Mexiko ist zwar ein großer Kaffeeexporteur (der fünftgrößte der Welt laut Wikipedia). Das heißt aber nicht, dass man hier auch guten Kaffee trinken kann. Instant Kaffee, der hier fast ausschließlich Nescafé heißt ist weit verbreitet (und der Exporteur wird zum Importeur… Mit Rohöl exportieren, Benzin importieren schaffen die Mexikaner das gleiche an anderer Stelle). Filterkaffee heißt hier Cafe Americano, wird viel zu heiß getrunken, ist dünnflüssig koffeinarm – zum ausgleich dessen wird ein halber Liter Becher bevorzugt.
Café Espresso ist oftmals zu bekommen, aber er ist fast nie die Grundlage eines Cappuccinos. Dieser wird oftmals – auch im Restaurant – mit einem Pulver angemacht. Also bestelle ich „einen einfachen Espresso, „cortado“ = gemischt mit warmer aufgeschäumter Milch, mit Zimt ohne Zucker“ und bekomme meist was ich will
Im Iteso war meine Bestellung in der Cafete bekannt – insbesondere in den letzten Wochen des letzten Semesters, wo ich tagelang am coden war, hat ein Kopfnicken für die Bestellung eines guten Kaffees gereicht. Eine Alternative stellt in Mexiko zudem Starbucks dar, den ich trotz vollkommend überzogender Preise zu schätzen gelernt habe. Vor allem seit Anfang März, wo die Temperaturen auf über 35° Grad gestiegen sind, gibt es nichts besseres als in einem klimatisierten Raum, mit angenehmer Athmosphäre und gutem Kaffee für ein paar Stunden zu arbeiten.
Für meine Wohnung habe ich mir eine kleine guß-eiserne Espressomaschine gekauft, den ich unseren zahlreichen Gästen gerne anbiete. Eine mexikanische Freundin war allerdings weniger begeistert als ich und füllte sich ihren Espresso so lange mit Wasser auf, bis man den Boden sehen konnte … Mexiko ist halt ein Exporteur und nicht die Heimat des Kaffees.
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