Raimar am Montag, 22. September 2008

Eigentlich sollte es ein stressfreier Tagesausflug werden um dem Lernstreß zu entfliehen, es kam jedoch komplett anders. Aber nach dem anderen :-) Wir (Ich, Edward und Dani) hatten geplant einen Mittag nach New Haven zu fahren, Yale anzuschauen, den Strand anzuschauen und dann wieder Abends nach Hause zu fahren. Für irgendwas müssen wir ja unser Auto haben! Gesagt getan, alle in die Karre und problemlos nach New Haven gefunden. In einer Seitenstraße konnten wir kostenlos parken und haben uns dann auf die Entdeckungsreise durch Yale gemacht. Wir hatten auch Glück dass wir uns einer Führung einfach anschließen konnten, der Campus ist nämlich zum großen Teil nicht öffentlich zugänglich. Überall sind Tore mit Kartenlesern weil New Haven auch eigentlich nicht die beste Gegend ist. Dank dieser Führung haben wir dann auch in die ganzen Dorms schauen können und den malerischen Campus von Innen sehen können. Wirklich unglaublich, die Gebäude sind alle nichtmal 80 Jahre alt und sehen aus wie Oxford oder Cambridge. Eine kleine heile Welt im bösen New Haven: Grünflächen, Squirrles und Studenten die auf den frisch gemähten Wiesen lernen. Hat ein bissl was von einem Freizeitpark, bischen zu perfekt, zu künstlich aber trotzdem wunderschön.

   

Die Bilder sind nicht geschönt, so malerisch siehts da wirklich aus! Ein kleines Paradies ;-)

Damit wäre auch der wirklich angnehme Teil des Tages vorbei, wir wollten nämlich dann auch wieder nach Hause fahren. Denkste, Auto springt nicht an. Der Anlasser macht keinen Mucks mehr. Ich und Dani bekommen schon die Krise während Edward als Venezuelaner die völlige Ruhe behält. Er kennt jemand in New Haven, das wird schon alles passen. Nach einiges Anrufen war der leider nicht zu erreichen und das ansprechen von Leuten hatte auch wenig Erfolg. Die Polizei hätte uns geholfen, aber ohne Starterkabel war das auch nicht möglich.
Wir der Verzweiflung nahe hatten nur Glück dass Edward uns mit seiner gelassenen Südamerikanischen Art immer wieder beruhigt hat. Ein Ehepaar das wir ansprochen hatte und leider keine AAA Karte dabei hatte bot kam dann doch zurück und bot uns an Ihren Jeep aus dem Hotel zu holen und uns Starthilfe zu leisten. Dies nahmen wir natürlich dankend an, nach weiteren 20 Minuten kamen die beiden mit Ihrem Chevy Jeep und wir versuchten unser Glück, leider war der Chevy ganz seltsam konstruiert und wir konnten die Batterie nicht finden (!). Just in dem Moment kam dann noch Edwards Kumpel mit seinem alten Mercury Van vorbei und die Kombination aus Mercury Batterie und Chevy Starterkabel hat dann unserem Auto neues Leben eingehaucht. Wir natürlich überglücklich, ein kaputtes Auto in New Haven hätte massive Kosten und Rennerei hinter sich hergezogen.
Es ist unglaublich wie selbstverständlich einem die Leute hier helfen, das Ehepaar aus Rhode Island ist extra zurück zum Hotel gegangen und hat das Auto geholt nur um uns zu helfen. Ich könnte mir das in Deutschland garnicht vorstellen, da wäre man völlig aufgeschmissen.
In jedem Fall lief das Auto wieder und wir wollten nurnoch nach Hause. Etwas genervt und sich dem bewusst dass wir wohl ein verdammt beschissenes Auto gekauft haben gings dann über Hartford zurück an die UConn. Das war leider noch nicht alles, ein paar Meilen vor der Uni stellt uns das Auto einfach ab. Licht geht aus, Motor geht aus, Schluß. Nicht auszudenken wenn uns das auf dem 6-spurigen Interstate passiert wäre den wir vor 10 Minuten verlassen haben! Einfach nicht dran denken! Natürlich springt die Kiste nicht wieder an, wir waren schon drauf und dran Kommilitionen anzurufen und um eine weitere Starthilfe zu fragen. Doch sofort nachdem unser Auto liegen geblieben ist hat sofort ein netter Mann angehalten und sich erkundigt ob bei uns alles ok ist. Wir haben ihm erklärt was bisher passiert ist und durch ein Wunder ist das Auto wieder angesprungen. Ein kurzes Danke und wir sind so schnell wie möglich zum Campus gefahren und haben das Auto abgestellt.

