und ich persönlich beteilige mich auch lieber bei Petitionen meiner Heimat gegen sinnlose Gesetze.
In einigen Details hat die Influenza auch meinen Alltag geprägt. Während der Hysterie standen an allen Ecken Desinfektions-gele herum. So oft, wie in den letzten Wochen habe ich mir zuletzt während meines Zivildienstes (in einem Krankenhaus) die Hände desinfiziert. Wenn man die Beschreibungen dieser Produkte ließt steht relativ prominent, dass diese 99.9 % der Bakterien abtöten. Das soll sich wohl beruhigend anhören – dass man 0.1 % damit zu resistenen Biestern macht, scheint niemanden zu stören. Aber um es positiv zu sehen: Ich hatte seit 2 Monaten keine Magen‑ Darmprobleme mehr! Der Hygiene-quantensprung war deutlich zu spüren.
Ein weiterer Punkt dieser Zeit war, dass alle Bars, Discos, etc geschlossen hatten, was zu einer Blüte illegaler Partys geführt hat. Diverse WGs haben ihre Türen für die Öffentlichkeit geöffnet, 10 Pesos Eintritt, billiges Bier – Musik aus der Stereoanlage, oder von der Underground Band. Manche Bars haben auch einfach als Restaurant wieder aufgemacht und die Musik einfach ein bisschen leiser gedreht.
Iteso
Vor einer Woche bin ich mit meinem Semester fertig geworden. Es war mal wieder stressig und wie auch im letzten Semester blieb ich eine mehr oder weniger gemütliche Nacht am Iteso um noch schnell ein Praktikum fertig zu programmieren. Mal wieder ein bisschen SOPRA Feeling
Aus fast zwei Wochen Abstand ist es nicht mehr schlimm – auch wenn ich innerhalb der letzten Woche (nach Angabe von Melodie und Prisca) etwas anstrengend gewesen sein musste… Aber Semesterstress geht vorbei – mittlerweile habe ich auf meine Klassen 3 mal 10 aus 10 und einmal 9 aus 10 bekommen. Damit bin ich mehr als zufrieden. Momentan bleibt mir nur zu hoffen, dass ich das auch dementsprechend in Ulm angerechnet bekomme.
Und nun der Nerdteil, meines Semesters. Alle Nichtinformatiker/Nichtinteressierten können gerne aufhören zu lesen – ich melde mich demnächst mit ein paar Urlaubsartikeln, wo ich die Fotos schon hochgeladen habe.
Python
Das größte Projekt in diesem Semester war sicherlich einen Pascal-Compiler zu schreiben, der (immerhin besser als das Original) sogar eine primitive Fehlerkorrektur implementierte. Ohne jeglich Grafikoberfläche bin ich auf etwa 2000 Zeilen Code gekommen, die ich (obwohl offiziell eine Teamarbeit) weitestgehend allein geschrieben habe. Bin ein wenig stoz, dass diese auf zum Ende hin einen einigermaßen sauberen Stiel beibehalten haben. Ich konnte mich wirklich einen großteil meiner Zeit auf das Programmieren beschränken – rellativ wenig ging für Debugging verloren. Das hat neben meiner Disziplin, aber hauptsächlich mit einem Programmiersprachenwechsel zu tun. Für den Compiler habe ich angefangen Python zu lernen und nach und nach habe ich alles auf diese Sprache umgestellt. Hört sich vielleicht ein bisschen nach Klischee an, aber mich hat Python restlos überzeugt – Am Ende habe ich lieber den Code von Profs neu geschrieben, als für irgendwelche Übungen Ⅽ Programme anzupassen.
Nachdem ich einen Compiler für Pascal geschrieben habe, mußte ich mich mit dieser Sprache aus einander setzten. Es gibt einen immensen Fortschritt des logischen Aufbaus, von Pascal nach C/Java/C++/C#.. Wie kommt man denn bitte auf die Idee Procedure und Function unterschiedlich zu bezeichnen? Das macht doch wirklich überhaupt keinen Unterschied, ob eine Funktion jetzt einen Rückgabewert hat oder nicht. Statt‹Funktionsname› = value ein einfaches return value; zu schreiben ist schlichtweg einfacher zu verstehen. Um jetzt nicht weiter auf einer alten Programmiersprache herumzuhacken, fand ich es interessant das mir ähnliche Ungereimtheiten zwischen Java/C++ und Python aufgefallen sind. Einige Male war eine Lösung von Python so sauber, einfach und logisch, dass ich mich fragen musste warum da niemand vorher draufkam. Ein kleines Beispiel, ist das Escapen von Anführungszeichen/Hochkomma (print (‘Er: „Hallo“ ‚) vs. cout<<“Er:\“Hallo\““;) Alle weiteren könnt ihr beim Python Programmieren selbst kennenlernen







Mittwoch, 3. Juni 2009 um 03:08 |
Na das freut mich von dir zu lesen! Ich dachte schon, die Schweinegrippe … aber dann hats ja wohl „nur“ deinen Rechner erwischt
Mittwoch, 3. Juni 2009 um 03:26 |
Hmmm, wie waers eigentlich mit einem alle-wieder-in-Deutschland-Grillen, sobald wieder alle da sind?
Mittwoch, 3. Juni 2009 um 06:38 |
LISP > Python :|
Freitag, 5. Juni 2009 um 21:10 |
Grillen finde ich super!
Ein „Asada“ gibt es hier war auch, aber es fehlen Wuerste, Kartoffel/Nudelsalate – dazu lecker Weissbier.
Montag, 4. Juli 2011 um 12:28 |
sweet pea bouquet,