Ferdinand am Samstag, 31. Januar 2009

Zu meinem Käfer:

  • Verkehr:
    Ich habe ja nun schon ein halbes Jahr den Verkehrsfluss vom Bus, in anderen Autos und als Fußgänger beobachtet, ehe ich mich seit einer Woche selbst daran beteilige. Das mexikanische Verkehrssystem ist eine Mischung aus amerikanischem (man darf rechts und links überhohlen, es fahren aber alle in etwa gleich schnell) und europäischem(links ausschließlich zum Überhohlen und bitteschön zügig). An manchen Straßen werden die einzelnen Fahrspuren Zielen zugeordnet (wer länger auf der Straße bleibt, fährt links – wer sie bald wieder verläßt rechts), andere Straßen kennzeichnen die linke Spur als Überholspur und die meißten Straßen lassen diese Frage völlig unbeantwortet. Die richtige Spur zu finden ist eh, die wichtigste Frage im Stadtverkehr. Mal wird man an einem Kreisel, in der äußeren Spur abgedrängt, weil die inneren Spuren geschlossen abbiegen, ein anderes mal kann man eine innere Spur des Kreisels nicht verlassen, da die äußeren sich zum weiterfahren entscheiden. Eindeutige Kennzeichnungen fehlen, Straßenmarkierungen widersprechen sich – es ist eher so, dass man einen Kreisel „kennen“ muss, um auf der richtigen Spur zu sein. Der Weg zur Uni klappt jedenfalls mittlerweile zügig und stressfrei.
  • Topes:
    Topes sind Bodenwellen, die zur Verkehrsberuhigung in vielen Straßen angebracht sind. Diese sind in Größe und Bauform allerdings recht uneinheitlich. Manche sind eher gemächlich und man kann sie in normaler Schrittgeschwindigkeit befahren, andere sind klein und fast rechwinklig – es empfiehlt sich hier unbedingt Standgas zu verwenden. Und bei manchen kann man das Aufsetzen des Motors kaum verhindern – ich umfahre diese Straßen mitlerweile.
  • Sicherheit:
    Ich glaube ich bin der einzige Mensch in Mexiko der nicht in der Lage ist einen VW Käfer zu knacken. Mitlerweile habe ich einige Instruktionen bekommen (Nützliche Fähigkeit wenn man seinen Schlüssel mal im Auto vergisst). Werde die nächste Woche mal ein bisschen üben und sage Bescheid wenn ich es hinbekommen habe. Auf der anderen Seite heißt das natürlich das ich keine Wertgegenstände im Auto lassen kann. Es machen außerdem Gerüchte die Runde das Diebe Lithium-Ionen-Akku irgendwie scannen können. Ich habe keine Ahnung wie das funktionieren soll, habe auch im Internet nichts dazu gefunden. Hier haben mir aber schon mehrere davon erzählt: „Der Dieb läuft mit seinem Gerät an Autos vorbei, wenn es piept, bricht er ein und hohlt sich den Laptop (oder vergleichbar)“. Wie auch immer – bei meinem Käfer kann er auf jeden Fall einfach so einbrechen und ist nicht gezwungen die Scheibe einzuschlagen, was bei einem Freund der teurere Schaden war (geklaut wurde nur die billige Stereo-Anlage). Und das mir keiner mit dem Auto davon fährt… Nun ja: mein kleiner Käfer hat eine Lenkrad und eine seperate Schaltknüppelsperrung (der Schaltknüppel wird mit einem Eisenriemen im Rückwärtsgang fixiert). Da kann er erst mal rückwärts im Kreis fahren ;-)
  • Meine Schaltung ist gesichert

  • Klimaanlage:
    Die ist nicht ganz so mächtig wie ich das von anderen Autos gewohnt war. Vielleicht muss ich auch noch was richtien lassen, aber mir kam das erst mal alles andere als warm vor, was mir gestern aus dem Lüfter kam. Sie ist per Keilriemen in an den Motor gehängt und braucht mehr Kraft als ich im Standgas zur Verfügung habe. An roten Ampeln also schnell die Klimaanlaage ausschalten oder der Motor stirbt ab.
  • Tanken:
    Noch fahre ich mit meiner ersten Tankfüllung. 22 Liter gab es für 200 Pesos (= 10,72€)

Ein Kommentar zu “Mein Käfer”

  1. Du willst mit deiner Klima _heizen_?

    Achja, den Kaefer-Knack-Trick kenne ich halt mit dem kleinen Dreiecksfenster, dass es auch im VW Bully hab ;)

Trackbacks/Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Du kannst deinen Kommentar nach dem Absenden ändern.