Ferdinand am Freitag, 30. Januar 2009

Normalerweise wird in Mexiko Alkohol nur bis 23 Uhr verkauft. Die Supermärkte haben zwar meist 24 Stunden geöffnet – verkaufen aber nach dieser Sperrstunde keinerlei Alkoholika mehr. Dieses Gesetz ist allerdings kein Bundesgesetz, noch nicht mal eines der Bundesstaaten, sondern wird von den Komunen verordnet (allerdings konsequent von allen, die ich jetzt so kennengelernt habe). Der Trick trotzdem an Alkohol zu kommen sieht in Guadalajara so aus: GDL ist nicht eine große Stadt sondern besteht rechtlich aus verschiedenen Städten, die zusammengewachsen sind. Ein kleiner Fleck gehört aber einfach zu keiner dieser Teilstädte (wenn ich mich richtig erinnere zwischen Zapopan und Guadalajara) La Penca. Und so hat dort ein kleiner 24-h Liquor store aufgemacht. Die Kunden dürfen den Laden nicht betreten sondern werden durch ein dickes Eisengitter hindurch versorgt, Betonsperren schützen, die am Gehsteig wartenden Leute vor betrunkenen Autofahrern, private Security überwacht das ganze. Ein recht lustiger Ort wie ich finde. Selbst hatte ich noch nie eine Kamera dabei habe aber ein kleines Youtube Video gefunden.

Und gerade wenn ich schon beim Thema „Alkoholverbot, mit Schlupflöchern so groß wie Scheunentore“ bin… Dass das mit dem Alkoholverbot in den USA nach Gesetzesbuchstaben strenger ist als in jedem anderen Land durfte ich bei meinem letzten Ausflug ja hautnah mitbekommen. Raimi und ich wurde trotz einem deutschen Persi fast nirgendwo reingelassen. Beim Irish-pup in San Diego wurden wir erst nach Hause geschickt, um den Reiesepass zu holen. Als ich den Türsteher danach noch mal angesprochen habe, dass ein deutscher Pass im Endeffekt ein Personalausweis mit ein bisschen Verpackung drum rum ist, hat er nur die Schultern gezuckt – so sind halt die Regeln. „Für Ausländer“ müßte man dazu sagen, denn bei Amis wird wie selbstverständlich ein Personalausweis akzeptiert und nicht nach dem Reisepass (wie auch, die meißten ham ja keinen) gefragt. Wie leicht diese sich jedoch kopieren lassen, zeigt allein die Teeniequote in einer durchschnittlichen Bar.

Wie dass so bei Verboten ist: Hat man selbst den Nachteil und nur die anderen umgehen das Gesetz – regt man sich darüber auf. Und wenn man selbst den Vorteil hat – nimmt man diesen natürlich gerne an. Letzten Samstag war ich jedenfalls froh, dass noch spontan ein bisschen Bier nachgekauft werden konnte ;-)

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