Wie wir mit dem Auto weiter verfahren? Wir haben keine Ahnung, sicher ist dass die Karre wohl ein voller Griff ins Klo war. Dani und ich haben noch bis Di nächste Woche Klausuren und werden uns dann dem Teil widmen, bis dahin stehts eingemottet auf dem Parkplatz. Bevor nicht ein Mechaniker da drauf geschaut hat fahr ich da nirgends mehr hin!
Soviel zu heute, schöner Ausflug aber unangenehmes Ende …

Als es wirklich drauf ankam hatten wir dann doch immer noch Glück, trotzdem ist es sehr ärgerlich. Nach den Monaten werde ich viel selbstständiger sein als davor, in einem fremden Land soviele Dinge ohne große Unterstützung von außen hinzubekommen ist sehr lehrreich. Alleine wäre das ganze sicher sehr frustrierend, deswegen bin ich immernoch froh dass hier einige Deutsche sind. Insbesondere hat mich heute Edwards ruhige Art (er studiert auch in Deutschland, ist aber in Venezuela aufgewachsen) wieder auf den Boden gebracht.

PS: Im Eifer des Gefechts hab ich vergessen ein Yale T-Shirt zu kaufen :/

8 Kommentare zu “New Haven & Auto-Wahnsinn”

  1. na hättet ihr doch nur mal den Jeep genommen ;-).

    Aber kommt mir bekannt vor, hatte das gleiche Problem mit meinem Auto in Australien…da war es immer ganz praktisch in möglichst kleine Werstätten zu gehn, die waren viel freundlicher und haben nicht gleich alles abgerechnet. Bei mir wars die Lichtmaschine, eine „neue“ vom Schrottplatz rein und wir hatten wieder Spaß! Also think positiv!

  2. Du hast doch mal bei einer Autofirma gearbeitet? Ist da nichts hängen geblieben?

  3. hui hört sich nach ner großen protion glück im unglück an! aber hauptsache ihr habts wieder nach hause geschafft :)! … ja hätten wir nur unseren treunen nissan ;)

    halt die ohren steif!

  4. Naja, wenn das Auto, erst nicht anspringt, und dann einfach so die komplette Zündung ausgeht würde ich mal tippen, dass die Batterie voll im Arsch ist (relativ billig). Dann ist es zwar immer noch komisch, dass das Ding während der Fahrt ausgeht. Könnte auch sein, das die Lichtmaschine kaputt ist (relativ teuer), was ne leere Batterie und Ausgehen während der Fahrt erklären würde.
    Kugg mal nach, ob der Füllstand von den Bleiakkus passt. Die haben seitlich Markierungen (Nicht kippen !!!), wenn der Füllstand zu niedrig ist: mit destilliertem, oder wenn du sowieso davon ausgehst das das Ding kaputt ist, mit normalem Wasser wieder auffüllen.

  5. Kugg mal hier:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Starterbatterie

  6. Weisste jetzt, warum ich unbedingt nen Glockenturm an der Uni Ulm haben will?

  7. tja, der Auto-Stress… Leider gibt es viele deutschen Studis, denen drüben ähnliches wiederfährt. So ist z.B. einem Freund in Amherst damals nach ein paar Wochen die Steuerkette gerissen, was ihn 600 $ Reparatur gekostet hat. Viel teuerer war das Auto im Kauf nicht… Zumindest in Massachusetts gibt es Gerüchten zu Folge einige Autohändler, die jedes Jahr viele Studis über den Tisch ziehen, weil sie sich mit Gebrauchtwagen eben nicht auskennen.Genau aus diesem Grund habe ich mir damals kein Auto in Amherst gekauft…Aber das war auch scheiße…

  8. Kommt mir bekannt vor, hatte mit meinem 700 € Ford Sierra damals ähnliche Probleme. Da war auch ständig die Batterie leer und auch Austausche der Batterie und Austausch der Lichtmaschine (gegen eine vom Schrott) hatten nichts gebracht. Letztendlich wars ein Kriechstrom im Armaturenbrett der dafür gesorgt hat, dass die Batterie in regelmäßigen Abständen leergesaugt wurde. Also am besten LiMa durchtesten lassen und wenn die in Ordnung ist, könnte es also so ein Stromleck sein. Das lässt sich – wenn man es orten kann – dann beheben. Ich glaub bei mir wars damals ausgerechnet an der Batterie-Anzeige ^^

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