Im Norden Mexikos tobt ein Krieg der Drogenkartelle, untereinander und gegen Polizei und Militär. Erst letzte Woche hat die Polizei versucht ein Auto in Reynosa (direkte Grenzstadt, neben McAllen Texas)anzuhalten und zu durchsuchen – das Auto war voller Narcos (Kartellmitgleider), die sich mit Waffengewalt gegen diese Durchsuchung wehrten. Dies führte zu einer 10 stündigen(!) Verfolgungsjagt durch das Stadtgebiet geführt, mit mehren Toten und Verletzen. Wer sich davon ein YouTube Video(die Einschusslöcher erinnern mehr an Krieg, als an Polizeiarbeit) ansehen will, soll dieses tun.
Davon bekommt man in Guadalajara rellativ wenig mit. Es gibt Kontrollen an den Autobahnen, besonders in Michuacan eine hohe Polizeipräsenz (die oftmals auch schwer bewaffnet sind), und die Berichterstattung durch die Medien. Erschreckend finde ich die Meldung[spanisch] von gestern, dass der Staat nicht mehr die Kapazitäten hat Morde im Zusammenhang mit Drogenkartellen (aber unabhängig davon ob das Opfer Bandenmitglied, Zivilist oder Polizist ist) aufzuklären. Im letzten Jahr handelt es sich immerhin um 5630 Todesopfer.
In diesem Zusammenhang (und wegen der bevorstehenden Wahl) wird in Mexiko zur Zeit intenstiv über die Wiedereinführung der Todesstarfe[spanisch] diskutiert. Hierüber gibt es auch einen Spiegel Artikel. In diesem geht es neben der Todesstarfe um ein Kartellmitglied, das für die Beseitigung von Leichen verantwortlich war(er hat etwa 300 Leichen in Lauge aufgelöst). Als ich diese Geschichte zum ersten Mal in Mexiko gehört hatte, war allerdings von lebenden Menschen die Rede und besagter Narco wurde dementsprechend als erster Kandidat für die Todesstrafe vorgeschalgen. Zitat: „Das Gefängnis ist doch dazu da, Menschen zu resozialisieren – aber was will man bei dem denn resozialisieren? Wie soll denn aus dem jemals wieder ein normaler Mensch werden“
Einen Hintergrundartikel zum Drogenterror in Mexiko gibt es von Le Monde diplomatique (in einer deutschen Übersetzung bei der taz)
Terror in Mexiko
Dass die Drogenkartelle und ihre Kultur zum Alltag gehören und nicht zu einem blutigen Themenpark, wollten die Mexikaner lange nicht wahrhaben. Ein Essay über Macht, Straflosigkeit und Terror. VON JUAN VILLORO (weiter)







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