Ferdinand am Dienstag, 28. April 2009

Neben Schweinegrippe nun auch noch ein Erdbeben in Mexiko (Erdbeben in Mexiko [tagesschau.de]). Dieses war so weit weg, dass ich davon nichts mitbekommen habe. Es haben keine Gebäude gewackelt oder ähnliches, wie in Mexiko Stadt – das ja gute 500 km von Guadalajara enfernt ist. Oder aber ich bin für Erdbeben einfach nicht feinfühlig genug. Bei meinem letzten (und einzigen Erdbeben) vor vier Jahren in Chile haben die Hunde gefühlte 5 min früher angeschlagen.

Im Gegensatz zum Beben bekommt man hier die Auswirkungen der Epedemie/Pandemie sehr wohl mit. Meine Uni hat, meiner Meinung nach, übervorsichtig für mehrere Tage geschlossen – Die Autobahn-zahl-stationen bedienen mit Mundschutz und Latexhandschuhen, Straßen sind wie leergefegt. Die Regierung verschickt Beruhigungs-SMS, es gebe genug Medikamente für alle – die Krankenhäuser sind vorbereitet… Alles erinnert ein bisschen an einen schlechten Katastrophenfilm.

Ohne das Risiko der neuen Krankheit kleinreden zu wollen – ich habe keine Ahnung davon. Aber es ist schon erstaunlich, wie bei solch einem Ereignis die Medien weltweit auf Gleichschritt schalten, wie eine Nachricht wie diese, von Deutschland bis Australien (Meine Chouchsurfer kommen aus Sydney und mußten ebenfalls ihre Eltern beruhigen) nur noch ein Thema zu kennen scheinen. Es kommt mir ein bisschen vor wie Saurons Auge – fokusiert auf ein einzelnes Ereignis – blind für den Rest. Ich bin mir deshalb ziemlich sicher, dass es letzlich egal ist, wie sich diese Krankheit entwickelt. Wenn  ein anderes Ereignis interesant genug ist, den Fokus der Weltmedien auf sich zu ziehen (eine weitere Bank geht Pleite), verschwindet die Schweinegrippe aus den Medien und mit ihr alle medial wirksamen Sicherheitsmaßnahmen. Gestern habe ich auf der Autobahn zwei Unfälle gesehen, letzte Woche einen Fussgänger der augenscheinlich von einem Auto erwischt wurde, nicht mehr zu retten war und halb bedeckt von einer blauen Plastikplane mitten auf der Straße lag. Das Risiko eines Verkehrsunfalls erscheint mir subjektiv höher, als eine Schweinegrippeinfektion.

Noch einmal: ich möchte nichts kleinreden und ich passe auf mich auf. Wenn ich Fieber oder ähnliches bekommen sollte, gehe ich sofort zum Arzt. Ebenso passe ich natürlich im Straßenverkehr weiterhin auf.

Ein Kommentar zu “und ich lebe immer noch”

  1. Take care … :-)
    Sönke

Trackbacks/Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Du kannst deinen Kommentar nach dem Absenden ändern.