Ferdinand am Dienstag, 5. Mai 2009

Mit etwas Verspätung wollte ich noch über meine Osterwoche im Norden Mexikos berichten:

Zunächst ging es mit einem Bus von Guadalajara nach Los Mochis einem eher kleinen Dorf (200 000 Einwohner) im nördlichen Sinaloa. Los Mochis ist eher langweilig (sorry das so direkt sagen zu müssen, ein guter Freund von mir kommt dort her – am man kann dort wirklich nichts unternehmen). Es gibt einen netten Strand. Das Meer ist in Sinaloa ruhiger und hat einen höheren Salzgehalt, was daran liegt das es von Baja Carlifornia vom eigentlichen Pazifik abgeschnitten ist. Die Leute sind super nett und aufgeschlossen, laden einen gleich in ihr Haus ein, bieten einem Kaffee und Wasser an, in Läden sind die Leute so ehrlich, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, ob sie so jemals etwas verkaufen können. Ich wollte einem kleinen Laden Zugticket für die Chihuahua-al-Pacifico Eisenbahn kaufen – sie hätten schon Tickets gehabt, aber nur noch für die 1. Klasse – und die 2. Klasse ist ja eigentlich das selbe (sie ist genau genommen die alte 1. Klasse, mit bequemen Sesseln aus dem letzten Jahrhundert – nur eine Klimaanlage fehlt im Vergleich zur doppelt so teuren aktuellen 1.Klasse), außerdem gibt es am Bahnhof einen Rabatt für Studenten von 50 %, aber nur am Bahnhof… Daraufhin habe ich dann mein Ticket spontan am Bahnhof gekauft ;-)

Die Chihuahua-al-Pacifico Eisenbahn zählt mit seinen 86 Tunneln und 37 Brücken zu einen der größten Ingenieurleistungen der Welt. Sie wurde vor dem Panamakanal geplant und seine Bauzeit dauerte fast ein ganzes Jahrhundert (1880–1960). Die Strecke führt durch die Barranca del Cobre – die neben dem Grand Canyon – zu den spektaulärsten Cañons in Nordamerika zählt. Die Fahrt im Zug traumhaft und ziemlich lang (etwa 11 Stunden von Los Mochis nach Creel), mit spektakulären Aussichten die leider nur teilweise so in den Fotos rauskommen. Kurz vor Creel fällt die Strecke um 2000 Meter ab.

Strand von Los Mochis Ferrocarril Chihuahua al Pacífico Landschaftseindrücke Old Style Landschaftseindrücke
einer der vielen Tunnls Landschaftseindrücke Landschaftseindrücke    

Creel ist ein bequemer Ausgangspunkt für Exkurisonen aller Art in den Cañon. Das Dorf hat die richtige Mischung aus Verschlafen und Offenheit für Touristen. Ohne große Probleme kann man ein billiges Hotel finden. Viele nette Cafes und Restaurants sorgen für das leibliche Wohl. Trotzdem bleibt es überschaubar (Creel hat irgendwie nur eine Straße) Mich hat Creel sehr an Argentinien erinnert, nahe an den Bergen, nette Leute, wenig Gringos. An jeder Straßenecke sieht man Tarahumara-Indianer, was für Mexiko nicht selbst verständlich ist.
Von Creel aus gibt es Radtouren zu dem Valle de los hongos (Tal der Pilze), in Anspielung auf die Pilzform der Steine, es gibt das Valle de los monchos (Tal der Mönche), auch wenn ich persönlich eher andere Assoziationen hatte ;-)
Mit dem Pferd sieht man recht viel vom Cañon – Man hat mir der Rücken danach weh getan.

ich   Creel Die Schienen als Lebensader Creel Creel Fahrradfahren
Fahrradfahren Valle de los hongos Tarahumara Die beiden sehen irgendwie aus, wie ... Valle de los monchos
Valle de los monchos Valle de los monchos beim Reiten Mein Pferd in Vorbereitung der Cañon
ich habe mich getarnt Cañon Einfaches Leben    

Um Batopilas braucht man für die 60 km lange Zufahrtsstraße locker 3 Std. In einem kleinen 4 × 4 Transporter auf sandigen Straßen Mitten im Cañon. Ob es die Mühen wert ist… In vielen Reisefüheren wurde es gelobt, aber nach einer Woche im Cañon war ich wohl nicht mehr ganz so leicht zu beeindrucken. In Batopilas kann man einen deutschen Künstler treffen. Ich habe ihm ein paar Postkarten abgekauft… Wennman wirklich weit weg von allem will ist es wohl ein Ort zum Leben ;-)

Zurück ging es über Chihuahua. Wer sich Stiefel kaufen will ist dort richtig – ansonsten eher nicht der Rede wert.

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